Broker Boards – Nutzer sollen Anonymität teilweise aufgeben
Die Gefahren für den Anleger äußern sich derzeit etwa in Bezug auf sog. Broker Boards. Es handelt sich hierbei um offene Gesprächsforen im Internet, in denen sich Nutzer ohne Preisgabe ihrer Identität zu bestimmten Aktientiteln äußern können. Besonders beliebt sind die Boards, die sich mit dem Neuen Markt auseinandersetzen. Jedoch sind verschiedene Fälle aufgetreten, in denen Marktteilnehmer Broker Boards gezielt dazu benutzten, um mit Falsch- meldungen Aktienkurse zu ihren Gunsten zu manipulieren. Je nach Zielrichtung deckt sich der Informant im voraus mit dem betreffenden Titel ein oder stellt diesen kurz, um von den Kursausschlägen zu profitieren. Die Betreiber der Boards übernehmen regelmäßig weder die Haftung für derartige Falschmeldungen noch leisten sie aus Kostengründen eine durchgehende und erschöpfende Kontrolle der Teilnehmerbeiträge. Gefordert wird in diesem Zusammenhang, daß die Teilnehmer solcher Broker Boards ihre Identität zumindest gegenüber dem Betreiber offenlegen müssen. Auf diese Weise wären diejenigen, die gefälschte Nachrichten in Umlauf bringen leichter zu ermitteln. Außerdem versprechen wir uns von einer solche Maßnahme eine gewisses Abschreckungspotential. Ein Weg wäre, daß nicht mehr der neue Nutzer sein Paßwort selbst einrichtet, sondern daß er seine Kennung per e-mail vom Betreiber zugesandt wird. Auch dies bietet natürlich keine absolute Sicherheit, die Hürde für Frontrunner wird aber etwas höher gelegt.
Wie die aufgetretenen Fälle zeigen, sind die bisher getroffenen Maßnahmen zur Qualitätssicherung im Internet nicht ausreichend. Dabei soll kein Mißverständnis aufkommen: Es handelt sich hier nicht um ein Plädoyer, das Internet, dessen Dynamik im Informationsfluß liegt, mit Regulierungen zu überziehen. Insbesondere interaktive Börsenforen sind ein wichtiger Bestandteil der „neuen“ Aktienkultur und enthalten nicht selten hochwertige Informationen engagierter Interessenten. Auf der anderen Seite müssen die Risiken etwa durch verstärktes Einschreiten des Aufsichtsbehörde vermindert werden. Den Anlegern ist zu empfehlen, vermeintliche „heiße“ Tips oder spektakuläre Meldungen durch verläßliche Quellen wie die ad-hoc-Seiten der Deutschen Börse AG oder des Emittenten selbst zu überprüfen. Es steht zu hoffen, daß ein Lernprozeß auf Anlegerseite bereits eingesetzt hat und die Board-Betreiber Anstrengungen in Richtung einer besseren Qualitätskontrolle unternehmen
Blindes Vertrauen(an der Börse)- macht arm
MfG
coppara