Drei Jahre sind vergangen, seit im Mai 2010 das erste Rettungspaket für Griechenland zusammengestückelt [EU-Politiker: "geschmiedet" ;-)] wurde. Das Land galt als
"Einzelfall" - ein Winzling, der mit nur 2 Prozent der Wirtschaftsleistung der gesamten Eurozone "völlig irrelevant" sei.
Der faktisch gänzlich andersartige Verlauf der Eurokrise schwante kritischen Geister bereits damals - sie verlief nach dem sog.
KASS-Muster (Gruß an Doug, btw.)...
Krise
Aktion
Stabilisierung
Selbstgefälligkeit/Sorglosigkeit
Und nach Punkt 4 dauert es meist nicht mehr lange, bis die Krise irgendwo erneut aufflammt.
Aktuell gerieren sich die Politiker erneut krass selbstgefällig. Das im Spätsommer 2012 von der EZB angekündigte OMT-Programm, gekoppelt mit dem Versprechen von Draghi, die Zentralbank werde alles unternehmen, um den Euro zu schützen, hat die Finanzmärkte beruhigt. Mit dem Versprechen der EZB im Rücken können sich die beiden butterweichen Dickschiffe der Eurozone, Spanien und Italien, am Bondmarkt zu einigermassen erträglichen Konditionen (unter 3 Prozent für fünfjährige, unter 5 Prozent für zehnjährige Laufzeiten) finanzieren.
Doch die - trügerischen - Bondrenditen taugen als Krisenseismograph längst nichts mehr, weil sie von den Notenbanken zu sehr manipuliert werden. Inzwischen hat die Konjunkturflaute auch Nordeuropa erwischt, und die Eurokrise ist wieder in ihre chronische Phase eingetreten.
Das Land, das in diesem Kontext viel zu wenig Beachtung erhält und dessen Bondrenditen ganz besonders falsche Signale aussenden, ist Frankreich. Die zweitgrösste Volkswirtschaft der Eurozone wird das ultimative Schlachtfeld sein, auf dem sich das Schicksal der Währungsunion dereinst entscheiden wird. Niemand weiß, wann genau das sein wird. Aber die 13 Grafiken im Tagesanzeiger-Blog (Link unten) veranschaulichen, dass in Frankreich derzeit so ziemlich jeder ökonomische Indikator in die falsche Richtung zeigt.
siehe Charts und Text in:
blog.tagesanzeiger.ch/nevermindthemarkets/...nke-mann-europas/