"Steigt Apple wirklich aus?
Was wären mögliche Gründe bei Apple für einen Zuliefererwechsel? Im Grunde der Preis, die Funktion und die Qualität. Bezüglich Dialog kann der Preis nicht das Problem sein. Bei einem Preis von 3,50 Dollar je Gerät ist der Einfluss von PMICs auf die Gesamtkosten von schätzungsweise 230 bis 250 Dollar je iPhone vernachlässigbar. Bleiben Funktion und Qualität.
Es sind einige Entwicklungen festzustellen, die nahelegen, dass auch im Hinblick auf Funktion und Qualität seitens Apple kein Handlungsbedarf besteht. Dialog konnte den Chip-Anteil in fast allen Generationen steigern und wird im laufenden Jahr sogar eine Doppel-Chip-Lösung beisteuern. Das resultierte bis dato in einem steigenden Umsatzanteil je Gerät mit robusten Margen. Preisdruck seitens Apple ist nicht zu erkennen. Zudem erweiterte Dialog das Apple-Portfolio kontinuierlich auf iWatch, iTV und MacBook in den vergangenen Jahren. Hinzu kommt die bereits mehrfach vom AKTIONÄR angesprochene Kooperation von Dialog mit Energous, die ausschließlich das Ziel haben dürfte, für Apple eine kabellose Ladefunktionalität zu entwickeln, welche unter Umständen bereits im iPhone 8 erstmals zum Einsatz kommen könnte. Kooperationspartner Energous hat für seine short- und mid-range Lade-Technologie bereits die Zulassung von der US-Telekombehörde FCC. Insgesamt ist man bei Energous offensichtlich sehr zuversichtlich. Die operativen Prozesse zur Markteinführung der als WattUp bezeichneten Technologie sind im Plan.
Operativ läuft es nachweislich gut. Im ersten Quartal startete Dialog erfolgreich in das Jahr. Einziger Malus: Der Ausblick für das zweite Quartal fiel mau aus, was kurzzeitig enttäuschte. Allerdings blickt die TecDAX-Firma mit Blick auf das zweite Halbjahr sehr zuversichtlich in die Zukunft, was der Hauptgrund für den Kursanstieg ist. Auch die Themen rund um Apple und deren Bestrebungen, angeblich eine eigene Power-Management-Lösung zu entwickeln, konnte Dialog-Chef Jalal Bagherli im Conference Call zum Q1-Bericht glätten. Die Visibilität der Projekte reicht 12 bis 18 Monate in die Zukunft, mit zahlreichen Kunden arbeitet Dialog bereits unverbindlich an Designs, die 2019 auf den Markt kommen sollen. Das klingt nicht nach einem Unternehmen, dass sich Sorgen um die Zukunft hinsichtlich der Zusammenarbeit mit Apple macht.
Mit Blick auf den verhaltenen Ausblick auf das laufende zweite Quartal arbeitet Hauptkunde Apple an Entspannung. Der Vertrieb läuft auch Hochtouren, selbst das iPhone 6 wird teils mit Kampfpreisen forciert in den Markt gedrückt. Es wird unter anderem auch beim Discounter Aldi vertrieben."
Quelle: www.deraktionaer.de/aktie/dialog-semiconductor--316780.htm