Sonntag, 28. Januar 2007 Megatrend Uran!  Marc Nitzsche, Chefredakteur |
Lieber Trader,
ich muss Ihnen ein Geständnis machen: Vor etwa 20 Jahren (ich war gerade volljährig) wählte ich doch tatsächlich einmal "Die Grünen"! Zu jener Zeit war ich ein überzeugter Kernkraftgegner - wohl auch, weil es damals bei den Jugendlichen einfach "schick" war, gegen Atommeiler zu sein. Glücklicherweise änderte sich meine diesbezügliche Einstellung in den folgenden Jahren gründlich. Denn ansonsten hätte ich seit 2001 wohl kaum verstärkt in Uran-Aktien investiert und damit ansehnliche Gewinne erzielt. Immerhin war das "strahlende Metall" - abgesehen von einigen Exoten wie Molybdän - der absolute "Superstar" der laufenden Rohstoff-Hausse: In knapp sechs Jahren konnte sich der Preis für ein Pfund Uran von rund sieben auf aktuell über 70 US-Dollar rund verzehnfachen. Und ein Ende des Booms ist längst noch nicht abzusehen: *Gigantisches Angebotsdefizit Kein anderer „Naturschatz“ weist nämlich ein derart ausgeprägtes Angebotsdefizit auf: Die 440 derzeit weltweit existierenden Kernkraftwerke verbrauchen pro Jahr über 70.000 Tonnen Uran. Demgegenüber beläuft sich die Bergbau-Produktion gerade einmal auf gut 40.000 Tonnen. Geschlossen wurde diese massive Lücke bislang hauptsächlich durch die Wiederverwertung alter russischer Nuklearsprengköpfe aus ausgemusterten Atomwaffen. Doch diese Reserven schwinden rapide und gehen bereits langsam aber sicher zur Neige. Eher früher als später könnte es daher zu echten Versorgungsengpässen kommen. *Kurzfristig keine Steigerung der Minen-Produktion möglich Denn kurzfristig lässt sich der Minen-Output kaum in einem nennenswerten Ausmaß steigern. Zwar belaufen sich die globalen Reserven (nach dem derzeitigen Stand der Technik wirtschaftlich abbaubaren Vorkommen) je nach Höhe der unterstellten Förderkosten auf circa 1,73 bis 3,17 Millionen Tonnen und reichen damit bei stagnierendem Verbrauch im günstigsten Fall noch mehr als 40 Jahre. Allerdings haben neue Uran-Minen eine Vorlaufzeit von wenigstens vier bis fünf Jahren. In den allermeisten Ländern sind wegen der potenziellen Gefährlichkeit der Substanz komplizierte und langwierige Genehmigungsverfahren erforderlich. Auch wenn 2005 und 2006 in einigen Regionen teilweise mit der Planung neuer Minen begonnen wurde, wird frühestens 2010 neues substantielles Angebot in den Markt kommen. *Explodierende Nachfrage Die Nachfrage wird in dieser Zeit demgegenüber kontinuierlich dynamisch zunehmen. Allein China und Indien bauen momentan 26 neue Kernkraftwerke, um ihren explodierenden Strombedarf wenigstens ansatzweise sichern zu können. Aber auch in den USA, Russland und Europa (mit Ausnahme von Deutschland) findet Atomkraft angesichts der sich längerfristig abzeichnenden Energiekrise immer mehr Anhänger. Schätzungen zufolge werden weltweit längerfristig zwischen 200 und 300 zusätzliche Meiler benötigt. Selbst wenn man davon ausgeht, dass die nächsten Generationen von Kernkraftwerken effizienter arbeiten und somit für ihren Betrieb etwas weniger Uran benötigen sollten, dürfte die Nachfrage in einem absehbaren Zeitraum auf mindestens 100.000 Tonnen jährlich ansteigen. *Uran immer noch spottbillig Einige von Ihnen mögen vielleicht annehmen, dass der Uranbedarf auf Grund der massiven Preissteigerungen in der Vergangenheit zurückgehen könnte. Dieses Phänomen lässt sich an den Rohstoffmärkten in der Tat regelmäßig beobachten. Bei Uran wird es jedoch meiner Ansicht nach aus zwei Gründen nicht dazu kommen: Zum einen können Atomreaktoren nun einmal nur mit dem „strahlenden“ Metall betrieben werden. Eine Substituierung ist daher schlicht und ergreifend – zumindest bislang – unmöglich. Darüber hinaus verfügt „Yellow Cake“ (wie der Rohstoff in pulverisierter Form wegen seiner gelblichen Farbe genannt wird) über derart hohe Energieeffizienz, dass selbst Preise von deutlich über 100 US-Dollar je Pound noch günstig wären. Kanadische Analysten haben errechnet, dass die Notierungen bis auf 500 US-Dollar steigen könnten bevor Uran gleich teuer wie Erdgas werden würde. Erst dann wären höhere Strompreise für den Verbraucher notwendig. *Die zweite Paladin Resources? Unser heutiger "Hotstock der Woche" ist eine Aktie, die derzeit in aller Munde ist. In einschlägigen Internet-Börsenfornen wird das Papier von Forsys Metals bereits als zweite Paladin Resources mit Kurspotenzialen von einigen tausend Prozent gefeiert. Auch wenn Eigenlob stinken mag, möchte ich nicht versäumen anzumerken, dass meine Wenigkeit in unserem Premium-Produkt "Rohstoff-Trader" (http://www.rohstoff-trader.de) bereits Ende 2005 zu Kursen unterhalb eines Euros die Aktie von Forsys Metals unseren Lesern zum Kauf empfohlen hat. Derzeit notiert der Wert etwa bei 4,70 Euro. Angesichts einer solchen Performance stellen Sie sich jetzt bestimmt die Frage: War es das oder steht eine nochmalige Vervielfachung an? __________________________________________
2.) Forsys Metals: Jetzt noch einsteigen?
Nun, zumindest scheint es genügend Anleger zu geben, die von letzterem ausgehen. Immerhin gehört Forsys Metals bereits seit Wochen zu den umsatzstärksten Werten an der Frankfurter Börse. Und auch mein schneller Blick auf Deutschlands bekanntestes Internet-Börsenforum verrät mir, dass der Uran-Explorer unter den Top-Ten der meist diskutierten Werte zu finden ist. Interesse ist an der Aktie also zweifellos vorhanden aber führt dieses auch zwangsläufig zu steigenden Kursen? Ich persönlich orientiere mich bei meinen eigenen Aktien-Engagements mittlerweile fast ausschließlich an dem Grundsatz der "Investment-Legende" Warren Buffet: "Werthaltiges günstig kaufen" (frei interpretiert). Typische "Zocker-Werte" sind im Gegensatz zu früher nicht mehr mein Ding (man wird halt älter), auch wenn ich gelegentlich bei dem Gedanken, welche Gewinne mir mitunter dadurch entgehen, Tränen in den Augen habe. Allerdings habe ich mit meinem konsequenten Value-Ansatz selbst die Baisse-Jahre 2000 bis 2002 relativ schadlos überstanden (und wer kann das schon von sich sagen?). Ich bevorzuge also Unternehmen, die im Vergleich zu ihrer gegenwärtigen Marktkapitalisierung einen echten Mehrwert zu bieten haben. Denn früher oder später - das hat mich meine langjährige Erfahrung gelehrt - steigen solche Aktien und zwar oft sogar unabhängig vom Marktumfeld! *Ordentliche Uran-Vorkommen Zu Kursen unter einem Euro entsprach das Papier von Forsys Metals unzweifelhaft meinen strengen Qualitätsansprüchen. Immerhin hat die kanadische Gesellschaft durch ihre 90prozentige Beteiligung an dem Valencia-Projekt in Namibia Zugang zu nicht unerheblichen Uran-Vorkommen. Ende 2005 bestätige ein unabhängiger Bereicht nach allgemein anerkannten Bewertungsrichtlinien (43-101) Ressourcen von über 27 Millionen Pounds Uran-Oxid. Gleichzeitig wurde festgestellt, dass die Liegenschaft das Potenzial einer profitablen Tagebaumine hat. *Weiteres beträchtliches Explorationspotenzial Doch damit nicht genug: Meiner Ansicht nach ist es nicht unwahrscheinlich, dass es Forsys Metals mittelfristig gelingt, noch weitere Ressourcen zu identifizieren. Immerhin befindet sich das Valencia-Projekt in unmittelbarer Nachbarschaft zu der Uranmine "Langer Heinrich" von Paladin Resources (40 Kilometer) und der Uranmine "Rössing" von Rio Tinto (35 Kilometer), die sieben Prozent der weltweiten Nachfrage nach Uran deckt. Geographisch ist das Gebiet von Forsys Metals also überaus viel versprechend. Denn dass es da Uran gibt, steht zweifelsfrei fest! Einen kleinen Vorgeschmack auf das, was möglicherweise noch alles im namibischen Wüstenboden "schlummert" gab es Mitte Dezember des vergangenen Jahres: Forsys Metals gab bekannt, dass man circa 1.500 Meter nördlich der Valencia-Main-Zone Alaska-Granit mit hohen Uran-Gehalten an der Oberfläche entdeckt hat. 19 Proben wiesen Uranoxid-Gehalte von bis zu 5,7 Kilogramm pro Tonne Gestein auf. In den nächsten Wochen kann mit weiteren Nachrichten zu dem laufenden umfangreichen Explorationsprogramm gerechnet werden. *Solide Finanzsituation Probleme, die entsprechenden Bohrarbeiten zu finanzieren, dürfte das Unternehmen jedenfalls keine haben. Aktuell verfügt Forsys Metals über einen Cashbestand von rund zehn Millionen Kanadischen Dollar. Zudem wurde Anfang Januar eine Kapitalerhöhung im Wert von 38 Millionen durch die Ausgabe von acht Millionen neuen Aktien zum Preis 4,75 Dollar beschlossen. Erfreulich ist zudem, dass die Gesellschaft keinerlei Netto-Kreditschulden hat. Am Geld jedenfalls wird die weitere unternehmerische Tätigkeit vorerst sicher nicht scheitern *Aktie längst nicht mehr billig Allerdings - und damit kommen wir zum Knackpunkt - ist die Aktie auf dem jetzigen Kursniveau auf keinen Fall mehr billig: Bei bald 65 Millionen ausstehenden Papieren (inklusive aller Optionen) beträgt die momentane Marktkapitalisierung fast 300 Millionen Euro. Dem stehen die bereits angesprochenen 27 Millionen Pfund vorhandenes Uran gegenüber. Mithin wird jedes Pound mit etwa 11,30 Euro bewertet. Im Branchenvergleich liegt dieser Wert am oberen Ende des für nicht produzierende Explorer üblichen. Wirklich günstige Unternehmen kommen beispielsweise auf vier bis sechs US-Dollar je nachgewiesenem Pfund. *Übernahme zu jetzigen Kursen wenig wahrscheinlich In einschlägigen Börsenforen lese ich immer wieder, dass Forsys Metals wohl demnächst übernommen wird. Als Käufer wird insbesondere der Minen-Gigant Rio Tinto genannt. Zugegeben: Auf Grund der räumlichen Nähe des Valencia-Projekts zur "Rössing-Mine" hat diese Spekulation durchaus ihren Charme. Auch stehen die großen Produzenten in gewisser Weise unter Zugzwang, da sie in den letzten Jahren die Exploration neuer Vorkommen sträflich vernachlässigt haben und daher nunmehr kurzfristig unter Umständen neue Ressourcen käuflich erwerben müssen. Ob es allerdings ausgerechnet eine Forsys Metals ist, die auf den "Einkaufszetteln" von Cameco & Co steht, wage ich allerdings doch mit Nachdruck zu bezweifeln. Die bedeutenden Uran-Förderer kennen den Markt genau. Und genau deshalb dürfte ihnen nicht verborgen geblieben sein, dass Forsys Metals nach der gewaltigen "Kurs-Rallye" alles andere als ein Schnäppchen ist. *Kaufempfehlungen über Kaufempfehlungen Wirklich nachdenklich stimmen mich aber die unzähligen Kaufempfehlungen zu Forsys Metals. Einige Unbedarfte unter Ihnen mögen jetzt vielleicht denken: Ist doch super, wenn alle Experten, die Aktie empfehlen. Dann kann die ja nur gut sein! Ganz so einfach ist es leider nicht: Bereits zu Zeiten des "Neuen Markts" war es üblich, dass selbsternannte Börsen-Gurus - damals hauptsächlich in der 3-Sat-Börse - marktenge Titel zum sofortigen unlimitierten Einstieg empfahlen, mit denen sie sich vorher selbst günstig eingedeckt hatten. Die zahlreichen Kauforders trieben die Notierungen dann in ungeahnte Sphären und im Hoch des künstlich ausgelösten Hypes verkauften die "Frontrunner" (so der Fachbegriff) ihre Aktien teuer an die gutgläubigen Kleinanleger. Ich möchte diese Thema an dieser Stelle nicht weiter vertiefen, da ich die Aktie von Forsys Metals nicht als den typischen "Pusherwert" erachte, da das Unternehmen wie oben geschildert durchaus etwas zu bieten hat. Trotzdem sollte man auf der Hut sein: Meines Erachtens spiegelt der raketenartige Anstieg der letzten Monate nicht die tatsächliche Unternehmensentwicklung wider. | • Forsys Metals |  | • WKN | A0ETPA | | • Börsenwert | 242 Mio. EUR | | • KGV 06e | - | | • Div.-Rend. 06e | - | | • Akt. Kurs | 4,76 EUR |
MEIN FAZIT: Wer bereist investiert ist, kann die Papiere sicherlich erst einmal weiter halten (schließlich gibt es keinen Grund, die Party zu verlassen, wenn sie gerade am schönsten ist). Aber bitte denken Sie in jedem Fall daran, Ihre Stopp-Kurse regelmäßig nachzuziehen. Für Neueinsteiger drängt sich der Wert auf dem aktuellen Niveau nach meinem Dafürhalten nicht mehr auf. + Tatsächlich vorhandene Uran-Ressourcen + Beträchtliches weiteres Explorationspotenzial + Hoher Cashbestand und schuldenfrei + Latente Übernahmefantasie - Im Branchenvergleich relativ hohe Bewertung - Produktionsstart noch nicht wirklich absehbar - Bis auf weiteres keine nennenswerten Umsätze/Gewinne zu erwarten - Aktie wirkt nach "Kurs-Rallye" erheblich überhitzt - Gefährlich viele Kaufempfehlungen |