Die Grünen und Altkanzler Schmidt


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Die Grünen und Altkanzler Schmidt

 
13.12.02 09:13
Wieder einmal wird das grüne Chaos beklagt und der nahende Niedergang der Partei beschrieben. Die sorgenvollen Skeptiker verkennen, dass die Grün-Wähler hart im Nehmen sind. Sie werden auch die Parteivorsitzenden Nr. 29 und 30 überstehen. Im Vergleich zur SPD steht der kleine Koalitionspartner demoskopisch sogar sehr gut da. Was auch an der klugen Ministerauswahl liegt: Umweltminister Trittin darf die Energiewirtschaft ärgern, Verbraucherministerin Künast dem Schadstoff des Monats hinterher jagen, und Außenminister Fischer den Lauf der Welt mit sorgenvoller Bittermiene begleiten. Die schmerzliche Reform- und Sparpolitik überlassen die Grünen der SPD - um dann besserwisserisch aus der zweiten Reiher daran herumzumäkeln. Doch darf sich der Kanzler darüber nicht beklagen. Er hat die einseitige Ressortverteilung gebilligt. Schröder lässt auch zu, dass die Verantwortung für einen unstimmigen Koalitionsvertrag allein der SPD angelastet wird.

Es ist schon dreist, wie die US-Regierung die EU zu raschen Beitrittsverhandlungen mit der Türkei drängt. Für Washington zählen allein strategische Gründe, mit den ökonomischen und kulturellen dürfen sich dann die Europäer herumplagen. Den Regierungschefs der EU ist deshalb dringend anzuraten, die ablehnende Begründung von Helmut Schmidt zu lesen. Der frühere SPD-Kanzler nennt in der "Zeit" vielfältige Gründe, die gegen ein EU-Mitglied Türkei sprechen. Dass sich die Europäer die US-Einmischung gefallen lassen, verdeutlicht zugleich deren Schwäche.

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