Die Erholung kommt

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Die Erholung kommt

 
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Geldanlage:
Die Erholung kommt
- aber verspätet -

Von Torsten Engelbrecht

Die Aktienstrategen führender Investmenthäuser halten das Einstiegsniveau für erreicht.

Schon der vergangenen Woche taten sich die Deutsche Bank und Lehman Brothers mit "bullishen" Kommentaren zu den globalen Aktienmärkten hervor. Inzwischen sind weitere positiven Äußerungen bedeutender Institute hinzugekommen. So stockte Abby Cohen von Goldman Sachs den Aktienanteil in ihrem Musterportfolio am Montag von 70 auf 75 Prozent auf, die Strategen von Credit Suisse First Boston erhöhten die Aktienquote von 65 auf nunmehr 70 Prozent.

Die seit den Anschlägen am 11. September erneut eingebrochenen Kurse (Nasdaq 100 minus 13 Prozent, S&P 500 minus acht Prozent) hätten sehr günstige Einstiegsniveaus erreicht, so der Grundtenor der Optimisten. Zudem befinde sich eine momentan vor allem in Geldmarktfonds geparkte enorme Liquidität im Markt, die nur darauf warte, in die Aktienmärkte zu fließen.

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Hohe Risikoprämie auf Aktien

Auch die Strategen von Salomon Smith Barney sind zuversichtlich gestimmt, rechnen aber mit einer Verzögerung der Erholung an den Märkten. "Wenn die Erholung kommt, wird sie mit 15 bis 20 Prozent auf Sicht von zwölf Monaten sehr deutlich ausfallen", so die Einschätzung von Shaun Roache, globaler Stratege der Investmentbank. Darauf deutet laut Roache auch die mittlerweile recht hohe "Risikoprämie" von Aktien - von der Investmentbank definiert als "der Extra-Ertrag, den Aktien im Vergleich zu ,risikofreien‘ Anlageklassen bieten müssen" - in Höhe von knapp sechs Prozent hin. Vor dem 87er-Crash lag die Risikoprämie bei etwas mehr als zwei Prozent, auf der Höhe der Tech-Blase im März 2001 bei 3,6 Prozent.

Zugleich ist das Strategie-Team von Salomon Smith Barney davon überzeugt, dass sich die Aussichten auf eine nachhaltige Erholung der globalen Wirtschaft und der internationalen Aktienmärkte, die man ursprünglich für das vierte Quartal vorausgesagt hatte, auf Grund der Terror-Anschläge klar eingetrübt haben. "Wie lange sich die Verzögerung hinzieht, wird in erster Linie davon abhängen, wie schnell und wie drastisch die G7-Staaten ihre fiskalpolitischen und monetären Maßnahmen forcieren", sagte Roache. Auf jeden Fall sei für die nächsten Monate von einer erhöhten Nervosität und Volatilität an den Märkten auszugehen.
Abwärtspotenzial sehr begrenzt

Die Strategen von Salomon Smith Barney lassen ihre globale Asset Allocation unverändert. Wie am 24. August, als die FTD die Strategie der Investmentbank zuletzt an dieser Stelle vorstellte, lautet die aktuelle Aufteilung: 70 Prozent Aktien, 27 Prozent Anleihen, drei Prozent Cash. "Auch wenn sich die Erholung verzögern dürfte, so verfügen die globalen Aktienmärkte dennoch über ein beachtliches Aufwärtspotenzial, wohingegen das Abwärtspotenzial beim derzeitigen Kursniveau doch sehr begrenzt ist", begründet Roache den hohen Aktienanteil im Portfolio. Demgegenüber verfügten Anleihen kaum noch über Bewertungsspielraum nach oben. "Eine Aufstockung des Aktienanteils kam aber nicht in Betracht, da wir hier bereits klar übergewichtet waren."

Bei den Regionen nimmt Salomon Smith Barney einige Veränderungen vor. So wird der Anteil britischer und japanischer Aktien angehoben. "Wir wollen diese Anteile in unserem Portfolio an die Aufteilung in unserer Benchmark, den MSCI-World-Market- Equity Index, anpassen", erläutert Roache. Zudem sei man von britischen Werten wie British Petroleum oder Royal Bank of Scotland sehr angetan und habe diese Aktien daher zugekauft. Japan-Stratege Alex Kinmont wiederum argumentiert, dass Nippons Aktien ihrem Boden sehr nahe seien. Zudem sei die eine oder andere positive Überraschung von Seiten der japanischen Politik durchaus möglich.

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US-Papiere übergewichtet

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Diese Anpassungen gehen leicht zu Lasten der US-Aktien, die jetzt noch mit knapp 53,9 Prozent im globalen Portfolio vertreten sind (vorher: 56,5 Prozent; MSCI: 51,9 Prozent). Damit bleiben die Strategen von Salomon Smith Barney aber weiter bei US-Papieren übergewichtet. "Es ist sehr wahrscheinlich, dass die USA als weltweit führende Wirtschaftsmacht und politisch äußerst flexible Nation den Umschwung an den Märkten anführen werden", ist Matthew Merritt, globaler Chefstratege bei Salomon Smith Barney, überzeugt.

Die auffälligsten Veränderungen bei Sektoren und Einzelwerten erfolgen bei Pharma- und Energietiteln, die Salomon Smith Barney aufstockt. Wegen der gestiegenen Unsicherheiten wendet man sich also verstärkt defensiven Werten zu, den "sicheren Häfen der vergangenen 18 Monate", wie Shaun Roache unterstreicht. Dazu zählen neben den erwähnten britischen Titeln auch die Pharma-Riesen Pfizer aus den USA und Aventis aus Frankreich sowie die amerikanischen Öl-Multis Exxon und Texaco sowie aus Frankreich TotalFina Elf.

Hohes Kurspotenzial wird auch Finanzwerten wie Banco Bilbao Vizcaya Argentaria und ING zugetraut. "Von der reichlich zur Verfügung gestellten Liquidität und der aggressiven Zinssenkungspolitik werden Qualitätstitel profitieren", so Merritt. "Noch interessanter als Bankaktien sind Versicherungstitel, die zuletzt über Gebühr unter die Räder gekommen sind", lautet die Einschätzung von Mark Howdle, Chefstratege für Europa. So hat Howdle die Münchener Rück und Skandia von "Neutral" auf "Buy" heraufgestuft.

quelle ftd.

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