Die Angsthasen sind weg. Jetzt steigen die Kurse


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Slater:

Die Angsthasen sind weg. Jetzt steigen die Kurse

 
01.11.02 09:31
Von Ulf Sommer


Die Nachrichtenlage könnte kaum düsterer sein. Wohin man auch blickt, alle Fundamentaldaten sprechen gegen einen Aufschwung an den Börsen. Doch die Realität sieht anders aus: Je schlechter die Rahmenbedingungen werden, desto mehr stabilisieren sich die Börsen. Dem größten Quartalsverlust im Deutschen Aktienindex (Dax) seit 1959 (minus 42,5 %) folgt seit der zweiten Oktoberwoche eine Rally, die den Dax bislang um ein Viertel steigen lässt.

DÜSSELDORF. Wie kommt dieser scheinbar widersinnige Aufschwung zu Stande? „In den vergangenen vierzig Jahren hat es häufig kräftige Börsenerholungen gegeben, wenn ringsum alles schlecht ist. Wer aus dem Markt raus will, ist bereits raus gegangenen – gerade wegen der vielen schlechten Nachrichten“, beschreibt Vermögensverwalter Jens Erhardt die Situation.

Die fundamentalen Sorgen der Börsianer sind nach zweieinhalbjähriger Baisse keineswegs kleiner geworden. Nach wie vor belastet ein möglicher Krieg. In allen wichtigen Industrienationen läuft die Konjunktur schlecht. Den USA und Teilen Europas droht eine Rezession. Spätestens nach dem Einbruch des amerikanischen Verbrauchervertrauens auf den tiefsten Stand seit 1993 glaubt niemand mehr, dass die US-Wirtschaft auf dem Pfad der Erholung ist. Wenn der Konsument sein Vertrauen verliert, rutscht der amerikanische Binnenmarkt in eine tiefe Krise.

Investmentbanker sehen Entwicklung in Deutschland mit Sorge

In Europa ist es kaum besser. Führende Investmentbanken sehen vor allem die Entwicklung in Deutschland mit Sorge. So vergleicht Merrill Lynch die Situation in dem größten Euroland mit der in Japan Anfang der neunziger Jahre. Hauptkritikpunkt ist, dass die Regierung auch nach den schmerzlichen Verlusten an den Märkten keine Umstrukturierungen auf den Weg bringt, die in Richtung Wachstum zielen. Merrill Lynch prognostiziert deshalb, dass sich die Talfahrt an den Börsen – vor allem in Deutschland – fortsetzt. Morgan Stanley fürchtet, dass Deutschland in eine Rezession rutschen könnte, mindestens drohe eine Phase des Stillstandes. Inzwischen lähme Deutschlands Konjunkturschwäche und schlechte Wirtschaftspolitik den gesamten Euroraum.

Derzeit ist das Umfeld offenbar so schlecht, dass sich potenzielle Verkäufer längst vom Aktienmarkt verabschiedet haben, ängstliche Naturen legen ihr Kapital woanders an. Weitere schlechte Nachrichten lösen kaum Verkaufsdruck aus. „Entscheidend ist die Angebotsknappheit. Kaum jemand bietet auf diesem Kursniveau noch Aktien an. Auch Versicherungen haben einen Großteil ihrer Bestände verkauft, die sie loswerden wollen“, glaubt Erhardt. Die verhältnismäßig niedrigen Umsätze in den vergangenen Tagen geben ihm Recht. Der Verkaufsdruck, wie ihn die Börsen noch Anfang Oktober erlebten, als sich vor allem Assekuranzen aus Sorge um ihre Bilanzen von Aktien trennten, ist gewichen.

Kein Aussicht auf nachhaltige Trendwende

Erhardt rechnet zwar damit, dass sich die Rally noch bis zu drei Monate fortsetzen könnte. Die Saisonalität, wonach Aktien seit Jahrzehnten zwischen November und März stark zulegen, spricht dafür. Doch eine nachhaltige Trendwende erwartet er nicht. „Auf Dauer können sich Aktien nicht von der Entwicklung der Firmengewinne abkoppeln“, sagt Erhardt.

Die dahinter stehende Logik ist folgende: Angelockt durch steigende Kurse drängen neue Investoren in den Markt. Dabei handelt es sich jedoch nicht um Langfristanleger. Kommen neue schlechte Nachrichten auf den Markt, verkaufen die „zittrigen Hände“ wieder. „Da die fundamentale Lage schlecht ist, sind 2003 durchaus neue Index-Tiefs möglich“, sagt Erhardt.

Doch gerade die weit verbreitete pessimistische Grundstimmung, die der Vermögensverwalter mit vielen Investmentbanken, Anlegern und Printmedien teilt, könnte die Rally vorerst am Leben halten – gemäß der Annahme, dass nur Optimisten investiert sind. So sind potenzielle „Schnell-Wiederverkäufer“ noch gar nicht in den Markt eingestiegen. Befragungen ergeben, dass 43 % der amerikanischen Börsenbriefe pessimistisch eingestellt sind. Viel Skepsis signalisiert auch das Put-Call-Verhältnis, also der Anteil der Investoren, die auf fallende bzw. steigende Kurse setzen.

Dass der Aufschwung kurzfristig weitergeht, zeigt auch der V-Dax. Dieser Volatilitäts-Index misst die erwartete Schwankungsbreite des Dax. Abgesehen von wenigen Tagen liegen die Werte seit einem Vierteljahr über 45. Das ist Rekord. In der Vergangenheit zog eine hohe Volatilität immer höhere Kurse nach sich. Dasselbe gilt für den Abstand des Dax zu seiner 200-Tage-Linie, also dem Durchschnitt in den vergangenen 200 Handelstagen (Grafik). Immer wenn der Dax mehr als 20 Prozent unter seinem 200-Tage-Durchschnitt notierte, kam es zumindest kurzzeitig zu rasch steigenden Kursen. Daran scheint sich auch dieses Mal nichts zu ändern, wie die Rally beweist.


HANDELSBLATT, Freitag, 01. November 2002, 08:04 Uhr

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Happy End:

Ach, deswegen fallen die Kurse heute ;-))

 
01.11.02 10:12
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f8169:

aber Happy End...

 
01.11.02 10:32
du willst doch nicht sagen das das Angsthasen sind! :-))
Die kurse heute werden von knallharten Zockern gemacht. Die Angsthasen warten ab und sitzen wie vor einer Schlange. Die denken wenn sie sich bewegen werden sie gebissen, also bleiben sie lieber ganz ruhig sitzen und warten was passiert. :-))


ciao f8169
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kalle4712:

Zum amerikanischen Verbrauchervertrauen

 
01.11.02 11:02
In den vergangenen Tagen habe ich viele Beiträge gelesen, in denen sich die Arivaner über die steigenden Kurse wunderten und die Lage nicht nachvollziehen konnten.
Vor allem auch aufgrund des US-Verbrauchervertrauens und der schlechten Nachrichten von der Wirtschaftsfront sind die meisten Leute der Ansicht, dass wir demnächst neue Tiefs sehen werden.

Ich möchte aber zu bedenken geben: So wie die Hausse im Frühjahr bei noch sehr guten Wirtschaftsmeldungen zu Ende ging, so wird die laufende Baisse bei sehr schlechten Wirtschaftsmeldungen zu Ende gehen. Ob es jetzt bereits soweit ist, weiß ich zwar nicht. Aber ich weiß: Die Börse ist der beste Richter, und vor allem orientiert sie sich an der Zukunft. Möglicherweise nimmt die Börse jetzt vorweg, was wir im nächsten Sommer erleben könnten: Positive Nachrichten von der Wirtschaftsfront.

Und was das Verbrauchervertrauen betrifft: Es ist eine Größe, die Daten aus der Vergangenheit misst - so wie die Verbraucher in der Vergangenheit pessimistisch waren, so sind die Kurse ja bereits in der Vergangenheit auch gefallen, eben weil die Verbraucher und die Börsianer Menschen sind, die quasi zeitgleich handeln (Stimmung = Verbrauchervertrauen, Börsenhandel). Mit anderen Worten: Das Verbrauchervertrauen hat sich auch (bevor! es gemessen wurde) schon auf die Börsen niedergeschlagen. Die schlechten Nachrichten sind also in diesem Sinne bereits in den Kursen enthalten.

Wie gesagt: Ich weiß nicht, ob die Baisse bereits beendet ist. Aber: Die Grundlagen für den Börsenerfolg werden in schlechten Zeiten gelegt. Wenn man auf gute Nachrichten wartet, dann kauft man viel teurer ein.

Ich persönlich habe anfang Oktober stark in US-Telekommunikationsausrüster investiert - vor allem, weil die Branche tot-gesungen wird. Ich bin also antizyklisch eingestiegen, weil ich der Meinung bin, dass allein aufgrund technischer Innovationen schon bald wieder Nachrüstungsbedarf bestehen wird. Außerdem dürfte in aufstrebenden Ländern wie z.B. China ein enormes Geschäft zu machen sein. Und in US-Unternehmen habe ich investiert, weil diese im Gegensatz zu deutschen Unternehmen viel einfacher umstrukturieren können (z.B. Kündigungsschutz).
Von den Anbietern von Telefondiensten (z.B. Dt. Telekom, France Telecom) lasse ich eher die Finger, weil der Markt in den westlichen Ländern bereits stark gesättigt ist. Und in sachen UMTS bin ich skeptisch: Handelt es sich wirklich um einen tragfähigen Markt, oder geht es da eher um eigentlich überflüssiges Gedaddel wie z.B. SMS??
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Slater:

och Happy warum bist Du so?

 
01.11.02 11:34
Ich hab' auch Gefühle
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zombi17:

Was mir komisch vorkommt

 
01.11.02 11:50
Im Moment erkenne ich keinerlei Panik. Kleine Rückschläge gehören zum Geschäft.
Außerdem ist heute Freitag , alles normal.
Mein größter Börsenwunsch ist auf jedem Fall in Erfüllung gegangen.
Bei 8000 Nemax Punkten dachte ich , was wäre das Toll nochmal von Anfang an dabeizusein.
Und eines ist Sicher , bei Firmen die Gewinne machen werden auch die Kurse steigen , deshalb sind mir die Indexstände vollkommen egal.
Es kommt mir nicht auf ein paar Wochen drauf an.

Gruß
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f8169:

gute Einstellung zombi! o. T.

 
01.11.02 11:59
Antworten
calexa:

Gute Einstellung zombie

 
01.11.02 15:35
So ist auch meine. Welche Werte favorisierst Du denn?

So long,
Calexa
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zombi17:

@ calexa

 
01.11.02 15:39
Kann ich nicht sagen , nachher wird noch behauptet , ich würde pushen.
Zum ruhig schlafen eignet sich Zapf.
Gruß
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roumata:

Aber ist schon Geil

 
01.11.02 15:41
wie sich alles geändert hat in den letzten Wochen.
Wären die DB Zahlen im September gekommen, wäre der Dax bestimmt auf 1000 gerutscht.
Ich finde das richtig geil.
Mein Depot wächst von Woche zu Woche.
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Willi1:

Super Kalle

 
01.11.02 15:44
sprichst mir aus der Seele, eigene Gedanken!!!! statt Kopien!! super Mann




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kalle4712:

Willi: Ich bin eben ein Exot :-)

 
03.11.02 10:06
Schön, dass ich mit meiner Meinung nicht allein bin.

Unter dem Strich bin ich zur Zeit aber wohl ein einsamer Streiter. Denn die meisten gehen davon aus, dass wir eine Bärenmarkt-Rallye erleben. Aber diese Einsamkeit hat ihr Gutes, bedeutet sie doch im Prinzip nichts anderes als Antizyklik.

Wenn ich die Threads lese, in denen die Überzeugung von der Bärenmarktrallye rüberkommt, dann entlockt mir das immer ein gewisses inneres Lächeln. Ich - der ich long bin - freue mich auf die nächsten Börsenmonate.

Gruß
Kalle

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