...wahrscheinlich ne gemeinsame Pusheroffensive vom Aktionär und SES
SES Research - Drillisch kaufen
12:10 31.03.09
Hamburg (aktiencheck.de AG) - Der Analyst von SES Research, Jochen Reichert, stuft die Aktie von Drillisch (Profil) unverändert mit "kaufen" ein.
Die in der letzten Woche vorgelegten endgültigen Zahlen (die wesentlichen Kennzahlen seien bereits veröffentlicht worden) für das abgelaufene Geschäftsjahr würden ein solides, operatives Geschäft zeigen. Gegenüber dem Vorjahr habe das EBITDA um +2% auf EUR 40,6 Mio. gesteigert werden können. Hervorzuheben sei der hohe operative Cash Flow von EUR 42,6 Mio. Die im Bestand befindlichen SIM-Karten hätten um 7% auf 2,37 Mio. ausgebaut werden können. Jedoch sei hier zu berücksichtigen, dass Drillisch circa 1,1 Mio. (SESe.) klassische Prepaid-Kunden im Bestand habe. Da inaktive SIM-Karten von einigen Netzbetreibern nicht mehr deaktiviert würden, dürfte die Inaktivitätsquote bei klassischen Prepaid-Kunden bei rund 50% liegen (SESe).
Trading ohne Kommissionen und Finanzierungskosten! www.xtb.de Anzeige Die Zahl der no-frills-Kunden, auf die Drillisch strategisch den Fokus richte, dürfte per Jahresende bei 0,8 Mio. beziehungsweise 35% des gesamten SIM-Kartenbestandes gelegen haben. Werde der no-frills-Bestand jedoch nur auf den aktiven SIM-Kartenbestand bezogen, so würde sich ein Anteil der no-frills-Kunden am SIM-Kartenbestand von bereits 53% ergeben.
Strategisch dürfte Drillisch den no-frills-Ansatz weiter konsequent verfolgen und den Bestand an Discount-SIM-Karten ausbauen. Discount-Kunden hätten zwar keine langfristige Vertragsbeziehung mit Drillisch, jedoch würden sie erheblich geringere Kundenakquisitionskosten ausweisen und bereits im ersten Monat in der Regel einen Deckungsbeitrag liefern. Darüber hinaus sollte Drillisch den Vertrieb mehr und mehr ins Internet verlagern - sowohl für eigene Marken als auch als Dienstleister für Drittmarken.
Durch den Einbruch der freenet-Aktie habe Drillisch insgesamt EUR 202,4 Mio. auf die freenet-Beteiligung abschreiben müssen. Entsprechend sei ein EPS von minus EUR 3,58 ausgewiesen worden (bereinigt: EUR 0,36). Die Wertberichtigung habe auch zu einem Abschmelzen der IFRS-Eigenkapitalquote auf 17% geführt. Die HGB-Bilanz weise jedoch eine EK-Quote von 56% aus. Das bedeute - selbst wenn Drillisch die freenet-Beteiligung (aktueller Wertansatz EUR 54 Mio.) vollständig abschreiben würde, würde sich damit bei Drillisch keine bilanzielle Überschuldung ergeben.
Drillisch halte derzeit direkt und indirekt insgesamt 15,9 Mio. freenet-Aktien. Die freenet-Beteiligung habe derzeit einen Marktwert (abzüglich der Schulden der MSP) von EUR 50 Mio. beziehungsweise EUR 0,90 pro Drillisch-Aktie. Ohne Berücksichtigung der freenet-Anteile ergebe sich ein DCF-basiertes Kursziel von EUR 3,60 (unverändert). Das EV/EBITDA für 2009e liege bei gerade einmal 3,0 (ohne freenet-Paket, Nettoverschuldung von rund EUR 90 Mio. voll berücksichtigt). Dies unterstreiche die signifikante Unterbewertung der Aktie.
Das Rating der Analysten von SES Research für die Aktie von Drillisch lautet weiterhin "kaufen". (Analyse vom 31.03.2009) (31.03.2009/ac/a/nw)
Offenlegung von möglichen Interessenskonflikten: Mögliche Interessenskonflikte können Sie auf der Site des Erstellers/ der Quelle der Analyse einsehen.