Seeeeeeeehhhr langer text!!!!!!!!!!!!!!
Die Kluft innerhalb Osteuropas wird größer, Brüssel muß sich mehr um die ärmeren Reformstaaten, die nicht auf ihrer "Kandidatenliste" stehen, kümmern.
Über die zukünftige wirtschaftliche Entwicklung der Reformstaaten gibt es sehr differenzierte Einschätzungen. Das kann nicht überraschen, trafen doch die überwiegend sehr optimistischen Wirtschaftsprognosen nach der Ostöffnung im Jahre 1989 meist nicht zu.
Nicht einmal den entwickelten ostmitteleuropäischen Ländern ist es gelungen, einen kontinuierlichen Aufholprozeß gegenüber Westeuropa zu halten. In einigen Jahren gab es sogar Rückschläge. Am Balkan hat sich die Lage seit der Ostöffnung in den meisten Ländern weiter verschlechtert. Denken wir nur an Jugoslawien, das heute mit Albanien zu den ärmsten Ländern Europas zählt.
Schon wird ein neues Problem befürchtet: Nach der Spaltung Europas zwischen Ost und West droht eine Wohlstandsbarriere zwischen den EU-Beitrittskandidaten und jenen, die vorläufig draußen bleiben. Der Vizechef des Wiener Instituts für Internationale Wirtschaftsvergleiche (WIIW), Peter Havlik, verweist auf die enormen Unterschiede zwischen den ostmitteleuropäischen Ländern, die in die EU durch den Außenhandel, ausländische Investitionen und die Präsenz westeuropäischer Firmen bereits integriert seien und dem Rest des ehemaligen Ostblocks.
Dazu zählen Staaten wie Rußland, Ukraine, Moldawien, Bulgarien, Rumänien oder einige Länder des ehemaligen Jugoslawien. Es besteht die Gefahr, daß nach dem EU-Beitritt der Kandidatenländer die wirtschaftliche Kluft zwischen den beiden Teilen Osteuropas noch größer wird. Diese könnte sogar größer werden als jene zwischen fortgeschrittenen EU-Kandidatenländern und der Europäischen Union.
"Das wird eine große Herausforderung für die erweiterte Union sein" unterstreicht der WIIW-Vizechef. Man werde neue Modalitäten für die Zusammenarbeit und Hilfeleistungen mit dem Rest von Osteuropa ausarbeiten müssen. Es sei aber wichtig, daß auch diese Staaten einen Beitrag zur politischen und wirtschaftlichen Stabilität sowie der Verbesserung des Investitionsklimas leisten müssen.
Dabei gibt es sogar erste Erfolge beispielsweise in Bulgarien, Rumänien und in jüngster Zeit in Rußland. Am Balkan bestehen jedoch noch viele politische und wirtschaftliche Probleme, wie beispielsweise die prekäre politische Lage in Mazedonien oder in Jugoslawien, wo das zukünftige Verhältnis zwischen Serbien und Montenegro noch immer nicht gelöst ist.
Das WIIW rechnet jedoch damit, daß alle Reformstaaten in den nächsten zehn Jahren ein rascheres Wirtschaftswachstum erzielen werden als Westeuropa. Es wird jedoch Jahrzehnte dauern, bis die bestehenden Unterschiede zwischen den Reformstaaten und Westeuropa verschwinden.
Etwas differenzierter beurteilt man die Lage in Deutschland: Der Ostexperte des Instituts für Wirtschaftsforschung Halle (IWH), Hubert Gabrisch, betont, daß nach der Transformationsrezession nach der Ostöffnung die Reformstaaten ein hohes Wirtschaftswachstum erzielen konnten.
Jetzt kommen jedoch magere Jahre. "Das Wirtschaftswachstum nähert sich in den letzten vier bis fünf Jahren an die westeuropäische Dynamik an", meint der Experte. Die Differenz wird deshalb geringer, weil die Verflechtung mit den Reformländern immer enger wird. Man könne sogar von einem "Konjunkturverbund" zwischen beiden Regionen sprechen. Weil die EU-Kandidatenländer der Eurozone beitreten wollen, müssen sie sich auch an der Geld- und Fiskalpolitik der EU orientieren, um finanzielle Stabilität zu produzieren. Das bremst jedoch die Binnennachfrage und damit auch das Wirtschaftswachstum.
Die Exportmöglichkeiten hängen schließlich vom EU-Wachstum ab. Dieses Vorgehen trägt allerdings dazu bei, das Risiko von Finanzkrisen im Osten zu vermindern. Marek Jakoby vom Preßburger Wirtschaftsforschungsinstitut M.E.S.A.10 rechnet mit dem EU-Beitritt der Vishegrad-Gruppe (Tschechien, Slowakei, Polen und Ungarn) in den Jahren 2004 oder 2005. Im Jahre des Beitritts werde sich das Wirtschaftswachstum verringern, dann werde es höher liegen als in der EU.
Die weitere Marktliberalisierung nach dem Beitritt wird zu einem steilen Anstieg der Importe führen, was ein höheres Handelsbilanzdefizit zur Folge haben dürfte. Gleichzeitig werde auch die Teuerung steigen. So kommen mehr Ausländer auf den Markt der vier Länder, womit sich beispielsweise die Immobilien verteuern. Gleichzeitig werden staatlich kontrollierte Preise liberalisiert, was die Inflation ankurbeln sollte.
Die Arbeitslosigkeit dürfte gleich im Jahr des Beitrittes sinken, weil es wenigstens eine teilweise Liberalisierung des Arbeitsmarktes in der EU geben soll und außerdem dürften die Auslandsinvestitionen zunehmen.
Die Aussichten für den österreichischen Osthandel beurteilt der Außenhandelsexperte des Instituts für Wirtschaftsforschung (Wifo), Jan Stankovsky, als sehr gut. Die EU-Beitrittskandidaten bekommen in Form von Direktinvestitionen und (nach dem Beitritt) Strukturhilfen der EU viel Investitionskapital, was starke Wachstumsimpulse auslösen werde. Ein höherer Wohlstand zieht Importe und Investoren an.
Bis zum Jahr 2010 steigt der Anteil des Ostens an den österreichischen Gesamtausfuhren von heute 16,5 Prozent auf knapp 20 Prozent. Die Importe aus den Reformstaaten steigen auch stark, vor allem aus Ostmitteleuropa. Nicht so stark aus dem Balkan, weil die Produktivität dort nicht so stark steigen wird.
Österreich kann Stankovsky am Ende der Dekade mit einer ausgeglichenen Handelsbilanz mit dem Osten rechnen, zur Zeit gibt es einen hohen Überschuß: Mit Ostmitteleuropa wird sich dann ein Defizit ergeben, mit dem Balkan sind wachsende Überschüsse zu erwarten.
Die Kluft innerhalb Osteuropas wird größer, Brüssel muß sich mehr um die ärmeren Reformstaaten, die nicht auf ihrer "Kandidatenliste" stehen, kümmern.
Über die zukünftige wirtschaftliche Entwicklung der Reformstaaten gibt es sehr differenzierte Einschätzungen. Das kann nicht überraschen, trafen doch die überwiegend sehr optimistischen Wirtschaftsprognosen nach der Ostöffnung im Jahre 1989 meist nicht zu.
Nicht einmal den entwickelten ostmitteleuropäischen Ländern ist es gelungen, einen kontinuierlichen Aufholprozeß gegenüber Westeuropa zu halten. In einigen Jahren gab es sogar Rückschläge. Am Balkan hat sich die Lage seit der Ostöffnung in den meisten Ländern weiter verschlechtert. Denken wir nur an Jugoslawien, das heute mit Albanien zu den ärmsten Ländern Europas zählt.
Schon wird ein neues Problem befürchtet: Nach der Spaltung Europas zwischen Ost und West droht eine Wohlstandsbarriere zwischen den EU-Beitrittskandidaten und jenen, die vorläufig draußen bleiben. Der Vizechef des Wiener Instituts für Internationale Wirtschaftsvergleiche (WIIW), Peter Havlik, verweist auf die enormen Unterschiede zwischen den ostmitteleuropäischen Ländern, die in die EU durch den Außenhandel, ausländische Investitionen und die Präsenz westeuropäischer Firmen bereits integriert seien und dem Rest des ehemaligen Ostblocks.
Dazu zählen Staaten wie Rußland, Ukraine, Moldawien, Bulgarien, Rumänien oder einige Länder des ehemaligen Jugoslawien. Es besteht die Gefahr, daß nach dem EU-Beitritt der Kandidatenländer die wirtschaftliche Kluft zwischen den beiden Teilen Osteuropas noch größer wird. Diese könnte sogar größer werden als jene zwischen fortgeschrittenen EU-Kandidatenländern und der Europäischen Union.
"Das wird eine große Herausforderung für die erweiterte Union sein" unterstreicht der WIIW-Vizechef. Man werde neue Modalitäten für die Zusammenarbeit und Hilfeleistungen mit dem Rest von Osteuropa ausarbeiten müssen. Es sei aber wichtig, daß auch diese Staaten einen Beitrag zur politischen und wirtschaftlichen Stabilität sowie der Verbesserung des Investitionsklimas leisten müssen.
Dabei gibt es sogar erste Erfolge beispielsweise in Bulgarien, Rumänien und in jüngster Zeit in Rußland. Am Balkan bestehen jedoch noch viele politische und wirtschaftliche Probleme, wie beispielsweise die prekäre politische Lage in Mazedonien oder in Jugoslawien, wo das zukünftige Verhältnis zwischen Serbien und Montenegro noch immer nicht gelöst ist.
Das WIIW rechnet jedoch damit, daß alle Reformstaaten in den nächsten zehn Jahren ein rascheres Wirtschaftswachstum erzielen werden als Westeuropa. Es wird jedoch Jahrzehnte dauern, bis die bestehenden Unterschiede zwischen den Reformstaaten und Westeuropa verschwinden.
Etwas differenzierter beurteilt man die Lage in Deutschland: Der Ostexperte des Instituts für Wirtschaftsforschung Halle (IWH), Hubert Gabrisch, betont, daß nach der Transformationsrezession nach der Ostöffnung die Reformstaaten ein hohes Wirtschaftswachstum erzielen konnten.
Jetzt kommen jedoch magere Jahre. "Das Wirtschaftswachstum nähert sich in den letzten vier bis fünf Jahren an die westeuropäische Dynamik an", meint der Experte. Die Differenz wird deshalb geringer, weil die Verflechtung mit den Reformländern immer enger wird. Man könne sogar von einem "Konjunkturverbund" zwischen beiden Regionen sprechen. Weil die EU-Kandidatenländer der Eurozone beitreten wollen, müssen sie sich auch an der Geld- und Fiskalpolitik der EU orientieren, um finanzielle Stabilität zu produzieren. Das bremst jedoch die Binnennachfrage und damit auch das Wirtschaftswachstum.
Die Exportmöglichkeiten hängen schließlich vom EU-Wachstum ab. Dieses Vorgehen trägt allerdings dazu bei, das Risiko von Finanzkrisen im Osten zu vermindern. Marek Jakoby vom Preßburger Wirtschaftsforschungsinstitut M.E.S.A.10 rechnet mit dem EU-Beitritt der Vishegrad-Gruppe (Tschechien, Slowakei, Polen und Ungarn) in den Jahren 2004 oder 2005. Im Jahre des Beitritts werde sich das Wirtschaftswachstum verringern, dann werde es höher liegen als in der EU.
Die weitere Marktliberalisierung nach dem Beitritt wird zu einem steilen Anstieg der Importe führen, was ein höheres Handelsbilanzdefizit zur Folge haben dürfte. Gleichzeitig werde auch die Teuerung steigen. So kommen mehr Ausländer auf den Markt der vier Länder, womit sich beispielsweise die Immobilien verteuern. Gleichzeitig werden staatlich kontrollierte Preise liberalisiert, was die Inflation ankurbeln sollte.
Die Arbeitslosigkeit dürfte gleich im Jahr des Beitrittes sinken, weil es wenigstens eine teilweise Liberalisierung des Arbeitsmarktes in der EU geben soll und außerdem dürften die Auslandsinvestitionen zunehmen.
Die Aussichten für den österreichischen Osthandel beurteilt der Außenhandelsexperte des Instituts für Wirtschaftsforschung (Wifo), Jan Stankovsky, als sehr gut. Die EU-Beitrittskandidaten bekommen in Form von Direktinvestitionen und (nach dem Beitritt) Strukturhilfen der EU viel Investitionskapital, was starke Wachstumsimpulse auslösen werde. Ein höherer Wohlstand zieht Importe und Investoren an.
Bis zum Jahr 2010 steigt der Anteil des Ostens an den österreichischen Gesamtausfuhren von heute 16,5 Prozent auf knapp 20 Prozent. Die Importe aus den Reformstaaten steigen auch stark, vor allem aus Ostmitteleuropa. Nicht so stark aus dem Balkan, weil die Produktivität dort nicht so stark steigen wird.
Österreich kann Stankovsky am Ende der Dekade mit einer ausgeglichenen Handelsbilanz mit dem Osten rechnen, zur Zeit gibt es einen hohen Überschuß: Mit Ostmitteleuropa wird sich dann ein Defizit ergeben, mit dem Balkan sind wachsende Überschüsse zu erwarten.