Vielen Dank für Deine Meinung zu der von mir zitierten Aussage von Warren Buffet, hinter der ich voll stehe.
In der Tat hast Du Recht, dass keiner gerne sein Kapital in die Tiefe rauschen sieht und dabei gelangweilt zusieht. Ich weiß dies selbst aus leidvoller eigener Erfahrung, da ich seit 31 Jahren am Aktienmarkt investiert bin. Ich kann mich gut daran erinnern wie z.B. 1990 plötzlich Gorbatschow auf der Krim spurlos verschwunden war und keiner wusste wie es in der sich Umbruch befindenden Sowjetunion weitergeht. Ich war damals Mitte zwanzig und befand mich gerade auf Kreta im Urlaub. Über Nacht hatten sich 20.000 DM bei mir im Depot in Luft aufgelöst und ich habe nur noch abgekotzt weil die Börsen aus Angst vor dem Ungewissen in die Tiefe rauschten. Kann mich noch gut erinnern, dass ich alle anderen Urlaubsgäste beneidete, da diese meiner Ansicht nach bestimmt nicht so doof waren wie ich und ihr Vermögen in Aktien angelegt hatten ;-)
Und so könnte ich noch eine lange Aufzählungen von leidvollen Erfahrungen über die drei Jahrzehnte am Aktienmarkt berichten. Nach dem Crash in 2000 steckt ich in zwischenzeitlich in tiefroten Zahlen, was meine komplette Börsenhistorie betrifft.
Dennoch habe ich nie die Finger vom Aktienmarkt gelassen, aber immer nur in Geld in Aktien investiert welches ich "überflüssig" hatte. Z.B. würde ich nie und nimmer Aktien auf Kredit kaufen!!! Und so habe ich über die Jahre mir ein beträchtliches Portfolio aufgebaut und bin mitnichten nur in der Post investiert, auch wenn ich zugeben muss, dass ich besondere Beziehung zu dieser "Langerweileaktie" habe. Denn mein Investment stammt aus 2008 nach dem Lehmann Crash wo ich mir überlegt hatte welche Aktien "systemrelevant" sind, soll heißen wo Vater Staat nicht tatenlos zusehen würde wenn es diesem Unternehmen schlecht ginge. So hatte ich dann für gut 8 € das Stück mir besonders viele Postaktien ins Depot gelegt in der festen Überzeugung mir ein prima "Rentenpapier" zugelegt zu haben. Und voilà, heute kassiere ich 85 Cent Dividende und die sogar noch steuerfrei, da die Kapitalertragssteuer erst auf Wertpapiere angewendet wird, die ab 2009 erworben wurden.
Und was soll ich sagen. Wenn heute, nach über drei Jahrzehnten Investment meinerseits, die Börsen um 50% einbrechen sollten (was ich zugegebenerweise auch scheiße finden würde), wäre ich immer noch im Plus. Außerdem wäre auch nicht 50% meines Vermögen weg, es gibt ja noch andere Möglichkeiten sein Geld anzulegen, z.B. in Immoblien.
Da wäre ich gleich beim nächsten Kapitel, da ich zu den von Herrn Thierse verschmähten Schwaben gehöre, die hier in Berlin leben und zu den Schrippen Weckle sagen und nebenher munter Wohnungen kaufen. Auch da hatte ich mit meinen Berliner Wohnungen eine lange Leidenszeit durchzustehen, aber seit vier Jahren kann ich mich sehr an meinen Investments erfreuen :-)
In dem Sinne nochmals gute Nerven und verliert nicht gleich die Geduld wenn sich Eure Investments nach kurzer Zeit nicht so entwickeln wie ihr es euch beim Kauf erhofft habt!