Google zittert sich zum IPO - und die ersten Derivate sind auch schon da
Die Internetsuchmaschine Google hält den Kapitalmarkt auf Trab. In den letzten Tagen überschlugen sich die Ereignisse und es durfte kräftig spekuliert werden, wann und zu welchem Preis der Börsengang des Jahres nun endlich über die Bühne gehen würde. Der für Mittwoch vorgesehene Start platzte aber zunächst und zu allem Überfluss musste auch noch die Preisspanne drastisch reduziert werden: 85 bis 95 anstelle der zuvor ersehnten 108 bis 135 Dollar sollten pro Google-Aktie gezahlt werden. Und auch dies erwies sich noch als zu hoch, denn letztlich wurde der Preis nur am unteren Ende der abgesenkten Spanne festgesetzt – 85 Dollar !
Sehr viel weniger als gedacht, aber immer noch ein stattlicher Betrag. Denn Google kommt damit immerhin auf einen Börsenwert von 23 Mrd. US-Dollar und bewegt sich damit in der Größenordnung von Automobilkonzernen wie Ford oder General Motors. Und damit nicht genug – auch den Branchenkollegen Amazon (16 Mrd. Dollar) lässt Google deutlich hinter sich. Börsenstart ist heute Nachmittag um 15:30 Uhr mitteleuropäischer Zeit. Und genau dann beginnt auch der Handel mit den ersten Derivaten auf den potenziellen neuen Liebling der Internet-Aktionäre. Sieger beim Wettlauf um die ersten Google-Scheine ist die Deutsche Bank, die auch schon beim Börsengang der Postbank die Emissionsnase vorne hatte.
Das Auftaktsortiment umfasst zwei Knock-Outs und drei klassische Optionsscheine („Plain Vanilla“). Auf Seiten der Klassiker stehen zu Beginn zwei aus dem Geld liegende Calls mit Basis 100 (WKN: DB0C94) und 120 Dollar (WKN: DB0C95), sowie ein ebenfalls leicht aus dem Geld liegender Put mit Basis 80 Dollar (WKN: DB0C96) zur Verfügung. Die Scheine richten sind allerdings ausschließlich an extrem kurzfristig orientierte Anleger, da die Laufzeit bereits am 14.12.04 endet. Ob der Einsatz dieser Optionsscheine an den ersten Handelstagen wirklich sinnvoll ist, bleibt umstritten. Denn wie bei Neuemissionen üblich, gibt es bislang keinerlei Erfahrungswerte hinsichtlich der einzupreisenden Volatilität. Demzufolge muss die Deutsche Bank die Höhe der „impliziten Vola“ bei der Preisstellung selbst bestimmen. Zwar dienen vergleichbare Werten wie Ebay oder Amazon als Orientierung, es bleibt aber das Risiko einer zu hoch angesetzten Auftakt-Volatilität. Denn falls Google weniger stark schaukelt als zunächst angenommen, wäre ein Abwärtskorrektur der Preiskomponente „Vola“ die Folge. Und dies würde bei Calls und Puts gleichermaßen zu Verlusten führen. Ein Liedchen können davon die ersten Käufer von Optionsscheinen auf die Postbank singen. Hier hatten die Emittenten die Vola zu hoch eingeschätzt, die nachfolgende moderate Aufwärtsbewegung der Aktie und die damit verbundene Reduzierung der Vola-Komponente führte selbst bei Call-Optionsscheinen zu Verlusten.
Wer sich auf das undurchsichtige Vola-Spiel nicht einlassen möchte, dem bietet die Deutsche Bank aber auch je einen Call und Put aus der Turbo-Familie, bei der die Volatilität vernachlässigt werden kann. Der Wave-Call (WKN: DB0C92) ist mit einer Barriere bei 75 Dollar ausgestattet. Der Hebel beträgt etwa 10. Bei dem Wave-Put (WKN: DB0C93) werden etwaige Kursverluste mit dem Faktor 4 gehebelt. Hier droht der Knock-out bei Überschreiten der Marke von 105 Dollar. Die beiden angebotenen Knock-Out-Papiere haben allerdings eine noch geringere als die klassischen Optionsscheine und laufen gerade einmal vier Wochen (bis zum 16.9.).
Wem dieses Angebot noch nicht ausreicht oder wer erst einmal die Entwicklung der Google-Aktie beobachten möchte, der kann sich beruhigt zurücklehnen. Denn auch die übrigen Emittenten werden sicher nicht lange auf sich warten lassen und ebenfalls Google-Papiere nachreichen. raf
Die Internetsuchmaschine Google hält den Kapitalmarkt auf Trab. In den letzten Tagen überschlugen sich die Ereignisse und es durfte kräftig spekuliert werden, wann und zu welchem Preis der Börsengang des Jahres nun endlich über die Bühne gehen würde. Der für Mittwoch vorgesehene Start platzte aber zunächst und zu allem Überfluss musste auch noch die Preisspanne drastisch reduziert werden: 85 bis 95 anstelle der zuvor ersehnten 108 bis 135 Dollar sollten pro Google-Aktie gezahlt werden. Und auch dies erwies sich noch als zu hoch, denn letztlich wurde der Preis nur am unteren Ende der abgesenkten Spanne festgesetzt – 85 Dollar !
Sehr viel weniger als gedacht, aber immer noch ein stattlicher Betrag. Denn Google kommt damit immerhin auf einen Börsenwert von 23 Mrd. US-Dollar und bewegt sich damit in der Größenordnung von Automobilkonzernen wie Ford oder General Motors. Und damit nicht genug – auch den Branchenkollegen Amazon (16 Mrd. Dollar) lässt Google deutlich hinter sich. Börsenstart ist heute Nachmittag um 15:30 Uhr mitteleuropäischer Zeit. Und genau dann beginnt auch der Handel mit den ersten Derivaten auf den potenziellen neuen Liebling der Internet-Aktionäre. Sieger beim Wettlauf um die ersten Google-Scheine ist die Deutsche Bank, die auch schon beim Börsengang der Postbank die Emissionsnase vorne hatte.
Das Auftaktsortiment umfasst zwei Knock-Outs und drei klassische Optionsscheine („Plain Vanilla“). Auf Seiten der Klassiker stehen zu Beginn zwei aus dem Geld liegende Calls mit Basis 100 (WKN: DB0C94) und 120 Dollar (WKN: DB0C95), sowie ein ebenfalls leicht aus dem Geld liegender Put mit Basis 80 Dollar (WKN: DB0C96) zur Verfügung. Die Scheine richten sind allerdings ausschließlich an extrem kurzfristig orientierte Anleger, da die Laufzeit bereits am 14.12.04 endet. Ob der Einsatz dieser Optionsscheine an den ersten Handelstagen wirklich sinnvoll ist, bleibt umstritten. Denn wie bei Neuemissionen üblich, gibt es bislang keinerlei Erfahrungswerte hinsichtlich der einzupreisenden Volatilität. Demzufolge muss die Deutsche Bank die Höhe der „impliziten Vola“ bei der Preisstellung selbst bestimmen. Zwar dienen vergleichbare Werten wie Ebay oder Amazon als Orientierung, es bleibt aber das Risiko einer zu hoch angesetzten Auftakt-Volatilität. Denn falls Google weniger stark schaukelt als zunächst angenommen, wäre ein Abwärtskorrektur der Preiskomponente „Vola“ die Folge. Und dies würde bei Calls und Puts gleichermaßen zu Verlusten führen. Ein Liedchen können davon die ersten Käufer von Optionsscheinen auf die Postbank singen. Hier hatten die Emittenten die Vola zu hoch eingeschätzt, die nachfolgende moderate Aufwärtsbewegung der Aktie und die damit verbundene Reduzierung der Vola-Komponente führte selbst bei Call-Optionsscheinen zu Verlusten.
Wer sich auf das undurchsichtige Vola-Spiel nicht einlassen möchte, dem bietet die Deutsche Bank aber auch je einen Call und Put aus der Turbo-Familie, bei der die Volatilität vernachlässigt werden kann. Der Wave-Call (WKN: DB0C92) ist mit einer Barriere bei 75 Dollar ausgestattet. Der Hebel beträgt etwa 10. Bei dem Wave-Put (WKN: DB0C93) werden etwaige Kursverluste mit dem Faktor 4 gehebelt. Hier droht der Knock-out bei Überschreiten der Marke von 105 Dollar. Die beiden angebotenen Knock-Out-Papiere haben allerdings eine noch geringere als die klassischen Optionsscheine und laufen gerade einmal vier Wochen (bis zum 16.9.).
Wem dieses Angebot noch nicht ausreicht oder wer erst einmal die Entwicklung der Google-Aktie beobachten möchte, der kann sich beruhigt zurücklehnen. Denn auch die übrigen Emittenten werden sicher nicht lange auf sich warten lassen und ebenfalls Google-Papiere nachreichen. raf