EM.TV-Vorstandschef Thomas Haffa tritt zurück


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EM.TV-Vorstandschef Thomas Haffa tritt zurück

 
25.07.01 10:22

EM.TV-Vorstandschef Thomas Haffa tritt zurück

 
München, 25. Jul (Reuters) - Der in die Kritik geratene Gründer und Vorstandschef des Münchener Rechtehändlers EM.TV & Merchandising, Thomas Haffa, ist zurückgetreten. Seine Nachfolge werde spätestens zum 1. Januar 2002 der derzeitige SpiegelNet-Chef Werner E. Klatten übernehmen, teilte das im Auswahlindex Nemax50 des Neuen Marktes gelistete Unternehmen am Mittwoch in München mit. Klatten kündigte an, die bei EM.TV eingeleiteten Konsolidierungsmaßnahmen fortzuführen. Klatten wird zugleich neuer Hauptaktionär von EM.TV und wird von Haffa rund 25,1 Prozent des EM.TV-Grundkapitals übernehmen. Über den Kaufpreis sei Stillschweigen vereinbart worden. Die EM.TV-Aktie stieg im frühen Handel um mehr als 30 Prozent auf drei Euro. Der designierte Vorstandschef sagte laut einer Mitteilung, EM.TV verfüge über werthaltige Assets, "die mich sicher machen, nach entsprechender Restrukturierungsarbeit, zu der auch Verkäufe gehören werden, über eine solide Unternehmensplattform zu verfügen". Die eingeleitete Konsolidierung solle fortgeführt werden, kündigte Klatten an. "Dazu gehört, dass wir überprüfen müssen, wie wir das gegenwärtige Portfolio und das operative Geschäft optimieren können. Sowohl die Kapitalgeber als auch alle anderen Beteiligten haben uns ihre volle Unterstützung zugesagt." Das gelte auch für die Kirch-Gruppe[KRCH.UL], auch wenn deren Einstieg mit 16,7 Prozent bei EM.TV in der geplanten Form mit kartellrechtlichen Mitteln blockiert worden sei. Der EM.TV-Aufsichtsratschef und frühere DG-Bank-Chef Bernd Thiemann erklärte: "Thomas Haffa hat in den letzten acht Monaten für das Unternehmen und seine Aktionäre wesentliche Restrukturierungsmaßnahmen eingeleitet und umgesetzt." Besonders erfreulich sei, dass die kurzfristigen Bankverbindlichkeiten, die im Januar 2001 noch rund 1,5 Milliarden DM betragen hätten, deutlich schrumpften. Haffa hat den Angaben zufolge den Aufsichtsrat gebeten, ihn mit sofortiger Wirkung von seinen Aufgaben zu entbinden. Haffa werde künftig weder im Vorstand noch im Aufsichtsrat von EM.TV eine Funktion ausüben, hieß es. Den Vereinbarungen zufolge wird die von Klatten gehaltene WKB Beteiligungsgesellschaft mbH mit Wirkung zum 2. Januar 2002 36.164.360 Aktien von Thomas Haffa erwerben. In Verhandlungskreisen hatte es am Dienstag geheißen, Klatten wolle über 100 Millionen Euro an Haffa zahlen, deutlich mehr als der Kurs am Neuen Markt, nach dem die Sperrminorität am Dienstag rund 73 Millionen Euro wert gewesen wäre. Haffa werde rund 16 Prozent der EM.TV-Anteile behalten. Wie EM.TV mitteilte, benötigt Klatten für seinen vorzeitigen Austritt beim "Spiegel-Verlag" die Zustimmung der dortigen Gremien. Klatten war 1994 als Mitglied der Geschäftsleitung zum Spiegel gegangen. Er hatte zusätzlich die Geschäftsführung von Spiegel TV übernommen und war im September 2000 Vorstandschef der SpiegelNet AG geworden. Zuvor war er Vorsitzender der Geschäftsführung des Kirch-Fernsehsenders SAT.1 gewesen. Bereits am Dienstag hieß es in Unternehmenskreisen, Kirch könnte auf den geplanten Einstieg bei EM.TV verzichten. "Darüber wird mit dem neuen Vorstandsvorsitzenden zu sprechen sein", hieß es. EM.TV könne die Auflage des Kartellamtes, seine 45 Prozent an der Tele München Gruppe des Filmhändlers Herbert Kloiber wieder zu verkaufen, nicht erfüllen, da Kloiber alle möglichen Käufer ablehne. Thomas Haffa steht im Mittelpunkt der Kritik, seit EM.TV im vergangenen Jahr nach der Übernahme der "Muppets"-Firma Jim Henson und einer Beteiligung an der Formel-1-Vermarktungsfirma SLEC mit 2,8 Milliarden DM in die roten Zahlen gerutscht war. Er hatte einen Rücktritt stets abgelehnt, aber diesen Schritt unter dem Druck der Anleger nicht ausgeschlossen. pag/axh/ban  
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Wenn Klatten

 
25.07.01 10:26
jetzt wieder verkauft hat er in 24 Stunden ne' Menge Geld verdient.  
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ANALYSE:

 
25.07.01 12:58

Merck Finck bekräftigt nach Haffas Ausstieg EM.TV-Anlageurteil "Sell"

 
Die Analysten von Merck Finck & Co haben ihre Anlageempfehlung "Sell" für die Aktie der EM.TV & Merchandising AG bekräftigt, nachdem der Unternehmensgründer und Vorstandschef Thomas Haffa seinen Posten geräumt hatte. Demnach gehen sie davon aus, dass die Aktie des Rechtehändlers in den kommenden sechs Monaten Kursverluste hinnehmen muss. "Auch wenn wir kurzfristig einen positiven psychologischen Effekt für die EM.TV-Aktie erwarten, ist das kein ausreichender Grund, unsere Meinung über das Unternehmen zu ändern", schrieb der zuständige Analyst Alexander Kachler. Nach wie vor habe EM.TV weder die Geschäftszahlen des ersten Quartals noch ein neues Geschäftsmodell für die Zukunft des Unternehmens vorgestellt. Zudem sei die künftige Unternehmensstruktur unklar. Kirch könne nur dann bei EM.TV einsteigen, wenn EM.TV seine 45-prozentige Beteiligung an der Tele München Group (TMG) verkaufe. Bislang sei der Verkauf unmöglich gewesen, weil der TMG-Chef potenzielle Käufer abgelehnt hatte. Kirch habe am Dienstag angedeutet, ein Verkauf seiner 16-prozentigen EM.TV-Beteiligung sei möglich, um die EM.TV-Unternehmensstruktur auf eine solide Grundlage zu stellen, hieß es.
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EM.TV:

 
25.07.01 13:05

Neuer `Muppets´-Chef schmiedet Pläne



Der in die Kritik geratene Gründer und Vorstandschef des Münchener Rechtehändlers EM.TV & Merchandising, Thomas Haffa, ist zurückgetreten. Sein Nachfolger, Spiegelnet-Chef Werner E. Klatten, hat bereits Pläne zur Restrukturierung angekündigt.

Klatten wird seinen Posten spätestens zum 1. Januar 2002 antreten, teilte das im Nemax 50 gelistete Unternehmen am Mittwoch in München mit. Klatten kündigte an, die bei EM.TV eingeleiteten Konsolidierungsmaßnahmen fortzuführen. Er wird zugleich neuer Hauptaktionär von EM.TV und wird von Haffa rund 25,1 Prozent des EM.TV-Grundkapitals übernehmen. Über den Kaufpreis sei Stillschweigen vereinbart worden. EM.TV verfüge über werthaltige Assets, "die mich sicher machen, nach entsprechender Restrukturierungsarbeit, zu der auch Verkäufe gehören werden, über eine solide Unternehmensplattform zu verfügen", sagte der designierte Vorstandschef.


Reiner Tisch

Vor seinem Ausscheiden will Haffa reinen Tisch machen: Mit dem Verkauf von Aktien an der amerikanischen Crown Media will EM.TV seine Bankschulden zur Gänze tilgen. Haffa sagte am Mittwoch, der Rechtehändler habe seine 8,2-prozentige Beteiligung an Crown Media für 103 Mio. $ an den US-Mischkonzern und Postkartenhersteller Hallmark Entertainment verkauft, der die Mehrheit an Crown hält. Aus einem Lizenzdeal seien zudem Einnahmen von 23 Mio. $ zu erwarten. "Mit den soeben unterschriebenen Verträgen mit Hallmark und Crown Media besteht die Möglichkeit, die Bankverbindlichkeiten der EM.TV komplett zu tilgen", sagte Haffa.


Den Großteil seiner Schulden hatte EM.TV bereits durch den Teilverkauf seiner Formel-1-Beteiligung an die Kirch Holding abgebaut. An die Crown-Media-Beteiligung war EM.TV im August 2000 durch ein Tauschgeschäft mit Anteilen an den US-Spartenkanälen "Kermit Channel" und "Odyssey Network" gekommen, die die Münchener mit der "Muppets"-Firma Jim Henson übernommen hatten.


Kirch unterstützt Klatten

Die eingeleitete Konsolidierung solle fortgeführt werden, kündigte Klatten an. "Dazu gehört, dass wir überprüfen müssen, wie wir das gegenwärtige Portfolio und das operative Geschäft optimieren können. Sowohl die Kapitalgeber als auch alle anderen Beteiligten haben uns ihre volle Unterstützung zugesagt." Das gelte auch für die Kirch-Gruppe, auch wenn deren Einstieg bei EM.TV in der geplanten Form mit kartellrechtlichen Mitteln blockiert worden sei.


Der EM.TV-Aufsichtsratschef und frühere DG-Bank-Chef Bernd Thiemann sagte: "Thomas Haffa hat in den letzten acht Monaten für das Unternehmen und seine Aktionäre wesentliche Restrukturierungsmaßnahmen eingeleitet und umgesetzt." Besonders erfreulich sei, dass die kurzfristigen Bankverbindlichkeiten, die im Januar 2001 noch rund 1,5 Mrd. DM betragen hätten, deutlich schrumpften.



Haffa zieht sich komplett zurück

Haffa hat den Angaben zufolge den Aufsichtsrat gebeten, ihn mit sofortiger Wirkung von seinen Aufgaben zu entbinden. Haffa werde künftig weder im Vorstand noch im Aufsichtsrat von EM.TV eine Funktion ausüben, hieß es. Den Vereinbarungen zufolge wird die von Klatten gehaltene WKB Beteiligungsgesellschaft mit Wirkung zum 2. Januar nächsten Jahres 36.164.360 Aktien von Thomas Haffa erwerben. In Verhandlungskreisen hatte es am Dienstag geheißen, Klatten wolle über 100 Mio. Euro an Haffa zahlen, deutlich mehr als der Kurs am Neuen Markt. Danach wäre die Sperrminorität am Dienstag rund 73 Mio. Euro wert gewesen. Haffa werde rund 16 Prozent der EM.TV-Anteile behalten.


Wie EM.TV mitteilte, benötigt Klatten für seinen vorzeitigen Austritt beim "Spiegel-Verlag" die Zustimmung der dortigen Gremien. Klatten war 1994 als Mitglied der Geschäftsleitung zum Spiegel gegangen. Er hatte zusätzlich die Geschäftsführung von Spiegel TV übernommen und war im September 2000 Vorstandschef der Spiegelnet geworden. Zuvor war er Vorsitzender der Geschäftsführung des Kirch-Fernsehsenders SAT.1 gewesen.


Kirchs Ausstiegspläne

Bereits am Dienstag hieß es in Unternehmenskreisen, Kirch könnte auf den geplanten Einstieg bei EM.TV verzichten. "Darüber wird mit dem neuen Vorstandsvorsitzenden zu sprechen sein", hieß es. Nach Einschätzung von EM.TV hält die Kirch-Gruppe jedoch an ihrem Einstieg fest. Sie habe weitere Unterstützung bei der Konsolidierung des Unternehmens signalisiert, sagte Klatten am Mittwoch. Es sei das klare Ziel, aus EM.TV ein stabiles, gut positioniertes Unternehmen zu machen. Im Dezember übernahm Kirch 16,7 Prozent der EM.TV-Aktien einschließlich einer Sperrminorität der Stimmrechte. Allerdings steht die Genehmigung des Bundeskartellamts noch aus. Bis Ende September muss EM.TV einen Käufer für seine 45-Prozent-Beteiligung an der Tele München Gruppe des Filmhändlers Herbert Kloiber gefunden haben, Kirchs wichtigstem Konkurrenten in Deutschland. EM.TV könne jedoch die Auflage des Kartellamtes nicht erfüllen, da Kloiber alle möglichen Käufer ablehne, hieß es.


Thomas Haffa steht im Mittelpunkt der Kritik, seit EM.TV im vergangenen Jahr nach der Übernahme der "Muppets"-Firma Jim Henson und einer Beteiligung an der Formel-1-Vermarktungsfirma SLEC mit 2,8 Mrd. DM in die roten Zahlen gerutscht war. Er hatte einen Rücktritt stets abgelehnt, aber diesen Schritt unter dem Druck der Anleger nicht ausgeschlossen.



Turbulente Hauptversammlung erwartet

Haffa, der 1989 sein Unternehmen gegründet hatte und noch im vergangenen Jahr einer der großen Börsenstars war, hätte am 1. August eine turbulente Hauptversammlung gedroht. Aktionärsschützer hatten dazu aufgerufen, Vorstand und Aufsichtsrat die Entlastung zu verweigern. Zudem stehen die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft München gegen Haffa und andere Vorstandsmitglieder wegen falscher Gewinnprognosen vor dem Abschluss.


Die EM.TV-Aktie hat am Mittwoch erneut einen Kurssprung vollführt. In der Spitze war die Aktie um rund 33 Prozent bis auf 3 Euro gestiegen. Bereits am Vortag hatte die Aktie um 23,35 Prozent zugelegt, nachdem sich Gerüchte um den Rücktritt des Vorstandschefs verdichtet hatten. Ein Händler in Frankfurt bezeichnete den Kursanstieg als möglicherweise fundamental. "Der überfällige Rücktritt Haffas könnte den Wert auch langfristig wieder beflügeln", sagte er.

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Papa:

Looooser

 
25.07.01 13:17
Kleinaktionäre kritisieren Haffa-Rücktritt kurz vor der HV
Frankfurt (vwd) - Vertreter der Kleinaktionäre kritisieren den Rücktritt des Vorstandsvorsitzenden der EM.TV & Merchandising AG, Unterföhring, Thomas Haffa, eine Woche vor der Hauptversammlung (HV) am kommenden Mittwoch. Daniela Bergdolt von der Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) sagte der Telebörse: "Dass sich Haffa eine Woche vor der Hauptversammlung aus der Veranstaltung stiehlt, finde ich nicht gut. Der Kapitän muss als Letzter das sinkende Schiff verlassen." Reinhild Keitel von der Schutzgemeinschaft der Kleinaktionäre (SdK) wertete: "Es ist höchste Zeit, dass Haffa zurücktritt, das haben wir schon im Herbst gesagt. Aber jetzt erwarten wir, dass er bei der Hauptversammlung zu seiner Verantwortung steht."

vwd/12/25.7.2001/sei


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