Ein selten schlechter Anfang
von Jochen Steffens
Selten, aber es gibt sie: Tage, an denen man vor dem Monitor sitzt, auf ein weißes, leeres Stück Bildschirm starrt und sich fragt: „Was schreibe ich heute?“ Meistens liefert die Börse doch unzählige Themen, verschiedene Sichtweisen und Analysen, so dass immer genug Stoff da ist. Aber trotzdem gibt es diese Tage, an denen einem einfach nichts einfallen will – selten, wie gesagt, sehr selten.
Heute ist einer dieser Tage. Es mag daran liegen, dass ich zu einer ärztlichen Routineuntersuchung musste, die mich den kompletten Vormittag gekostet hat – zum Glück ist alles in Ordnung. Es mag aber auch daran liegen, dass nach den Kongresswahlen eine Art Vakuum entstanden ist. Die Anleger warten darauf, wie der Markt reagiert, um sich entsprechend zu positionieren. Ich habe eben mit einem Kollegen gesprochen, der hatte heute auch Probleme ein Thema zu finden.
Ein kleiner Trick
Es gibt in der Schriftstellerei einen kleinen Trick, für den Fall, dass das weiße Blatt Papier mal wieder höchst gemein zu einem ist und sich im Gehirn die große weiße Leere endgültig mit der Leere des Papiers verbindet. In einem solchen Fall sollte man sich vornehmen, eine wirklich schlechte Kurzgeschichte zu schreiben, so schlecht wie es eben geht.
Das ist natürlich einfach, zudem einmal etwas ganz anderes. Der Trick funktioniert natürlich auch bei einem täglichen Newsletter. Also habe ich heute angefangen, mit dem hehren Vorsatz, einen wirklich abscheulich schlechten Text zu verfassen. Und wie von selbst löst sich dabei die Schreibblockade, Worte bilden auf dem Papier Zeilen und plötzlich sind auch wieder neue Ideen da.
Wenn man einen täglichen Newsletter schreibt, ist wohl einer der schlechteste aller denkbaren Anfänge der Satz: „Ich sitze hier und frage mich: „Was schreibe ich heute?““. Ich hoffe, Sie verzeihen mir diesen schlechten Anfang, den ich heute absichtlich und schmunzelnd stehen lassen werde, denn ich will Ihnen damit einen kleinen Einblick in den Alltag eine Schreiberlings gewähren. Normalerweise lösche ich diese Art von Texteinstieg.
Hitzige Debatten
Ich schätze, dass es nach dem überraschenden Ausgang der Kongresswahlen in den Konferenzräumen der Institutionellen zu hitzigen Debatten gekommen ist. Wie wird es sich auswirken, dass die Demokraten sowohl das Repräsentantenhaus als auch den Senat nach 12 Jahren zurückerobert haben? Ist es gut für die Börsen oder schlecht?
Und offenbar sind noch keine eindeutigen Entscheidungen gefallen. So wusste der Dax heute überhaupt nicht, in welche Richtung es gehen soll. Der gestrige Kursanstieg in den USA hat sicherlich viele verblüfft. Denn eigentlich hatten viele damit gerechnet, dass bei einem Sieg der Demokraten die Börsen erst einmal einbrechen werden. Mir wäre es lieber gewesen, wenn es auch zu diesem Einbruch gekommen wäre. So bin ich etwas hellhörig geworden. Es mag sein, dass gestern bei den Institutionellen einfach noch keine Entscheidungen gefallen sind. Freuen Sie sich also noch nicht zu früh! Ob diese Wahl auch von anderen als bullish eingestuft wird, wird sich erst in den nächsten Tagen zeigen.
Charttechnick als Entscheidungshilfe
Wie immer werden die Charts viel über die aktuelle Situation verraten. Und auch dieses Mal ist es vergleichbar eindeutig, denn nicht nur der Dax, sondern auch der Nasdaq100 steht an einer wichtigen Widerstandszone:
Chart
Der Nasdaq100 knabbert an einem Widerstand bei 1761-1770 Punkten. Dort war er bereits Anfang des Jahres gescheitert, dann noch mal im April. Diese Widerstandszone hat ihre Relevanz aus den Crash-Jahren. Im April 2001 hatte es dort ein großes Gap (Kurslücke) gegeben, im Dezember 2002 hatte der Nasdaq100 in dieser Widerstandszone sein vorläufiges Hoch gefunden, dass anschließend für vier Jahre Gültigkeit besitzen sollte. Nun ist der Nasdaq100 wieder an diesem Bereich angelangt.
Sollten in den USA die großen Adressen zu der Einsicht gelangen, dass der Wahlausgang zumindest keinen negativen Einfluss auf die Börsen haben wird, dann wird der Nasdaq diese Zone nachhaltig nach oben verlassen. Das wäre dann auch für uns ein Hinweis darauf, dass es bis 2007 weiter gehen kann. Sollte jedoch der Nasdaq100 an dieser Marke scheitern, vielleicht noch mit einem kleinen false Break (falschen Ausbruch), dann wäre das ein Hinweis, dass die Bedenken überwiegen. Dann sollten wir sehr vorsichtig werden.
Da diese Widerstandszone mit der Widerstandszone, die ich Ihnen gestern im Dax vorgestellt habe, nahezu übereinstimmt, wird hier also die Entscheidung fallen!
Gruß DB
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Das Bessere ist des Guten Feind!!
von Jochen Steffens
Selten, aber es gibt sie: Tage, an denen man vor dem Monitor sitzt, auf ein weißes, leeres Stück Bildschirm starrt und sich fragt: „Was schreibe ich heute?“ Meistens liefert die Börse doch unzählige Themen, verschiedene Sichtweisen und Analysen, so dass immer genug Stoff da ist. Aber trotzdem gibt es diese Tage, an denen einem einfach nichts einfallen will – selten, wie gesagt, sehr selten.
Heute ist einer dieser Tage. Es mag daran liegen, dass ich zu einer ärztlichen Routineuntersuchung musste, die mich den kompletten Vormittag gekostet hat – zum Glück ist alles in Ordnung. Es mag aber auch daran liegen, dass nach den Kongresswahlen eine Art Vakuum entstanden ist. Die Anleger warten darauf, wie der Markt reagiert, um sich entsprechend zu positionieren. Ich habe eben mit einem Kollegen gesprochen, der hatte heute auch Probleme ein Thema zu finden.
Ein kleiner Trick
Es gibt in der Schriftstellerei einen kleinen Trick, für den Fall, dass das weiße Blatt Papier mal wieder höchst gemein zu einem ist und sich im Gehirn die große weiße Leere endgültig mit der Leere des Papiers verbindet. In einem solchen Fall sollte man sich vornehmen, eine wirklich schlechte Kurzgeschichte zu schreiben, so schlecht wie es eben geht.
Das ist natürlich einfach, zudem einmal etwas ganz anderes. Der Trick funktioniert natürlich auch bei einem täglichen Newsletter. Also habe ich heute angefangen, mit dem hehren Vorsatz, einen wirklich abscheulich schlechten Text zu verfassen. Und wie von selbst löst sich dabei die Schreibblockade, Worte bilden auf dem Papier Zeilen und plötzlich sind auch wieder neue Ideen da.
Wenn man einen täglichen Newsletter schreibt, ist wohl einer der schlechteste aller denkbaren Anfänge der Satz: „Ich sitze hier und frage mich: „Was schreibe ich heute?““. Ich hoffe, Sie verzeihen mir diesen schlechten Anfang, den ich heute absichtlich und schmunzelnd stehen lassen werde, denn ich will Ihnen damit einen kleinen Einblick in den Alltag eine Schreiberlings gewähren. Normalerweise lösche ich diese Art von Texteinstieg.
Hitzige Debatten
Ich schätze, dass es nach dem überraschenden Ausgang der Kongresswahlen in den Konferenzräumen der Institutionellen zu hitzigen Debatten gekommen ist. Wie wird es sich auswirken, dass die Demokraten sowohl das Repräsentantenhaus als auch den Senat nach 12 Jahren zurückerobert haben? Ist es gut für die Börsen oder schlecht?
Und offenbar sind noch keine eindeutigen Entscheidungen gefallen. So wusste der Dax heute überhaupt nicht, in welche Richtung es gehen soll. Der gestrige Kursanstieg in den USA hat sicherlich viele verblüfft. Denn eigentlich hatten viele damit gerechnet, dass bei einem Sieg der Demokraten die Börsen erst einmal einbrechen werden. Mir wäre es lieber gewesen, wenn es auch zu diesem Einbruch gekommen wäre. So bin ich etwas hellhörig geworden. Es mag sein, dass gestern bei den Institutionellen einfach noch keine Entscheidungen gefallen sind. Freuen Sie sich also noch nicht zu früh! Ob diese Wahl auch von anderen als bullish eingestuft wird, wird sich erst in den nächsten Tagen zeigen.
Charttechnick als Entscheidungshilfe
Wie immer werden die Charts viel über die aktuelle Situation verraten. Und auch dieses Mal ist es vergleichbar eindeutig, denn nicht nur der Dax, sondern auch der Nasdaq100 steht an einer wichtigen Widerstandszone:
Chart
Der Nasdaq100 knabbert an einem Widerstand bei 1761-1770 Punkten. Dort war er bereits Anfang des Jahres gescheitert, dann noch mal im April. Diese Widerstandszone hat ihre Relevanz aus den Crash-Jahren. Im April 2001 hatte es dort ein großes Gap (Kurslücke) gegeben, im Dezember 2002 hatte der Nasdaq100 in dieser Widerstandszone sein vorläufiges Hoch gefunden, dass anschließend für vier Jahre Gültigkeit besitzen sollte. Nun ist der Nasdaq100 wieder an diesem Bereich angelangt.
Sollten in den USA die großen Adressen zu der Einsicht gelangen, dass der Wahlausgang zumindest keinen negativen Einfluss auf die Börsen haben wird, dann wird der Nasdaq diese Zone nachhaltig nach oben verlassen. Das wäre dann auch für uns ein Hinweis darauf, dass es bis 2007 weiter gehen kann. Sollte jedoch der Nasdaq100 an dieser Marke scheitern, vielleicht noch mit einem kleinen false Break (falschen Ausbruch), dann wäre das ein Hinweis, dass die Bedenken überwiegen. Dann sollten wir sehr vorsichtig werden.
Da diese Widerstandszone mit der Widerstandszone, die ich Ihnen gestern im Dax vorgestellt habe, nahezu übereinstimmt, wird hier also die Entscheidung fallen!
Gruß DB
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Das Bessere ist des Guten Feind!!