17.11.2010 19:25
UPDATE: E.ON erwägt Ruhrgas-Teilverkauf - Kreise
DJ UPDATE: E.ON erwägt Ruhrgas-Teilverkauf - Kreise
(NEU: Hintergrund)
Von Martin Rapp
DOW JONES NEWSWIRES
DÜSSELDORF (Dow Jones)--Dem Energiekonzern E.ON könnte ein großer Teil der geplanten Milliardenerlöse aus Desinvestitionen aus einem Teilverkauf der Gastochter zufließen. Die Unternehmensführung erwäge den Verkauf eines Minderheitsanteils an der E.ON Ruhrgas AG, sagten mehrere mit den Überlegungen vertraute Personen zu Dow Jones Newswires. Es gehe um einen Anteil von bis zu 49%, ergänzten sie.
Ein Sprecher der Düsseldorfer E.ON AG wollte die Informationen am Mittwoch nicht direkt kommentieren. Er wiederholte die vor Wochenfrist vom Vorstandsvorsitzenden Johannes Teyssen getroffenen Aussagen, wonach bislang nur die Höhe der angestrebten Erlöse von 15 Mrd EUR feststünden und darüber hinaus noch keine Entscheidungen getroffen worden seien. Eine der informierten Personen sagte dagegen, es seien bereits konkrete Projekte in Planung.
Das Essener Tochterunternehmen ist Deutschlands größter Gasversorger und erzielte im vergangenen Jahr einen Umsatz von über 20 Mrd EUR. E.ON hatte Ruhrgas im Jahr 2003 übernommen, nachdem das Wirtschaftsministerium das Bundeskartellamt mit einer Ausnahmegenehmigung überstimmt hatte. Als Kaufpreis für die Sparte wurden seinerzeit rund 10 Mrd EUR genannt.
Zuletzt liefen die Geschäfte in dem Bereich alles andere als gut. Mit der Wirtschaftskrise brach 2009 die Nachfrage ein, das Ergebnis vor Zinsen und Steuern schrumpfte um ein Drittel auf 1,8 Mrd EUR. Die Preise sind aber weiter niedrig, weil Gas aus sogenannten unkonventionellen Quellen und in flüssigem Zustand das Angebot erhöhen.
Wie andere Konzerne auch hat sich E.ON zu hohen Preisen langfristige Lieferungen gesichert - die jetzt die Marge belasten. Das Unternehmen versucht nun, mit den Lieferanten bessere Konditionen auszuhandeln. Für nächstes Jahr wurde aber bereits ein deutlicher Verlust beim Vertrieb von Erdgas aus Langzeitverträgen in Aussicht gestellt.
Doch auch auf Konzernebene kämpft E.ON mit nachlassender Profitabilität. Die Brennelementesteuer ab 2011, die Emissionszertifikate ab 2013, die niedrigen Preise auch im Strommarkt sorgen für sinkende Gewinne. Das Unternehmen richtet sich angesichts der Umstände neu aus und hat vor einer Woche seine neue Strategie vorgelegt.
Kernpunkt davon ist die angestrebte Expansion ins nichteuropäische Ausland. Die will finanziert sein und E.ON hat neben weiteren Kostensenkungen auch ein neues Verkaufsprogramm initiiert. 15 Mrd EUR sollen so bis Ende 2013 hereinkommen und ein Partner bei Ruhrgas könnte ein Teil der Rechnung sein.
Möglicherweise werden auch operative Teile von Ruhrgas abgestoßen, wie etwa das Gasnetz. Dieses wird streng reguliert und die Betreiber klagen über niedrige Renditen. Von E.ON hieß es vergangene Woche, dass bei den regulierten Strom- und Gasnetzen geprüft werde, wie diese am besten weiterentwickelt werden können. Bei dem traditionell mit konkreten Aussagen zurückhaltenden Unternehmen kann diese Wortwahl auch eine Veräußerung bedeuten.
Webseite: www.eon.com
-Von Martin Rapp, Dow Jones Newswires;
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