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Der USA Bären-Thread


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A.L.:

Mögl. Bernanke-Nachfolger Taylor kritisch zu QE3

8
17.09.12 17:32
Handelsblatt-Interview
John Taylor: "Die Fed wird aussteigen müssen"
17.09.2012, 16:45 Uhr

Die Finanzwelt feiert den Kurs der US-Notenbank. Doch nicht alle feiern mit. Der Ökonom John Taylor, möglicher Nachfolger von Fed-Chef Ben Bernanke, erklärt im Handelsblatt-Interview, warum der Fed-Kurs gefährlich ist.


HB: Professor Taylor, was halten Sie von der Entscheidung der Federal Reserve, die US-Wirtschaft mit einer dritten Runde quantitativer Lockerung zu stimulieren?

Taylor: Ich glaube, das war die falsche Entscheidung. Ich bin schon seit 2009 sehr skeptisch, was die quantitative Lockerung angeht. Die Fed hätte lieber Wege verkünden sollen, wie sie schrittweise aus diesen ungewöhnlichen Programmen aussteigen will. Stattdessen versucht sie, weiter zu stimulieren. Ich glaube, die Fed steuert in die falsche Richtung.

HB: Wie riskant ist die Fed-Entscheidung?

Taylor: Das ist wie eine Kosten-Nutzen-Analyse: Der Nutzen erscheint mir gering, vielleicht sogar vernachlässigbar. Risiken gibt es eine ganze Reihe:
In Zeiten von quantitativer Lockerung sind die Entscheidungen der Fed unvorhersehbar. Niemand weiß, was als Nächstes kommt. Das schafft Unsicherheit und stellt die Wirtschaft vor zwei potenzielle Probleme: Zieht sich die Fed nicht schnell genug wieder zurück, riskiert sie Inflation. Kommt der Rückzug zu schnell, kann das dem Wirtschaftswachstum schaden. Außerdem ist die Fed ein sehr großer Spieler in den Märkten geworden. In den Geldmärkten läuft ohne die Fed gar nichts mehr. Ich glaube, dass das nicht hilfreich ist. Unterm Strich werden die Kosten deutlich höher sein als der Nutzen....

www.handelsblatt.com/politik/international/...en-muessen/7141898.html

A.L. Sehr erstaunlich, aus USA mal was Vernünftiges von einem Ökonomen zu hören. Und dann noch vom möglichen Nachfolger Bernankes.
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permanent:

Feuerwehreingriffe der EZB sollen Spanien retten

5
17.09.12 17:42

Spanien: Feuerwehreingriffe der EZB sollen Spanien retten

Spanien verhandelt derzeit über EZB-Anleihekäufe. Damit soll der Druck auf das Land verringert werden. Allerdings ist die Hilfe der EZB mit Bedingungen geknüpft. Viele von ihnen wird Spanien nicht einhalten können.

Über einen spanischen Rettungsantrag, so behauptete Spaniens Finanzminister Luis de Guindos, sei auf dem Euro-Gruppentreffen auf Zypern nicht gesprochen worden. Nur: Das glaubt ihm wohl keiner. Die spanischen Spitzenpolitiker nutzen derzeit jedes hochrangige Treffen fernab der Kameras, um die Bedingungen für eine sanfte Rettung durch EZB-Anleihekäufe zu sondieren. Denn ohne ein solches Hilfspaket, das keine feste Kreditsumme, sondern nur die Möglichkeit von Feuerwehreingriffen der EZB am Anleihemarkt mit sich brächte, kann Spanien seinen hohen Finanzierungsbedarf in den nächsten Wochen kaum schultern.

Für eine sanfte EZB-Rettung also bedarf es eines Antrags an den Euro-Rettungsschirm, ein Memorandum muss ausgehandelt werden. Vermutlich werden darin keine wirklich neuen Bedingungen stehen, nur bestehende Auflagen spezifiziert und mit Fristen versehen. Wer meint, Spanien bekomme damit seine Rettung praktisch geschenkt, sollte sich aber die Auflagen näher anschauen. Die sind äußerst hart, in Bezug auf den Defizitabbau vermutlich sogar zu hart. Bei wettbewerbsfördernden Strukturmaßnahmen hingegen, vor allem beim Abbau überflüssiger Hürden in der föderalen Verwaltung, könnte Spanien durchaus strengere Vorgaben gebrauchen.

Zunächst zum Haushaltsdefizit: Spanien muss die Neuverschuldung dieses Jahr von fast neun Prozent auf 6,3 Prozent des BIP und nächstes Jahr auf 4,5 Prozent senken. Letzte Woche wurde die Haushaltsentwicklung der Regionen im ersten Halbjahr veröffentlicht. Die Zahlen waren überraschend gut, das Defizit betrug 0,77 Prozent, damit scheint das den Regionen auferlegte Defizitziel von 1,5 Prozent für das Gesamtjahr erreichbar. Doch gehen Analysten davon aus, dass der Gesamtstaat wegen der sich vertiefenden Rezession das Jahresziel nicht ganz schaffen und auch nächstes Jahr verfehlen wird. Für 2013 geht die Regierung noch von einem Wachstum von minus 0,5 Prozent aus. Der IWF erwartet mittlerweile aber ein Minuswachstum von 1,2 Prozent für 2013 - was neue Kürzungen nötig machen würde.

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permanent:

AL, #625 wird wohl ein feuchter Bärentraum bleiben

5
17.09.12 17:46

Man kann nicht vorhersagen wann die Kurse fallen. Das ist  doch eine Lektion für die wir mit Geld bezahlt haben.

Permanent

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relaxed:

Prognose:

3
17.09.12 17:51
Auch dieses Jahr werden die Weihnachtsmänner nach Weihnachten abverkauft.
Das Copyright für den Inhalt (Text und Bilder) liegt bei relaxed.
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A.L.:

Der kluge Bär

3
17.09.12 17:52
shortet jetzt schon Osterhasen!
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permanent:

all in, wenn ihr euch so sicher seid möchte ich

3
17.09.12 18:08
A.L.:

Apple

5
17.09.12 18:19
macht jedenfalls einen stark überkauften Eindruck.

photo.goodreads.com/books/1334181976l/13543159.jpg
Der USA Bären-Thread 537711
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A.L.:

Ist Apple wirklich so viel wert

4
17.09.12 18:31
wie der Ölriese Exxon (Nr. 2) und Microsoft (Nr. 3) zusammen?

Hier die Liste aller Aktien mit einer MK über 200 Mrd. $:

ycharts.com/rankings/market_cap
(Verkleinert auf 74%) vergrößern
Der USA Bären-Thread 537716
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Kicky:

'Everyone Wants Our Money'

2
17.09.12 19:48
In a SPIEGEL interview, Bavarian Finance Minister Markus Söder expresses his concerns about the decision and calls for Germany's central bank to be given new supervisory powers.....www.spiegel.de/international/germany/...s-soeder-a-856227.html

oder hier:www.zerohedge.com/news/...ce-minister-everyone-wants-our-money
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Kicky:

10Y Spain breaks back above 6%

6
17.09.12 19:51
www.zerohedge.com/news/...-over-spanish-10y-breaks-6-wrong-way
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A.L.:

Öl-Futures fallen "wegen US-Wahlen"

2
17.09.12 20:34
Market Pulse Archives
Sept. 17, 2012, 2:22 p.m. EDT
Oil futures drop more than 3% on oil reserve talk
By Claudia Assis

SAN FRANCISCO (MarketWatch) -- Crude-oil futures took a turn for the worse on Monday, falling more than 3% and tracking lower prices for Brent after spending most of the session modestly higher. Crude for October delivery CLV2 -3.19% declined $3.29, or 3.3%, to $95.87 a barrel on the New York Mercantile Exchange. Nymex oil prices fell more than $4 in about 20 minutes, touching a low of $94.65 a barrel, according to FactSet Research. Brent oil dropped and New York-traded oil followed shortly after, with markets awash in rumors of a possible Strategic Petroleum Reserve release a session after prices touched $100 a barrel.
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A.L.:

Handelsblatt-Deppen als Kontraindikatoren:

10
17.09.12 21:38
Artikel:

"...Trotz des drohenden konjunkturellen Abschwungs in weiten Teilen der Welt und trotz der Schuldenkrise in den etablierten Industrieländern steigen die Börsen. Sie lassen sich von negativen Nachrichten nicht beeinflussen - offenbar, weil die Verkaufsbereitschaft gering ist und die negativen Nachrichten längst bekannt sind. Vor allem defensive Aktien dividendenstarker Firmen und Fonds, die auf Werte mit hohen Dividendenrenditen setzen, erfreuen sich großer Zuflüsse.

„Das zeigt, wie intakt die Wall of Worry ist. In solch einer Phase entsteht aber kein Bärenmarkt", weiß Hochman aus jahrzehntelanger Erfahrung. Optimistisch stimmt ihn schließlich der Ausbruch des S & P 500 über das bisherige Jahreshoch. Mehr noch: Der Wilshire 5000 - in diesem Index notieren alle Unternehmen mit Sitz in den USA - ist in den vergangenen Tagen sogar auf ein Allzeithoch gestiegen. Ebenso wie der Dax rechnet der Wilshire die jährlichen Dividenden der Unternehmen mit ein.
Aktien Eurostoxx 600 Dividendenrendite

„Damit ist die Story vieler Pessimisten tot.“ Diese Story lautete: Die Aktienmärkte befinden sich seit dem Platzen der Technologieblase nach der Jahrtausendwende in einem ausgedehnten Bärenmarkt. Jede Aufwärtsbewegung ist in solch einer Börsenphase lediglich eine Episode in der übergeordneten Talfahrt. Doch wer mag daran noch glauben, wenn Aktienkurse so hoch wie noch nie notieren - und das ausgerechnet im Mutterland der Börse.


www.handelsblatt.com/finanzen/boerse-maerkte/...-all/7142150-all.html

Wenn das Handelsblatt den "Tod des Pessimimus" bzw. "der Bären" herausposaunt und dies dann auch noch charttechnisch mit den "schönen Anstiegen" begründet, die sich dank Draghi/Bernanke dem "Wall of Worry" der miesen Fundamentals widersetzt hätten, dann ist für die Bullen Gefahr im Verzuge.

Das ist das Gegenstück zu 1982, als Business Week auf dem Titel den "Tod der Aktien" verkünderte. Damals war das ein Alarmsignal für die BÄREN, dass die Party vorbei ist.
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Caliban:

Verschwörungstheoretische Frage

5
17.09.12 21:40
ob die FED mit ihren QE-Milliarden die Konjunktur wirklich stützen will?
(warum kommen die Milliarden nicht an? sie kommen nicht an, weil es seit Jahren nichts gibt, ausser Blasen, in die es sich zu investieren lohnt? Weil die Banken das erhaltene Geld in 'sicheren' Assets parken, statt es zu verleihen? Weil sie Angst haben und ihnen das Wasser bis zum Hals steht?)
warum lernt die FED nicht aus QE1, 2, Twist, etcpp? Diese Programme haben nichts bewirkt. ausser steigende Preise überall, aber immer nur solange das Geld fließt. Unterbricht man den Strom wie im Sommer '11, kommt der große Bruder der Krise, der Crash.
Was will die FED eigentlich damit erreichen?
Antworten
A.L.:

Caliban

4
17.09.12 21:45
Die Fed will Voodoo-Zauber: Steigende Aktien sollen eine heile Welt vorgaukeln, die es faktisch nicht gibt.
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Fillorkill:

AL, Du ausgefuchster Sentimenttheoretiker !

8
17.09.12 22:24
Ich geb Dir hier voll recht: Für die Bullen ist Gefahr in der Pipeline. Wir AZ'ler nehmen nicht umsonst bereits mental die Bärenperspektive ein. Das Sentiment wechselt ganz offensichtlich sukzessive die Seiten, weil es sich dem Sog steigender Märkte seiner Natur nach nicht entziehen kann. Was aber noch fehlt um die Sache rund zu machen, sind positiver Newsflow (an den Du bislang nicht glauben kannst) und echte, voluminöse prozyklische Käufe. Also bitte noch die Beine still halten !

Fill

contrarian investors are buying / selling the divergence between fundamentals and expectations
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Fillorkill:

Calib,

7
17.09.12 22:30
QE I hat den meltdown verhindert. Du magst das lächerlich finden - ich nicht...
contrarian investors are buying / selling the divergence between fundamentals and expectations
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permanent:

Zehntausende gehen in China auf die Straße

6
18.09.12 07:40

Anti-Japan-Proteste Zehntausende gehen in China auf die Straße

Eine neue Welle anti-japanischer Demonstrationen rollt über China: Aus Angst um ihre Sicherheit schließen japanische Unternehmen ihre Werke. In den umstrittenen Gewässern stoßen Patrouillenboote der Parteien aufeinander. Mehr…

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permanent:

Reiche in Deutschland immer reicher

5
18.09.12 07:44

Reiche in Deutschland immer reicher

Während das Vermögen des Staates immer kleiner wird, hat der Wohlstand in Deutschland offenbar kräftig zugenommen. Gleichzeitig werden die Reichsten trotz Finanzkrise immer reicher.

BerlinDer private Reichtum in Deutschland wird nach Informationen der "Süddeutschen Zeitung" immer größer, das Vermögen des Staates hingegen kleiner. Gleichzeitig würden die Reichsten immer reicher. Die Zeitung beruft sich auf den Entwurf für den vierten Armuts- und Reichtumsbericht der Bundesregierung. Die Analyse, die alle vier Jahre herauskommt, wurde vom Bundesarbeitsministerium vorgelegt. Am Montag sei sie zur Abstimmung an andere Ressorts in der Bundesregierung gegangen.

Der Wohlstand in Deutschland hat dem Bericht zufolge zuletzt kräftig zugenommen. Maßgeblich sei dabei das Nettovermögen, zu dem etwa Immobilien, Geldanlagen, Bauland oder Ansprüche aus Betriebsrenten gehörten. Das Arbeitsministerium schreibt dazu: "Während das Nettovermögen des deutschen Staates zwischen Anfang 1992 und Anfang 2012 um über 800 Milliarden Euro zurückging, hat sich das Nettovermögen der privaten Haushalte von knapp 4,6 auf rund 10 Billionen Euro mehr als verdoppelt."

Antworten
permanent:

#643 Reiche in Deutschland werden immer

10
18.09.12 08:16

reicher. Eine schöne Schlagzeile die massentauglich ist und dennoch nur die halbe Wahrheit sagt. Das Nettovermögen der  Bevölkerung ist in zwanzig Jahren stark angestiegen. Es gibt keine Gleichverteilung dieser Vermögen. Die Steigerungsrate der privaten Vermögen lag pa. bei gut 2%, also im Grunde genommen kein exorbitanter Anstieg wie uns der Bericht suggerieren mag. Die Staatschulden sind im gleichen angestiegen, ein weiter Fakt.
Gleichzeitig sind in dem Zeitraum auch die Steuereinnahmen des Staates stark angestiegen:
http://de.wikipedia.org/wiki/Steueraufkommen_(Deutschland)
Nur hat man es eben nicht geschafft mit diesen Einnahmen vernünftig und nachhaltig zu haushalten. 

Permanent

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A.L.:

Fillorkill # 640

 
18.09.12 09:12
Den AZ-Thread finde ich größtenteils uninteressant. Ich lese ihn selten. Wir brauchen hier auch keinen "AZ-Pressesprecher", der uns mitteilt, "welche Perspektive... wir AZ-ler" gerade einnehmen. Du bist hier im Bärenthread, und hier sind andere Themen von Belang als (Fehl-)Trading-orientiertes Dünnbrettbohren im Sentiment. Ich hatte Dich auch nicht eingeladen, damit Du das AZ-Geschwafel nun auch noch hier verbreitest. Wenn ich es dort nicht lese, möchte ich es auch hier nicht lesen. Danke für Dein Verständnis.
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A.L.:

Entscheidend scheint mir im Moment

7
18.09.12 09:56
dass die Fed und die EZB bei ihren letzten Aktionen praktisch "Alles gegeben" haben, die Fed mit "QE3 Plus" (unbegrenzt) sogar weit mehr als erwartet. Nicht wenige Marktakteure hatten mit einem Stillhalten der Fed gerechnet. Stillhalten wäre wohl auch klüger gewesen, da die Fed so unnütz (am Hoch) Pulver verschießt, dass ihr später bei starken Absackern nicht mehr zur Verfügung steht (auch die Fed kann ihre Bilanz nur EINMAL aufweiten - und je höher die Bilanzsumme, desto gefährlicher und unglaubwürdiger wird ihr Spiel).

Der Short-Squeeze aus dem Dreierpack Bernanke-QE-Plus, Draghi-Ohne-wenn-und-Aber-PIIGS-Käufe sowie BVerfG-Zustimmung zum ESM hat den Indizes in den letzten Wochen einen starken Schub nach oben gegeben (den Strichverlänger wie üblich gedanklich nach oben verlängern).

Wenn die Indizes nun aber wieder zu Sacken beginnen (sieht gestern/heute bereits so aus), und sei es auch nur auf Grund von Gewinnmitnahmen, dann können Bären seelenruhig auf diesen Downtrend aufsatteln - erstmals ohne Sorgen vor weiteren Notenbankaktionen. Bär zu sein ist damit so ungefährlich geworden wie noch nie seit 2008. Zumal die Indizes in luftigen Höhen verweilen, während Fundamental weltweit der Boden rausfällt.

Mit anderen Worten: Ich sehe einer für die Bären lukrativen Periode an den Börsen entgegen.

Dass das Sentiment dafür zu negativ sei, stimmt mMm auch nicht. Wir lesen in den Gazetten landauf landab, dass die Märkte "weiter steigen müssen", weil es zu viel Pessimismus gäbe (HB, # 637). Tatsächlich relevant ist aber genau das, was solche Gazetten kommunizieren - und das ist unterm Strich bullisch. Denn es werden ja steigende Kurse (wenngleich wegen angeblich weit verbreitetem Pessimismus) vorhergesagt.

Kontraindikatorisch maßgeblich ist mMn das schräge Bullen-Sentiment in den Gazetten (unter obigen Prämissen).

Wenn ich mir weiterhin ansehe, wie im Bärenthread grüne Sterne verteilt werden (bullische Statements werden überproportional "belohnt"), dann hab ich sogar den Eindruck, dass sogar hier - mitten in der Bärenhöhle" - klammheimlich das positive Sentiment überwiegt.

Was ultrabärisch wäre ... ;-)
Antworten
Fillorkill:

AL,

8
18.09.12 10:40

das hast Du gut analysiert: Prozyklische Long-Empfehlungen (in den Medien), die mit 'negativem Sentiment' begründet werden, müssen selbst kontraindikatorisch gelesen werden ! Analysten werden hier in der Suche nach einem Grund fündig, weshalb ihre Bärenargumente von gestern (vorübergehend) wertlos geworden sind. Der 2. nachgereichte Grund ist die angebliche Alternativlosigkeit der Aktienanlage, auch dies ist natürlich kontraindikatorisch zu interpretieren...

Die Denkidee, dass aus Bärensicht nichts mehr schlimmes passieren kann, weil die NB ihre Liquiditätswaffe nun weitestgehend verheizt haben, ist bestechend. Allerdings entspricht es der Natur von Uptrends, zäh zu sein. ..

 

Fill

contrarian investors are buying / selling the divergence between fundamentals and expectations
Antworten
A.L.:

Rohstoff-Abverkauf wg. Öffnung der Ölreserven

8
18.09.12 11:00
Das gestern angekündigte Öffnen der strategischen US-Ölreserven (# 636) hat den Ölpreis (WTI) binnen Minuten von 100 Dollar auf 95 Dollar runtergebracht, ehe er sich zum Marktschluss bei ca. 96 Dollar einpendelte.

Taktisch scheint es darum zu gehen, "passend" zur Obama-Wiederwahl eine Kombination aus Aktienhöchstständen (aus QE3-Flutung) UND relativ niedrigen Benzinpreisen (aus Öl-Reservenflutung) zu fabrizieren.

QE3 Plus allein hätte - in einem von US-Politikern unerwünschten Nebeneffekt - auch die Öl- bzw. Benzinpreise weiter steigen lassen. Dabei wäre im "Risk-on"-Trade auch EUR/USD weiter gestiegen und hätte den ganzen Rattenschwanz aus Rohstoffen, Edelmetallen usw. mit hoch gezogen.

Daher übten sich die Amis gestern im Voodoo-Wunder "steigende Aktien bei fallenden Benzinpreisen".

Diese Ultra-Manipulation auf allen Klaviaturen birgt aber auch große Gefahren. Wenn Bernanke "beschleunigt" (QE3) und Obama "bremst" (Öffnen der Ölreserven), kommen etliche Algo-Programme durcheinander, weil diese auf eine stramme Korrelation aller Assetklassen im Risk-on/Risk-off-Trade "geeicht" sind.

Wir dürfen nicht vergessen, dass die jüngste Rallye nicht von Normalanlegern getragen wurde (die cashen seit einem Jahr aus), sondern überwiegend von Hedgefonds und Zockerbanken (Eigenhandel). 70 % des Handels in New York basiert auf Algo-Trading. Wie störanfällig diese Gemengelage ist, zeigte der berüchtigte "Flash Crash" (Dow -10% in wenigen Minuten).

2008 hatten die Zockerbanken zur Wunderheilung ebenfalls Inflationierung auf ihre Fahnen geschrieben. Sie trieben Öl auf 147 Dollar und EUR/USD auf 1,60. Die Schwäche im "Kollapsjahr 2008" begann bezeichnenderweise in den Rohstoffen, die bereits ab Sommer schwächelten. Fallende Rohstoffe führten dann auch zu Kursverlusten bei den hochkapitalisierten Rohstoffaktien (Öl-, Erzförderer), die dann weltweit auf die Aktienindizes drückten. Fallende Aktienindizes wiederum führen in der "Algo-korrelierten Welt" zu weiteren Rohstoffverlusten usw. In der Folge sahen wir im Herbst 2008 eine mustergültige Abwärtsspirale.

Aktuell wiederholt sich dieses Spiel - zunächst im Kleinen: Nach der gestrigen Öl-Flutungsankündigung schwächeln Öl und andere Rohstoffe sowie Aktien der Öl- und Erzförderer. Das passt "peinlicherweise" zu den sich verschlechternden Fundamentals in der BRICs (siehe auch Tiefstände im Baltic Dry) und nimmt so die Luft aus dem Korrelations-Budenzauber, den Algotrader so gern bis zum Exzess ausreizen.

Dies könnte (auch wegen der in # 646 aufgeführten Gründe) der Beginn einer neuen sich aufschaukelnden Abwärtswelle werden. Sie dürfte wegen der bereits installierten Geldflutungen wohl nicht so brutal enden wie 2008, könnte aber zumindest für ein kräftiges Zwischentief (-20 bis -30 %) sorgen.

Passend dazu: Der britische FTSE (Fuzzi) schwächelt heute wegen fallender Rohstoffaktien:

www.marketwatch.com/story/...s-push-ftse-100-into-deep-red-2012-09-18
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Gegenpol:

Überkapazitäten im Automobilsektor

5
18.09.12 11:14
Mit den Autoverkäufen geht es europaweit zunehmend abwärts. Im August wurden unter dem Strich fast 9 Prozent weniger Fahrzeuge abgesetzt als im Jahr zuvor. Die deutschen Hersteller kamen allerdings vergleichsweise glimpflich davon - bis auf einen.

www.manager-magazin.de/unternehmen/...ie/0,2828,856434,00.html

Unsere Abwrackprämie lieferte völlig falsche Anreize. Einerseits wurden dadurch die deutschen Exporterlöse gemindert, da die gebrauchten Autos nicht mehr exportiert, sondern geschrottet wurden. Andererseits animierte der Gesetzgeber die Autobauer dazu, ihre Kapazitäten auszubauen bzw. zu konservieren durch eine künstlich erzeugte Marktstimulation. Die Marktbereinigung wurde nur dadurch nur verschoben und der Schaden maximiert, Glückwunsch!
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Gegenpol:

Vorboten des Handelskrieges

8
18.09.12 11:43
Um bis zu 250 Prozent will Norwegen die Zölle auf Waren aus der EU erhöhen. Die EU-Kommission protestiert, doch die norwegische Regierung verteidigt ihre Pläne: Zum Schutz der eigenen Landwirtschaft habe man "keine andere Wahl".

www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/...-der-eu-a-856433.html

Ein ungleicher Kampf.....
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