E-Plus und Mobilcom prüfen Fusion


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E-Plus und Mobilcom prüfen Fusion

 
10.09.01 06:36

E-Plus und Mobilcom prüfen Fusion


Von Andreas Krosta, Hamburg, und Titus Kroder, London

Die Mobilfunkunternehmen Mobilcom und E-Plus sondieren eine Fusion. Hintergrund sind die hohen Kosten für den UMTS-Aufbau

"Ich kann nicht ausschließen, dass die beiden Unternehmenschefs über dieses Thema sprechen", sagte ein dem Mobilcom-Vorstand Gerhard Schmid nahe stehender Manager der FTD. In der Vergangenheit seien lose Gespräche aufgenommen worden. Die Fusion wäre in einem Dreierbündnis mit dem britischen Mobilfunkkonzern Orange denkbar. Orange würde E-Plus kaufen, danach würde sich E-Plus mit Mobilcom zusammenschließen. Eine Sprecherin von E-Plus wollte sich dazu nicht äußern.

Mit dem fusionierten Unternehmen würde ein Konzern entstehen, der, gemessen an der Kundenzahl, den deutschen Branchenführern T-Mobile und Vodafone relativ nahe kommt. Die beiden Unternehmen haben jeweils rund 22 Millionen Kunden. E-Plus und Mobilcom zählen gemeinsam rund 13 Millionen. Im Fall einer Fusion müsste Mobilcom aber Kunden, die auf dem D1- und D2-Netz telefonieren, an die Netzbetreiber abgeben.

Die Gespräche zeigen, dass sich Mobilfunkfirmen an den hohen Kosten für den Aufbau der multimedialen UMTS-Mobilfunktechnik übernommen haben. Sie leiden unter den Kosten für Lizenzen und den Bau von Netzen.


Orange interessiert sich für E-Plus


Am Freitag hatten sich Orange-Manager dahingehend geäußert, dass Orange den Konkurrenten E-Plus von deren niederländischer Mutter KPN kaufen könnte. Orange gehört dem französischen Konzern France Telecom, der wiederum mit 28,5 Prozent an Mobilcom beteiligt ist. Orange-Chef Jean-François Pontal sagte, die Übernahme von E-Plus sei eine Option. Eine Sprecherin von Orange bestätigte: "Eine Annäherung an E-Plus ist für uns eine interessante Möglichkeit."

E-Plus ist durch die Probleme der Mutter KPN zum Übernahmekandidaten geworden. KPN hat 23,5 Mrd. Euro Schulden und hält 77,8 Prozent an E-Plus. Die restlichen Anteile gehören dem US-Telefonkonzern Bell South.

Mit ihren Äußerungen wollen Orange und Mobilcom testen, ob Investoren die Gespräche positiv aufnehmen. Frank Rothauge, Telekommunikationsanalyst der Privatbank SAL Oppenheim, reagiert jedoch skeptisch. Seiner Rechnung zufolge stiegen die Schulden von Orange dann auf rund 25 bis 30 Mrd. Euro. "Orange hat derzeit Verbindlichkeiten von 6 Mrd. Euro. Dazu kommen die 13 Mrd. Euro Schulden von E-Plus und nochmals 5,6 Mrd. Euro von Mobilcom." Rothauge geht davon aus, dass E-Plus für 1 Euro den Besitzer wechselt. Außerdem darf ein Unternehmen in Deutschland nur eine UMTS-Lizenz haben. Demnach müssten eine Lizenz zurückgeben und die Kosten von 8,5 Mrd. Euro abgeschrieben werden.

ftd.


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