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Der USA Bären-Thread


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Presseschau

8
27.02.12 07:47

„Griechenlandpleite ist nur noch eine Frage der Zeit“

Die Wirtschaftsmedien diskutieren im Vorfeld der Bundestags-Abstimmung über das zweite Griechenland-Rettungspaket den Ausstieg des Landes aus der Euro-Zone: Würde Europa implodieren – oder den Schock verkraften? Die Presseschau.

Der Westen vermutet, dass zur heutigen Abstimmung im Bundestag über das zweite Rettungspaket für Griechenland wieder das Unwort „alternativlos“ fallen wird. Zwar gebe es die Alternative, das Land Pleite gehen zu lassen, doch gehe es um viel mehr als das Schicksal der Griechen: „Es geht um die Zukunft Europas.“ Würde das deutsche Parlament tatsächlich den mühsam ausgehandelten Kompromiss platzen lassen, könne man das gemeinsame Haus Europa auch gleich abreißen. Und wenn Innenminister Hans-Peter Friedrich zufällig zeitgleich mit Bayerns Finanzminister Söder diesen Kompromiss infrage stelle, blieben nur zwei Möglichkeiten: „Entweder sie haben bessere Ideen zur Krisenabwehr als Merkel und Schäuble. Oder sie gefallen sich in einer der üblichen Profilierungen der Bayern gegenüber ihrer Schwesterpartei.“

„Die Solidarität mit Griechenland aufzukündigen, gilt in Deutschland als politisch inkorrekt“, meint dagegen die Frankfurter Rundschau zur Reaktion auf Friedrichs Vorschlag - und empfiehlt, realistisch zu bleiben. „Griechenland wird es auch mit dem zweiten Hilfspaket nicht schaffen, auf die eigenen Beine zu kommen.“ Denn ein wichtiges Mittel zur Gesundung fehle dem Land: die eigene Währung. „Hätte Athen eine, könnte das Land sein Geld abwerten, um so auf dem Weltmarkt billiger zu werden. Eine schwache Währung kann wie ein riesiges Konjunkturprogramm wirken.“ Und schließlich könne Griechenland auch im Falle des Austritts aus der Euro-Zone mit Hilfe der EU-Partner rechnen. „Am Ende könnte die Rettung billiger werden und – was wichtiger ist – für die Griechen nicht ganz so schmerzhaft sein.“

Keine Angst vor der Griechenlandpleite hat der Economist. Sie erscheine Experten weltweit immer wahrscheinlicher: „Erstens wird Griechenland die Anforderungen seiner Partner nicht erfüllen können und ein drittes Rettungspaket brauchen. Zweitens gibt es nur eine begrenzte Menge an Geld, das Gläubigernationen bereit sind, zu Lasten ihrer Steuerzahler auszugeben.“ Und drittens scheine der drohende Ausstieg Griechenlands und weiterer Staaten aus der Euro-Zone nicht zu beunruhigen, viele hätten schon Notfallpläne vorbereitet. „Denn die Politiker gelangen an den Punkt, an dem sie merken, dass sie nicht unendlich öffentliche Gelder in scheiternde Länder pumpen können.“ Und sie wüssten auch, dass der darauf folgende Schock nicht das Ende bedeutet. Das habe Lehman Brothers 2008 gezeigt.

Für die Financial Times ist es nur noch eine Frage der Zeit, wann Griechenland Pleite geht. Zu wünschen wäre dem Land, dass es ein Jahr Zeit habe, um sich darauf vorzubereiten. Mit der Pleite und einem Austritt aus der Euro-Zone könne Griechenland die Drachme wieder einführen, die dann abgewertet werden würde. „Doch das allein wird die Griechen nicht aus der Krise herausholen. Die Ironie ist, dass sie auch dann die Reformen, die ihnen aktuell abverlangt werden, umsetzen müssen.“ Der Staat müsse schließlich Steuern einnehmen, die Korruption müsse bekämpft, der Arbeitsmarkt flexibilisiert werden. „Die weniger schmerzvollere Variante wäre eine Pleite, bei der Griechenland in der EU bleibt, unter bestimmten Voraussetzungen.“ Die EU-Partner müssten ihre Kredite an Athen abschreiben, und das Wachstum helfen anzukurbeln mit einem Investitionsprogramm. „Diese Variante ist die erstrebenswertere, wahrscheinlicher aber ist die der Pleite und des Austritts aus der Euro-Zone.“

 

Ein wenig „stumpfsinnig“ findet der Economist den aktuellen Brief von Waren Buffett an die Aktionäre von Berkshire Hathaway. „Er wird zumindest nicht als einer der besten Briefe des Orakels von Omaha in die Geschichte eingehen.“ Buffett habe bekannt gegeben, dass er einen Nachfolger für sich gefunden habe - aber keinen Namen genannt. „Es ist sogar unklar, ob er schon von Buffett erfahren hat, das er erben wird, was sich womöglich als ein Giftkelch herausstellen könnte.“ Auch werde er den Job nicht allzu bald antreten, Buffett und sein Partner Charlie Munger, beide in ihren Achtzigern, erfreuten sich schließlich bester Gesundheit und liebten, was sie tun. Immerhin enthalte der Brief auch selbstkritische Töne. So wolle Buffett keine Derivate-Geschäfte mehr abschließen. „Er hatte es bis dato getan, obwohl er sie schon in einem früheren Brief als finanzielle Massenvernichtungswaffen bezeichnet hat.“ Auch habe Buffett zugegeben, mit seinen Vorhersagen zum US-Immobilienmarkt vollkommen daneben gelegen zu haben. „Hoffentlich sind seine seherischen Fähigkeiten in diesem Jahr besser.“

Volkswagen fährt der Konkurrenz davon

Dem Erfolg von Volkswagen zollt L’Expansion Respekt: 15,4 Milliarden Euro Gewinn habe der Konzern für 2011 bilanziert, mehr als die Rekordzahl von Total in 2008. „Wie kann ein Autobauer mehr verdienen als ein Mineralölkonzern?“ Drei Erfolgsgeheimnisse hätten die Deutschen: „Aufgrund seiner Größe kann Volkswagen alle Prozesse massiv standardisieren, weltweit.“ Viele Teile und Motoren würden in diversen Modellen verbaut, die hochpreisigen Modelle würden auf den gleichen Plattformen gefertigt wie die preiswerteren Modelle. „Aufgrund seiner Führungsrolle und seines Images kann der Konzern andere Margen ansetzen als die Konkurrenten.“ Und schließlich spare Volkswagen aufgrund seines internationalen Geschäfts Kosten. „Der Autobauer ist wahrhaftig ein Meister im Kostenmanagement geworden.“ Das seien die Gründe, warum Volkswagen trotz Konjunkturflaute, vor allem in Europa, eine solche Gewinnsumme einfahren konnte - und seinem Ziel, bis 2018 die globale Nummer Eins zu werden, näher rücke.

Gold ist nicht alles, was zählt
Die indische Economic Times ruft dazu auf, sich nicht von Gold als die Kapitalanlage schlechthin blenden zu lassen. Selbst der Milliardär Warren Buffett habe kürzlich verlauten lassen, dass er Gold als wertlose Anlage betrachte. Gold sei nur so teuer, „weil viele Menschen glauben, es sei wertvoll.“ Doch gerade die Inder liebten Gold. Das Land sei nach China der zweitgrößte Konsument des Edelmetalls. Die Importe von Gold auf den Subkontinent saugten jedoch harte Währung aus dem Land, im Austausch für ein Anlageprodukt, das in Schließfächern verwahrt werde und somit für die Wirtschaft nicht mehr produktiv sei. Andere Anlagemöglichkeiten müssten für potenzielle Investoren und Anleger attraktiver gemacht werden, um die „Massenflucht“ zum Gold aufzuhalten. Denn wenn sie den Anreiz für andere Anlagemodelle nicht erkennen können, griffen Sparer immer wieder auf die traditionelle Wertanlage Gold zurück. Das nationale indische Rentensystem zum Beispiel habe eine sehr schlechte Anreizstruktur, vielen Menschen sei gar nicht bewusst, welche Vorteile ihnen das Programm jedoch bringen könne.

 

Wissenschaftliche Studien zum Erfolgsrezept von Apple hat der Business Spectator gelesen. Das Unternehmen löse mit jedem neuen Produkt einen Hype aus - in dem es gekonnt nichts sage oder strategisch gut platzierte Hinweise gebe. „Apple-Fans folgen dem Unternehmen wie einem religiösen Führer.“ Tatsächlich habe eine Universität in Australien herausgefunden, dass bei einem Apple-Fan religiöse Gefühle und Gefühle für sein Apple-Gerät in derselben Hirnregion verankert sind. Clever sei auch die Strategie, dass ein neues Produkt nie die Wünsche der Fans zu 100 Prozent erfülle: „Weil sie stets mehr wollen, bleiben sie Apple treu.“ Doch wenn das Image leide, gehe Apple gezielt und drastisch vor. „Als die New York Times die Arbeitsbedingungen bei Foxconn in China anprangerte, reagierte Apple sofort und schickte eine unabhängige Kommission, die u. a. Lohnerhöhungen durchsetzen sollte. Und um die NYT zu betrafen, gab Apple dem Wall Street Journal ein Exklusiv-Preview des neuen iOS, Mountain Lion.“ 

Fundstück: Oscar-reife Bösewichte

Zur Verleihung der Oscars fragt sich Business Week, warum unter den bisher Prämierten so wenige böse Geschäftsleute zu finden seien: „Es ist doch weithin bekannt, dass Bösewichte gute Rollen abgeben, und dass Geschäftsleute wiederum häufig die besten Bösewichte sind.“ Wahrscheinlich, vermutet das Blatt, finde die Jury nichts Exotisches an tyrannischen, machthungrigen Vertretern der reichen 1-Prozent-Schicht. Beim Blick in die Historie fänden sich aber immerhin zehn geschäftstüchtige Bösewichte, die Oscars erhielten, oder zumindest dafür nominiert wurden, z. B. Daniel Day-Lewis (als Daniel Plainview in „There Will Be Blood“), Al Pacino (als Michael Corleone in „Der Pate, II“) und allen voran: Michael Douglas (als Gordon Gekko in „Wall Street“). Der habe das Böse gekonnt auf den Punkt gebracht: „Greed, for lack of a better word, is good.“

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Anleiheauktionen der Woche

5
27.02.12 08:31

27. Feb. 11:00 Deutschland Bubill-Auktion (3 Mrd. EUR 12 Mon.)

11:15 Italien BOT-Auktion (8,75 Mrd. EUR 6 Mon.; 3,5 Mrd. EUR 10 Mon.)

12:05 Belgien OLO-Aufstockung (insg. 1,9-2,9 Mrd. EUR, 3,5 % 6/17; 4,25 % 9/22; 4,25 % 3/41)

14:50 Frankreich BTF-Aufstockung (3,8-4,2 Mrd. EUR 3 Mon.; 0,8-1,2 Mrd. EUR 5 Mon.; 1,7-2,1 Mrd. EUR 11 Mon.)

15:55 Großbritannien Bank of England-Ankauf (1,5 Mrd. GBP, Gilts mit Laufzeit 2015-2018)

17:30 USA T-Bill-Aufstockung (33 Mrd. USD 3 Mon.) T-Bill-Auktion (31 Mrd. USD 6 Mon.)

28. Feb. 11:15 Italien BTP-Auktion (3-3,75 Mrd. EUR 5,5 % 9/22); BTP-Aufstockung (2-2,5 Mrd. EUR; 4,75 % 5/17)

11:45 Belgien T-Bill-Aufstockung (1,8 Mrd. EUR 3 Mon.; 1,2 Mrd. EUR 6 Mon.)

15:55 Großbritannien Bank of England-Ankauf (1,5 Mrd. GBP, Gilts mit Laufzeit 2027-2060)

29. Feb. 11:30 Deutschland Bund-Aufstockung (4 Mrd. EUR; 2 % 1/22)

15:55 Großbritannien Bank of England-Ankauf (1,5 Mrd. GBP, Gilts mit Laufzeit 2019-2025)

1. Mrz. 10:45 Spanien BONO-Aufstockung (3,4 % 4/14; 4 % 7/15 ; 4,25 % 10/16)

10:50 Frankreich OAT-Aufstockung (7-8 Mrd. EUR; 4,25 % 10/17; 3,75 % 10/19; 3 % 4/22; 3,5 % 4/26)

11:30 Großbritannien Gilt-Aufstockung (2,75 Mrd. GBP; 4 % 7/22)

 

Datum Resultate* Land Auktion

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Weltbank sieht Chinas Entwicklung am Wendepunkt

5
27.02.12 09:08

Reformen notwendig: Weltbank sieht Chinas Entwicklung am „Wendepunkt“

Nach einem Bericht der Weltbank steht die konjunkturelle Entwicklung Chinas vor einer Zeitenwende. Peking müsse seine Markwirtschaft reformieren, um das Wachstum auf Dauer aufrecht zu erhalten.

Chinas wirtschaftliche Entwicklung steht nach Einschätzung der Weltbank an einem „Wendepunkt“. Tiefgreifende marktwirtschaftliche Reformen seien notwendig, um langfristig Wirtschaftswachstum wahren zu können, heißt es im „China 2030“ genannten Bericht, den Weltbank-Präsident Robert Zoellick am Montag in Peking vorstellte.

Nach drei Jahrzehnten mit rund zehn Prozent Wachstum brauche China eine „neue Entwicklungsstrategie“. Der Privatsektor müsse gestärkt, die Märkte weiter geöffnet und die Land- Arbeits- und Finanzpolitik reformiert werden, heißt es in dem Bericht. Um Innovation zu fördern, müsse auch der Urheberrechtsschutz verbessert werden. Umweltschutz könne als „grüner Motor“ neue Entwicklung schaffen. Der Bericht fordert auch gleichberechtigten Zugang zu Bildung, Gesundheitswesen und Arbeitsplätzen.

Der Bericht werfe einige „ernste Fragen“ auf, sagte Zoellick. „Hinzu kommt, dass das globale Umfeld auf absehbare Zeit unsicher und sprunghaft bleiben wird, wodurch die Notwendigkeit für Veränderung noch größere Bedeutung gewinnt.“ Der Bericht der Weltbank wurde gemeinsam mit dem Zentrum für Entwicklungsforschung des chinesischen Staatsrates erstellt.

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Ruinöser Preiskrieg auf den Weltmeeren

8
27.02.12 09:09

Container-Reedereien: Ruinöser Preiskrieg auf den Weltmeeren

Auf hoher See herrscht Krieg - Preiskrieg. Die großen Container-Reedereien kämpfen mit Billigtarifen um Marktanteile und lassen die gesamte Branche leiden. Ein Umdenken scheint nur langsam in Gang zu kommen.

DüsseldorfDie Zahlen sprechen für sich: Maersk Line, die größte Container-Reederei der Welt, hat im vergangenen Jahr einen operativen Verlust von 483 Millionen Dollar (Ebit) verbucht. Das gab das Unternehmen am Montag in Kopenhagen bekannt. Im Jahr 2010 hatte die Schifffahrtssparte des dänischen Konglomerats A.P. Møller-Maersk noch 2,8 Milliarden Dollar Gewinn gemacht.

Alle Container-Reedereien zusammen sollen 2011 sogar ein Minus von 5,2 Milliarden Dollar eingefahren haben. Und das, obwohl immer mehr Güter auf den Ozeanen in Standardcontainern unterwegs sind. Der weltweite Seecontainer-Verkehr wuchs im vergangenen Jahr um 6,5 Prozent. Das geht aus einer Studie der Londoner Beratungsfirma Drewry hervor, die als einer der Experten im internationalen Seeverkehr gilt.

Die Maersk-Reederei vermeldete für das vergangene Jahr im Vorjahresvergleich sogar 16 Prozent mehr Ladung auf der wichtigsten Strecke zwischen Asien und Europa. Die Nachfrage stieg also, doch gleichzeitig gingen die Preise in den Keller: Die Frachtraten, die die Reederei von ihren Kunden verlangt, fielen um 19 Prozent.

Als Hauptgrund für die eingebrochenen Erlöse gelten Überkapazitäten. In den goldenen Jahren vor der Wirtschaftskrise 2008 bestellten die Reedereien in Aussicht auf ein weiter boomendes Geschäft Schiff um Schiff. Dann brachen die Gewinne ein. Weiter bestellt wurde trotzdem, da die Schiffe günstiger wurden und die Erholung schon in Sichtweite schien. Das rächt sich nun. Viele dicke Pötte laufen erst jetzt vom Stapel der Werften. Laut den Analysten von Drewry wird sich 2012 die Zahl der Schiffe mit einer Kapazität von mehr als 8000 Containern um ein Viertel erhöhen.

 

Die Frachtkapazität wachse im laufenden Jahr um acht Prozent, während das Frachtvolumen aber nur um 1,5 Prozent zulege, hieß es Mitte Februar von Maersk. Der Marktführer ist für viele in der Branche schuld an der Misere. Um fast ein Fünftel haben die Dänen ihre Kapazität allein im vergangenen Jahr aufgestockt. 20 der größten Frachter der Welt sind außerdem bereits bestellt, sie fassen je 18.000 Standardcontainer.

Zusammen mit der Nummer zwei am Markt, der Schweizer Reederei MSC, gilt Maersk außerdem als Verursacher der Preisspirale nach unten. Mit immer niedrigeren Preisen kämpfen die beiden Giganten der Ozeane um Marktanteile. Koste es, was es wolle. Ende 2010 senkte MSC die Preise auf der umkämpften Route zwischen Asien und Europa. Maersk zog nach – und die anderen Reeder mussten folgen. Für einige dagegen hat nicht MSC, sondern Maersk den Preiskrieg angezettelt.

 

 

Wer angefangen hat, ist schwer zu klären. Sicher ist nur, dass die gesamte Branche unter dem Kampf zwischen Maersk (mehr als 500 Frachter) und MSC (rund 450) leidet. Auch den deutschen Reedereien macht der Preiskrieg zu schaffen. Nicht alle der derzeit rund 400 Schifffahrtshäuser in Deutschland werden die Krise überleben. Viele von ihnen verleihen als Charterreeder ihre Schiffe an die großen Linien-Reedereien wie Maersk, MSC oder die Hamburger Frachtreederei Hapag-Lloyd.

Eine Konsolidierung des Marktes mit Übernahmen und Zusammenschlüssen scheint unvermeidlich. Auch Pleiten sind möglich. „Wenn das Geld weiter so verbrannt wird wie bisher, werden in der zweiten Jahreshälfte für viele die Cash-Reserven aufgebraucht sein“, sagte Drewry-Chefanalyst Neil Dekker. Im Dezember 2011 gaben bereits die Hamburger Reedereien Komrowski und Rickmers ihre Fusion bekannt.

 

Auch die „Big Player“ verbünden sich. MSC und die französische CMA CGM kooperieren mittlerweile. Und sechs Container-Linienreedereien aus Europa und Asien gründeten zuletzt eine neue Allianz im Europa-Fernost-Verkehr. In der sogenannten „G6 Alliance“ ist auch Hapag-Lloyd Mitglied. Die Allianz verbindet 90 Schiffe und mehr als 40 Häfen in Europa, Asien und im Mittelmeer und will ab April insgesamt neun Container-Liniendienste anbieten. Ein möglichst lückenloses Angebot ist das Ziel. Auf der Strecke Asien-Nordeuropa haben die sechs Unternehmen einen Marktanteil von knapp einem Viertel. Von Experten wird die „G6“ als Abwehrallianz gegen Maersk und MSC angesehen.

 

Wie lange der Preiskrieg noch andauern wird, ist noch nicht absehbar. Doch von Marktführer Maersk kommen erste Signale der Vernunft. Ein Umdenken scheint im Gange, der Preiskrieg scheint sich langsam zu entspannen. Mit dem französischen Wettbewerber CMA CGM wollen die Dänen zwei Routen zwischen Asien und dem Mittelmeer gemeinsam betreiben. Mitte Februar verkündete der Container-Gigant zudem die Verknappung der Kapazität auf der Asien-Europa-Route um neun Prozent.

Und auch die Preise sollen wieder steigen: Am vergangenen Freitag kündigte Maersk eine Erhöhung der Frachtrate auf der Strecke von Asien Richtung Westen an. 400 Dollar mehr soll der Transport eines 20-Fuß-Standardcontainers ab dem 1. April kosten.

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Anti Lemming:

# 971 - Charles Murray und "White Trash"

10
27.02.12 09:42
Murray ist Politologe und agiert am rechten "Think Tank" American Enterprise Institute. Er ist seit mehr als 25 Jahren aktiver Kämpfer FÜR Rassismus und Ungleichheit in USA. Sein Generalthema lautet, dass man jegliche Sozialhilfe abschaffen müsse, was Clinton 1996 in USA auch - auf Murray/Herrnsteins rassistisches Buch "The Bell Curve" hin - umsetzte. Dieses Buch basiert auf der These, dass allein Intelligenz (IQ) den beruflichen und gesellschaftlichen Erfolg bestimme und dass Intelligenz in hohem Maße angeboren sei. Schwarze hätten eine Durchschnitts-IQ von nur 85 und sollten daher nicht mit Sozialhilfe zu ungehemmter Vermehrung ("Welfare Queen") motiviert werden. Auch kompensatorische Erziehung helfe nicht, weil eh "die Gene" schicksalhaft das Leben bestimmen. Dies "weisen" Murray und Herrnstein (ein Havard-Psychologe) anhand einer Langzeitstudie an 12.000 US-Teenagern nach. Doch ihre Korrelationen sind sehr schwach, beweisen also wenig. Zudem werden wie bei Sozialwissenschaftlern üblich Korrelationen als Kausalitäten verkauft.

Sarrazins Buch "Deutschland schafft sich ab" macht deutliche Anleihen bei "The Bell Curve", u. a. hinsichtlich der Behauptung, dass Intelligenz "zu 50 bis 80 % vererbt" sei und dass die Gesellschaft verdumme, weil sich die Blöden, gepäppelt von Sozialhilfe, überproportional vermehren. Sarrazins zweite Hauptquelle ist das Buch "Die IQ-Falle" von Volkmar Weiss, das im rechtsextremen österreichischen Leopold-Stocker-Verlag erschienen ist. Auch Weiss hat stark bei Murray/Herrnsteins "The Bell Curve" abgeschrieben.

All diesen Büchern ist gemein, dass sie

1. stark beworben wurden, weil interessierte Kreise (in USA: Reps und Neokonservative) stark an der Verbreitung dieser Thesen interessiert sind,

2. tendenziell rassistische Pseudowissenschaft als "Beweis" für eine fragwürdige politische Agenda anführen,

3. eine Allmacht der Gene postulieren, wodurch die Gesellschaft "gerecht" sei, weil in der "Meritokratie" (dieses Wort verwendet auch Sarrazin) jeder exakt dort steht, wo er aufgrund seiner "guten" oder "schlechten" Erbanlagen hingehört,

4. ihre Thesen von hoher Intelligenzvererbung auf methodisch sehr fragwürdige Zwillingsstudien von Psychologen (die teils von Nazi-Stiftungen gefördert wurden oder wie der Brite Cyril Burt ihre Daten fälschten) stützen, während Vertreter "harter Wissenschaft" wie Genetiker die Thesen von der Ungleichheit von Populationen und Ethnien in den Bereich der Phantasie verweisen. Homo sapiens existiert erst seit 100.000 Jahren, in so kurzer Zeit ist es ausgeschlossen, dass die Gene stark differenzieren. Unterschiede zwischen Ethnien sind daher fast ausschließlich kulturell gegründet. Wer hier von "vererbter Dummheit" faselt wie Sarrazin/Murray/Herrnstein, ist ein pseudowissenschaftlicher Scharlatan. Bis heute konnten Genetiker keine Gene für Intelligenz nachweisen. Außerdem ist nicht mal unter Psychologen klar definiert, was unter "Intelligenz" überhaupt zu verstehen sei. Wie will man Gene für etwas finden, dass nicht mal in der Psychologie klar definiert ist?

5. im Kern verstaubte Eugenik-Thesen aus dem 19. Jahrhundert aufgreifen, als Wissenschaftler noch Schädel vermaßen und aufgrund dessen die Menschen in "Rassen" aufteilten. Francis Galton hatte bereits 1865 eine Verblödung der Gesellschaft durch "dysgenische Tendenzen" postuliert (daher "müsse" der Staat mit Sterilisationsprogrammen bei Geisteskranken eingreifen...). Doch diese Verblödung ist in den 150 Jahren seitdem in keinster Weise eingetreten. Der Durchschnitts-IQ der westlichen Bevölkerungen ist im 20. Jahrhundert sogar deutlich gestiegen. Eugenik-Thesen werden auch dadurch nicht wahrer, dass Sarrazin, Murray und Co. diese - mit unsäglichem Medienrummel  - nun zum hundersten Mal rausposaunen und dies als "moderne Forschung" verkaufen.

Neues wissenschaftliches Buch gegen Sarrazins Eugenik-Thesen:
www.springer-vs.de/Buch/978-3-531-18447-0/...ang-der-Intelligenz.html

Bereits vor 25 Jahren hat Murray in seinem Buch "Losing Ground" gezielt konservative Ängste geschürt, "politisch falsche" Förderung der Unterschicht (z. B. durch zu viel Sozialhilfe) würde die US-Gesellschaft zersetzen. Es ging im Grunde um eine pseudowissenschaftliche Rechtfertigung der Reagan-Politik, Geld von unten nach oben zu verteilen, indem oben die Steuern gesenkt werden (Staatsverschuldung trat an die Stelle von Reichensteuer), während unten kompensatorische Fördermaßnahmen und Sozialhilfe zusammengestrichen wurden ("Sozialabbau"). "Losing Ground" richtete sich - wie The Bell Curve - auch gegen den sogenannten "White Trash" (weiße Unterschicht in USA). Das Buch ist ebenfalls randvoll mit Statistiklügen.

Charles Murrays Feldzug gegen sozial Schwache ist daher nichts Neues. "White Trash", Schwarze und Latinos sind dem Sozial-Rassisten seit jeher ein Dorn im Auge.
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relaxed:

#93980 Dies sind Thesen von

5
27.02.12 09:56
Pseudowissenschaftlern, die schon in ihrer Schulzeit Schwierigkeiten mit klarem Denken hatten, jedoch in ihrem späteren Leben hinreichend viele halbgebildete Politiker und Industrielle gefunden haben, die ihr "Schaffen" finanzieren.

Es ist vielmehr so, dass ein zu hoher IQ ein gesellschaftliches Handicap ist, denn wer will schon ständig in Gesellschaft von Idioten sein. ;-)
Jetzt muss ich hier was schreiben, damit ich die Signatur-Option behalte.
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relaxed:

Ergänzend zu #93982:

8
27.02.12 10:02
Übrigens ist Frau Dr. Merkel ein gutes Beispiel von jemandem mit überdurchschnittlicher Intelligenz, der sich in einem Milieu mit unterdurchschnittlicher Intelligenz bewegt ... da wird man ganz schnell zur "Mutti". ;-))
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CarpeDies:

Es droht eine teuflische Abwärtsspirale

4
27.02.12 10:04
Bin mir nicht sicher, ob das schon gepostet wurde; auf jeden Fall superbärisch :)

Ich bin schon mal gespannt, ob und wann die Inflationierung auf die Angestellten Gehälter übergreift; das wäre wohl das untrügliche Zeichen, dass man den Deflation wirklich entgegentreten will; bisher waren mEn die Inflationierungsanstrengungen der Notenbanken nur sehr kurzfristig und begrenzt wirksam (wenn man mal von China absieht) wenn nicht sogar kontraproduktiv, weil hohe Rostoffpreise den Konsumenten von anderen Ausgabe abhalten und die Lage (Deflation) weiter verschärfen. Wenn man sieht, dass sogar ein Realkaufkraft-Verlust in USA seit den 60er-Jahren stattfindet, dann ist das alamierend und Bernake und Co erzeugen keine wirklich nachhaltige Inflation.
Erst wenn Otto Normalverbraucher mehr Geld in die Taschen bekommt, findet Inflation statt, dann aber ist die Grenze Richtung Hyperinflation schnell überschritten.





Aus dem Handelsblatt:
26.02.2012, 13:06 Uhr

Fredmund Malik ist ein bekannter Ökonom und Buchautor. Im Interview erklärt der Österreicher, worin er die Ursachen der Krise sieht und warum sie so gefährlich ist. Seine düstere Prognose: den Börsen droht der Absturz.

Wir stecken immer noch in der Finanzkrise. Wo erkennen Sie als Unternehmensberater die Ursachen?


Es ist Überschuldung und wirtschaftliche Fehlsteuerung als Folge falscher Unternehmensführung und radikal falscher Strategien. Dieses falsche Management wird seit Jahrzehnten in den Business Schools gelehrt und hat sich wie eine Seuche verbreitet. Es ist auch verantwortlich dafür, dass immer mehr intelligente Köpfe nicht mehr in die Realwirtschaft gingen sondern in die Finanzwirtschaft. Unter anderem geht es auch um wirtschaftszerstörende Bonussysteme, die falsche Anreize setzen. Dadurch ist in den Unternehmen viel Bitterkeit, Verachtung und Agonie entstanden, was die Unternehmensspitzen gar nicht wahrnehmen. Es sind breite Gräben in die Unternehmenskulturen gerissen worden. Und das in einer Zeit, in der die Firmen das ganze Vertrauen brauchen würden.


Wo liegt der Keim des Ganzen?


Im Sharholder-Value-Denken. Eine Buchveröffentlichung machte es 1986 populär. Aber der Shareholder Value ist überhaupt kein Maß für die reale wirtschaftliche Leistung und er für das Topmanagement systematisch irreführend. Der vermeintliche Wirtschaftsboom am Ende des letzten Jahrtausends war kreditgestützt. Notenbanken haben mit ihrer Niedrigzinspolitik eine völlig falsche Politik betrieben. Das Denken in finanziellen Dimensionen gewann die Oberhand, auch in der Unternehmensführung. Zynisch gesagt: Der Mensch ist degradiert worden zum Barwert seiner Lebensversicherung, minus Beerdigungskosten. So kamen wir in der Realität zu falschen Anreizsystem, die von Schulen und vor allem auch von den meisten Unternehmensberatern verbreitet wurden.


Warum war das in der Praxis so attraktiv?


Shareholder Value bedeutet: Wir wollen den Aktionär reich machen. Aber das darf nicht Zweck eines Unternehmens sein, obwohl es auch ein Resultat sein kann. Ein Unternehmen anhand von Finanz-Kennziffern zu beurteilen, ist verführerisch, weil es so einfach scheint. Es ist viel einfacher, als beispielsweise über Innovationen und Strategien zu sprechen – was aber entscheidend ist. Finanz-Kennziffern helfen kaum, weil sie nur eine kurzfristige Realität widerspiegeln. Ich sage sogar: Je besser die operativen Zahlen, um so gefährlicher ist das Unternehmen positioniert. Mit dem falschen Denken hat beispielweise der frühere Daimler-Chef Jürgen Schrempp durch den Kauf von Chrysler zweistellige Milliardenbeträge versenkt. Gegenbeispiele sind Ferdinand Piech von VW oder Helmut Maucher von Nestle.
Flossbach und von Storch im Interview „Die Entschuldung geht nur über Inflation“

Das Vermögen vieler Anleger ist in Gefahr, warnen die Vermögensverwalter Bert Flossbach und Kurt von Storch. Warum das Geld bald weniger wert ist, was aus dem Euro wird und wie Anleger ihren Besitz sichern können.
Flossbach und von Storch im Interview: „Die Entschuldung geht nur über Inflation“


Was kann man gegen die Überschuldung tun?


Vordringlich braucht es die innovativen Methoden für ein neues Funktionieren von Organisation und Management. Vorübergehend sollte man auch die meisten Wirtschaftsfakultäten der Unis und Business-Schools schließen und für einen Neustart fragen: Warum habt ihr Wissenschaftler das geduldet und nicht hinterfragt? Wir haben in einer Periode der systematischen Bewusstseins-Verschmutzung gelebt. Die Welt wurde gemacht von Personen, die sich und den Globus nur über die Geld-Dimension wahrnehmen, alle Dinge nur in Geld bewerten. Eine Facette dabei ist, dass wir das Börsengeschehen zum verführerischen Infotainment entwickelt haben. Das hat zusätzlichen Schaden angerichtet. Viele Menschen sind vor allem über die Pensionsfonds und andere Vehikel noch am Ende der großen Hausse zur Jahrtausendwende in Aktien eingestiegen und leiden jetzt unter den Verlusten, die aber erst in ihren Anfängen stehen.

Wo haben Unternehmen und Banken den Kontakt zum Boden verloren?


Sie wurden durch Kredite hoch gepusht. Wenn sich heute Unternehmen zu 100 Prozent über Eigenkapital finanzieren, schütteln Analysten den Kopf. Credo ist ja: Die Eigenkapital-Rendite muss man über Fremdkapital hebeln. Genau dieser Trend hat in eine massive Verschuldung geführt, bei Haushalten, Unternehmen, Banken und letztlich dem Staat. Und natürlich war dieser Run auf Schulden auch verantwortlich für die große Hausse an den Aktienmärkten. Der Finanzsektor hat sich weit von seinen Ursprüngen entfernt. Ursprünglich sollte er Investitionen und den Handel finanzieren. Aber schon Ende der 90er Jahr war das Volumen der reinen Finanzgeschäfte das 100- bis 1000-fache dessen, was die Realwirtschaft gebraucht hätte.
"Die Globalisierung wird teilweise rückgängig gemacht", meint Malik. Quelle: PR / Malik Management Zentrum St.Gallen
"Die Globalisierung wird teilweise rückgängig gemacht", meint Malik. Quelle: PR / Malik Management Zentrum St.Gallen

An welcher Stelle sehen Sie die Verbindung zwischen Schulden und Finanzmärkten?


Kredite und Gier trieben den Bullenmarkt für Aktien. An den Schulen wurde dagegen gelehrt: Die Hausse ist eine natürliche Folge der erfolgreichen Unternehmensführung. Deshalb wird es eine böse Überraschung geben, wenn die Kurse auf die Niveaus zum Start der Hausse zurückfallen, was in ähnlichen Situationen immer geschehen ist. Für den Dow-Jones-Index bedeutet das: auf 1000 Punkte. Beim Dax sind das etwa 500 Zähler. Kurz: Weniger als ein Zehntel der heutigen Werte.

Das erscheint aus heutiger Sicht unmöglich…


Die Krise als solche erschien der Mehrheit als unmöglich. Ich erwarte eine Fortsetzung des Finanzmarktkollapses. Falls nicht revolutionär neue Methoden eingesetzt werden, wird die Folge wahrscheinlich die größte deflationäre Depression der Geschichte sein. Das bedeutet einen massiven Rückgang der Wirtschaftsleistung und daher auch der Steuereinnahmen. Es folgt eine Kette von Bankenpleiten und Staatsbankrotten. Sicher ist, dass Unternehmer in so einem Umfeld nicht mehr investieren werden. Den Tiefpunkt erwarte ich 2015 oder 2016. Dann wird die Wirtschaftsleistung 30 bis 50 Prozent niedriger sein als heute. Ich erwarte gleichzeitig einen tiefgreifenden Wertewandel, unter anderem wird der neoliberale Egoismus von einem neuen Gemeinsinn abgelöst.
DWS-Chefstratege im Interview „Die Krise kann ein Jahrzehnt dauern“

Wo greifen hier Verschuldung und Kursentwicklungen ineinander?


Sinkende Aktienkurse und überhaupt Sachgüterpreise sind nur dann ein Problem, wenn die Positionen auf exzessivem Kredit basieren – was heute der Fall ist. Selbst wenn dann der Aktienkurs nur leicht sinkt, muss der Besitzer Geld nachschießen. Wenn er das nicht kann, wird die Bank die Position zwangsweise liquidieren, also den Bestand verkaufen. So entwickelt sich eine teuflische Abwärtsspirale, sie sich immer schneller dreht, und mir herkömmlichen Mitteln nicht zu stoppen ist. Die Bärenmärkte sind deshalb genau so übertrieben wie vorher die Haussen.

Die Globalisierung wird teilweise rückgängig gemacht

Ist die aktuelle Krisen-Bekämpfungspolitik gescheitert?
Bis jetzt ja. Man versucht die alte Welt zu retten und gibt dem Alkoholiker immer noch einen neuen Schnaps. Wie erklärt liegen die Ursachen lange zurück. Die Amerikaner haben in ihrem Glauben an den ewigen Wohlstand Staatsschulden aufgetürmt. Wie beschrieben haben sich vor allem die Finanzunternehmen genau so verhalten. Der frühere Notenbankchef Alan Greenspan hat mit seiner Niedrigzinspolitik die letzte Chance zu einer Korrektur verpasst, und stattdessen eine Blase an den Immobilienmärkten und an den Anleihemärkten erzeugt. Die USA stehen heute realwirtschaftlich in der nähe eines Entwicklungslandes.


Was bedeutet dieser düstere deflationäre Ausblick?


Zunächst die Liquidierung unhaltbarer Kredite. Das Volumen dürfte in einer Größenordnung von deutlich über 100 Billionen Dollar liegen. Wir reden über einen Verkaufszwang bei allen wichtigen Vermögensklassen: Aktien, Anleihen, Unternehmensanteile, Rohstoffe, auch Immobilien, die ebenfalls bis auf ein Zehntel ihrer Höchstpreise fallen können.


Und der Anleger?


Der hat wenige Optionen. Geld wird im Zeitablauf an Wert gewinnen. Deshalb sollte der Anleger sein Geld in bar in einer guten Währung bei seiner Bank verwahren. Später muss er es zu Hause deponieren, um bei einem Run auf die Banken nicht erwischt zu werden. Die Einlagen-Sicherungssysteme sind viel zu klein angelegt. Ich schätze, dass über die Hälfte der Institute insolvent werden wird.


Mit welchen gesellschaftlichen Entwicklungen müssen wir rechnen?


Mit neuen Methoden kann man das Potenzial zu einem neuen Wirtschaftswunder und neuer sozialer Stabilität haben. Fährt man hingegen fort wie bisher, wird sich Amerika isolieren, die Europäische Union an Zusammenhalt verlieren und auseinanderbrechen. Es kommt eine Epoche des Protektionismus. Die Globalisierung wird teilweise rückgängig gemacht. Politisch ist Radikalisierung eine große Gefahr.

Vielen Dank für das Gespräch.
Antworten
permanent:

@carpedies

2
27.02.12 10:42
Malko07:

#93961: Bargeld unter dem Kopfkissen?

2
27.02.12 11:03
Für wie blöd hält uns Malik? Der Staat kann auch sehr einfach Bargeld schrumpfen lassen. Das Bargeld muss eben gemeldet werden und es kommt dabei zu entsprechenden Lasten. Gleichzeitig wird es markiert und nicht markiertes wird ungültig. Dann bleiben also nur noch die Münzen. Also schafft euch Lagerplätze an um die Münzen zu lagern. Leider kann man die auch als ungültig erklären. ;o))
Antworten
Malko07:

Nachweislich enstehen

7
27.02.12 11:48
Verbindungen im Gehirn durch geistige und körperliche Tätigkeiten. So ist z.B. Aufrecht gehen ein ungemein komplexer Prozess, der eine große Anforderungen an das Gehirn stellt. Es gibt auch vererbte Programme, die uns ein Leben lang steuern. Derartige "Vorlieben" sind eindeutig  Sippen und nicht Rassen zuordenbar. Versucht man bestimme "Vorlieben" zu extrahieren, findet man sie bei allen Rassen.

Das Gehirn wächst also eindeutig in seiner Umwelt (neue Verbindungen). Und wenn man es zu wenig fordert, sowohl geistig als auch körperlich, verlottert es. Der IQ selbst ist nur etwas für verblödete Wissenschaftler. Er sagt nämlich überhaupt nicht darüber aus was der jeweilige Mensch als Mensch leisten kann. Im realen Leben kommt es nämlich nicht nur auf Merkfähigkeit und Mathematik an. Das beherrschen Autisten oft vorbildlich, sie sind aber eindeutig behindert und haben große Schwierigkeiten ihr Leben zu meistern. Meistens würden sie gerne auf ihren hohen IQ verzichten.

Ein Kind, das in verlotterten Verhältnissen aufwächst ist also stark gefährdet. Eine Verlotterung kann vielfältig auftreten und ist nicht unbedingt an die materielle Ausstattung gebunden. Und wenn man dann Erwachsene vergleicht wird man deutliche Unterschiede feststellen können. Wie man an Sarazin sieht, entstehen sogar Menschen, die sozial total inkompetent sind und sollten sie sich vermehren, eine Gefahr für die menschliche Gesellschaft darstellen würden.
Antworten
Anti Lemming:

Malko - # 957

5
27.02.12 12:08
"Wenn man nachhaltig lange daneben liegt, fangen manche an durchzudrehen und bewerten Posts von anderen als polemisch auch wenn die eigenen so tief sind, dass es tiefer kaum geht. "

Langsam hab ich den Eindruck, Du erfasst nicht mal mehr den Kontext dieses Threads. Ist es Dir entgangen, dass Stöffen, ich und andere seit Dez. vor Short-Einstiegen gewarnt hatten (als halb Ariva bärisch war)? Ich habe Dich auf diese Tatsache schon zig mal hingewiesen, trotzdem setzt Du Deine Polemik unbeirrt fort.

Wenn jemand schon nicht mal mehr peilt, was hier im Thread gepostet wurde, wie will er dann über die wirtschaftliche Zukunft urteilen? Rührt vielleicht daher Deine Grundthese der prinzipiellen Unvorhersagbarkeit - sei es charttechnisch, sei es fundamental?

Oder bist Du der Ansicht, dass man den Bärenthread jedesmal einstellen sollte, wenn die Indizes mal ein paar Monate im Stück steigen? Wenn Draghi eine Billion in den Markt bläst, weil sonst die PIIGS abbrennen, ist das bullisch oder bärisch? Die Börsen mögen zwar (temporär) steigen, aber das hat doch keinerlei Substanz.

Bezeichnend ist, dass der SP-500 seit Threaderöffnung im Februar 2007 IMMER NOCH unter dem damaligen Stand notiert, zurzeit -6,5 %.

Vielleicht solltest Du Deine Mitgliedschaft hier auflösen und bei Zaphod und Co. posten, da passt Du zurzeit weit besser hin als in den Bärenthread (auch hinsichtlich des dort verbreiteten "Kollegen-Gestänkers").
Antworten
Anti Lemming:

# 986

 
27.02.12 12:19
Der Rassen-Begriff stammt aus dem 19. Jhdt. und ist heute wissenschaftlich nicht mehr haltbar. Dies ist bei Populationsgenetikern unbestritten.

de.wikipedia.org/wiki/Rassentheorie

Der Begriff "Rasse" wird nur noch von Leuten verwendet, die von Genetik und Populationsgenetik keine Ahnung haben (Sarrazin und Malko). Dass Sarrazin mit seiner kolportierten, sachlich falschen und tendenziösen Stammtisch-"Forschung" Breitenwirkung erzielen konnte, weil er damit alte (Nazi-)Vorurteile bestätigte, sollte man keinesfalls als Beweis für die Richtigkeit dieser Behauptungen fehlinterpretieren.
Antworten
daiphong:

AL, jetzt lass mal die Kirche im Dorf und

5
27.02.12 12:36
les den Malko richtig.
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permanent:

China: Keine deutschen Autos mehr für Funktionäre

5
27.02.12 12:51
China: Keine deutschen Autos mehr für Funktionäre
 

Ausländische Autos sollen für chinesische Funktionäre demnächst tabu sein. Hersteller wie Volkswagen oder General Motors haben dann das Nachsehen - obwohl auch sie in China mit lokalen Partnern produzieren.

Der USA Bären-Thread 12922519
Cardesign bei Dongfeng: Chinesische Autohersteller sollen von Funktionären bevorzugt werden. Quelle: dpa

Chinesische Funktionäre sollen keine ausländischen Automarken mehr kaufen. Zum Schutz der heimischen Autoindustrie veröffentlichte das Industrieministerium in Peking eine vorläufige Liste mit rund 400 Modellen chinesischer Hersteller, die offizielle Vertreter von Staat und Partei stattdessen kaufen sollen. Bis zum 9. März nimmt das Ministerium öffentliche Kommentare zu der Liste an.

Als Reaktion stiegen am Montag die Aktienkurse chinesischer Autohersteller wie Dongfeng und First Automotive Works (FAW). Industrie-Insider zeigten auch Unverständnis für die Pläne und wiesen darauf hin, dass ausländische Autobauer wie Volkswagen oder General Motors ihre Fahrzeuge für den chinesischen Markt schließlich auch in China und mit lokalen Partnern bauten.

Antworten
Anti Lemming:

Malik bringt es auf den Punkt

4
27.02.12 12:53
Auszug aus dem Malik-Interview von Permanent und CarpeDies (# 984):

Handelsblatt: Wo haben Unternehmen und Banken den Kontakt zum Boden verloren?


Malik: Sie wurden durch Kredite hoch gepusht. Wenn sich heute Unternehmen zu 100 Prozent über Eigenkapital finanzieren, schütteln Analysten den Kopf. Credo ist ja: Die Eigenkapital-Rendite muss man über Fremdkapital hebeln. Genau dieser Trend hat in eine massive Verschuldung geführt, bei Haushalten, Unternehmen, Banken und letztlich dem Staat. Und natürlich war dieser Run auf Schulden auch verantwortlich für die große Hausse an den Aktienmärkten. Der Finanzsektor hat sich weit von seinen Ursprüngen entfernt. Ursprünglich sollte er Investitionen und den Handel finanzieren. Aber schon Ende der 90er Jahr war das Volumen der reinen Finanzgeschäfte das 100- bis 1000-fache dessen, was die Realwirtschaft gebraucht hätte.

HB: An welcher Stelle sehen Sie die Verbindung zwischen Schulden und Finanzmärkten?

Malik: Kredite und Gier trieben den Bullenmarkt für Aktien. An den Schulen wurde dagegen gelehrt: Die Hausse ist eine natürliche Folge der erfolgreichen Unternehmensführung. Deshalb wird es eine böse Überraschung geben, wenn die Kurse auf die Niveaus zum Start der Hausse zurückfallen, was in ähnlichen Situationen immer geschehen ist. Für den Dow-Jones-Index bedeutet das: auf 1000 Punkte. Beim Dax sind das etwa 500 Zähler. Kurz: Weniger als ein Zehntel der heutigen Werte.
Antworten
Malko07:

#93988: Meine wirtschaftlichen

8
27.02.12 13:14
Prognosen waren bisher immer sehr vorsichtig und sind weitgehend eingetroffen. Verfolge mal die Postings z.B. vom Herbst 2010 bis heute. Da hatten sehr viele, auch du, Schwierigkeiten überhaupt die jeweilige Istlage zu erfassen. So etwas ist typisch wenn man in verzweifelter Erwartungshaltung ist und so den Blick zu stark fokussiert.  

Auch wenn du manchmal vor Short warnst aber dazwischen sehr oft die Trendumkehr siehst, wirst du sicherlich treffen. In dem einem Fall wird die Shortwarnung wieder hervorgegraben in anderen Fall die rechtzeitig angekündigte Trendwende.

Klar ist, dass jede Prognose mit starken Unsicherheiten einhergeht, je weiter sie in die Zukunft weist, umso stärker sind die Risiken. Es ist deshalb auch nichts verwerfliches wenn man falsch liegt. Blödsinnig wird es allerdings, wenn quasi religiös schon vorbestimmt ist wie sie aussehen soll. Und deshalb sollen offensichtlich hier nur Glaubensjünger posten. Der Guru mag nämlich keine anderen Meinungen.

Bär hat mMn nichts mit der Entwicklung der Kurse zu tun. Ein Bär sollte sich eben nicht von Euphorie anstecken lassen, er sollte versuchen die Welt möglichst so zu sehen wie sie ist, in allen ihren Ausprägungen. Und sieht man alle Ausprägungen, sieht man auch die riesigen Risiken für unser Finanzsystem und damit letztendlich auch für unser Wirtschaftssystem. Das hat allerdings überhaupt nichts damit zu tun wie sich dieses Jahr eventuell die Wirtschaft oder die Aktienkurse entwickeln werden. Keiner kann abschätzen ob und wann uns diese Risiken mit voller Wucht treffen werden und wann sie das nächste Mal, eventuell nur abgeschwächt, zuschlagen werden.  Diese Ungewissheit scheint auch deine Probleme zu begründen. Während manche fundamentale Analysen von dir mMn oft tiefgehend richtig sind, flachen sie, wenn die Kurse sich gut entwickeln oder die Wirtschaft immer noch nicht zusammenbricht, stark ab und jeder wird angemacht wenn er die aktuelle Entwicklung nicht deiner Erwartung entsprechend sieht. Dann konstruierst du plötzlich eine Bärenrasse und bestimmst wer dazu gehört und wer nicht. Ein Verhalten das nicht unähnlich dem von Sarrazin ist.
Antworten
Malko07:

Ob man nun den

 
27.02.12 13:24
Begriff Rasse benutzt oder den heute üblicheren Begriff Unterart ist unerheblich. Beide Begriffe sind nicht objektivierbar, sie beruhen lediglich auf Konvention. Es handelt sich dabei um Kategorien des Denkens und nicht etwa um Einheiten der Evolution, wie man hier trefflich sehen kann.
Antworten
relaxed:

Bis vor wenigen Jahren wurde ein

5
27.02.12 13:28
genetischer Austausch zwischen dem Neandertaler und dem moderenen Menschen noch für unmöglich gehalten. Mittlerweile wurde Erbgut des Neandertalers in unserem Erbgut nachgewiesen. Für aufmerksame Beobachter bei bayerischen Volksfesten kam diese Erkenntnis nicht überraschend.
Jetzt muss ich hier was schreiben, damit ich die Signatur-Option behalte.
Antworten
relaxed:

... ach und beruhigt euch wieder...

2
27.02.12 13:30
ich möchte Malko hier weiter lesen.
Jetzt muss ich hier was schreiben, damit ich die Signatur-Option behalte.
Antworten
permanent:

Griechenland-Anleihen vom Handel ausgesetzt

7
27.02.12 13:47

Griechenland-Anleihen vom Handel ausgesetzt

Anleger stecken in der Klemme: Kaum liegt das Angebot zum Schuldenschnitt vor, kommt der Handel mit Griechen-Anleihen an den Börsen zum Erliegen. Damit haben Privatanleger derzeit keine Chance, die Papiere loszuwerden. Mehr…

Antworten
Kicky:

Hans-Werner Sinn und die Milliardenbombe

2
27.02.12 13:51
hier bemüht sich mal jemand die Problematik der Targetsalden bei der Bundesbank  verständlich zu erklären:
....
Innerhalb des eigentlich harmlosen Zahlungsystems zwischen den Notenbanken der 17 Euro-Länder haben sich seit Beginn der Finanzkrise 2007 gewaltige Ungleichgewichte aufgebaut: Während die europäischen Krisenstaaten Italien, Spanien, Irland, Portugal und Griechenland Defizite von insgesamt mehr als 600 Milliarden Euro aufweisen, sind die Forderungen der Bundesbank mittlerweile auf 498 Milliarden Euro gestiegen.

...sobald ein Land austritt oder die Euro-Zone sogar ganz zerfällt, wird es brenzlig. "Wir sitzen in der Falle", sagt Sinn. "Wenn der Euro zerbrechen sollte, haben wir eine Forderung von fast 500 Milliarden Euro an ein System, das es dann nicht mehr gibt...In diesem Fall müssten alle anderen Notenbanken gemeinsam die Schulden der griechischen Notenbank tragen. Die Bundesbank wäre gemäß ihrem Anteil an der Europäischen Zentralbank (EZB) mit rund 28 Prozent dabei. Bei 108 Milliarden Euro griechischer Verbindlichkeiten wären das etwa 30 Milliarden Euro.....

Der Saldo gleicht sich aus, wenn entweder Geld oder Waren von Deutschland nach Griechenland fließen. In den vergangen Jahren war es meistens eher Geld. Die griechische Geschäftsbank lieh sich das Geld, das sie für den Kredit an das griechische Unternehmen brauchte, zum Beispiel bei einer deutschen Bank.

Das ist schon für sich genommen ein Problem: Weil Länder wie Griechenland, Spanien oder Portugal seit Jahren mehr im- als exportieren, waren sie schon vor der Krise auf Kapitalzuflüsse aus dem Ausland angewiesen, um die von ihnen gekauften Güter und Dienstleistungen zu bezahlen. Deutschland hingegen erwirtschaftet stetige Exportüberschüsse und muss deshalb Kapital exportieren.

Solche Ungleichgewichte sind selbst in besseren Zeiten auf Dauer schwierig. In einer Finanzkrise können sie sogar zur Katastrophe führen, weil die Geldflüsse zwischen den Banken plötzlich stocken. So geschah es seit 2007:

   Die Banken in allen Euro-Staaten mussten ihr Geld zusammenhalten. Sie zogen sich aus vermeintlich unsicheren Ländern zurück. Auslaufende Kredite wurden nicht mehr verlängert.

   Hinzu kam die Angst der Reichen: Aus Sorge, ihr Geld könnte bald nichts mehr wert sein, schafften sie es erst aus Griechenland, Irland und Portugal heraus, später auch aus Spanien und Italien. Den Banken dort blieben weniger Spareinlagen, die sie als Kredite weiterreichen konnten.

   All das führte dazu, dass in Griechenland und den anderen Krisenländern nicht mehr genügend Geld da war, um all die Importe zu finanzieren. Wollten griechische Banken weiter Kredite vergeben, um den Kauf zum Beispiel deutscher oder holländischer Produkte zu bezahlen, mussten sie es sich bei ihrer Zentralbank leihen.
   Die Zentralbank wiederum schöpft das Geld einfach aus dem Nichts - und stellt es dem gesamten Euro-System als Target-Forderung in Rechnung. "Diese Länder ziehen das Geld einfach aus der Druckerpresse", schimpft Sinn.

Mehr noch: Bei den Sicherheiten, die die Zentralbanken für ihre Kredite an die Banken verlangen, sind sie immer laxer geworden. Wurden früher nur Staatsanleihen mit erstklassiger Bonität akzeptiert, dürfen mittlerweile auch zweit- und drittklassige Papiere eingereicht werden. Das schlägt sich auch in den Statistiken nieder: Allein zwischen 2005 und 2010 hat sich das Volumen der notenbankfähigen Sicherheiten von acht auf 14 Billionen Euro erhöht - seitdem dürfte es weiter gestiegen sein.

Gerade die Banken in Krisenländern, die ohnehin am Tropf ihrer Notenbanken hängen, reichen dabei auch noch die schlechtesten Sicherheiten ein. Griechische Finanzinstitute etwa haben vor allem Staatsanleihen ihres Heimatlandes in ihren Geschäftsbüchern. Auf dem freien Markt will solche Papiere niemand haben, doch die griechische Notenbank akzeptiert sie weiterhin als Sicherheit - und gibt im Gegenzug frisches Geld an die Banken aus. "Der private Geldfluss wird durch öffentlichen ersetzt", sagt Sinn.

Gefährlich wird das, wenn die Sicherheiten irgendwann einmal eingesetzt werden müssen, etwa wenn Griechenland aus der Währungsunion austritt und Bankrott anmeldet. Dann sind griechische Anleihen nichts mehr wert - und die Wahrscheinlichkeit, dass die griechische Notenbank ihre Schulden gegenüber dem Euro-System zurückzahlen kann, ist äußerst gering.....

. Sinn plädiert dafür, die Anforderungen an die Sicherheiten zu erhöhen, mit denen sich die Banken das Geld bei den Notenbanken leihen. Mittelfristig könne man die Notenbanken dann zwingen, ihre Verbindlichkeiten regelmäßig mit werthaltigen Papieren zu begleichen, ähnlich wie es im US-System der Notenbank Federal Reserve üblich ist.

Eine andere Möglichkeit, das Risiko der Notenbanken zu reduzieren, wäre eine Verlagerung der Hilfen von der Geldpolitik auf die Fiskalpolitik: zum Beispiel durch die Einführung von Euro-Bonds. Doch davon will Sinn lieber nichts wissen. Er plädiert für härtere Methoden: "Die Regeln müssen strenger werden", sagt er. "Und wer es nicht schafft, sie einzuhalten, gehört nicht in die Euro-Zone."

www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,817004,00.html
Antworten
Kicky:

Olivenhändler u.d.Probleme m.d.Bürokratie in GR

5
27.02.12 13:58
www.nzz.ch/nachrichten/wirtschaft/aktuell/...e_1.15309076.html

...vor Eröffnung eine Onlinehandelsportals :
Lange Stunden verbrachten die Unternehmer zunächst damit, in den Büros der Steuerbehörde die nötigen Formulare für eine legale Geschäftstätigkeit zusammenzutragen. Nächste Destinationen waren die Handelskammer in Athen, das Gesundheitsinspektorat, dann sogar die Feuerwehr und schliesslich Banken. Am surrealsten waren dabei zweifellos die Forderungen der Beamten des Gesundheitsinspektorats: Diese verlangten nämlich von allen Aktionären des kleinen Unternehmens Röntgenbilder der Brust sowie Stuhlproben.

Nach diesem Hürdenlauf durch staatliche Institutionen war die Reihe an den Banken. Dort bildete das Hauptproblem der Zahlungsverkehr.Zur Natur eines Online-Shops gehört es, dass Zahlungen mittels Kreditkarten ausgeführt werden. Dies wurde von den griechischen Banken moniert, die bei der Verifikation der Karten-Daten Forderungen stellten, die fast nicht erfüllbar waren. Unter anderem verlangten sie, dass die Website des Shops vollständig in griechischer Sprache erstellt werden müsse, obwohl der angepeilte Markt für die Produkte eindeutig im Ausland liegt.

Damit sie ihre Produkte auch in die USA exportieren konnten, benötigten die Jungunternehmer unter anderem auch die Zulassung durch die dortige «Food and Drug Administration» (FDA). Der Kontakt zur Behörde wurde über ein E-Mail hergestellt. Als Antwort kam ein Online-Formular, das innerhalb von fünf Minuten ausgefüllt war. Die Zulassung zum amerikanischen Markt kam anschliessend innerhalb von 24 Stunden. Der Kontrast zur griechischen Bürokratie hätte nicht grösser sein können......
Antworten
Kicky:

Ein Schlag ins Wasser

3
27.02.12 14:14
www.faz.net/aktuell/wirtschaft/...hlag-ins-wasser-1654401.html
Fast vier Milliarden Euro hat der Bund seit der Wende in die Wasserstraßen in Ostdeutschland investiert. Gebracht hat es wenig. Nun soll gespart werden. Es ist überfällig, die Verschwendung in den neuen Bundesländern zu stoppen....
Fast 4 Milliarden Euro des Steuerzahlers wurden in Schleusen und Wasserstrecken verbaut, die kaum jemand nutzt. Sie sind genauso schlecht ausgelastet wie die ostdeutschen Regionalflughäfen oder die darbenden Werften in Wismar und Warnemünde, die den Steuerzahler ebenfalls Milliarden gekostet haben......


das interessiert mich besonders ,weil gerade kurz nach der Wende die unausgelasteten Wasserwirtschaftsplaner diese Mammutprojekte des Ausbaus der Flüsse zu autobahnähnlichen Wasserstrassen im Verkehrsprojekt Deutsche Einheit Nr 17 geschaffen haben,wo natürlich mit grosszügigen EU-Subventionen nicht nur Strassen,sondern auch Wasserstrassen geplant wurden,die jeweils mit massiven Eingriffen in wichtige Biotope verbunden waren
de.wikipedia.org/wiki/Verkehrsprojekte_Deutsche_Einheit

wer den Altmühlkanal nach seiner Realisierung gesehen hat und das Altmühltal vorher gut kannte ,kann eigentlich nur noch weinen!

Und wenn wir schon bei der Verschleuderung von Steuergeldern sind ,deneke ich natürlich auch an die U-Bahnlinie vom Hauptbahnhof in Berlin zum Alexanderplatz,wo sich alle eigentlich einig sind ,dass das überflüssig ist und garantiert billiger hätte erfolgen können-zumal man mit der S-Bahn in 10 Minuten dort ist!
. Bis 2019 soll die nur 2,2 Kilometer lange Tunnelstrecke fertig werden. Ihr Bau ist mit 433 Millionen Euro veranschlagt - 200.000 Euro pro Meter. Der verkehrspolitische Nutzen des Projekts ist bis heute umstritten. ....Harsche Kritik am U-5-Weiterbau kommt auch von den Grünen. "Der Bau dieser kurzen Strecke wird am Ende etwa 24 Jahre gedauert haben. In dieser Zeit sind fast 100 Prozent aller dem Land zufließenden Investitionsmittel des Bundes nur in dieses Projekt geflossen. Für den Straßenbahnausbau oder andere Verdichtungen des Netzes blieb kaum was übrig"
www.welt.de/wirtschaft/article13890659/...-der-Hauptstadt.html
Antworten
Kicky:

Osten nicht länger subventionieren

5
27.02.12 14:18
www.faz.net/aktuell/wirtschaft/...ubventionieren-11663011.html

Das Bundeskanzleramt hält seit mehr als einem Jahr eine brisante Studie zurück. Führende Forschungsinstitute empfehlen darin, die bisherige Förderpolitik für die neuen Bundesländer radikal zu ändern.

ach ja unsere Politiker wollen doch wiedergewählt werden!
da lästern wir über Olivenhändler in Griechenland....
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