Marktbericht
Die Jahresstart-Rally hält an
04. Januar 2006 Fester sind die deutschen Aktien am Mittwoch aus dem Handel gegangen. Der Dax stieg um 1,2 Prozent oder 63 auf 5.524 Punkte und schloß damit auf einem neuen 52-Monatshoch. Vor allem die positiven Vorlagen von der Wall Street sorgten für kräftige Aufschläge: Von den 30 Dax-Werten schlossen 24 im grünen Bereich, nur 6 Titel zeigten leichte Abschläge. Etwas stärker unter Druck schlossen nur BASF nach ihrem Übernahmeangebot. Thyssen, Siemens und andere Titel der Investitionsgüterbranche waren kräftig gesucht.
Die Wall-Street-Vorgaben vom Vorabend sorgten für Erleichterung im Handel. Dort hatten die Kurse nach weiteren Hinweisen auf ein Ende des Zinserhöhungszyklus deutlich angezogen. Die Nachricht über ein Seebeben der Stärke 6,7 nahe der kalifornischen Küste ließ den Dax zwischenzeitlich nur kurz zurückkommen und wurde schnell ausgeglichen. Technische Analysten rechnen weiterhin mit einer Verfestigung des Dax oberhalb der 5.500er-Marke.
Wilde Spekulation auf das Ende des Zinserhöhungszyklus in Amerika
Auslöser der Rally-Stimmung waren die Gesprächsnotizen der amerikanischen Notenbank: Sie dürfte vermutlich noch im ersten Halbjahr 2006 ihre Politik der schrittweisen Zinserhöhungen beenden, hieß es mit Blick auf das am Dienstagabend veröffentlichte FOMC-Sitzungsprotokoll (”Minutes”). Mit der Aussage der Fed, daß der Zinsausblick zunehmend von der Interpretation der nächsten Konjunkturdaten abhänge, rückten die Makrodaten wieder stärker in den Blick. Die amerikanischen Auftragseingänge der Industrie für November wurden daher positiv aufgenommen. Sie stiegen um 2,5 Prozent auf Monatssicht.
Besonders kräftig gesucht waren die Hersteller von Investitionsgütern. Hier seien Fondsmanager auf der Käuferseite gewesen, die nach Margen- und Gewinnausweitung als Investmenthema nun auf erhöhte Unternehmensinvestitionen setzten. ”Investitionsausgaben werden am Markt zunehmend positiv gesehen”, sagte ein Händler dazu. Daher sei der gesamte Sektor gekauft worden. Tagesgewinner waren MAN, die nach aggressiven Käufen zweier großer europäischer Banken um 4,5 Prozent auf 46,48 Euro zulegten. Linde stiegen um 1,5 Prozent auf 68,18 Euro, Thyssen um 3,1 Prozent auf 18,92 Euro. Auch in der zweiten Reihe im MDax wurde kräftig zugelangt: Dort stiegen IWKA um 4 Prozent auf 19,19 Euro, Heideldruck um 3,7 Prozent auf 34,09 Euro und Rheinmetall um 2,7 Prozent auf 56,45 Euro.
Davon profitierten auch Siemens, die um 3,3 Prozent auf 75,35 Euro ansprangen. Die Titel wurden zudem von einer Erhöhung des Kursziels auf 86 von bislang 75 Euro durch die Analysten der UBS unterstützt. Zudem hatten Goldman Sachs die Gewinnprognosen erhöht.
BASF nach Engelhard-Gebot etwas in der Defensive
BASF standen weiter mit dem Übernahmeangebot an Engelhard im Fokus. BASF hatte für den amerikanischen Konzern 4,9 Milliarden Dollar geboten. Die Transaktion wurde als strategisch positiv und langfristige Wertsteigerung für Investoren gewertet. Kurzfristig allerdings schienen Risiken und Unsicherheiten zu überwiegen, hieß es von Händlern und Analysten. Schließlich verweigere Engelhard einen Blick in die eigenen Bücher. BASF verloren 1,3 Prozent auf 63,05 Euro. Zudem hatten die Analysten der Citigroup am Morgen ihre Einstufung ”Sell” für BASF bestätigt. Dies wurde im Handel ”mit Befremden” aufgenommen, da nicht darauf hingewiesen wurde, daß Citigroup neben der Fondsgesellschaft Fidelity zu den größten Einzelaktionären von Engelhard gehört.
Die Aktien von Münchener Rück kamen infolge der Seebeben-Nachrichten vom Tageshoch bei 116,80 Euro zurück und schlossen bei 114,60 Euro um 0,7 Prozent tiefer. und notieren aktuell mit einem Minus von 0,6 Prozent auf 114,80 Euro. Die im MDax notierten Hannover Rück zeigten sich davon unbeeindruckt und stiegen um 0,3 Prozent.
Finanztitel wurden ansonsten als Gewinner der Börsenrally bezeichnet. Mit jedem Kursanstieg steige auch der Wert ihrer Beteiligungen, hieß es. So sprangen Allianz um 2,4 Prozent auf 133,35 Euro. Laut der ”Börsen-Zeitung” erwartet der Konzern im Asset Management für 2005 eine deutliche Gewinnsteigerung.
Im Blick der Anleger standen auch die deutschen Automobilwerte: Sie wurden von einer als negativ eingestuften Studie der Deutschen Bank belastet und gewannen weniger als der Markt. Die Analysten des Finanzinstituts hatten sich skeptisch zu den Aussichten der Branche in 2006 geäußert. VW kamen sogar um 0,9 Prozent zurück auf 45,70 Euro.
Bei den Technologiewerten stiegen Infineon um 3 Prozent auf 8 Euro glatt. Die Semiconductor Industry Association (SIA) hatte für November ein Plus bei den weltweiten Halbleiterumsätzen von 7,2 Prozent auf 20,4 Milliarden Dollar berichtet. Im TecDax sprangen Singulus um 4, 6 Prozent auf 16,05 Euro.
Rentenmarkt hui - Dollar pfui
Deutliche Kursaufschläge gibt es am Mittwoch auch an den europäischen Rentenmärkten. Der Bund-Future liegt im späten Handel mit einem Plus von 50 Stellen bei 122,13 Prozent. Das Perverse an dieser Entwicklung ist die Tatsache, daß die Kursgewinne damit begründet werden, die Europäische Zentralbank werde die Inflationserwartungen mit Zinserhöhungen in den Griff bekommen. Dabei sind ausgerechnet Zinserhöhungen unter normalen Umständen negativ für die Rentenmärkte. Hier scheinen sich schon seit Monaten die Argumente drehen und wenden zu lassen wie man will, die Kurse halten sich trotzdem auf dem angesichts der internationalen Wirtschaftsentwicklung und der rasant steigenden Rohstoff- und Vermögenspreise überhöhten Niveau.
Dagegen befindet sich der Dollar eindeutig wieder in der Defensive. Nicht nur die Steuereffekte des vergangenen Jahres sind ausgelaufen, sondern sollte die amerikanische Zentralbank tatsächlich den Leitzins bald nicht mehr weiter erhöhen, dürfte die Währung aufgrund der besstehenden Ungleichgewichte einen schweren Stand haben.
Quelle: faz.net
...be invested
Der Einsame Samariter
Die Jahresstart-Rally hält an
04. Januar 2006 Fester sind die deutschen Aktien am Mittwoch aus dem Handel gegangen. Der Dax stieg um 1,2 Prozent oder 63 auf 5.524 Punkte und schloß damit auf einem neuen 52-Monatshoch. Vor allem die positiven Vorlagen von der Wall Street sorgten für kräftige Aufschläge: Von den 30 Dax-Werten schlossen 24 im grünen Bereich, nur 6 Titel zeigten leichte Abschläge. Etwas stärker unter Druck schlossen nur BASF nach ihrem Übernahmeangebot. Thyssen, Siemens und andere Titel der Investitionsgüterbranche waren kräftig gesucht.
Die Wall-Street-Vorgaben vom Vorabend sorgten für Erleichterung im Handel. Dort hatten die Kurse nach weiteren Hinweisen auf ein Ende des Zinserhöhungszyklus deutlich angezogen. Die Nachricht über ein Seebeben der Stärke 6,7 nahe der kalifornischen Küste ließ den Dax zwischenzeitlich nur kurz zurückkommen und wurde schnell ausgeglichen. Technische Analysten rechnen weiterhin mit einer Verfestigung des Dax oberhalb der 5.500er-Marke.
Wilde Spekulation auf das Ende des Zinserhöhungszyklus in Amerika
Auslöser der Rally-Stimmung waren die Gesprächsnotizen der amerikanischen Notenbank: Sie dürfte vermutlich noch im ersten Halbjahr 2006 ihre Politik der schrittweisen Zinserhöhungen beenden, hieß es mit Blick auf das am Dienstagabend veröffentlichte FOMC-Sitzungsprotokoll (”Minutes”). Mit der Aussage der Fed, daß der Zinsausblick zunehmend von der Interpretation der nächsten Konjunkturdaten abhänge, rückten die Makrodaten wieder stärker in den Blick. Die amerikanischen Auftragseingänge der Industrie für November wurden daher positiv aufgenommen. Sie stiegen um 2,5 Prozent auf Monatssicht.
Besonders kräftig gesucht waren die Hersteller von Investitionsgütern. Hier seien Fondsmanager auf der Käuferseite gewesen, die nach Margen- und Gewinnausweitung als Investmenthema nun auf erhöhte Unternehmensinvestitionen setzten. ”Investitionsausgaben werden am Markt zunehmend positiv gesehen”, sagte ein Händler dazu. Daher sei der gesamte Sektor gekauft worden. Tagesgewinner waren MAN, die nach aggressiven Käufen zweier großer europäischer Banken um 4,5 Prozent auf 46,48 Euro zulegten. Linde stiegen um 1,5 Prozent auf 68,18 Euro, Thyssen um 3,1 Prozent auf 18,92 Euro. Auch in der zweiten Reihe im MDax wurde kräftig zugelangt: Dort stiegen IWKA um 4 Prozent auf 19,19 Euro, Heideldruck um 3,7 Prozent auf 34,09 Euro und Rheinmetall um 2,7 Prozent auf 56,45 Euro.
Davon profitierten auch Siemens, die um 3,3 Prozent auf 75,35 Euro ansprangen. Die Titel wurden zudem von einer Erhöhung des Kursziels auf 86 von bislang 75 Euro durch die Analysten der UBS unterstützt. Zudem hatten Goldman Sachs die Gewinnprognosen erhöht.
BASF nach Engelhard-Gebot etwas in der Defensive
BASF standen weiter mit dem Übernahmeangebot an Engelhard im Fokus. BASF hatte für den amerikanischen Konzern 4,9 Milliarden Dollar geboten. Die Transaktion wurde als strategisch positiv und langfristige Wertsteigerung für Investoren gewertet. Kurzfristig allerdings schienen Risiken und Unsicherheiten zu überwiegen, hieß es von Händlern und Analysten. Schließlich verweigere Engelhard einen Blick in die eigenen Bücher. BASF verloren 1,3 Prozent auf 63,05 Euro. Zudem hatten die Analysten der Citigroup am Morgen ihre Einstufung ”Sell” für BASF bestätigt. Dies wurde im Handel ”mit Befremden” aufgenommen, da nicht darauf hingewiesen wurde, daß Citigroup neben der Fondsgesellschaft Fidelity zu den größten Einzelaktionären von Engelhard gehört.
Die Aktien von Münchener Rück kamen infolge der Seebeben-Nachrichten vom Tageshoch bei 116,80 Euro zurück und schlossen bei 114,60 Euro um 0,7 Prozent tiefer. und notieren aktuell mit einem Minus von 0,6 Prozent auf 114,80 Euro. Die im MDax notierten Hannover Rück zeigten sich davon unbeeindruckt und stiegen um 0,3 Prozent.
Finanztitel wurden ansonsten als Gewinner der Börsenrally bezeichnet. Mit jedem Kursanstieg steige auch der Wert ihrer Beteiligungen, hieß es. So sprangen Allianz um 2,4 Prozent auf 133,35 Euro. Laut der ”Börsen-Zeitung” erwartet der Konzern im Asset Management für 2005 eine deutliche Gewinnsteigerung.
Im Blick der Anleger standen auch die deutschen Automobilwerte: Sie wurden von einer als negativ eingestuften Studie der Deutschen Bank belastet und gewannen weniger als der Markt. Die Analysten des Finanzinstituts hatten sich skeptisch zu den Aussichten der Branche in 2006 geäußert. VW kamen sogar um 0,9 Prozent zurück auf 45,70 Euro.
Bei den Technologiewerten stiegen Infineon um 3 Prozent auf 8 Euro glatt. Die Semiconductor Industry Association (SIA) hatte für November ein Plus bei den weltweiten Halbleiterumsätzen von 7,2 Prozent auf 20,4 Milliarden Dollar berichtet. Im TecDax sprangen Singulus um 4, 6 Prozent auf 16,05 Euro.
Rentenmarkt hui - Dollar pfui
Deutliche Kursaufschläge gibt es am Mittwoch auch an den europäischen Rentenmärkten. Der Bund-Future liegt im späten Handel mit einem Plus von 50 Stellen bei 122,13 Prozent. Das Perverse an dieser Entwicklung ist die Tatsache, daß die Kursgewinne damit begründet werden, die Europäische Zentralbank werde die Inflationserwartungen mit Zinserhöhungen in den Griff bekommen. Dabei sind ausgerechnet Zinserhöhungen unter normalen Umständen negativ für die Rentenmärkte. Hier scheinen sich schon seit Monaten die Argumente drehen und wenden zu lassen wie man will, die Kurse halten sich trotzdem auf dem angesichts der internationalen Wirtschaftsentwicklung und der rasant steigenden Rohstoff- und Vermögenspreise überhöhten Niveau.
Dagegen befindet sich der Dollar eindeutig wieder in der Defensive. Nicht nur die Steuereffekte des vergangenen Jahres sind ausgelaufen, sondern sollte die amerikanische Zentralbank tatsächlich den Leitzins bald nicht mehr weiter erhöhen, dürfte die Währung aufgrund der besstehenden Ungleichgewichte einen schweren Stand haben.
Quelle: faz.net
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Der Einsame Samariter