ROUNDUP: Gewinn sinkt bei Nokia im 2. Quartal - schwaches 3. Quartal erwartet
HELSINKI (dpa-AFX) - Der weltgrößte Handyhersteller Nokia hat im zweiten Quartal bei einem Gewinnrückgang die Schätzungen der meisten Analysten für den verwässerten Pro-Forma-Gewinn genau getroffen. Beim Umsatz hinkte der finnische Konzern den Schätzungen ganz leicht hinterher. Für das laufende dritte Quartal erwartet der Konzern allerdings weniger Gewinn als im Vorjahr.
Wie Nokia am Donnerstag in Helsinki mitteilte, sank der verwässerte Pro-Forma-Gewinn je Aktie von 19 Cent im Vorjahr auf 14 Cent. Analysten hatten genau mit diesem Wert gerechnet. Der Konzern selbst hatte eine Spanne von 13 bis 16 Cent vorgegeben.
Für das dritte Quartal erwartet Nokia einen Pro Forma-Gewinn je Aktie (EPS) von 15 bis 17 Cent. Unter dem Strich sollen 14 bis 16 Cent herausspringen. In 2002 hatte Nokia an der gleichen Stelle ein Pro Forma-EPS von 18 Cent und netto ein EPS von 13 Cent ausgewiesen.
UMSATZ STEIGT LEICHT
Der Umsatz legte im zweiten Quartal leicht um 1 Prozent von 6,935 auf 7,019 Milliarden Euro zu. Am Markt hatte man im Schnitt mit 7,056 Milliarden Euro gerechnet. Der operative Gewinn ging auf Pro Forma-Basis um 33 Prozent auf 858 Millionen Euro zurück.
Mitverantwortlich für den Rückgang des operativen Gewinns waren Nokia zufolge die Kosten für die Umstrukturierung der Netzwerksparte, die mit 399 Millionen Euro zu Buche schlugen. Generell sind die Pro-Forma-Ergebnisse um Firmenwertabschreibungen und einmalige Belastungen bereinigt.
WIRTSCHAFTSSCHWÄCHE
Als Belastungsfaktoren machte Nokia-Vorstandschef Jorma Ollila die Wirtschaftsschwäche, aber auch den schwachen Dollar aus. Die USA sind für Nokia der wichtigste Markt. Keine Anzeichen der Besserung im laufenden dritten Quartal sieht der Konzernchef für die Netzwerksparte. Vorläufigen Schätzungen zufolge dürften die Erlöse in diesem Segment um 15 bis 20 Prozent zurück gehen. Allerdings sollte operativ ein kleiner Gewinn anfallen. Im zweiten Quartal stagnierte der Umsatz auf dem Vorjahresniveau von 1,5 Milliarden Euro. Operativ wies Nokia hier einen Verlust von 334 Millionen Euro aus.
Nokia bestätigte zudem seine Prognose für das Wachstum beim Handyabsatz im dritten Quartal von über 10 Prozent. Für den Umsatz der Mobilfunksparte zeigte sich der Konzern dennoch pessimistisch. Wegen des anhaltend schwachen Dollar dürfte der Umsatz im dritten Quartal "stagnieren oder etwas unter dem Vorjahresniveau" ausfallen. Im abgeschlossenen zweiten Quartal setzte Nokia 5,5 Milliarden Euro und damit 2 Prozent mehr um als im Vorjahr. Die Pro-Forma-Marge im Handy-Geschäft erhöhte sich von 21,7 auf 23,1 Prozent. Der Marktanteil im weltweiten Mobilfunkmarkt sei auf 39 Prozent gestiegen.
Weltweit hat Nokia eigenen Angaben zufolge mit 41 Millionen Handys 14 Prozent mehr abgesetzt als im Vorjahr. Ursache sei dafür die Zulassung von 13 neuen Modellen gewesen. Im Gesamtjahr sollen dann 35 neue Modelle auf den Markt kommen. In 2003 soll der weltweite Handy-Markt laut Nokia um rund 10 Prozent zulegen. Die Finnen wollen eigenen Angaben zufolge besser abschneiden./she/sit
Quelle: DPA-AFX