Es ist schon irgendwie verwundnerlich wie gering das Selbstvertrauen der Anleger in die eigene Wirtschaftkraft in Europa ist. Gute Unternehmenszahlen werden nur bis 10:30h aufgenommen, um sich dann auf die Verkaufszahlen der dritten Pizzabude in Chicago hinten links zu konzentrieren.
Mit Bekanntgabe der Tomatenabsatzzahlen aus der letzten Woche werden dann beim DAX mal schnell Millionen vernichtet - Das ganze hoch professionell aufgemacht aber eigentlich ziemlich simpel. Man reagiert einfach genau wie Wallstreet nur halt viel volatiler aber dafür ohne eigene wirtschaftliche Gründe. Da werden dann alle Realitäten mit der US Börseneröffnung ausgeblendet und man reagiert nur noch auf Meldungen, die doch eigentlich für die restliche Wirtschaft in der Welt nur pripher zu maximal 20% wichtig sein können. Dieses entspräche dann dem tatsächlichen Weltwirtschaftanteil.
Nach 60 Jahren Dauerblick auf die US Indizes ist aber wohl eine gewisse Betriebsblindheit eingekehrt und keiner will als erster zugeben, dass Wall Street heute viel zu überbewertet ist.
Es wäre doch gut, wenn sich einmal eine gewisse Eigenverantwortung und vor allem eine eigene Finanzkultur in Europa herausbilden würde. Leider sieht sich die Börse in Deutschland noch immer als Spielball der US Wirtschaft. Ohne den Mut sich endlich von dieser Abhängigkeit zu lösen und die tatsächlichen Verhältnisse wiederzuspiegeln kann es nicht klappen, auch von den kommenden Weltbörsen in Asien als "Erwachsen" und ebenbürtig angesehen zu werden.
Amerikanischer Einfluß ist und war nie uneigennützig. Wie lange sollen die Weltwirtschaften noch für ein völlig verklärtes Selbstverständnis der USA bezahlen, weil diese einfach neues grünes Papier drucken wenn die Schulden mal wieder zu viel werden. Wird es doch international immer gerne genommen.
Es wird Zeit für eine Besinnung auf eigene Stärken - weg von der omnipräsenz der überbewerteten Wirtschaftskraft USA.