In Südeuropa boomen Anleihen, die sich bei der EZB in günstige Kredite eintauschen lassen. Das Volumen beträgt bereits mehr als 260 Milliarden Euro. Von M. Brendel, J. Eigendorf und S. Jost mehr...
Der USA Bären-Thread
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in fast allen größeren Wirtschaftsnationen wenn es um komplexe Anlagen und Infrastrukturprojekte geht. Da bilden die Hermes Bürgschaften keine Ausnahme. Die USA und China spannen auch ihre politischen Mandatsträger wesentlich mehr vor den Karren als unsere Industrie.
Subventionen sind in aller Regel abzulehnen sie helfen bei der Entstehung von Fehlstrukturen und zementieren diese. Ein sehr schönes Beispiel ist hier die Solarförderung in Deutschland (FAZ Artikel von Kicky).
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Mexiko-Stadt (Reuters) - Deutschland rückt im Streit um die Aufstockung der europäischen Hilfsgelder gegen die Staatsschuldenkrise von seinem bisherigen Nein ab und geht auf seine Partner zu. Vollständiger Artikel
Fredmund Malik ist ein bekannter Ökonom und Buchautor. Im Interview erklärt der Österreicher, worin er die Ursachen der Krise sieht und warum sie so gefährlich ist. Seine düstere Prognose: den Börsen droht der Absturz.
Wir stecken immer noch in der Finanzkrise. Wo erkennen Sie als Unternehmensberater die Ursachen?
Es ist Überschuldung und wirtschaftliche Fehlsteuerung als Folge falscher Unternehmensführung und radikal falscher Strategien. Dieses falsche Management wird seit Jahrzehnten in den Business Schools gelehrt und hat sich wie eine Seuche verbreitet. Es ist auch verantwortlich dafür, dass immer mehr intelligente Köpfe nicht mehr in die Realwirtschaft gingen sondern in die Finanzwirtschaft. Unter anderem geht es auch um wirtschaftszerstörende Bonussysteme, die falsche Anreize setzen. Dadurch ist in den Unternehmen viel Bitterkeit, Verachtung und Agonie entstanden, was die Unternehmensspitzen gar nicht wahrnehmen. Es sind breite Gräben in die Unternehmenskulturen gerissen worden. Und das in einer Zeit, in der die Firmen das ganze Vertrauen brauchen würden.
Wo liegt der Keim des Ganzen?
Im Sharholder-Value-Denken. Eine Buchveröffentlichung machte es 1986 populär. Aber der Shareholder Value ist überhaupt kein Maß für die reale wirtschaftliche Leistung und er für das Topmanagement systematisch irreführend. Der vermeintliche Wirtschaftsboom am Ende des letzten Jahrtausends war kreditgestützt. Notenbanken haben mit ihrer Niedrigzinspolitik eine völlig falsche Politik betrieben. Das Denken in finanziellen Dimensionen gewann die Oberhand, auch in der Unternehmensführung. Zynisch gesagt: Der Mensch ist degradiert worden zum Barwert seiner Lebensversicherung, minus Beerdigungskosten. So kamen wir in der Realität zu falschen Anreizsystem, die von Schulen und vor allem auch von den meisten Unternehmensberatern verbreitet wurden.
Warum war das in der Praxis so attraktiv?
Shareholder Value bedeutet: Wir wollen den Aktionär reich machen. Aber das darf nicht Zweck eines Unternehmens sein, obwohl es auch ein Resultat sein kann. Ein Unternehmen anhand von Finanz-Kennziffern zu beurteilen, ist verführerisch, weil es so einfach scheint. Es ist viel einfacher, als beispielsweise über Innovationen und Strategien zu sprechen – was aber entscheidend ist. Finanz-Kennziffern helfen kaum, weil sie nur eine kurzfristige Realität widerspiegeln. Ich sage sogar: Je besser die operativen Zahlen, um so gefährlicher ist das Unternehmen positioniert. Mit dem falschen Denken hat beispielweise der frühere Daimler-Chef Jürgen Schrempp durch den Kauf von Chrysler zweistellige Milliardenbeträge versenkt. Gegenbeispiele sind Ferdinand Piech von VW oder Helmut Maucher von Nestle.
Was kann man gegen die Überschuldung tun?
Vordringlich braucht es die innovativen Methoden für ein neues Funktionieren von Organisation und Management. Vorübergehend sollte man auch die meisten Wirtschaftsfakultäten der Unis und Business-Schools schließen und für einen Neustart fragen: Warum habt ihr Wissenschaftler das geduldet und nicht hinterfragt? Wir haben in einer Periode der systematischen Bewusstseins-Verschmutzung gelebt. Die Welt wurde gemacht von Personen, die sich und den Globus nur über die Geld-Dimension wahrnehmen, alle Dinge nur in Geld bewerten. Eine Facette dabei ist, dass wir das Börsengeschehen zum verführerischen Infotainment entwickelt haben. Das hat zusätzlichen Schaden angerichtet. Viele Menschen sind vor allem über die Pensionsfonds und andere Vehikel noch am Ende der großen Hausse zur Jahrtausendwende in Aktien eingestiegen und leiden jetzt unter den Verlusten, die aber erst in ihren Anfängen stehen.
Wo haben Unternehmen und Banken den Kontakt zum Boden verloren?
Sie wurden durch Kredite hoch gepusht. Wenn sich heute Unternehmen zu 100 Prozent über Eigenkapital finanzieren, schütteln Analysten den Kopf. Credo ist ja: Die Eigenkapital-Rendite muss man über Fremdkapital hebeln. Genau dieser Trend hat in eine massive Verschuldung geführt, bei Haushalten, Unternehmen, Banken und letztlich dem Staat. Und natürlich war dieser Run auf Schulden auch verantwortlich für die große Hausse an den Aktienmärkten. Der Finanzsektor hat sich weit von seinen Ursprüngen entfernt. Ursprünglich sollte er Investitionen und den Handel finanzieren. Aber schon Ende der 90er Jahr war das Volumen der reinen Finanzgeschäfte das 100- bis 1000-fache dessen, was die Realwirtschaft gebraucht hätte.
An welcher Stelle sehen Sie die Verbindung zwischen Schulden und Finanzmärkten?
Kredite und Gier trieben den Bullenmarkt für Aktien. An den Schulen wurde dagegen gelehrt: Die Hausse ist eine natürliche Folge der erfolgreichen Unternehmensführung. Deshalb wird es eine böse Überraschung geben, wenn die Kurse auf die Niveaus zum Start der Hausse zurückfallen, was in ähnlichen Situationen immer geschehen ist. Für den Dow-Jones-Index bedeutet das: auf 1000 Punkte. Beim Dax sind das etwa 500 Zähler. Kurz: Weniger als ein Zehntel der heutigen Werte.
Das erscheint aus heutiger Sicht unmöglich…
Die Krise als solche erschien der Mehrheit als unmöglich. Ich erwarte eine Fortsetzung des Finanzmarktkollapses. Falls nicht revolutionär neue Methoden eingesetzt werden, wird die Folge wahrscheinlich die größte deflationäre Depression der Geschichte sein. Das bedeutet einen massiven Rückgang der Wirtschaftsleistung und daher auch der Steuereinnahmen. Es folgt eine Kette von Bankenpleiten und Staatsbankrotten. Sicher ist, dass Unternehmer in so einem Umfeld nicht mehr investieren werden. Den Tiefpunkt erwarte ich 2015 oder 2016. Dann wird die Wirtschaftsleistung 30 bis 50 Prozent niedriger sein als heute. Ich erwarte gleichzeitig einen tiefgreifenden Wertewandel, unter anderem wird der neoliberale Egoismus von einem neuen Gemeinsinn abgelöst.
Wo greifen hier Verschuldung und Kursentwicklungen ineinander?
Sinkende Aktienkurse und überhaupt Sachgüterpreise sind nur dann ein Problem, wenn die Positionen auf exzessivem Kredit basieren – was heute der Fall ist. Selbst wenn dann der Aktienkurs nur leicht sinkt, muss der Besitzer Geld nachschießen. Wenn er das nicht kann, wird die Bank die Position zwangsweise liquidieren, also den Bestand verkaufen. So entwickelt sich eine teuflische Abwärtsspirale, sie sich immer schneller dreht, und mir herkömmlichen Mitteln nicht zu stoppen ist. Die Bärenmärkte sind deshalb genau so übertrieben wie vorher die Haussen.
Ist die aktuelle Krisen-Bekämpfungspolitik gescheitert?
Bis jetzt ja. Man versucht die alte Welt zu retten und gibt dem Alkoholiker immer noch einen neuen Schnaps. Wie erklärt liegen die Ursachen lange zurück. Die Amerikaner haben in ihrem Glauben an den ewigen Wohlstand Staatsschulden aufgetürmt. Wie beschrieben haben sich vor allem die Finanzunternehmen genau so verhalten. Der frühere Notenbankchef Alan Greenspan hat mit seiner Niedrigzinspolitik die letzte Chance zu einer Korrektur verpasst, und stattdessen eine Blase an den Immobilienmärkten und an den Anleihemärkten erzeugt. Die USA stehen heute realwirtschaftlich in der nähe eines Entwicklungslandes.
Was bedeutet dieser düstere deflationäre Ausblick?
Zunächst die Liquidierung unhaltbarer Kredite. Das Volumen dürfte in einer Größenordnung von deutlich über 100 Billionen Dollar liegen. Wir reden über einen Verkaufszwang bei allen wichtigen Vermögensklassen: Aktien, Anleihen, Unternehmensanteile, Rohstoffe, auch Immobilien, die ebenfalls bis auf ein Zehntel ihrer Höchstpreise fallen können.
Und der Anleger?
Der hat wenige Optionen. Geld wird im Zeitablauf an Wert gewinnen. Deshalb sollte der Anleger sein Geld in bar in einer guten Währung bei seiner Bank verwahren. Später muss er es zu Hause deponieren, um bei einem Run auf die Banken nicht erwischt zu werden. Die Einlagen-Sicherungssysteme sind viel zu klein angelegt. Ich schätze, dass über die Hälfte der Institute insolvent werden wird.
Mit welchen gesellschaftlichen Entwicklungen müssen wir rechnen?
Mit neuen Methoden kann man das Potenzial zu einem neuen Wirtschaftswunder und neuer sozialer Stabilität haben. Fährt man hingegen fort wie bisher, wird sich Amerika isolieren, die Europäische Union an Zusammenhalt verlieren und auseinanderbrechen. Es kommt eine Epoche des Protektionismus. Die Globalisierung wird teilweise rückgängig gemacht. Politisch ist Radikalisierung eine große Gefahr.
Krisenbanken drucken sich ihr eigenes Geld
In Südeuropa boomen Anleihen, die sich bei der EZB in günstige Kredite eintauschen lassen. Das Volumen beträgt bereits mehr als 260 Milliarden Euro. Von M. Brendel, J. Eigendorf und S. Jost mehr...
Mikrobetrachtung verzetteln und so das große Bild aus den Augen verlieren. In diesem Sinne ist für mich die humorvolle Diskussion beendet.
Sicher wird es einen Verteilungsschlüssel für die Auszahlung der Boni geben aber das ist für Externe irrelevant.
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http://www.welt.de/politik/wahl/us-wahl-2012/article13888831/White-Trash-die-toedliche-Gefahr-fuer-Amerika.html
WELT online : Autor Charles Murray und sein Buch " Coming Apart: The State of White America, 1960–2010“
Ein konservativer Forscher widerspricht den US-Republikanern: Nicht die liberale Elite ist das Problem, sondern die Unterschicht. Deren Armut ist eine Folge moralischen Verfalls.
Newt Gingrich und Rick Santorum wissen, woran Amerika unter Barack Obamas Präsidentschaft krankt: korrupte, dekadente Eliten an den Küsten, die Gott und den Auserwähltheitscharakter der USA leugnen, die rechtschaffene, fromme Arbeiterfamilien im Herzland des Mittleren Westens mit noch höheren Steuern drangsalieren, mit Schwulenehe und Sozialismus.
somit sollte man seine Thesen mit großer Vorsicht genießen.
Das rassistische Werk The Bell Curve stammt vom gleichen Autor. Das ist in dem Artikel ebenfalls erwähnt.
AL kann zu dem Thema sicher mehr sagen als ich. Für mich sind die Thesen von Charles Murray auf jeden Fall kaum beachtenswert.
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