Dubai in Geldnot


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Dubai in Geldnot

 
26.11.09 09:37
Furcht vor Zahlungsunfähigkeit

26. November 2009 Das ehemalige Boom-Emirat Dubai hat Zweifel an seiner Zahlungsfähigkeit geweckt. Die Regierung bat am Mittwoch die Gläubiger der Palmeninsel-Bauherren um einen Zahlungsaufschub und sorgte damit für Aufruhr an den internationalen Anleihemärkten. Die Anleger hatten sich darauf verlassen, dass das Emirat seine von der Finanzkrise ausgelösten Probleme nicht zuletzt mit Hilfe der Öl-reichen Nachbarn und Partner in den Vereinigten Arabischen Emiraten bewältigt.

Dubai begründete seine Bitte mit der Restrukturierung der beiden Unternehmen Dubai World und Nakheel, die gemeinsam die berühmte Palmen-Insel im Meer entwickeln und bauen sollten. Die Dach-Holding Dubai World brauche Zeit für ihre Neuordnung und bemühe sich um einen Aufschub bei der Rückzahlung der Schulden bis mindestens 30. Mai 2010, teilte die Regierung mit.

Das spektakuläre Großprojekt galt vor der Krise als Demonstration des ungeheuren finanziellen Potenzials des Landes mit seinen 1,2 Millionen Einwohnern. Die Rückzahlung der dafür aufgenommenen Schulden ist nun in der Kreditklemme aber auch der Lackmus-Test dafür, ob das Emirat seinen Verpflichtungen trotz des Abschwungs nachkommen kann.

Die Preise für Kreditversicherungen steigen

Dubai World hat offiziellen Angaben zufolge Schulden im Umfang von 59 Milliarden angehäuft. Dies sind drei Viertel der gesamten Staatsschulden. Ein Nakheel-Bond über 3,5 Milliarden Dollar wird demnach am 14. Dezember fällig, eine Vereinbarung über knapp eine Milliarde Dollar am 13. Mai. Ein weiterer Immobilien-Entwickler unter dem Dach von Dubai World, Limitless, muss zum 31. März 1,2 Milliarden Dollar zurückzahlen.

„Der Markt hat eine pünktliche Rückzahlung der 3,5 Milliarden Dollar erwartet“, sagte Eckhart Woertz vom Golf-Forschungszentrum. Nun sei viel Vertrauen zerstört. Andere Vermögensverwalter bezeichneten das Signal aus Dubai als schockierend. „In den vergangenen Monaten gaben die aktuellen Nachrichten den Anlegern eher das Gefühl, dass Dubai aller Wahrscheinlichkeit nach seinen Verpflichtungen nachkommt“, sagte Shakeel Sarwar von der Investmentbank Sico. „Das ist ein Riesending - das größte Kreditereignis auf staatlicher Seite seit dem Beginn der Krise“, sagte ein Händler für Kreditversicherungen. „Es war nicht vollständig unerwartet, aber bisher lag das Scheinwerferlicht hier eher auf der Ukraine.“ Das osteuropäische Land taumelt seit Monaten am Rand der Zahlungsunfähigkeit, wird aber vom Internationalen Währungsfonds gestützt.

An den Anleihemärkten schnellten die Versicherungssummen gegen einen Ausfall der Dubaier Schulden in die Höhe. So schossen die Kosten für entsprechende fünfjährige CDS-Derivate um 100 Basispunkte auf 420,6 Basispunkte. Zudem kamen Sorgen auf, dass auch benachbarte Emirate wie Abu Dhabi und Katar sowie Saudi-Arabien in ernste Zahlungsschwierigkeiten geraten könnten: Auch hier legten die Kosten für die Ausfall-Versicherungen deutlich zu. Die Turbulenzen zogen Kreise bis an die Aktienmärkte und bestätigten dort Anleger, die mit Skepsis auf die weitreichenden und langwierigen Ausläufer der Krise blicken.

Text: Reuters
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