Und weil dZdM jetzt wohl mit neuen Aufgaben beschäftigt ist, werde ich wohl wieder die Aufgabe übernehmen müssen, ein paar interessante Artikle hier reinzustellen, so let's begin:
Nun ist es quasi amtlich: In den Vereinigten Staaten ist die Rezessionsgefahr höchstwahrscheinlich gebannt - wenngleich die Sicherheitsmarge enger geworden ist. Das Wachstum des amerikanischen Bruttoinlandsprodukts ist mit lediglich 0,7 % stärker abgesackt als prognostiziert. Nach der klassischen Definition spricht man von Rezession, wenn die Wirtschaft in zwei Quartalen hintereinander geschrumpft ist. Dass es dazu noch kommen wird, ist eher unwahrscheinlich. Die meisten Wirtschaftswissenschaftler gehen nach wie vor fest davon aus, dass sich die Konjunktur zum Jahresende hin beleben wird.
Selbst wenn sich der Aufschwung bis zum Frühjahr verzögern sollte, würde nur die absolute Mindestanforderung der Rezessionsdefinition knapp erfüllt. Wenn Anfang 2002 dann das Schrumpfen der Wirtschaft im zweiten Halbjahr ausgewiesen würde, wäre das Schlimmste wohl schon überwunden. Das Konstatieren der Rezession hätte nur noch für die historische Betrachtung eine Bedeutung. Besonders der Aktienmarkt dürfte dann längst bessere Zeiten antizipiert haben.
Für Amerikas Spitzenmanager vor allem aus der Technologiebranche und der verarbeitenden Industrie ist die Nachricht, dass das Land wohl nicht in die Rezession abrutschen wird, freilich kaum ein großer Trost. Wenn wie bei JDS Uniphase der Markt fast komplett weggebrochen ist und das Unternehmen angesichts eines Verlusts von 50,6 Mrd. Dollar erhebliche Auflösungserscheinungen zeigt, interessiert es wenig, ob es in anderen Bereichen der Volkswirtschaft besser aussieht. Wie General-Electric-Chef Jack Welch treffend feststellte: Es handelt sich um den schlimmsten Einbruch in der Konjunktur vieler Branchen seit mehr als 20 Jahren. Zumindest aus dem Blickwinkel der US-Industrie verblasst die letzte, echte Rezession von 1990/91 dagegen deutlich. Die Probleme sind teilweise hausgemacht. Es gab ein kollektives Versagen: Die Weichen waren in den Unternehmen auf eine ewig währende rasante Expansion gestellt, kaum ein Chief Executive hatte in der Phase des sich überhitzenden Wachstums die immer deutlicheren Mahnungen der Notenbank Fed ernst genommen.
Während die Kunde vom Ausbleiben der Rezession in den Chefetagen der Unternehmen lediglich Achselzucken hervorruft, dürfte sich woanders - vor allem bei der Fed - Erleichterung breit machen. Der psychologische Effekt sollte nicht unterschätzt werden. Er könnte den Ausschlag geben dafür, dass sich die Zukunftsängste der Verbraucher und somit deren Ausgabenkürzungen in Grenzen halten und dass der Aktienmarkt die Durststrecke bis zum Einsetzen des Aufschwungs ohne schlimmere Blessuren übersteht.
Börsen-Zeitung, 28.7.2001
Nun ist es quasi amtlich: In den Vereinigten Staaten ist die Rezessionsgefahr höchstwahrscheinlich gebannt - wenngleich die Sicherheitsmarge enger geworden ist. Das Wachstum des amerikanischen Bruttoinlandsprodukts ist mit lediglich 0,7 % stärker abgesackt als prognostiziert. Nach der klassischen Definition spricht man von Rezession, wenn die Wirtschaft in zwei Quartalen hintereinander geschrumpft ist. Dass es dazu noch kommen wird, ist eher unwahrscheinlich. Die meisten Wirtschaftswissenschaftler gehen nach wie vor fest davon aus, dass sich die Konjunktur zum Jahresende hin beleben wird.
Selbst wenn sich der Aufschwung bis zum Frühjahr verzögern sollte, würde nur die absolute Mindestanforderung der Rezessionsdefinition knapp erfüllt. Wenn Anfang 2002 dann das Schrumpfen der Wirtschaft im zweiten Halbjahr ausgewiesen würde, wäre das Schlimmste wohl schon überwunden. Das Konstatieren der Rezession hätte nur noch für die historische Betrachtung eine Bedeutung. Besonders der Aktienmarkt dürfte dann längst bessere Zeiten antizipiert haben.
Für Amerikas Spitzenmanager vor allem aus der Technologiebranche und der verarbeitenden Industrie ist die Nachricht, dass das Land wohl nicht in die Rezession abrutschen wird, freilich kaum ein großer Trost. Wenn wie bei JDS Uniphase der Markt fast komplett weggebrochen ist und das Unternehmen angesichts eines Verlusts von 50,6 Mrd. Dollar erhebliche Auflösungserscheinungen zeigt, interessiert es wenig, ob es in anderen Bereichen der Volkswirtschaft besser aussieht. Wie General-Electric-Chef Jack Welch treffend feststellte: Es handelt sich um den schlimmsten Einbruch in der Konjunktur vieler Branchen seit mehr als 20 Jahren. Zumindest aus dem Blickwinkel der US-Industrie verblasst die letzte, echte Rezession von 1990/91 dagegen deutlich. Die Probleme sind teilweise hausgemacht. Es gab ein kollektives Versagen: Die Weichen waren in den Unternehmen auf eine ewig währende rasante Expansion gestellt, kaum ein Chief Executive hatte in der Phase des sich überhitzenden Wachstums die immer deutlicheren Mahnungen der Notenbank Fed ernst genommen.
Während die Kunde vom Ausbleiben der Rezession in den Chefetagen der Unternehmen lediglich Achselzucken hervorruft, dürfte sich woanders - vor allem bei der Fed - Erleichterung breit machen. Der psychologische Effekt sollte nicht unterschätzt werden. Er könnte den Ausschlag geben dafür, dass sich die Zukunftsängste der Verbraucher und somit deren Ausgabenkürzungen in Grenzen halten und dass der Aktienmarkt die Durststrecke bis zum Einsetzen des Aufschwungs ohne schlimmere Blessuren übersteht.
Börsen-Zeitung, 28.7.2001