SPIEGEL ONLINE - 06. September 2001, 13:02
www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,155372,00.html
E-Business
Die spektakulärsten Reinfälle
Mit den Firmenpleiten in den USA verbrannte nicht nur viel Geld. Es wurden auch haarsträubende Managementfehler gemacht, aus denen die Überlebenden im Online-Business lernen können.
Hamburg - Aus den sechs größten Flops im E-Business lassen sich wichtige Lehren für die Zukunft ziehen, so das Fazit des neu aufgelegten Magazins netmanager. Bei den untersuchten Fällen waren es zum Großteil Managementfehler, die den einstigen Börsenstars zum Verhängnis wurden.
Die Macher von VerticalNet hatten vor dem Start ihrer B2B-Plattform das Geschäft von Firmen untereinander nicht genau genug studiert. Ihr Online-Katalog mit Festpreisen wurde links liegen gelassen, weil Einkäufer immer über den Preis verhandeln wollen. Auch das Management von e-stamp vergaß in der Begeisterung die Kunden. Ihr Angebot, Briefmarken online zu verkaufen, war für die Nutzer viel zu kompliziert. Bei Webvan war das Schicksal schon mit der Entscheidung für Lebensmittel gefallen. Völlig illusorisch, mit einem Lieferdienst für Frischwaren bei den knappen Handelsspannen im Einzelhandel noch Gewinn zu machen.
Auch Robert Bernard von Marchfirst machte den Managementfehler, seiner Firma zu viel zuzumuten. Er wollte alle Beratungsleistungen für E-Business aus einer Hand anbieten. Nur leider verstanden sich seine eigenen Leute nicht, weil sie aus völlig unterschiedlichen Firmen rekrutiert wurden. William Lansing kam unter die Räder der eigenen Firma. Er wollte den Fernsehsender NBC mit seiner Online-Plattform NBCi umkrempeln. Doch die TV-Kollegen legten sich quer und ließen die Netzredaktion am langen Arm verhungern.
Toby Lenk von eToys wurde dagegen vom Internet selbst überrollt. Er musste erkennen, dass es schädlich sein kann, als Erster auf dem Markt zu sein. Die Konkurrenz schaute sich das bunte Treiben des Spielzeughändlers eine Weile an, schloss sich zusammen und machte eToys gemeinsam platt.
www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,155372,00.html
E-Business
Die spektakulärsten Reinfälle
Mit den Firmenpleiten in den USA verbrannte nicht nur viel Geld. Es wurden auch haarsträubende Managementfehler gemacht, aus denen die Überlebenden im Online-Business lernen können.
Hamburg - Aus den sechs größten Flops im E-Business lassen sich wichtige Lehren für die Zukunft ziehen, so das Fazit des neu aufgelegten Magazins netmanager. Bei den untersuchten Fällen waren es zum Großteil Managementfehler, die den einstigen Börsenstars zum Verhängnis wurden.
Die Macher von VerticalNet hatten vor dem Start ihrer B2B-Plattform das Geschäft von Firmen untereinander nicht genau genug studiert. Ihr Online-Katalog mit Festpreisen wurde links liegen gelassen, weil Einkäufer immer über den Preis verhandeln wollen. Auch das Management von e-stamp vergaß in der Begeisterung die Kunden. Ihr Angebot, Briefmarken online zu verkaufen, war für die Nutzer viel zu kompliziert. Bei Webvan war das Schicksal schon mit der Entscheidung für Lebensmittel gefallen. Völlig illusorisch, mit einem Lieferdienst für Frischwaren bei den knappen Handelsspannen im Einzelhandel noch Gewinn zu machen.
Auch Robert Bernard von Marchfirst machte den Managementfehler, seiner Firma zu viel zuzumuten. Er wollte alle Beratungsleistungen für E-Business aus einer Hand anbieten. Nur leider verstanden sich seine eigenen Leute nicht, weil sie aus völlig unterschiedlichen Firmen rekrutiert wurden. William Lansing kam unter die Räder der eigenen Firma. Er wollte den Fernsehsender NBC mit seiner Online-Plattform NBCi umkrempeln. Doch die TV-Kollegen legten sich quer und ließen die Netzredaktion am langen Arm verhungern.
Toby Lenk von eToys wurde dagegen vom Internet selbst überrollt. Er musste erkennen, dass es schädlich sein kann, als Erster auf dem Markt zu sein. Die Konkurrenz schaute sich das bunte Treiben des Spielzeughändlers eine Weile an, schloss sich zusammen und machte eToys gemeinsam platt.