Beep, beep - beep, beep. Scheisse, was ist das für ein Geräusch? Alarm? ALARM? Oh mein Gott, die Moslems greifen an!!! Ich roll mich aus dem Bett, unter das Bett und schütze meinen Kopf mit meinen Händen..
Moment mal. Das Geräusch hat aufgehört??? Wie nun? Da fällt es mir ein. Das war kein Katastrophenalarm, sondern mein Wecker. Vorsichtig krieche ich unter dem Bett hervor, schaue links und rechts und stecke meinen Kopf nur´kurz ins Fenster, aus Angst vor Scharfschützen. Dann schliesse ich ganz schnell die Vorhänge. Denn, das hat man mir in der Wehrsportgruppe Süd beigebracht: Kopf einziehen ist die oberste Soldantenpflicht. Ich gehe in die Dusche, nicht aber ohne vorher noch das Wasser zu analysieren. Man weiss ja nie, was die da so reinkippen könnten. Ich finde nur Chlor und einige tote Einzeller, sehr gut. Nach einer ausgiebigen Dusche trockne ich mich ab und ziehe mich an, nicht aber ohne vorher alle Taschen genau zu durchsuchen. Man weiss ja nie, was der Inder in der Reinigung da reingesteckt haben könnte. Inder, Afghanen, sind ja alle irgendwie verwandt.
Zum Frühstück gibt es Toast mit Marmelade, ich stelle sicher das das Haar, das ich an das Marmeladenglas geklebt habe, noch dran ist, während ich es aus dem Kühlschrank nehme. Auch stelle ich fest, dass kein Loch im Deckel oder im Glas ist, durch das die Marmelade hätte kontaminiert werden können. Das Brot bewahre ich in einer luftdichten Dose im Kühlschrank auf, auch mit einem meiner Haare gesichert, und mit Genugtuung stelle ich fest das mein Haar noch am selben Platz ist. Butter esse ich keine mehr, man weiss ja nie, was die den Kühen geben. Die könnten irgendeinen Virus entwickelt haben, der sich in der Butter oder im Käse hält. Kaffee habe ich auch abgeschworen, seit mich die libanesische Verkäuferin im Kaffeeladen jedesmal höhnisch angrinst.
Es ist zeit zur Arbeit zu gehen. Ich packe meine Tasche, werfe meinen Regenmantel über, obwohl heute die Sonne scheint, aber man weiss ja nie, ob nicht irgendjemand versucht, einen mit Giftstoffen zu besprühen. Und es war gut, dass ich den Mantel und die Gummistiefel anhatte. Der Türke um die Ecke sprüht mit einem Gartenschlauch angebliches harmloses Wasser auf die Strasse, um sie sauber zu halten. Aber ich traue denen nicht, da ist bestimmt Gift mit reingemischt und ich werd den Mantel und die Stiefel wohl im Büro entsorgen müssen, bevor ich nach Hause gehe. In der U-Bahn bemerke ich, wie ich von den ganzen Afghanen beobachtet werde. Die wissen, dass die mich nicht so leicht bekommen, insbesondere der Typ mit dem langen Bart schaut mich verdächtig an. Ich flüchte aus der U-Bahn an der nächsten Station und laufe im Zick-Zack zur nächsten und schüttle damit scheinbar meine Verfolger ab. Ich sehe keinen von ihnen als ich in der nächsten Station in den Zug steige.
Mein Gott! All die Fenster sind weit offen. Die Putzfrau (Pakistani) Meinte, das sei nötig um den Zigarettenqualm rauszubekommen. Ich schreie sie an und schliesse sofort alle Fenster, ziehe die Vorhänge zu und schalte das Licht ein. Danach setze ich mich an meinen Schreibtisch, hole meinen Schlüssel raus, öffne die Schubladen und stelle sicher, dass sich noch alles am richtigen Ort befindet. Mein Tacker und meine Stifte liegen noch schön in Reih und Glied. Es scheint sich auch keiner am Schloss zu schaffen gemacht zu haben. Ich schalte meinen Computer ein und beäuge misstrauisch wie die Kiste hochfährt. Ist die heute nicht etwas langsamer als gestern? Ich entschliesse mich, den Support-Heini anzurufen. Zuerst muss ich allerdings sicherstellen, dass kein Kontaktgift an Keyboard, Maus oder Telefon ist. Ich packe meine persönliche bakterien- und giftauflösende Mischung aus, die ich gestern Abend daheim angerührt habe. Von den Dämpfen wurde mir gestern zwar etwas Schwindelig, aber was ist das schon, wenn man damit sein Leben Retten kann?
Nach erfolgreicher Desinfektion von Telefon, Tastatur und Maus wähle ich die Nummer des Supports. Nach endlosem Klingeln antwortet eine tiefe männliche Stimme mit einem starken Akzent den ich nicht sofort zuordnen kann. Es dauert etwas bis ich mich verständlich gemacht habe. Der Typ am anderen Ende meint, er würde gleich vorbeikommen.
Der Tech-Support-Fuzzi ist einer dieser Muslims!!!! Langer Bart, und er spricht noch nicht mal richtig Deutsch. Ich habe Probleme, mich ihm verständlich zu machen. Aber ich hab den Mann eh noch nie vorher gesehen, auf meine Nachfrage wo Klaus denn sei meint er nur "Klaus kaputt". Hat er Klaus etwa beseitigt, um unsere Computersysteme zu infiltrieren? Ich muss das unbedingt meinem Chef mitteilen. Mein Gott, wir sind alle in Gefahr. Ich schaffe es nach fünf Minuten Ahmed (das hat er mir unaufgefordert mitgeteilt) los zu werden und beschliesse, meinen Computer heute so wenig wie möglich zu benutzen.
Die Post ist gerade durch. Ich ziehe Einweghandschuhe an, bevor ich die Post öffne. Ein Mundschutz darf natürlich auch nicht fehlen. Eine ganze Menge von unseren Kunden senden mir vorgedruckte Briefe, in denen sie mitteilen, dass sie mit uns fühlen - für die Mitarbeiter die angeblich im WTC gestorben sind, ich wusste nicht mal das wir ein Büro dort hatten. Ein Brief erregt meine Aufmerksamkeit. Er ist scheinbar handgeschrieben und direkt an mich adressiert. Ich öffne ihn vorsichtig. Er hat keinen Absender. Heraus kommt ein weisses Pulver und fällt auf meinen Schoss. Ich schreie aus vor Panik. Viren! Ich wusste es. Die wollen mich vergiften, ich renne schreiend in die Toilette und fange an, wie wild meine Hände und meine Hosen zu waschen. Dann fällt mir ein das ich ja mein Spezialmittel habe. In Unterhosen renne ich zurück zum Schreibtisch, greife die Flasche und wieder in die Toilette. Ich bemerke wie scheinbar alle lachen. Merken die denn nicht, dass unser aller Leben in Gefahr ist?
Heinz kommt in die Toilette und meint, er müsse jetzt auch mal. Faselt irgendwas von "Marketing Gag" und das er das alles doch sehr "lustig" fände. Mein Gott, die haben ihn umgedreht! Meine Hose ist trocken, wenn auch etwas entfärbt an den Stellen wo mein Mittel zugeschlagen hat, und ich bin mir auch nicht sicher, dass das Gewebe noch lange halten wird. Ich gehe vorsichtig an meinen Schreibtisch zurück und habe sicherheitshalber den Mundschutz und die Handschuhe ausgewechselt.
Kurz vor meinem Schreibtisch stosse ich auf Annette aus der Buchhaltung. Sie klopft mir auf den Rücken und meint nur, dass ich es mal beim Film versuchen soll. Ich sei wohl echt witzig. Sie ist doch nicht etwa auch eine von denen?
Als ich an meinem Schreibtisch ankomme, sehe ich den Brief, aus dem das Pulver kam offen daliegend. Scheinbar hat jemand den Brief komplett geoffnet. Es ist Werbung von Bayer. Man teilt mir mit, dass man mir eine Probe des neuen Alka Selzers geschickt hat und hofft, dass es mir nach meinem nächsten Saufgelage hilft. Peinlich.
Irgendwie habe ich heute keinen Appetit. Ich sehe die kleinen Grüppchen von Leuten zusammensitzen. Ich weiss, dass man mich beobachtet. Die denken alle, ich spinne, aber ich weiss, dass die da draussen sind. Die haben in den USA zugeschlagen und wir werden die nächsten sein. Ich bin vorbereitet, niemand wird mich kriegen. Ich setze mich in eine Ecke der Kantine und beobachte alle genau. Die meisten geben vor, mich nicht zu sehen, aber ich weiss, dass es anders ist. Die sind hinter mir her.
Meine Freundin ruft mich an. Sie fragt mich, ob wir uns heute Abend nicht treffen wollen. Sie hätte eine Überraschung für mich. Ich weiss nicht. Ich mag Überraschungen nicht, nicht in dieser Zeit. Aber dann setzt sie ihre "Och bitttteeeeee" Stimme ein und ich gebe nach. Wer weiss, vielleicht mag ich es ja. Ich komme kaum zum Arbeiten, alle hier sind mir Suspekt.
Endlich, ich kann raus hier. Die meisten Kollegen sind auch schon auf dem Weg nach draussen. Aus den Augenwinkeln sehe ich noch die pakistanische Putzfrau durch die Mülleimer stöbern. Verdammt, ich hoffe, die haben nichts Wichtiges da reingeworfen. Es fehlt noch, dass Osama und seine Genossen herausfinden, was für ein Killerprodukt wir gerade entwickeln. Das könnte die ganze Welt ins Chaos stürzen.
Die Heimfahrt hat länger gedauert. Ich habe mehrmals die Züge wechseln müssen und bin im Zick-Zack durch die Stadt zu meiner Wohnung gelaufen, da ich definitiv von einem Mann mit Bart verfolgt wurde. Auf den ersten Blick sah er zwar Deutsch aus, aber der Bart hatte ihn verraten. Ich habe ihn zwei Strassen vor meiner Wohnung endlich abhängen können, als er vorgab, in eine der dortigen Kneipen zu gehen. Zuhause angekommen, entsorge ich Gummistifel und den Regenmantel in einen luftdichten Plastiksack und packe alles erstmal auf den Balkon. Es ist schon dunkel draussen und man weiss nie, was einem im dunklen Hof bei den Mülltonnen alles anspringen könnte.
Nicole ist rübergekommen. Erst nachdem sie sich komplett desinifiziert hatte, habe ich sie reingelassen. Man weiss ja nie, womit die Leute in Berührung kommen. Sie klatschte mir allerdings eine, als ich sie abtasten und durchsuchen wollte. Nun gut, ich behalte sie aber im Auge.
Die Tagesschau berichtet von weiteren Virenanschlägen in den USA. Auch das die deutschen Kernkraftwerke nicht sicher seien und es nur eine Frage der Zeit sei, bis auch in Deutschland Anschläge verübt würden. Ich wusste es. Wir werden alle elendig verrecken.
Nicole meint, sie wolle mir jetzt ihre Überraschung zeigen. Ich werde nervös. Ich hasse Überraschungen. Habe ich das schon erwähnt? Sie quängelt, und ich finde einfach keinen guten Grund ihr den Spass zu versauen.
Sie legt eine CD ein und fängt einen Strip an. Mein Gott, die Frau will Sex. Weiss die denn nicht, dass das der Weg ist, um uns auszurotten? Weiss sie nicht, dass die meisten Viren durch Sex übertragen werden? Mir fällt ein das ich keine Kondome mehr zuhause habe. Warum auch? Sie nimmt die Pille, das behauptet sie zumindest. Ich merke wie ich anfange zu schwitzen. Sie kommt nun näher. Unter normalen Umständen, ja, da hätte ich jetzt zugelangt und mich gefreut, aber in einer Zeit des Terrors? In einer Zeit wo Viren und Talibanesen an jeder Ecke lauern? Mein Gott, was hat sie da auf der Stirn? Eine Pustel? Oh mein Gott! Sie ist infiziert!
Ich springe schreiend auf, renne ins Bad und greife nach meiner selbstgemachten Lösung. Sie folgt mir unscheinbar ins Badezimmer. Ich drehe mich um und sprühe ihr direkt ins Gesicht. Ich fange an zu grinsen und schreie: "Ja ihr blöden Viren, sterbt, sterbt alle!!!!!"
Sie greift sich mit beiden Händen ins Gesicht und fängt an zu Schreien. Ich sehe, wie sich die Haut erst rötet und dann anfängt abzulösen. Ich stelle zu meiner Genugtuung fest, dass sich die Pustel auf ihrer Stirn auch aufgelöst hat. Sie schreit nach einem Krankenwagen. Ich finde, sie hat recht. Sie muss mit Antibiotika behandelt werden. Ich rufe die Feuerwehr an, erzähle von meinem Verdacht und eine tröstende Stimme am Telefon verspricht mir Hilfe.
Ich hatte die Beamten gar nicht klopfen hören, aber das ist auch nicht nötig. Mit Schwung wird die Tür eingetreten und zwei Männer, komplett in Schutzanzüge gehüllt, betreten meine Wohnung. Ich zeige nur auf Nicole, die sich noch immer am Boden windet. Die beiden Männer fackeln nicht lange, einer zieht eine Sprtize auf und rammt sie ihr direkt in die Ader. Eine Minute später ist Nicole ganz still.
Die Männer legen sie auf eine Trage, packen sie in eine Plastikplane und rollen sie raus zu einer wartenden Ambulanz. Ein weiter Mann betritt den Raum, ebenfalls in einen Schutzanzug gehüllt. Er teilt mir mit, dass ich zur Beobachtung mitkommen müsse. Ich werde ebenfalls in einen Schutzanzug gesteckt und zum ersten mal seit Wochen fühle ich mich wieder richtig sicher. Beim Hinausgehen sehe ich noch wie das ganze Gebäude in Plastik eingehüllt wird. Zu meiner Freude sehe ich, dass nicht nur die Feuerwehr da ist sondern auch Einheiten der Bundeswehr, die die ganze Strasse abgesperrt haben. Endlich tun die mal was.
Ich liege in einem Bett. Alles ist weiss. Ich höre die Filteranlagen summen und fühle mich sicher. Ich weiss, dass die Bundeswehr die Tür bewacht und mir hier drinnen niemand was anhaben kann. Ich habe gefragt, ob ich Freunde anrufen könnte, aber der freundliche Mann mit der Spritze meinte nur, das sei nicht nötig.
Gruß
Happy End
Moment mal. Das Geräusch hat aufgehört??? Wie nun? Da fällt es mir ein. Das war kein Katastrophenalarm, sondern mein Wecker. Vorsichtig krieche ich unter dem Bett hervor, schaue links und rechts und stecke meinen Kopf nur´kurz ins Fenster, aus Angst vor Scharfschützen. Dann schliesse ich ganz schnell die Vorhänge. Denn, das hat man mir in der Wehrsportgruppe Süd beigebracht: Kopf einziehen ist die oberste Soldantenpflicht. Ich gehe in die Dusche, nicht aber ohne vorher noch das Wasser zu analysieren. Man weiss ja nie, was die da so reinkippen könnten. Ich finde nur Chlor und einige tote Einzeller, sehr gut. Nach einer ausgiebigen Dusche trockne ich mich ab und ziehe mich an, nicht aber ohne vorher alle Taschen genau zu durchsuchen. Man weiss ja nie, was der Inder in der Reinigung da reingesteckt haben könnte. Inder, Afghanen, sind ja alle irgendwie verwandt.
Zum Frühstück gibt es Toast mit Marmelade, ich stelle sicher das das Haar, das ich an das Marmeladenglas geklebt habe, noch dran ist, während ich es aus dem Kühlschrank nehme. Auch stelle ich fest, dass kein Loch im Deckel oder im Glas ist, durch das die Marmelade hätte kontaminiert werden können. Das Brot bewahre ich in einer luftdichten Dose im Kühlschrank auf, auch mit einem meiner Haare gesichert, und mit Genugtuung stelle ich fest das mein Haar noch am selben Platz ist. Butter esse ich keine mehr, man weiss ja nie, was die den Kühen geben. Die könnten irgendeinen Virus entwickelt haben, der sich in der Butter oder im Käse hält. Kaffee habe ich auch abgeschworen, seit mich die libanesische Verkäuferin im Kaffeeladen jedesmal höhnisch angrinst.
8:30 Uhr: Zuhause
Es ist zeit zur Arbeit zu gehen. Ich packe meine Tasche, werfe meinen Regenmantel über, obwohl heute die Sonne scheint, aber man weiss ja nie, ob nicht irgendjemand versucht, einen mit Giftstoffen zu besprühen. Und es war gut, dass ich den Mantel und die Gummistiefel anhatte. Der Türke um die Ecke sprüht mit einem Gartenschlauch angebliches harmloses Wasser auf die Strasse, um sie sauber zu halten. Aber ich traue denen nicht, da ist bestimmt Gift mit reingemischt und ich werd den Mantel und die Stiefel wohl im Büro entsorgen müssen, bevor ich nach Hause gehe. In der U-Bahn bemerke ich, wie ich von den ganzen Afghanen beobachtet werde. Die wissen, dass die mich nicht so leicht bekommen, insbesondere der Typ mit dem langen Bart schaut mich verdächtig an. Ich flüchte aus der U-Bahn an der nächsten Station und laufe im Zick-Zack zur nächsten und schüttle damit scheinbar meine Verfolger ab. Ich sehe keinen von ihnen als ich in der nächsten Station in den Zug steige.
9:00 Uhr: Büro
Mein Gott! All die Fenster sind weit offen. Die Putzfrau (Pakistani) Meinte, das sei nötig um den Zigarettenqualm rauszubekommen. Ich schreie sie an und schliesse sofort alle Fenster, ziehe die Vorhänge zu und schalte das Licht ein. Danach setze ich mich an meinen Schreibtisch, hole meinen Schlüssel raus, öffne die Schubladen und stelle sicher, dass sich noch alles am richtigen Ort befindet. Mein Tacker und meine Stifte liegen noch schön in Reih und Glied. Es scheint sich auch keiner am Schloss zu schaffen gemacht zu haben. Ich schalte meinen Computer ein und beäuge misstrauisch wie die Kiste hochfährt. Ist die heute nicht etwas langsamer als gestern? Ich entschliesse mich, den Support-Heini anzurufen. Zuerst muss ich allerdings sicherstellen, dass kein Kontaktgift an Keyboard, Maus oder Telefon ist. Ich packe meine persönliche bakterien- und giftauflösende Mischung aus, die ich gestern Abend daheim angerührt habe. Von den Dämpfen wurde mir gestern zwar etwas Schwindelig, aber was ist das schon, wenn man damit sein Leben Retten kann?
Nach erfolgreicher Desinfektion von Telefon, Tastatur und Maus wähle ich die Nummer des Supports. Nach endlosem Klingeln antwortet eine tiefe männliche Stimme mit einem starken Akzent den ich nicht sofort zuordnen kann. Es dauert etwas bis ich mich verständlich gemacht habe. Der Typ am anderen Ende meint, er würde gleich vorbeikommen.
9:30 Uhr: Mein Schreibtisch.
Der Tech-Support-Fuzzi ist einer dieser Muslims!!!! Langer Bart, und er spricht noch nicht mal richtig Deutsch. Ich habe Probleme, mich ihm verständlich zu machen. Aber ich hab den Mann eh noch nie vorher gesehen, auf meine Nachfrage wo Klaus denn sei meint er nur "Klaus kaputt". Hat er Klaus etwa beseitigt, um unsere Computersysteme zu infiltrieren? Ich muss das unbedingt meinem Chef mitteilen. Mein Gott, wir sind alle in Gefahr. Ich schaffe es nach fünf Minuten Ahmed (das hat er mir unaufgefordert mitgeteilt) los zu werden und beschliesse, meinen Computer heute so wenig wie möglich zu benutzen.
10:00 Uhr: Mein Schreibtisch - unordentlich
Die Post ist gerade durch. Ich ziehe Einweghandschuhe an, bevor ich die Post öffne. Ein Mundschutz darf natürlich auch nicht fehlen. Eine ganze Menge von unseren Kunden senden mir vorgedruckte Briefe, in denen sie mitteilen, dass sie mit uns fühlen - für die Mitarbeiter die angeblich im WTC gestorben sind, ich wusste nicht mal das wir ein Büro dort hatten. Ein Brief erregt meine Aufmerksamkeit. Er ist scheinbar handgeschrieben und direkt an mich adressiert. Ich öffne ihn vorsichtig. Er hat keinen Absender. Heraus kommt ein weisses Pulver und fällt auf meinen Schoss. Ich schreie aus vor Panik. Viren! Ich wusste es. Die wollen mich vergiften, ich renne schreiend in die Toilette und fange an, wie wild meine Hände und meine Hosen zu waschen. Dann fällt mir ein das ich ja mein Spezialmittel habe. In Unterhosen renne ich zurück zum Schreibtisch, greife die Flasche und wieder in die Toilette. Ich bemerke wie scheinbar alle lachen. Merken die denn nicht, dass unser aller Leben in Gefahr ist?
11:30 Uhr: Toilette - total erschöpft.
Heinz kommt in die Toilette und meint, er müsse jetzt auch mal. Faselt irgendwas von "Marketing Gag" und das er das alles doch sehr "lustig" fände. Mein Gott, die haben ihn umgedreht! Meine Hose ist trocken, wenn auch etwas entfärbt an den Stellen wo mein Mittel zugeschlagen hat, und ich bin mir auch nicht sicher, dass das Gewebe noch lange halten wird. Ich gehe vorsichtig an meinen Schreibtisch zurück und habe sicherheitshalber den Mundschutz und die Handschuhe ausgewechselt.
Kurz vor meinem Schreibtisch stosse ich auf Annette aus der Buchhaltung. Sie klopft mir auf den Rücken und meint nur, dass ich es mal beim Film versuchen soll. Ich sei wohl echt witzig. Sie ist doch nicht etwa auch eine von denen?
Als ich an meinem Schreibtisch ankomme, sehe ich den Brief, aus dem das Pulver kam offen daliegend. Scheinbar hat jemand den Brief komplett geoffnet. Es ist Werbung von Bayer. Man teilt mir mit, dass man mir eine Probe des neuen Alka Selzers geschickt hat und hofft, dass es mir nach meinem nächsten Saufgelage hilft. Peinlich.
13:00 Uhr: Kantine.
Irgendwie habe ich heute keinen Appetit. Ich sehe die kleinen Grüppchen von Leuten zusammensitzen. Ich weiss, dass man mich beobachtet. Die denken alle, ich spinne, aber ich weiss, dass die da draussen sind. Die haben in den USA zugeschlagen und wir werden die nächsten sein. Ich bin vorbereitet, niemand wird mich kriegen. Ich setze mich in eine Ecke der Kantine und beobachte alle genau. Die meisten geben vor, mich nicht zu sehen, aber ich weiss, dass es anders ist. Die sind hinter mir her.
14:00 Uhr: Schreibtisch.
Meine Freundin ruft mich an. Sie fragt mich, ob wir uns heute Abend nicht treffen wollen. Sie hätte eine Überraschung für mich. Ich weiss nicht. Ich mag Überraschungen nicht, nicht in dieser Zeit. Aber dann setzt sie ihre "Och bitttteeeeee" Stimme ein und ich gebe nach. Wer weiss, vielleicht mag ich es ja. Ich komme kaum zum Arbeiten, alle hier sind mir Suspekt.
17:00 Uhr: Feierabend.
Endlich, ich kann raus hier. Die meisten Kollegen sind auch schon auf dem Weg nach draussen. Aus den Augenwinkeln sehe ich noch die pakistanische Putzfrau durch die Mülleimer stöbern. Verdammt, ich hoffe, die haben nichts Wichtiges da reingeworfen. Es fehlt noch, dass Osama und seine Genossen herausfinden, was für ein Killerprodukt wir gerade entwickeln. Das könnte die ganze Welt ins Chaos stürzen.
18:00 Uhr: Zuhause
Die Heimfahrt hat länger gedauert. Ich habe mehrmals die Züge wechseln müssen und bin im Zick-Zack durch die Stadt zu meiner Wohnung gelaufen, da ich definitiv von einem Mann mit Bart verfolgt wurde. Auf den ersten Blick sah er zwar Deutsch aus, aber der Bart hatte ihn verraten. Ich habe ihn zwei Strassen vor meiner Wohnung endlich abhängen können, als er vorgab, in eine der dortigen Kneipen zu gehen. Zuhause angekommen, entsorge ich Gummistifel und den Regenmantel in einen luftdichten Plastiksack und packe alles erstmal auf den Balkon. Es ist schon dunkel draussen und man weiss nie, was einem im dunklen Hof bei den Mülltonnen alles anspringen könnte.
20:00 Uhr: Fernseher - Tageschau.
Nicole ist rübergekommen. Erst nachdem sie sich komplett desinifiziert hatte, habe ich sie reingelassen. Man weiss ja nie, womit die Leute in Berührung kommen. Sie klatschte mir allerdings eine, als ich sie abtasten und durchsuchen wollte. Nun gut, ich behalte sie aber im Auge.
Die Tagesschau berichtet von weiteren Virenanschlägen in den USA. Auch das die deutschen Kernkraftwerke nicht sicher seien und es nur eine Frage der Zeit sei, bis auch in Deutschland Anschläge verübt würden. Ich wusste es. Wir werden alle elendig verrecken.
20:20 Uhr: Wohnzimmer
Nicole meint, sie wolle mir jetzt ihre Überraschung zeigen. Ich werde nervös. Ich hasse Überraschungen. Habe ich das schon erwähnt? Sie quängelt, und ich finde einfach keinen guten Grund ihr den Spass zu versauen.
Sie legt eine CD ein und fängt einen Strip an. Mein Gott, die Frau will Sex. Weiss die denn nicht, dass das der Weg ist, um uns auszurotten? Weiss sie nicht, dass die meisten Viren durch Sex übertragen werden? Mir fällt ein das ich keine Kondome mehr zuhause habe. Warum auch? Sie nimmt die Pille, das behauptet sie zumindest. Ich merke wie ich anfange zu schwitzen. Sie kommt nun näher. Unter normalen Umständen, ja, da hätte ich jetzt zugelangt und mich gefreut, aber in einer Zeit des Terrors? In einer Zeit wo Viren und Talibanesen an jeder Ecke lauern? Mein Gott, was hat sie da auf der Stirn? Eine Pustel? Oh mein Gott! Sie ist infiziert!
Ich springe schreiend auf, renne ins Bad und greife nach meiner selbstgemachten Lösung. Sie folgt mir unscheinbar ins Badezimmer. Ich drehe mich um und sprühe ihr direkt ins Gesicht. Ich fange an zu grinsen und schreie: "Ja ihr blöden Viren, sterbt, sterbt alle!!!!!"
Sie greift sich mit beiden Händen ins Gesicht und fängt an zu Schreien. Ich sehe, wie sich die Haut erst rötet und dann anfängt abzulösen. Ich stelle zu meiner Genugtuung fest, dass sich die Pustel auf ihrer Stirn auch aufgelöst hat. Sie schreit nach einem Krankenwagen. Ich finde, sie hat recht. Sie muss mit Antibiotika behandelt werden. Ich rufe die Feuerwehr an, erzähle von meinem Verdacht und eine tröstende Stimme am Telefon verspricht mir Hilfe.
20:45 Uhr: Eingangstür.
Ich hatte die Beamten gar nicht klopfen hören, aber das ist auch nicht nötig. Mit Schwung wird die Tür eingetreten und zwei Männer, komplett in Schutzanzüge gehüllt, betreten meine Wohnung. Ich zeige nur auf Nicole, die sich noch immer am Boden windet. Die beiden Männer fackeln nicht lange, einer zieht eine Sprtize auf und rammt sie ihr direkt in die Ader. Eine Minute später ist Nicole ganz still.
Die Männer legen sie auf eine Trage, packen sie in eine Plastikplane und rollen sie raus zu einer wartenden Ambulanz. Ein weiter Mann betritt den Raum, ebenfalls in einen Schutzanzug gehüllt. Er teilt mir mit, dass ich zur Beobachtung mitkommen müsse. Ich werde ebenfalls in einen Schutzanzug gesteckt und zum ersten mal seit Wochen fühle ich mich wieder richtig sicher. Beim Hinausgehen sehe ich noch wie das ganze Gebäude in Plastik eingehüllt wird. Zu meiner Freude sehe ich, dass nicht nur die Feuerwehr da ist sondern auch Einheiten der Bundeswehr, die die ganze Strasse abgesperrt haben. Endlich tun die mal was.
23:00 Uhr: Weisser Raum.
Ich liege in einem Bett. Alles ist weiss. Ich höre die Filteranlagen summen und fühle mich sicher. Ich weiss, dass die Bundeswehr die Tür bewacht und mir hier drinnen niemand was anhaben kann. Ich habe gefragt, ob ich Freunde anrufen könnte, aber der freundliche Mann mit der Spritze meinte nur, das sei nicht nötig.
Gruß
Happy End