Chart RSI und Slow sind eindeutig
Highlights:
Breit aufgestellter europäischer Telekommunikationskonzern mit Aktivitäten im Festnetz, Mobilfunk und Internet
Phase des Umbruchs mit einschneidender Konzernneustrukturierung noch nicht abgeschlossen
Paneuropäische Ausrichtung im Mobilfunkbereich vorerst gescheitert
Nachfrage nach Breitbandzugang T-DSL größer als erwartet
Überzeugende Kundenzahlen
Nach einer ganzen Reihe an Negativnachrichten hat die Deutsche Telekom heute mit ihrer Kundenstatistik für das abgelaufene Geschäftsjahr positiv überrascht. In allen Bereichen - Mobilfunk, Festnetz und Internet - lagen die Kundenzahlen in 2001 über unseren Erwartungen. Im Mobilfunkbereich verfügte das Unternehmen zum Jahresende über knapp 67 Mio Kunden weltweit. Besonders die Neukundenentwicklung von VoiceStream, die wir im dritten Quartal noch kritisiert hatten, hat uns im vierten Quartal überzeugt. Mit insgesamt 660.000 Netto-Neuzugängen (davon 583.000 im Vertragskundenbereich) konnte die US-Tochter verlorenes Terrain zurückerobern. In Deutschland gelang es T-Mobil, 526.000 Neukunden zu gewinnen, was leicht unter unseren Prognosen lag. Positiv zu werten ist allerdings der deutlich höher als erwartet ausgefallene Prozentsatz der Vertragskunden (56% der Neukunden vs. erwarteten 45%), so dass die Zahl der hinzugewonnenen Vertragskunden sogar leicht über unseren ursprünglichen Prognosen liegt. Gute Zuwachsraten vermeldet auch das Breitbandgeschäft. Bis zum Jahresende konnte die Deutsche Telekom 2,2 Mio DSL-Anschlüsse vertreiben, wobei 1,8 Mio Anschlüsse bereits installiert sind. Wir werten diese Kundenzahlen als erneuten Beleg für die fundamental positive Entwicklung bei der Deutschen Telekom. Aufgrund der vielfältigen Einflußfaktoren (Flowback-Problematik, Schuldenabbau etc.) rechnen wir in den nächsten Wochen weiterhin mit starken Kursschwankungen, sehen aber langfristig weiterhin Aufwärtspotenzial.
Erneute Sonderabschreibung Immobilienbesitz
Die Deutsche Telekom hat überraschend (und entgegen der bisherigen Beteuerungen auf den Analystenkonferenzen) eine weitere Sonderabschreibung auf den Immobilienbesitz für Q4 2001 in Höhe von 450 Mio Euro angekündigt. Gleichzeitig hat das Unternehmen bekannt gegeben, dass man nach Abschluss der detaillierten Immobilienbewertung in diesem Bereich über stille Reserven in Höhe von 1,4 Mrd Euro verfügt.
Unsere Wertung: Der finanzielle Effekt auf das berichtete Ergebnis im laufenden Quartal dürfte sich nach unseren Schätzungen dank eines positiven Steuereffekts aus der Immobilienabwertung auf ca. 200 bis 250 Mio Euro belaufen. Da die entsprechende Abschreibung nicht-cashwirksam ist, sind die direkten Auswirkungen daher begrenzt. Allerdings dürfte das Anlegervertrauen unter dieser neuerlichen Maßnahme leiden, so dass der Imageschaden u.E. schwerer wiegt als der finanzielle Effekt.
Perspektiven
Produkte:
Die Deutsche Telekom ist der vom Produkt- und Dienstleistungsangebot am besten aufgestellte, integrierte Telekommunikationskonzern Europas. Das Unternehmen bietet seinen Privat- und Unternehmenskunden traditionelle Festnetztelefonie (inkl. Breitbanddiensten), Mobilfunkservices, Internetzugangs- und mehrwertdienste sowie Telekommunikations-Systemlösungen an. Dadurch wird die Geschäftsentwicklung auf eine breitere Basis gestellt, was zu einer hohen Kontinuität und Stetigkeit bei der Umsatz- und Ertragsentwicklung führt.
Der traditionelle Festnetzbereich ist durch die Liberalisierung des deutschen Telekommunikationsmarktes einem enormen Wettbewerbsdruck ausgesetzt. Mittlerweile gibt es über 350, meist kleinere Telekom-Anbieter in Deutschland, von denen die Mehrzahl allerdings nicht überlebensfähig ist. Daher rechnen wir für die kommenden Monate und Jahre mit einem Ende des Preiskampfes im Festnetz und damit einhergehend mit einer Stabilisierung und Erholung der Gewinnmarge.
Der Mobilfunkbereich T-Mobile läuft unverändert positiv und dürfte auch in Zukunft der Wachstumsmotor des Bonner Unternehmens sein. Eine hohe Dienst- und Servicequalität, der überdurchschnittliche Anteil von Vertrags- und Geschäftskunden sowie der starke Markenname sprechen für eine Fortsetzung der positiven Entwicklung.
Die Übername des US-amerikanischen Mobilfunkbetreibers VoiceStream wird auf Sicht der nächsten Jahre das Telekom-Ergebnis deutlich belasten, eröffnet dem Konzern aber mittelfristig neue Wachstumschancen. Schließlich verfügt die Deutsche Telekom so über ein Standbein im wachstumsstarken US-amerikanischen Markt, der den Mobilfunkboom, den wir in den vergangenen beiden Jahren in Europa gesehen haben, erst noch vor sich hat. Der Kaufpreis für VoiceStream ist zwar sehr ehrgeizig, wird allerdings durch die strategische Bedeutung des Unternehmens relativiert.
Das Systemgeschäft, das unter dem Label T-Systems firmiert, ist u.E. eine Wachstumsperle. Die gegenwärtigen Probleme bei der Eingliederung der debis Systemhaus senken zwar kurzfristig die Profitabilität dieses Geschäftszweiges ab. Dennoch stehen die Chancen gut, dass T-Systems ab Mitte 2001 in eine neue Wachstumsphase eintritt.
T-Online bleibt weiterhin das Sorgenkind des Telekom-Konzerns. Die Eingliederung von DeTeMedien hat das Erscheinungsbild zwar verbessert, die strukturellen Probleme bleiben aber weiter bestehen: Mit dem reinen Internetzugang lässt sich dauerhaft kein Geld verdienen, profitable Wachstumschancen bietet nur die kostenpflichtige Vermarktung von Inhalten. Hier hat T-Online mit den Kooperationen mit Bild und dem ZDF zwar Fortschritte gemacht, der richtig große Wurf ist aber immer noch nicht gelungen.
Der EBITDA-Break Even wird für Deutschland für das kommende Jahr erwartet, die gesamte Gruppe (inkl. Club Internet in Frankreich und Ya.com in Portugal) soll dann ein Jahr später schwarze Zahlen auf operativer Ebene schreiben. Damit konnte die Internettochter die bei Emission aufgestellten Prognosen nicht erfüllen.
Management & Strategie:
Auch wenn es in den vergangenen Monaten immer wieder Kritik am Unternehmensvorstand gegeben hat, glauben wir, dass die Deutsche Telekom ein kompetentes und sich gut komplettierendes Managementteam besitzt.
Die (Expansions-) Strategie der vergangenen Jahre ist u.E. ingesamt schlüssig und sinnvoll, auch wenn das Timing der einzelnen Schritte nicht immer glücklich war.
Die Strategie, sich im europäischen Mobilfunk lediglich auf ausgewählte Kernländer zu konzentrieren, ist u.E. keine endgültige Entscheidung gegen eine paneuropäische Mobilfunkpräsenz. Vielmehr deutet dies darauf hin, dass T-Mobile nach dem Abschluss der VoiceStream-Akquisition die europaweite Expansion durch Zukäufe oder Zusammenschlüsse forcieren will.
Die Deutsche Telekom ist in allen ihren Geschäftsbereichen in starker Weise von den Entscheidungen der Regulierungsbehörde abhängig. Auch wenn die personelle Neubesetzung der Behörde aus Sicht des Bonner Unternehmens positiv zu werten ist, glauben wir nicht, dass damit wirklich ein genereller Kurswechsel in der Regulierungspolitik verbunden ist.
Finanzielles:
Die Deutsche Telekom weist derzeit Nettoverbindlichkeiten von mehr als 65 Mrd Euro auf. Dadurch wird die finanzielle Flexibilität des Unternehmens für weitere Akquisitionen und Investitionen deutlich verringert. Der vorgelegte Plan zum Schuldenabbau ist allerdings plausibel, so dass wir derzeit keine Finanzierungsschwierigkeiten für das Bonner Unternehmen sehen. Geplant sind folgende Schritte:
5 Mrd Euro durch Verkauf der Kabelgesellschaften: Die Gespräche mit Liberty Media stehen kurz vor dem Abschluss und garantieren der Deutschen Telekom inkl. des Kabelverkaufs in Baden-Württemberg 5 Mrd Euro in Cash. Wir gehen davon aus, dass ein Großteil der entsprechenden Erlöse erst im Jahr 2002 verbucht wird. Zudem hat der Verkauf negative Auswirkungen auf Umsatz und Ergebnis, da die entsprechenden Assets 2001 einen Umsatz von 1,1 Mrd Euro generiert haben (bei einer EBITDA-Marge von 40 bis 50%).
2,5 Mrd Euro durch Immobilienverkäufe: Der nicht-operative Immobilienbesitz soll innerhalb der nächsten 16 Monate verkauft werden. Die Deutsche Telekom rechnet mit Verkaufserlösen von 2,5 Mrd Euro, was wir als realistische Zahl ansehen. Eine weitere Sonderabschreibung auf den Immobilienbesitz erwarten wir nicht.
1,0 Mrd Euro aus Beteiligungsverkauf France Telecom.
1,0 Mrd Euro durch Verkauf anderer Beteiligungen
10,0 Mrd Euro durch T-Mobile IPO: Der Börsengang der Mobilfunktochter ist für die erste Hälfte kommenden Jahres angedacht. Auf Basis unseres aktuellen Bewertungsmodells müsste die Deutsche Telekom rund 20% der T-Mobile-Aktien platzieren, um den angestrebten Verkaufserlös zu erzielen. Da die Platzierung im derzeitigen Marktumfeld aber fast unmöglich erscheint, müssten sich die allgemeinen Marktbedingungen in den nächsten 6-12 Monaten signifikant verbessern.
Als hochverschuldetes Unternehmen ist die Deutsche Telekom ein sehr zinssensitiver Wert, der daher von der Zinswende besonders profitieren sollte.
In den nächsten 20 Jahren wird VoiceStream das Ergebnis der Deutschen Telekom durch Abschreibungen belasten. Hier zeigen sich interessante Unterschiede zwischen den einzelnen Bilanzierungsrichtlinien, was u.E. dazu führen dürfte, dass die Deutsche Telekom zukünftig nach US-GAAP bilanzieren wird.
nach HGB: Jährliche Abschreibungen für VSTR-Mobilfunklizenzen von 1,2 Mrd Euro plus Goodwill-Abschreibungen von 1,5 Mrd Euro p.a. entspricht einer jährlichen Gesamtbelastung des ausgewiesenen Ergebnisses von 2,7 Mrd Euro
nach US-GAAP: Jährliche Abschreibungen für VSTR-Mobilfunklizenzen von 1,0 Mrd Euro plus jährliche Abschreibung auf frühere Akquisitionen von VSTR von 0,4 Mrd Euro entspricht einer jährlichen Gesamtbelastung des ausgewiesenen Ergebnisses von 1,4 Mrd Euro.
Da ab 2002 unter US-GAAP keine planmäßigen Abschreibungen auf Goodwill erlaubt sind, würde die ergebnismindernde Wirkung der VoiceStream-Akquisition 1,3 Mrd Euro p.a. niedriger ausfallen – sprich das US-GAAP-Ergebnis wäre deutlich höher als der ausgewiesene Gewinn nach HGB. Das ändert zwar nichts am operativen Cash Flow, verbessert allerdings die "Optik" zukünftiger Telekom-Gewinnausweise.
Sonstiges:
Aus der Akquisition von VoiceStream besteht noch immer ein signifikanter Aktienüberhang. Wir gehen davon aus, dass bis Jahresende ca. 240 Mio Telekom-Aktien aus den Beständen der Großaktionäre verkauft werden. Nach Ablauf der Sperrfrist am 1.9.2001 (bzw. am 1.12.2001) sind die folgenden Aktienpakete zum Verkauf frei: Hutchison Whampoa (1.9.01: 82,6 Mio, 1.12.01: 88,6 Mio), Telephone & Data Systems (52,6 Mio; 78,9 Mio), Sonera (11,8 Mio; 37,3 Mio), SCANA (15,6 Mio; 23,4 Mio), Goldman Sachs (14,4 Mio; 15,5 Mio), ITC Holding (8,3 Mio; 12,4 Mio) und John Stanton (8,8 Mio; 9,5 Mio).
Aus meiner Sicht spricht vor allem der Chart für einen Einstieg...
Restliche Daten von der Dreba.
mfg
Twinson_99
de.geocities.com/your_investor
Highlights:
Breit aufgestellter europäischer Telekommunikationskonzern mit Aktivitäten im Festnetz, Mobilfunk und Internet
Phase des Umbruchs mit einschneidender Konzernneustrukturierung noch nicht abgeschlossen
Paneuropäische Ausrichtung im Mobilfunkbereich vorerst gescheitert
Nachfrage nach Breitbandzugang T-DSL größer als erwartet
Überzeugende Kundenzahlen
Nach einer ganzen Reihe an Negativnachrichten hat die Deutsche Telekom heute mit ihrer Kundenstatistik für das abgelaufene Geschäftsjahr positiv überrascht. In allen Bereichen - Mobilfunk, Festnetz und Internet - lagen die Kundenzahlen in 2001 über unseren Erwartungen. Im Mobilfunkbereich verfügte das Unternehmen zum Jahresende über knapp 67 Mio Kunden weltweit. Besonders die Neukundenentwicklung von VoiceStream, die wir im dritten Quartal noch kritisiert hatten, hat uns im vierten Quartal überzeugt. Mit insgesamt 660.000 Netto-Neuzugängen (davon 583.000 im Vertragskundenbereich) konnte die US-Tochter verlorenes Terrain zurückerobern. In Deutschland gelang es T-Mobil, 526.000 Neukunden zu gewinnen, was leicht unter unseren Prognosen lag. Positiv zu werten ist allerdings der deutlich höher als erwartet ausgefallene Prozentsatz der Vertragskunden (56% der Neukunden vs. erwarteten 45%), so dass die Zahl der hinzugewonnenen Vertragskunden sogar leicht über unseren ursprünglichen Prognosen liegt. Gute Zuwachsraten vermeldet auch das Breitbandgeschäft. Bis zum Jahresende konnte die Deutsche Telekom 2,2 Mio DSL-Anschlüsse vertreiben, wobei 1,8 Mio Anschlüsse bereits installiert sind. Wir werten diese Kundenzahlen als erneuten Beleg für die fundamental positive Entwicklung bei der Deutschen Telekom. Aufgrund der vielfältigen Einflußfaktoren (Flowback-Problematik, Schuldenabbau etc.) rechnen wir in den nächsten Wochen weiterhin mit starken Kursschwankungen, sehen aber langfristig weiterhin Aufwärtspotenzial.
Erneute Sonderabschreibung Immobilienbesitz
Die Deutsche Telekom hat überraschend (und entgegen der bisherigen Beteuerungen auf den Analystenkonferenzen) eine weitere Sonderabschreibung auf den Immobilienbesitz für Q4 2001 in Höhe von 450 Mio Euro angekündigt. Gleichzeitig hat das Unternehmen bekannt gegeben, dass man nach Abschluss der detaillierten Immobilienbewertung in diesem Bereich über stille Reserven in Höhe von 1,4 Mrd Euro verfügt.
Unsere Wertung: Der finanzielle Effekt auf das berichtete Ergebnis im laufenden Quartal dürfte sich nach unseren Schätzungen dank eines positiven Steuereffekts aus der Immobilienabwertung auf ca. 200 bis 250 Mio Euro belaufen. Da die entsprechende Abschreibung nicht-cashwirksam ist, sind die direkten Auswirkungen daher begrenzt. Allerdings dürfte das Anlegervertrauen unter dieser neuerlichen Maßnahme leiden, so dass der Imageschaden u.E. schwerer wiegt als der finanzielle Effekt.
Perspektiven
Produkte:
Die Deutsche Telekom ist der vom Produkt- und Dienstleistungsangebot am besten aufgestellte, integrierte Telekommunikationskonzern Europas. Das Unternehmen bietet seinen Privat- und Unternehmenskunden traditionelle Festnetztelefonie (inkl. Breitbanddiensten), Mobilfunkservices, Internetzugangs- und mehrwertdienste sowie Telekommunikations-Systemlösungen an. Dadurch wird die Geschäftsentwicklung auf eine breitere Basis gestellt, was zu einer hohen Kontinuität und Stetigkeit bei der Umsatz- und Ertragsentwicklung führt.
Der traditionelle Festnetzbereich ist durch die Liberalisierung des deutschen Telekommunikationsmarktes einem enormen Wettbewerbsdruck ausgesetzt. Mittlerweile gibt es über 350, meist kleinere Telekom-Anbieter in Deutschland, von denen die Mehrzahl allerdings nicht überlebensfähig ist. Daher rechnen wir für die kommenden Monate und Jahre mit einem Ende des Preiskampfes im Festnetz und damit einhergehend mit einer Stabilisierung und Erholung der Gewinnmarge.
Der Mobilfunkbereich T-Mobile läuft unverändert positiv und dürfte auch in Zukunft der Wachstumsmotor des Bonner Unternehmens sein. Eine hohe Dienst- und Servicequalität, der überdurchschnittliche Anteil von Vertrags- und Geschäftskunden sowie der starke Markenname sprechen für eine Fortsetzung der positiven Entwicklung.
Die Übername des US-amerikanischen Mobilfunkbetreibers VoiceStream wird auf Sicht der nächsten Jahre das Telekom-Ergebnis deutlich belasten, eröffnet dem Konzern aber mittelfristig neue Wachstumschancen. Schließlich verfügt die Deutsche Telekom so über ein Standbein im wachstumsstarken US-amerikanischen Markt, der den Mobilfunkboom, den wir in den vergangenen beiden Jahren in Europa gesehen haben, erst noch vor sich hat. Der Kaufpreis für VoiceStream ist zwar sehr ehrgeizig, wird allerdings durch die strategische Bedeutung des Unternehmens relativiert.
Das Systemgeschäft, das unter dem Label T-Systems firmiert, ist u.E. eine Wachstumsperle. Die gegenwärtigen Probleme bei der Eingliederung der debis Systemhaus senken zwar kurzfristig die Profitabilität dieses Geschäftszweiges ab. Dennoch stehen die Chancen gut, dass T-Systems ab Mitte 2001 in eine neue Wachstumsphase eintritt.
T-Online bleibt weiterhin das Sorgenkind des Telekom-Konzerns. Die Eingliederung von DeTeMedien hat das Erscheinungsbild zwar verbessert, die strukturellen Probleme bleiben aber weiter bestehen: Mit dem reinen Internetzugang lässt sich dauerhaft kein Geld verdienen, profitable Wachstumschancen bietet nur die kostenpflichtige Vermarktung von Inhalten. Hier hat T-Online mit den Kooperationen mit Bild und dem ZDF zwar Fortschritte gemacht, der richtig große Wurf ist aber immer noch nicht gelungen.
Der EBITDA-Break Even wird für Deutschland für das kommende Jahr erwartet, die gesamte Gruppe (inkl. Club Internet in Frankreich und Ya.com in Portugal) soll dann ein Jahr später schwarze Zahlen auf operativer Ebene schreiben. Damit konnte die Internettochter die bei Emission aufgestellten Prognosen nicht erfüllen.
Management & Strategie:
Auch wenn es in den vergangenen Monaten immer wieder Kritik am Unternehmensvorstand gegeben hat, glauben wir, dass die Deutsche Telekom ein kompetentes und sich gut komplettierendes Managementteam besitzt.
Die (Expansions-) Strategie der vergangenen Jahre ist u.E. ingesamt schlüssig und sinnvoll, auch wenn das Timing der einzelnen Schritte nicht immer glücklich war.
Die Strategie, sich im europäischen Mobilfunk lediglich auf ausgewählte Kernländer zu konzentrieren, ist u.E. keine endgültige Entscheidung gegen eine paneuropäische Mobilfunkpräsenz. Vielmehr deutet dies darauf hin, dass T-Mobile nach dem Abschluss der VoiceStream-Akquisition die europaweite Expansion durch Zukäufe oder Zusammenschlüsse forcieren will.
Die Deutsche Telekom ist in allen ihren Geschäftsbereichen in starker Weise von den Entscheidungen der Regulierungsbehörde abhängig. Auch wenn die personelle Neubesetzung der Behörde aus Sicht des Bonner Unternehmens positiv zu werten ist, glauben wir nicht, dass damit wirklich ein genereller Kurswechsel in der Regulierungspolitik verbunden ist.
Finanzielles:
Die Deutsche Telekom weist derzeit Nettoverbindlichkeiten von mehr als 65 Mrd Euro auf. Dadurch wird die finanzielle Flexibilität des Unternehmens für weitere Akquisitionen und Investitionen deutlich verringert. Der vorgelegte Plan zum Schuldenabbau ist allerdings plausibel, so dass wir derzeit keine Finanzierungsschwierigkeiten für das Bonner Unternehmen sehen. Geplant sind folgende Schritte:
5 Mrd Euro durch Verkauf der Kabelgesellschaften: Die Gespräche mit Liberty Media stehen kurz vor dem Abschluss und garantieren der Deutschen Telekom inkl. des Kabelverkaufs in Baden-Württemberg 5 Mrd Euro in Cash. Wir gehen davon aus, dass ein Großteil der entsprechenden Erlöse erst im Jahr 2002 verbucht wird. Zudem hat der Verkauf negative Auswirkungen auf Umsatz und Ergebnis, da die entsprechenden Assets 2001 einen Umsatz von 1,1 Mrd Euro generiert haben (bei einer EBITDA-Marge von 40 bis 50%).
2,5 Mrd Euro durch Immobilienverkäufe: Der nicht-operative Immobilienbesitz soll innerhalb der nächsten 16 Monate verkauft werden. Die Deutsche Telekom rechnet mit Verkaufserlösen von 2,5 Mrd Euro, was wir als realistische Zahl ansehen. Eine weitere Sonderabschreibung auf den Immobilienbesitz erwarten wir nicht.
1,0 Mrd Euro aus Beteiligungsverkauf France Telecom.
1,0 Mrd Euro durch Verkauf anderer Beteiligungen
10,0 Mrd Euro durch T-Mobile IPO: Der Börsengang der Mobilfunktochter ist für die erste Hälfte kommenden Jahres angedacht. Auf Basis unseres aktuellen Bewertungsmodells müsste die Deutsche Telekom rund 20% der T-Mobile-Aktien platzieren, um den angestrebten Verkaufserlös zu erzielen. Da die Platzierung im derzeitigen Marktumfeld aber fast unmöglich erscheint, müssten sich die allgemeinen Marktbedingungen in den nächsten 6-12 Monaten signifikant verbessern.
Als hochverschuldetes Unternehmen ist die Deutsche Telekom ein sehr zinssensitiver Wert, der daher von der Zinswende besonders profitieren sollte.
In den nächsten 20 Jahren wird VoiceStream das Ergebnis der Deutschen Telekom durch Abschreibungen belasten. Hier zeigen sich interessante Unterschiede zwischen den einzelnen Bilanzierungsrichtlinien, was u.E. dazu führen dürfte, dass die Deutsche Telekom zukünftig nach US-GAAP bilanzieren wird.
nach HGB: Jährliche Abschreibungen für VSTR-Mobilfunklizenzen von 1,2 Mrd Euro plus Goodwill-Abschreibungen von 1,5 Mrd Euro p.a. entspricht einer jährlichen Gesamtbelastung des ausgewiesenen Ergebnisses von 2,7 Mrd Euro
nach US-GAAP: Jährliche Abschreibungen für VSTR-Mobilfunklizenzen von 1,0 Mrd Euro plus jährliche Abschreibung auf frühere Akquisitionen von VSTR von 0,4 Mrd Euro entspricht einer jährlichen Gesamtbelastung des ausgewiesenen Ergebnisses von 1,4 Mrd Euro.
Da ab 2002 unter US-GAAP keine planmäßigen Abschreibungen auf Goodwill erlaubt sind, würde die ergebnismindernde Wirkung der VoiceStream-Akquisition 1,3 Mrd Euro p.a. niedriger ausfallen – sprich das US-GAAP-Ergebnis wäre deutlich höher als der ausgewiesene Gewinn nach HGB. Das ändert zwar nichts am operativen Cash Flow, verbessert allerdings die "Optik" zukünftiger Telekom-Gewinnausweise.
Sonstiges:
Aus der Akquisition von VoiceStream besteht noch immer ein signifikanter Aktienüberhang. Wir gehen davon aus, dass bis Jahresende ca. 240 Mio Telekom-Aktien aus den Beständen der Großaktionäre verkauft werden. Nach Ablauf der Sperrfrist am 1.9.2001 (bzw. am 1.12.2001) sind die folgenden Aktienpakete zum Verkauf frei: Hutchison Whampoa (1.9.01: 82,6 Mio, 1.12.01: 88,6 Mio), Telephone & Data Systems (52,6 Mio; 78,9 Mio), Sonera (11,8 Mio; 37,3 Mio), SCANA (15,6 Mio; 23,4 Mio), Goldman Sachs (14,4 Mio; 15,5 Mio), ITC Holding (8,3 Mio; 12,4 Mio) und John Stanton (8,8 Mio; 9,5 Mio).
Aus meiner Sicht spricht vor allem der Chart für einen Einstieg...
Restliche Daten von der Dreba.
mfg
Twinson_99
de.geocities.com/your_investor