Die Rezession hat jetzt einen Namen
Die ganze Welt, vor allem die Finanz- und
Wirtschaftswelt, fragt sich, ob der Terror-Angriff auf
die USA vom 11. September letztendlich zumindest
in den USA eine Rezession auslösen könnte.. Ich
denke: ja. Es trifft nicht nur die Versicherungen,
Finanzdienstleister oder Fluggesellschaften, sondern
Wirtschaftsbereiche, an die heute noch wenige
denken. Schauen Sie mal auf die Hotellerie und
Gastronomie, die sich vor allem der internationalen
Business-Welt verschrieben hat: Flaute, weltweit.
Kein Wunder, Geschäftsleute bleiben mittlerweile
lieber zu Hause und nutzen statt dessen neuerdings
moderne Kommunikationsmittel wie z.B.
Videokonferenzsysteme. Ähnliche Beispiele könnte
ich noch im Dutzend bringen, es würde freilich den
Rahmen dieses Beitrags sprengen. Aber eine Sache
erscheint mir aus psychologischer Sicht viel
bedeutsamer: Durch den Anschlag wurde nicht nur
das World Trade Center zu Fall gebracht, sondern
auch der Wille, sich gegen die sich abzeichnende
Rezession endgültig zu stemmen. Es ist wie bei einer
Fussballmannschaft, die 15 Minuten vor Schluss 4:0
hinten liegt. Der Wille, doch noch Siegen zu wollen,
erlahmt. Die Niederlage ist unausweichlich. Ein
Ehrentor vielleicht noch, aber ansonsten fügt man
sich das unausweichliche Schicksal.
Ähnlich dürfte derzeit der Gemütszustand in der
Wirtschaftswelt sein. Man stemmte sich über ein Jahr
gegen die drohende Rezession. Aber jetzt erlahmt
angesichts des Volltreffers in die Finanzhochburg der
Widerstandswille. Ausserdem hat die kommende
Rezession nun einen Namen: Osama bin Laden.
Vorher wäre sie vielleicht auf das Konto von Alan
Greenspan, oder George W. Bush, oder Ernst
Welteke, oder Wim Duisenberg gegangen. Aber nun
ist die Sachlage anders. Eineinhalb Jahre
Börsenbaisse haben die Rezession
vorweggenommen, nun kann sie auch kommen.
Gehen Sie deshalb davon aus, dass zumindest die
USA mindestens ein Quartal mit rückläufigen
Wachstumszahlen aufwarten werden. Evtl. sogar mit
zwei, was volkswirtschaftlich überhaupt erst die
Definition für Rezession ist. Und so lange das nicht
klar ist, dürften Sie leider mit keiner nennenswerten
Erholung an den Börsen rechnen. Im Gegenteil: Nach
diversen technischen Zwischenerholungsphasen
sollten Sie sich immer wieder auf massive
Abwärtsschübe einstellen, die uns im Dax bis in den
Dreitausender- und im Dow Jones in den
Sechstausenderbereich führen könnten. Ich möchte
mich hier zwar nicht gerade als Crash-Prophet
profilieren, aber wir müssen den harten - neuen -
Fakten nun mal leider ins Gesicht sehen.
Engelbert Hörmannsdorfer
24.09.2001
Die ganze Welt, vor allem die Finanz- und
Wirtschaftswelt, fragt sich, ob der Terror-Angriff auf
die USA vom 11. September letztendlich zumindest
in den USA eine Rezession auslösen könnte.. Ich
denke: ja. Es trifft nicht nur die Versicherungen,
Finanzdienstleister oder Fluggesellschaften, sondern
Wirtschaftsbereiche, an die heute noch wenige
denken. Schauen Sie mal auf die Hotellerie und
Gastronomie, die sich vor allem der internationalen
Business-Welt verschrieben hat: Flaute, weltweit.
Kein Wunder, Geschäftsleute bleiben mittlerweile
lieber zu Hause und nutzen statt dessen neuerdings
moderne Kommunikationsmittel wie z.B.
Videokonferenzsysteme. Ähnliche Beispiele könnte
ich noch im Dutzend bringen, es würde freilich den
Rahmen dieses Beitrags sprengen. Aber eine Sache
erscheint mir aus psychologischer Sicht viel
bedeutsamer: Durch den Anschlag wurde nicht nur
das World Trade Center zu Fall gebracht, sondern
auch der Wille, sich gegen die sich abzeichnende
Rezession endgültig zu stemmen. Es ist wie bei einer
Fussballmannschaft, die 15 Minuten vor Schluss 4:0
hinten liegt. Der Wille, doch noch Siegen zu wollen,
erlahmt. Die Niederlage ist unausweichlich. Ein
Ehrentor vielleicht noch, aber ansonsten fügt man
sich das unausweichliche Schicksal.
Ähnlich dürfte derzeit der Gemütszustand in der
Wirtschaftswelt sein. Man stemmte sich über ein Jahr
gegen die drohende Rezession. Aber jetzt erlahmt
angesichts des Volltreffers in die Finanzhochburg der
Widerstandswille. Ausserdem hat die kommende
Rezession nun einen Namen: Osama bin Laden.
Vorher wäre sie vielleicht auf das Konto von Alan
Greenspan, oder George W. Bush, oder Ernst
Welteke, oder Wim Duisenberg gegangen. Aber nun
ist die Sachlage anders. Eineinhalb Jahre
Börsenbaisse haben die Rezession
vorweggenommen, nun kann sie auch kommen.
Gehen Sie deshalb davon aus, dass zumindest die
USA mindestens ein Quartal mit rückläufigen
Wachstumszahlen aufwarten werden. Evtl. sogar mit
zwei, was volkswirtschaftlich überhaupt erst die
Definition für Rezession ist. Und so lange das nicht
klar ist, dürften Sie leider mit keiner nennenswerten
Erholung an den Börsen rechnen. Im Gegenteil: Nach
diversen technischen Zwischenerholungsphasen
sollten Sie sich immer wieder auf massive
Abwärtsschübe einstellen, die uns im Dax bis in den
Dreitausender- und im Dow Jones in den
Sechstausenderbereich führen könnten. Ich möchte
mich hier zwar nicht gerade als Crash-Prophet
profilieren, aber wir müssen den harten - neuen -
Fakten nun mal leider ins Gesicht sehen.
Engelbert Hörmannsdorfer
24.09.2001
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