Die Welt online schreibt : US-Zinsentscheid ...


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Luki2:

Die Welt online schreibt : US-Zinsentscheid ...

 
19.03.01 21:17
stellt Weichen für Börsen
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Viele Experten erwarten Senkung um 75 Basispunkte - Positive Wirkung für den Aktienmarkt könnte allerdings schnell verpuffen


Ganz aus dem Blick verlieren kann auch Fed-Chef Ala Greenspan die negative Entwicklung an den Börsen nicht Foto: AP
Von Martin Halusa

New York - "Alan, hilf", hatte die angesehene Finanzzeitschrift Barron's vor Weihnachten den Chairman der Federal Reserve freundlich gebeten. "Mister Greenspan, bitte retten Sie uns"; fleht Wall Street nun. Die heutige Sitzung des Zentralbankrates in Washington wird als Weichenstellung für die Entwicklung an Main Street und an Wall Street gesehen. Werden die Kollegen vom Zins setzenden Offenmarktausschuss (FOMC) die Federal Funds Rate von derzeit 5,50 Prozent deutlich oder sehr deutlich senken, lautet die Gretchenfrage.
Derzeit gehen in der New Yorker Finanzmeile 13 von 25 Rentenhändlern davon aus, dass das Federal Open Market Committee den Kurzfristzins wie bereits zwei Mal in diesem Jahr um 50 Basispunkte reduzieren wird. Fast ebenso viele - zwölf - Händler glauben, dass die Fed gar um 75 Basispunkte senken wird. Eine derart hohe Senkung ist allerdings unüblich: Das letzte Mal, dass die Währungshüter eine solche Kappung der Federal Funds Rate verfügten, war im Dezember 1991. Damals nahm die Bank den Diskontsatz, zu jener Zeit das wichtigste Instrument ihrer Geldpolitik, um einen ganzen Prozentpunkt zurück. Seit 1921 hat die Federal Reserve erst 13 Mal die Zinsen dreimal hintereinander gesenkt. Und mit Ausnahme des Jahres 1930, als die Große Depression folgte, stieg in den zwölf Monaten nach den Zinssenkungen der Dow Jones um durchschnittlich 21 Prozent.

An der Börse wird jedoch nicht erwartet, dass ausgerechnet Alan Greenspan - der vor vier Jahren vor "irrationalen Übertreibungen" und "Bubbles" gewarnt hatte - nun der gebeutelten Börse mit zu hohen Zinssenkungen aus der Patsche hilft. "Das letzte, was Greenspan tun würde, wäre jenen zu helfen, die ihn in der Vergangenheit ignoriert haben", sagt David Jones, Chefökonom bei Aubrey G. Lanston. Deshalb dürften es höchstens 50 Basispunkte weniger werden.
Einen kräftigen Schluck aus der Pulle könnte Wall Street jedoch gut gebrauchen: In der letzten Woche war der Dow Jones mit minus 821 Punkten so stark gefallen wie nie zuvor. Die High-Tech-Börse Nasdaq hat seit ihrem Allzeithoch bei 5048 Punkten vor einem Jahr mehr als 60 Prozent an Wert verloren. Insgesamt haben die Amerikaner - gemessen am Wert des sehr umfassenden Wilshire-5000-Index - seit März vergangenen Jahres 4,9 Billionen Dollar an Vermögen verloren. Das erste Mal seit 50 Jahren ist Netto-Vermögen der US-Haushalte zurückgegangen - von 42,3 Billionen auf 41,4 Billionen Dollar (Ende 2000).
An Wall Street herrscht vor allem auch vor dem Hintergrund einer weiter nachlassenden Konjunktur kein Zweifel daran, dass Alan Greenspan & Co. die Zinsen senken werden. Viele glauben indes, dass eine Senkung um 75 Basispunkte zu einer Panik führen könnte. Dies könnte die Wirkung dann in das Gegenteil des Gewünschten wenden. "Wenn sie um 75 Basispunkte senken, werden die Leute alarmiert sein. Sie werden denken, die Lage der Wirtschaft ist viel schlimmer als sie es gedacht haben", sagt der Ökonom Douglas Lee. Der wichtigste Job der Fed sei es außerdem, die Wirtschaft zu managen - und nicht den Aktienmarkt.
Andere - wie der Volkswirt Greg Valliere - sind der Überzeugung, die Fed müsse ein sehr deutliches Signal setzen, dass sie alles unternehmen werde, um eine schmerzvolle Rezession zu verhindern. "Ich denke, eine Kürzung um 75 Basispunkte ist ein geeignetes Zeichen an die Märkte, dass die Fed nicht mehr dem Zug hinterher fährt", glaubt Valliere. Sollte die Fed diesmal nur um 50 Basispunkte senken, werde sie auf jeden Fall bei der übernächsten Sitzung am 15. Mai erneut die Schraube lockern, fügt Analystin Karina Meyer hinzu.
Derweil wird an der Börse gerätselt, wie lange die Begeisterung über einen Zinsschritt wohl anhalten werde. "Die zu Grunde liegende Schwäche der Konjunktur und die zurückgehenden Gewinne der Unternehmen wiegen schwer in der Einstellung der Investoren. Der Markt wird deshalb noch weiter nach unten gehen", prophezeit Portfolio-Manager Kenneth Tyszko. Einer Umfrage der Magazins Newsweek zufolge gehen mittlerweile drei Viertel der Amerikaner davon aus, dass ihr Land in eine Rezession - das heisst zwei Quartale in Folge mit negativem Wachstum - gleiten wird.
"Wir haben eine Vertrauenskrise, nicht eine Wirtschaftskrise", meint Alfred Goldman von A.G. Edwards. Es gebe derzeit eine Menge Pessimimus im Markt. Und dies sei die Einstellung, die zu beobachten sei, wenn der Tiefpunkt erreicht ist. Alan Ackerman von Fahnestock & Co. mahnt dagegen Anleger: "Wenn man den Boden nicht sieht, ist es besser am Rand zu warten. Cash is king".

habe ich gerade gelesen !
Gr. Luki2

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HUSSI:

@ luki 2: ich weiß zwar nicht wer

 
20.03.01 12:36
a. ackerman von fahnestock und co. ist (lustiger name) aber sein spruch ist momentan mein motto:
wenn man den boden nicht sieht, ist es besser am Rand zu warten. cash ist king!
gruß hussi
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Courtage:

es gibt noch einen Spruch,

 
20.03.01 12:46
wer zu spät kommt, den bestraft das Leben.
Frei nach Gorbatschow
Gruß
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Dixie:

FAZ meint auch was dazu

 
20.03.01 15:50
Amerikas Zentralbank vor schwierigem Zinsentscheid

Leitzinssenkung um 50 oder 75 Basispunkte? / Merrill-Ökonom kritisiert "Blindheit" der EZB


dri. NEW YORK, 19. März. Der Offenmarktausschuß der amerikanischen Zentralbank (Fed) wird an diesem Dienstag aller Voraussicht nach die dritte Zinssenkung dieses Jahres beschließen. Allerdings ist an den Finanzmärkten die Unsicherheit groß, in welcher Dosis die erneute Liquiditätsspritze verabreicht wird. Im Terminhandel für Tagesgeld wird mit einer Wahrscheinlichkeit von 75 Prozent unterstellt, daß der Leitzins um 75 Basispunkte auf 4,75 Prozent zurückgenommen wird. Die Zinsexperten der Wall-Street-Häuser, die den Primärhandel mit amerikanischen Staatsanleihen betreiben, rechnen dagegen mehrheitlich damit, daß der Zielsatz für Tagesgeld nur um 0,5 Prozentpunkte sinken wird. Auch bei den beiden Zinsentscheidungen im Januar hatte die Fed jeweils um 0,5 Prozentpunkte an der Zinsschraube gedreht.

Die Spekulation über eine aggressive Zinssenkung um 75 Basispunkte ist erst in der zurückliegenden Woche richtig hochgekocht, als sich die Ausverkaufswelle am Aktienmarkt nochmals zuspitzte. Das populäre Marktbarometer Dow-Jones-Index verbuchte mit 821 Punkten den höchsten Wochenverlust seiner Geschichte. Die prozentuale Einbuße von 7,7 Prozent war die größte seit gut elf Jahren. Die fallenden Aktienkurse und die steigende Arbeitslosigkeit sprechen dafür, daß die Verbraucher in den kommenden Wochen und Monaten vorsichtiger agieren und damit wieder mehr sparen werden, was zu Lasten des Konsums gehen würde. Und der Konsum der privaten Haushalte ist angesichts der drastisch gefallenen Investitionsneigung der Unternehmen der große Hoffnungsträger der Fed. Eine Reihe von Fed-Experten argumentiert daher, daß die Zentralbank sehr aggressiv agieren muß, will sie nicht eine weitere Verschlechterung des Konsumklimas riskieren.

Allerdings würde sich die Fed mit einer Zinssenkung um 75 Basispunkte dem Vorwurf aussetzen, daß sie der Wall Street zur Hilfe eilt und damit auch unmittelbar auf die Misere am Aktienmarkt reagiert - ein Eindruck, den Fed-Chairman Alan Greenspan wohl gerne vermeiden würde. Zwar ist die Wahrscheinlichkeit hoch, daß eine Zinssenkung um nur 50 Basispunkte am Aktienmarkt zu einer weiteren Ausverkaufswelle führen würde. Greenspan ist aber offenbar gewillt, Markterwartungen zu enttäuschen. Andernfalls hätte die Fed schon im Februar oder Anfang März mit einer weiteren Zinssenkung aufgewartet. Die übernächste Zentralbanksitzung steht erst am 15. Mai an. Eine weitere "außerplanmäßige" Zinssenkung ist angesichts dieses großen Intervalls nicht auszuschließen.

Unterdessen häuft sich in Amerika die Kritik an der passiven Haltung der Europäischen Zentralbank (EZB). Bruce Steinberg, der Chefökonom der Investmentbank Merrill Lynch, spricht von einer "Politik der mutwilligen Blindheit". Europäische Zentralbanker und auch viele Manager litten an einem ernsten Fall von Selbstgefälligkeit. Europa, meint Steinberg, sei nicht nur von der Wachstumsschwäche in Amerika berührt. Die Wachstumsverlangsamung habe in Europa sogar zum gleichen Zeitpunkt eingesetzt wie in Amerika, nämlich Mitte vergangenen Jahres. Daß die Eurozone im zweiten Halbjahr schneller als Amerika gewachsen sei, sei allein dem Lageraufbau und dem Nettoexport zuzuschreiben. Die inländische Nachfrage sei dagegen langsamer als in Amerika gewachsen. Und die Abschwächung intensiviere sich jetzt. Der jüngste Anfall von Euro-Schwäche reflektiert nach Meinung Steinbergs eindeutig das Unbehagen der Anleger mit der Politik der EZB.

Die Bank von Japan hat am Montag beschlossen, den Geschäftsbanken mehr Liquidität bereitzustellen, womit sie de facto eine Rückkehr zur Nullzinspolitik einleitete. Der Yen hat sich allerdings von einem 22-Monats-Tief gegenüber dem Dollar erholt, nachdem Notenbankgouverneur Masaru Hayami sagte, daß der Yen keiner weiteren Abwertung bedürfe. Ein schneller Yen-Verfall, so Hayami, würde anderen asiatischen Ländern größere Probleme bescheren. Am Montag kostete der Dollar 122,7 Yen; der Euro war 109,66 Yen wert. Ein Euro wurde mit 0,8971 Dollar bewertet.

Frankfurter Allgemeine Zeitung, 20.03.2001, Nr. 67 / Seite 33
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