mit bärischen Sprüchen necke bzw. provoziere, so ist das zunächst mal nur seit Jahren praktizierter "Bärenthread-Kult". ("Was sich liebt das neckt sich" - selbst wenn die Provokationen teils per Holzhammer erfolgen.)
Daraus folgt jedoch in keinster Weise, dass ich selber real short wäre oder gar (wie Schlauberger wie walter.e zu schreiben sich nicht entblöden), "alles verzockt" hätte.
Im Gegenteil hab ich ja klar geschrieben, dass es aus meiner Sicht rund um die Wahl zu viele Unwägbarkeiten gibt. Offen war nicht nur, wer gewinnt, sondern auch, wie die Börse darauf reagiert. Um reales Geld einzusetzen, muss das Kurs-Risiko-Verhältnis (CRV) stimmen, sonst könnte ich auch gleich im Kasino alles auf "Rot" setzen.
Tatsächlich lieferte die Wahl etwas, war Bären aus ihrer Sicht als "best case" bezeichnen könnten: Knapper, unklarer Biden-Sieg. Wahrscheinlicher Gridlock. Trumps Gepolter und Klagen, grassierende Unsicherheit. Per Schulbuch hätten die Börsen darauf verschnupft reagieren müssen. Haben sie aber nicht. Eben weil die Börsenreaktion auf "Events" die größte aller Unbekannten ist.
Meine seit langem bevorzugte Anlagestrategie sind auch nicht short-Trades, sondern Turnaround-Trades, bei denen ich long in runtergeprügelte Aktien gehe, die mMn "zu Unrecht im Keller" sind, siehe hier:
https://www.ariva.de/forum/pfizer-zu-unrecht-im-keller-205724https://www.ariva.de/forum/intel-ein-kurzfristiger-trade-204267
Die Strategie wird im Engl. auch als "deep value / dividends" bezeichnet. Im Dezember 2018 war ich z. B. auch long in General Electric, die auf 6,xx Dollar (fast Allzeittief) gefallen waren.
Zurzeit beobachte ich Öl- und Gas-Aktien (wie Shell, BP, Gazprom), die eine hohe Dividende abwerfen - ebenfalls in Erwartung eines Turnarounds, der kommen könnte, wenn Öl wieder auf über 50 Dollar steigen sollte, was bei Verfügbarkeit von Impfstoffen wahrscheinlich ist. Wegen der Dividende wird bei den meisten Ölaktien auch für das Warten bezahlt.
Shorttrades mache ich nur in Sondersituationen, in denen nach meiner Einschätzung das CRV stimmt, wie etwa im Feb. 2007, als ich den USA-Bärenthread eröffnet hatte (die Bankenkrise in USA war zu der Zeit bereits "am Brodeln").
FAZIT: Alles ziemlich rational und durchdacht, wenig Gezocke. Wer meint, daraus Häme stricken zu müssen, dem sei dies unbenommen. Trump redet sich zurzeit ja ebenfalls um Kopf und Kragen, wie auch viele seiner Fans.