Der Aufsichtsrat der Deutschen Börse verlangt vom künftigen Vorstandschef Reto Francioni eine Verschlankung der Führungsstruktur bei dem Frankfurter Börsenbetreiber. Mehrere Aufsichtsräte hätten sich dafür ausgesprochen, das Topmanagement zu entschlacken und die von Francionis Vorgänger Werner Seifert geschaffene Führungsorganisation aus Vorständen und sogenannten Managing Directors zu überdenken, wurde aus Kreisen des Aufsichtsrats bekannt. Die verzahnte strategische und operative Leitungsebene der Börse besteht aus fünf Vorständen und zwölf Managing Directors. Diese arbeiten im «Executive Committee» und in «Group Committees» zusammen. Allein im vergangenen Jahr hatte der damalige Börsenchef Seifert vier Managing Directors berufen.
Der designierte Vorstandschef der Deutschen Börse, der Schweizer Reto Francioni, wird sein neues Amt am Donnerstag kommender Woche übernehmen, wie ein Unternehmenssprecher am Montag eine entsprechende Information aus Finanzkreisen bestätigte. Der Aufsichtsrat des Frankfurter Börsenbetreibers hatte den bisherigen Chef der Schweizer Börse SWX am 10. Oktober zum Nachfolger des im Mai auf Druck opponierender Aktionäre um den Hedge-Funds TCI zurückgetretenen Werner Seifert berufen. Bis 2000 war Francioni die rechte Hand von Ex-Börsenchef Seifert, bevor er im Streit ging. Der Jurist hatte sich gegen Seiferts Pläne einer Übernahme der Londoner Börse gestellt. Dieser erste Versuch scheiterte prompt an Widerständen in London.
nzz.ch