Zumindest zum Teil muss die Post in den Zahlen des vierten Quartals (nicht in der Jahresbilanz) erkennbare Fortschritte bei der Aufarbeitung der Mißstände vorweisen können. Die reine Geschäftslage war gut, die Marktanteile konnten mindestens gehalten, meistens jedoch erweitert werden, und auch die Aussichten sind wenigstens ordentlich. Auswirkungen des Brexits sind nicht zu befürchten.
Die Antwort auf die Frage nach den Auswirkungen des Lieferkettendeals ist jetzt klar :
Es handelt sich um einen 10-Jahres-Deal. Somit wird das Volumen von 700 Mio. auf diesen Zeitraum aufzuteilen sein.
Man darf nicht erwarten, dass der gesamte Betrag auf einmal im Voraus zu bezahlen ist. Da wird wohl eher scheibchenweise gearbeitet.
Dennoch muss man diesen Deal insgesamt als positiv und angemessen lohnend einstufen. Immerhin ist damit großflächig China neu mit angebunden.
Bei der bestehenden Personalnot kann ich mir nicht vorstellen, dass der Vorstand gegen den eigenen Bedarf handeln wird. Hier wird eher vorbeugend langfristig auf Zuwachs vorbereitet, als kurzfristig eingespart. Man darf in diesem nicht so hoch bezahltem Segment nicht vergessen, dass die gesamte Volkswirtschaft miteinander in Konkurrenz wegen der Beschäftigten steht. Und vor allem je mehr Staatsbedienstete und Stellen der öffentlichen Hand ausgeschrieben werden, desto stärker ist der Abwanderungsdruck auf die Post, auch für die Billigtöchter. Nur ist die Gesamtsumme der Leistungen der Post bei wachsendem Markt nicht durch vermindertes Personal zu erbringen.
Wie der Vorstand bekannt gegeben hat, sind vorgriflich für den Brexit mehrere tausend Stellen zusätzlich besetzt worden. Nur nicht in den Billigtöchtern, sondern im Stammbereich. Für die bevorstehnde Erhöhung des Briefportos erwarte ich zu den nächsten Zahlen, dass der Chef bereits konkrete Vorgehensweisen präsentieren kann. Die bei den letzten Zahlen verminderte Aussicht für 2018 wird mindestens erreicht werden. Der Ausblick für 2019 wird bestätigt werden. Völlig offen ist eine Dividendenanhebung, aber die 1,15 des Vorjahres wird mindestens beibehalten. Da der Ausblick auf die Strategie 2020 bestätigt wird, wird auch der Ausblick auf die dann auszuschüttende Dividende bestätigt. Das aber bedeutet entweder einen Dividendensprung oder schon jetzt eine Anpassung auf linearer Basis zum Ziel in 2020.
Ich halte eine Dividende von 1,20 für realistisch. Dann wandert aus 2018 nicht soviel Geld in die Kasse; für 2019 sind ja keine Belastungen mehr vorhanden und die "Normaliät" wäre wieder hergestellt - auch was die Mittelzuflüsse in die Kasse angeht. Für die Anleger und Marktteilnehmer wäre eine, wenn auch nur kleine, Dividendenanhebung das beste Kaufsignal aus wirtschaftlicher Stärke. Für derzeit unter 27 ein echtes Schnäppchen, besonders weil es nicht bei einer Dividendenanhebung bleiben wird.
Alles Gute
Der Chartlord