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Der USA Bären-Thread


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Anti Lemming:

# 795 (2) - zum Chart von Ritzholtz

 
28.01.12 14:01
Der Chart von Ritzholtz ist zwar interessant, aber auch irreführend.

Der Saldo der Chinesischen Notenbank ist ja stark positiv, sie ist mit ihrem hohen Bestand an fremden Staatsanleihen (meist UST) der weltweit größte Gläubiger. D.h. sie BESITZT diese Staatsanleihen tatsächlich - und hat nicht einen entsprechenden Minus-Betrag auf der Soll-Seite, wie er bei Fed, BoE, BoJ und zunehmend EZB durch QE entstand.

Die Charts der anderen Zentralbanken sind durch QE geprägt. Dort stehen den Beständen an (meist eigenen) Staatsanleihen entsprechende Minusbeträge gegenüber. Deshalb besitzen die anderen Zentralbanken fast nicht - bis auf ihr geringes Eigenkapital, dass beim Absacken der Bondkurse auf der Aktiv-Seite schnell negativ werden kann. Dann müssen die zuständigen Staaten - bei der EZB vor allem Deutschland - das fehlende Cash aus dem Haushalt nachschießen.
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Platschquatsc.:

@wawidu #92783

7
28.01.12 14:20
Nur weil stockcharts den BDI erst ab 2003 kennt sollte man sich nicht zu einer Aussage hinreissen lassen wie "Dieser Index existiert erst seit 2003".
Selbst die von dir so geschätzte Seite "www.querschuesse.de" verwendet bereits eine Historie ab 1995 im aktuellen Kommentar von dieser Woche.
www.querschuesse.de/baltic-dry-index-bein-807-indexpunkten/

Und Wikipedia hat sogar Daten / Chart ab 1985. Was mit Blick auf deinen 2003er Chart wohl eher zu der Annahme führen sollte, dass das Abwärtspotential weitestgehend ausgereitzt ist im historischen Vergleich.
de.wikipedia.org/wiki/Baltic_Dry_Index
Hier kann man übrigens sehr schon sehen das BDI und Welthandel (gleich Wirtsschaftsentwicklung) eben kaum korrelieren bzw. sich sogar gegenteilig entwickeln können.
(Verkleinert auf 79%) vergrößern
Der USA Bären-Thread 480366
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Anti Lemming:

PQ - die Frachtpreise in der Tabelle

11
28.01.12 16:29
sind nicht inflationsbereinigt, sondern geben den nominalen Stand am Ende des jeweiligen Jahres wieder.

Wenn wir 1986 einen Schluss-Stand im BDI von 699 hatten, entspricht das - da sich die US-Dollarkaufkraft seitdem schätzungweise geviertelt hat (= Halbierung alle 14 J.) - einem äquivalenten heutigen Stand von ca. 2800.

So gesehen ist der aktuelle Stand von 726 ein Alarmsignal. Wir sind jetzt wieder nahe den Tiefständen aus 2008.

Der BDI ist ein typischer Frühindikator, so dass sich die wirtschaftlichen Folgen nicht immer sofort zeigen. Die Auswirkungen des BDI-Einbruchs aus 2008 - wo er vom ATH bei 11.793 im Juli (als Öl bei 147 Dollar stand) auf bis 774 im Dezember stürzte (Öl fiel mit und kostete im Dez. nur noch 35 Dollar) - sah man erst 2009 (-22,3 % im Welthandel).

Als der BDI im Juli 2008 austoppte, standen die Zeichen in der US-Bankenszene - Bear Stearns war bereits im März 2008 pleite gegangen - längst auf Sturm. US-Aktienindizes hatten dies aber wegen der künstlich von Goldman losgetretenen Rohstoff-Hausse (Dollar-CT mit EUR/USD 1,60) noch ein paar Monate lang ignoriert. Auch Firmen gaben noch Frachtaufträge, so dass sich der BDI oben halten konnte. Er stürzte erst mit den Indizes im Herbst ab.

Aktuell ignoriert der Aktienmarkt mMn die möglichen Spätfolgen der Eurokrise. US-Firmen machen wegen der Massenentlassungen aus 2008/2009 hohe Gewinne. Analysten bewerten zurzeit das Mikrobild (Firmengewinne) höher als das Makrobild (Staatspleiten). Daher sind DOW und Co. oben. Bei ungeordneten PIIGS-Pleiten könnten sich die europäischen Aktienindizes aber im Nu dritteln. Werden CDS fällig, sind auch US-Banken "dran".

Ich würde die aktuelle Lage am Aktienmarkt daher mit der aus Sommer 2008 vergleichen, als es technisch noch mal hoch ging nach dem Januar-Ausverkauf - um dann nach Austoppen der Rohstoffblase im Sommer gänzlich abzukacken. Der Tiefstand im BDI könnte zurzeit ein Vorlaufindikator dazu sein. Er ist ein fundamentaler Indikator und kann nicht - wie Aktien und Rohstoffe - von Billiggeld aufgeblasen werden.
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wawidu:

Spaniens Einzelhandelsumsätze und Jobsituation

3
28.01.12 18:03
www.querschuesse.de/...uf-dem-tiefsten-stand-seit-august-1999/

So was nennt man gemeinhin "unaufhaltsame Abwärtsspirale".
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wawidu:

Kritische Analyse der ersten GDP-Schätzung

3
28.01.12 18:44
für Q4/2011:

"The 2.8% number is softer than it looks. Two-thirds of that growth (1.9%) was from inventory build-up (standard accounting practice says that growth in inventory increases GDP, while sales of inventory reduces it). “Real final sales (GDP less inventory changes) expanded at an anemic 0.8% annual pace in the fourth quarter, a sharp slowdown from the third quarter’s healthy 3.2% rate. That paints a different picture from the apparent pick-up in headline GDP growth from the third-quarter’s 1.8% yearly rate. The difference reflects the shift to inventory building in the fourth quarter from a drawdown in the third quarter.” (Barron’s)

I suppose one could spin inventory growth as businesses being optimistic about future sales and building inventory, but given the weaker retail sales of late (in comparison to previous years) that is rather doubtful. And so all that really happened was a total reversal of inventory sales in the previous quarters. There will be a drawdown of inventories over the next few quarters, which will be a drag on future GDP numbers, much like the pattern we have seen the past few years.

Retail sales growth was not strong. And for the last year, 90%-plus of total retail sales has come from decreased savings, as the savings rate dropped from 4% to 2%. It will be hard to go much lower, so the “boost” we got last year from retail sales accounts for most of the year-over-year growth in GDP. If most of retails sales growth came from reduced savings, that suggests that retail sales will not offer much in the way of growth for the coming year. Just saying.

Further, when calculating real GDP, one subtracts inflation. The Fed prefers an inflation measure called PCE (Personal Consumption Expenditures). It is essentially a measure of goods and services targeted toward individuals and consumed by individuals. The number you read in the various media is the CPI or Consumer Price Index. The CPI is inflexible, in that it’s always the same basket of goods. PCE on the other hand, is supposed to take into consideration the notion that if steak is too costly, we’ll eat hamburger. The CPI is typically 0.3-0.5% higher than the PCE, which is convenient if you want the GDP number to look better.

The Fed changed to PCE in February of 2000. The change was buried in the footnotes of the annual Humphrey-Hawkins testimony by then-Fed Chairman Greenspan. So the anemic growth of 1.9% for the last decade would have been even worse if we had used the previous measurement of inflation (CPI). Understand, there is an argument in favor of using PCE, as many academics argue that CPI actually overstates inflation. But there is also an argument to use CPI. It somewhat depends on what you want the final numbers to be.

Fast forward to today, and the year-over-year change of CPI was 2.5%, with the PCE only rising 1.7%. And last quarter was down sharply, to +0.04% on an annual basis. An anomaly of lower energy and commodity costs? Partially, for sure. So if their target rate of inflation is 2%, using PCE gives the Fed grounds for a looser monetary policy.

All in all, GDP was helped by numbers that are not likely to repeat. For a long time I have maintained that the US economy is in a Muddle Through range of around 2%. I remember when last year at this time we had estimates of 4-5% growth for 2011. I looked so bearish. Now, not so much, as 2% would have been better than what we got."

(Quelle: John Mauldin "Thoughts from the Fontline", 28.01.12)
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Platschquatsc.:

@Anti

7
28.01.12 18:45
So ziemlich alles was Preise abbildet ist meistens nicht inflationsbereinigt (SPX, Apple,Öl,Strom,Miete,Bahnfahrscheine usw.) und trotzdem lassen sich daraus Schlußfolgerungen ableiten.

Beim BDI wurde in der Vergangenheit immer bei ca. 700+/-  eine Wende geschafft (in absoluten Zahlen), also wieso sollte ich jetzt sowas hinterfragen?

"....Der BDI ist ein typischer Frühindikator..." ist er eben nicht wie die Tabelle weiter oben zeigt. Du suchst dir einen Zeitpunkt wo BDI und Wirtschaft korellieren und ignorierst die Zeiträume in der Tabelle die das nicht bestätigen. Ich könnte also genauso gut das Gegenteil behaupten.

".....Aktuell ignoriert der Aktienmarkt..."
Das tut er laufend mal schlechte und mal gute (Spät-) Folgen, je nachdem obs grad steigt oder fällt. Das er aktuell die guten Unternehmensgewinne NICHT ignoriert ist halt Bärenpech.

"...PIIGS-Pleiten könnten sich die europäischen Aktienindizes aber im Nu dritteln....."
und wenn das nicht passiert? Oder noch schlimmer sie stabilisieren sich und sind wieder zahlungsfähig aber die Aktienmärkte dritteln sich trotzdem was dann?

".....Ich würde die aktuelle Lage am Aktienmarkt daher mit der aus Sommer 2008 vergleichen ....."
Hätte mich auch gewundert wenn nicht.
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wawidu:

PQ # 92806

3
28.01.12 20:50
Wie die von dir eingestellte Tabelle ausweist, bestanden zeitweise in der Tat deutliche Divergenzen zwischen den Entwicklungen des BDI und den Entwicklungen des Welthandels. Man darf jedoch nicht übersehen, was der Baltic Dry Index darstellt: Er ist ein Preisindex für Frachtraten bei Massenfrachtgütern, wie Kohle, Eisenerze, Zement, Kupfer, Kies, Dünger, Kunststoff-Granulat und Getreide.

Der Anstieg der BDI-Kurve zwischen Ende 2008 und Ende 2009 lässt sich im Wesentlichen auf massive chinesische Importe an Eisen- und Kupfererz, Bauxit und Düngemitteln zu relativ niedrigen Preisen zurückführen. China ist zwar die globale Nr. 2 bei der Förderung von Bauxit, doch seine Reserven sind in den letzten Jahren erheblich geschrumpft.

de.wikipedia.org/wiki/Bauxit   - Abschnitt "Vorkommen und Gewinnung"
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learner:

Wirtschaftswachstum/Emmissionsrechte

2
28.01.12 21:36
Bei dieser Gegenüberstellung von ÖL, Aluminium und Emmissionsrechten stellt sich die Frage, ob es sich hier um Divergenzen handelt und wenn, wohin diese sich auflösen.
(Verkleinert auf 98%) vergrößern
Der USA Bären-Thread 480447
Wenn Du kein Geld hast, hast Du die wenigsten Freunde, aber die besten!
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wawidu:

USA: Nominale Bruttolöhne in % des nominalen BIP

5
28.01.12 21:42
Dieser Chart ist ein trauriges Dokument für den selbstzerstörischen Wandel der USA von einer Industriegesellschaft zu einer Dienstleistungsgesellschaft, in dessen Rahmen zunehmend mehr Arbeitsplätze relativ schlecht bezahlt werden (Einzelhandelssektor, Bildungssektor, Gesundheitssektor, Gastronomie- und Hotelsektor, Freizeitsektor). In den USA sind aktuell weniger als 15 % aller Beschäftigten noch "produktiv" tätig - und dies bei wachsenden Bevölkerungszahlen!
Der USA Bären-Thread 480444
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wawidu:

Davos sucht verzweifelt nach

3
28.01.12 22:38
den "guten Kapitalisten":

www.welt.de/wirtschaft/davos/...ch-den-guten-Kapitalisten.html

Besonders gefällt mir die Stellungnahme von Larry Summers, der zwischen Juli 2009 und Januar 2001 als US Finanzminister fungierte:

Und er erhält Rückenwind von einem Ökonomenstar, den heute niemand mehr für seine einst liberale Haltung feiern würde: Harvard-Professor Larry Summers. „Wir verstehen uns noch immer besser auf die Schaffung von Reichtum als auf die Schaffung von Arbeitsplätzen. Hier brauchen wir überzeugende neue Konzepte.“ Er erklärt den Fehler des gegenwärtigen Wirtschaftssystems an der Preisentwicklung: Während ein Fernseher heute in den USA nicht mehr koste als vor zehn Jahren, müsse man für die Krankenhausrechnung 50-mal so viel bezahlen. Zu sehr hätten sich die westlichen Industrienationen – und auch China – darauf fixiert, die Produktivität zu erhöhen. „Wir stehen vor einer Transformation der Wirtschaft, die genauso heftig ausfällt wie einst die Industrialisierung.“

"There is no financial institution that exists today that is not the direct or indirect beneficiary of trillions of dollars of taxpayer support for the financial system." (Es gibt aktuell kein Finanzinstitut, das nicht von direkten oder indirekten Hilfeleistungen in Billionenhöhe auf Kosten des Steuerzahlers abhängig ist.)
— Larry Summers, Oct. 16, 2009

Eine Aussage, die sich Summers als Finanzmister absolut nicht hätte leisten können!
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Anti Lemming:

Griech. Ministerin "empört" über Sparkommissar

4
29.01.12 07:19
Griechenland
Griechische Ministerin: Deutsche Spar-Kontrolle ist „kranke Vorstellung“
Deutsche Mittelstands Nachrichten  |  Veröffentlicht: 29.01.12, 03:26

Die Griechen sind aufgebracht über die Idee eines Budget-Kommissars aus Brüssel. Die EU laviert zwischen den Fronten: Man will Deutschland als den größten Zahler nicht verprellen. Man will aber vor allem Frankreich und Italien keinen allzu großen Schreck einjagen, was die Ernsthaftigkeit des Sparens anlangt.

www.deutsche-mittelstands-nachrichten.de/2012/01/37121/



A.L., nein, "ernsthaft sparen" wollen natürlich auch die Italiener und Franzosen nicht. Es bleibt bei ein paar Lippenbekenntnissen, um pro forma Einsicht zu zeigen, um dann hinterrücks weiter die EU-Schnorr-Allianz - idealerweise mit Eurobonds - voranzutreiben (# 787).
Antworten
Anti Lemming:

PQ - in den beiden letzten großen Rezessionen

4
29.01.12 09:08
war der Baltic Dry sehr wohl ein brauchbarer Frühindikator:

- 2001 (d.h. ca. 1,5 J. vor dem Börsentief im März 2003) brach der BDI um -45 % ein.

- 2008 (knapp 1 Jahr vor dem Börsentief in 2009) brach der BDI um -91,5 % ein.

Aktuell ist der BDI allein seit Dez. 2011 um -65 % eingebrochen (Chart unten). Es steht Dir frei, dies zu ignorieren. Es passt aber - da der BDI ein Fundamental-Indikator ist, der auf faktisch gezahlten Preisen beruht - recht gut zu dem, was Mauldin in # 806 hinsichtlich des kärglichen US-BIP-Wachstums zu berichten weiß.

Ansonsten sollte Dir bekannt sein, dass Bären - wie wir hier im Thread - die Tendenz haben, das Glas eher halb leer zu sehen als halb voll. Objektiv ist das "Baltic Dry Glas" zur Zeit - bezogen auf den Pegelstand von Dezember - nur noch zu 35 % gefüllt. Der Trend zeigt "dynamisch abwärts", es ist keinerlei Bodenbildung erkennbar. Dass es 2008/2009 und davor bei (unbereinigten) Ständen um 700 zu Trendwenden/Abprallern nach oben kam, beweist nichts. Früher haben die Zentralbanken auch nicht für Billionen-Beträge Staatsanleihen aufgekauft.

Der Stand von 2001, als der BDI in der Dot.com-Krise die 700-Marke touchierte, entspricht in heutigen Dollars eher einem von 1100. Man sollte, ehe man von "Abprallern an 700" träumt, erst mal mit einem inflationsbereinigten BDI-Langheit-Chart für klare Sicht sorgen. Denn inflationsbereinigt befindet sich der BDI zur Zeit auf Allzeittief. Beim Öl nimmst Du ja auch nicht die Preismarken von 1999, als Öl bei 10 Dollar stand.

Die Frachtschiffer müssen übrigens die jetzigen horrenden Schwerölpreise TROTZ des extremen Verfalls der Frachtpreise zahlen. Das dezimiert deren Renditen doppelt. Die Branche arbeitet zurzeit defizitär. Das ist aber unterm Strich immer noch billiger, als die Schiffe auf Halde liegen zu lassen (da sie auch im Ruhezustand hohe Fixkosten verursachen).

Ein weiterer Unterschied zu 2001 und 2008/2009 ist, dass es damals noch keine  Schiffsschwemme gab wie jetzt. Sie ist eine Folge der zahlreichen Neubestellungen aus dem Rohstoff-Boom in 2008. Eine Schwemme gibt es nicht nur bei den großen "Bulk-Carriern" (Schüttgut), sondern hier zu Lande auch bei Binnenschiffen: In holländischen Werften rosten zahlreiche halbfertige, aus China importierte Roh-Rümpfe für die Fertigung von Binnenschiffen "auf Halde" vor sich hin: www.verkehrsrundschau.de/...iffsruempfe-liegen-auf-halde-1066559.html

Im Rohstoff-Boom von 2008 hatte der Baltic Dry eine krasse Euphorie-"Fahnenstange" mit Stände(r)n um 11.700 ausgebildet. Das war gut 16 Mal höher als am Tief von 2001 - und ein klares Indiz für "irrational exuberance". Viele Gier-besoffene Reeder haben diesen Trend endlos in die Zukunft verlängert und wie blöd Neubauten bestellt - ein schwerer Fehler, der die jetzige Schiffsschwemme verursachte.

Es ist strittig, ob der extreme aktuelle Frachtpreisverfall auf die Schiffsschwemme oder auf ein stark rückläufiges Frachtaufkommen (z. B. infolge von Chinas Konjunkturbremsungen) zurückzuführen ist. Ich hatte vor einigen Tagen dazu zwei Postings verfasst (Links hier gepostet) und kam zu dem Schluss, dass die Indizien für einen Konjunktureinbruch überwiegen. Bubblevision behauptet das Gegenteil.

Inwieweit der BDI-Absturz börsentechnisch relevant ist, muss man sehen. Der BDI ist nur ein Indikator von vielen - und zugegeben nicht immer eindeutig. In den Krisen ab 2001 und 2008 hat es jedoch mit dem BDI-Frühindikator recht gut hingehauen. Es gibt wenig Grund daran zu zweifeln, dass der fallende BDI auch diesmal eher von Eintrübung als von einem neuen Aufschwung im Welthandel kündet. Zumindest für die Frachtschiffer sieht es definitiv übel aus.

Baltic Dry Index seit 1995:
(Verkleinert auf 69%) vergrößern
Der USA Bären-Thread 480480
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Anti Lemming:

Baltic Dry - "Inflations-bereinigt"

 
29.01.12 09:16
Ich habe mal, unter der (zugegeben leicht gewagten) Prämisse, dass der Goldpreis die Inflation oder zumindest die Inflationserwartung widerspiegelt, eine Art "Inflationsbereinigten Baltic Dry Index" erzeugt.

Es ist der Relativ-Chart Baltic Dry Index zu Gold:

(Da ich kein Pay-Abo bei Stockcharts habe, reicht dieser Relativ-Chart nur bis 2009 zurück.)
(Verkleinert auf 80%) vergrößern
Der USA Bären-Thread 480485
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wawidu:

AL # 92806

3
29.01.12 10:11
BDI:GOLD seit 2003
(Verkleinert auf 90%) vergrößern
Der USA Bären-Thread 480491
Antworten
Malko07:

Der Baltic Dry Index (BDI)

5
29.01.12 11:02
wird von der Baltic Exchange in London veröffentlicht und ist ein wichtiger Preisindex für das weltweite Verschiffen von Hauptfrachtgütern (hauptsächlich Kohle, Eisenerz und Getreide) auf Standardrouten.

Aus und fertig, jedwede andere Interpretation hat eine vergleichbare Güte wie z.B. Temperaturentwicklung in München vorlaufend zu Aktienpreisentwicklung:

- Hauptfrachtgüter sind heute nicht mehr so bestimmend wie sie mal waren.

- Eine Interpretation der Frachtpreise ohne gleichzeitige Bewertung der Entwicklung der Transportkapazitäten ist hochgradig blödsinnig.

Kein Index kann überraschende Ereignisse prognostizieren. Er gibt nur einen Verlauf wieder aus dem man vorsichtig in die Zukunft projizieren darf wenn eben nichts Überraschendes eintrifft. Einer der auf zufällige Korrelationen setzt, liegt öfters stark daneben. Kann man gerade hier in Thread genauestens bezüglich abgegebenen Prognosen zu wirtschaftlichen Entwicklung beobachten.

Lässt man Griechenland nun Pleite gehen oder nicht? Wenn ja, wird es eine geordnete oder chaotische Pleite sein? Wie eskaliert die Krise mit dem Iran oder geht etwas ISAR2 hoch? Kann uns dabei der BDI helfen?
Antworten
Malko07:

Deutsche Bank, Finanzmafia?

5
29.01.12 11:44
Der USA Bären-Thread 12744163
Der Deutschen Bank droht Ärger in den USA: Nach SPIEGEL-Informationen ermitteln amerikanische Finanzaufseher gegen das Kreditinstitut. Hintergrund sind umstrittene Immobilien-Wertpapiergeschäfte vor der Finanzkrise. Die Untersuchung könnte das Geldhaus teuer zu stehen kommen.
Antworten
learner:

#92811

5
29.01.12 11:54
Dieser Artikel belegt ein weiteres mal, dass die PIGS nicht Willens sind ihre Haushalte durch eigene Anstrengungen in Ordnung zu bringen. Da erscheint es einfacher dem deutschen Steuerzahler in die Tasche zu greifen. Na dann können wir uns ja über zukünftige Steuererhöhungen freuen.

Oder dieses Theater wird nur gespielt um den Deutschen ein Ja zur Monetarisierung der Staatsschulden abzupressen.

Bezüglich der Griechen kann ich nur noch lachen. Aufgrund der korrupten Grundstrukturen in der Gesellschaft sind die nicht in der Lage ein funktionierendes Staatsgebilde zu etablieren, dass ohne Fremdfinanzierung auskommen könnte. Man scheint immer noch zu glauben, dass man ein Anrecht auf Versorgung innerhalb der EU hat, ohne dafür eine Gegenleistung zu erbringen.

Ein Verhalten, dass eher an Jugendliche erinnert, die zwar wie Erwachsene behandelt werden wollen, aber noch nicht in der Lage sind für sich selbst zu sorgen.

Also liebe Griechen: Ihr habt jetzt lange genug Taschengeld in Form von Transferleistungen der EU und billigen Krediten erhalten. Nun wird es Zeit in die Hände zu spucken und an Ende von der eigenen Hände Arbeit zu leben!

Ansonsten müsst Ihr euch nicht darüber wundern, wenn Papa und Mama euch sagen müssen wo es lang geht! Es liegt ganz bei euch selbst!
Wenn Du kein Geld hast, hast Du die wenigsten Freunde, aber die besten!
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Anti Lemming:

Jawohl, Meister

3
29.01.12 12:00

"Der Baltic Dry ist ein wichtiger Preisindex. ...Aus und fertig."

Wie konnte ich mir anmaßen, aus dem Absturz eines fundamentalen Preisindex (BDI) den Absturz weiterer Preisindizes (Aktien, Rohstoffe) abzuleiten...

Beim BDI geht es um Überkapazitäten bei Bulk-Carriern sowie (mMn VOR ALLEM) um Nachfragerückgänge nach Rohstoffen aus China, der zweitwichtigsten Wirtschaftsmacht der Welt und der "Werkbank" Amerikas. Und China steht zurzeit bekanntlich beidfüßig auf der Konjunkturbremse. Auch das US-BIP wächst trotz Mega-Gepäppels nur schwach.

Der BDI-Rückgang repräsentiert (mMn) fundamentale Probleme in USA und China, deren BIP zusammengenommen deutlich größer ist als das der Eurozone.

Griechenland hat dagegen ein BIP ähnlich wie Schleswig-Holstein (o.k.  ich untertreibe...) In US-Medien wird bereits gescherzt, die  Marktkapitalisierung von Apple sei höher als der Gesamtwert  Griechenlands.

Mit anderen Worten: Griechenland ist nur relevant hinsichtlich seiner  Folgewirkungen in Italien, Spanien und Frankreich. Kommt es zu diesen,  geht der Euro baden und die Weltwirtschaft schmiert ab.

Wenn in einer Kettenreaktion USA, China, Europa, GB und Japan  gleichzeitig oder kurz nacheinander abstürzen, weil  das Zocker-Trio Bernanke/Geithner/Blankfein  übelwollend irgendwo ein weiteres Klötzchen aus dem Schuldenturm zieht, geht es ans Eingemachte (inkl. Ravioli-Dosen).

 

Antworten
permanent:

Stimmungshoch im dt. Mittelstand

3
29.01.12 12:09

Eine Umfrage im deutschen Mittelstand belegt, dass die Unternehmen so optimistisch in die Zukunft blicken wie seit Jahren nicht mehr. Wäre da nur nicht die Euro-Krise, die für eine diffuse Angst in den Betrieben sorgt. Mehr…

Antworten
permanent:

Die Forderungen in den Büchern der

6
29.01.12 12:13

Notenbanken sind nur theoretische Werte. Eine Gegenleistung wird dafür nie erbracht werden und auch nicht erbracht werden können.

BDI, ist für mich kein guter Frühindikator. Die Frachtraten hängen an viel mehr Faktoren als an der alleinigen Entwicklung der Weltwirtschaft. Hier kann man sehr schön den Schweinezyklus der Landwirtschaft als Vergleich heranziehen.
In wirtschaftlichen guten Zeiten haben die Menschen mehr Geld um Fleisch zu kaufen und dennoch gibt es keine Korrelation zwischen Wirtschaftsentwicklung und der Schweinefleischpreisen.
Der Schweinezyklus ist in der Hauptsache geprägt von den Investitionsentscheidungen der landwirtschaftlichen Betriebe.

Permanent

Antworten
permanent:

Verhandlungen über Schuldenschnitt beendet

3
29.01.12 12:15

Griechenlands Regierung und Bankenvertreter haben ihre Gespräche über einen Schuldenschnitt zunächst ohne Einigung beendet. Ein Ergebnis soll aber kurz bevor stehen. Zuvor hatte Deutschland den Druck auf Athen erhöht. Mehr…

Antworten
Platschquatsc.:

@Anti

6
29.01.12 12:19
Du machst wieder den selben Fehler wie weiter oben schon geschrieben.
Du schaust wo war Rezession, welchen Wert hatte der BDI und schließt daraus, dass der BDI die Rezession angezeigt hätte. Es wird aber vermutlich eher umgekehrt ein Schuh draus bei nur 3 Rezessionen seit 1985.
(Verkleinert auf 76%) vergrößern
Der USA Bären-Thread 480506
Antworten
permanent:

Der einzige Weg ein realistisches Bild zu

6
29.01.12 12:48

zu erhalten ist eine leidenschaftslose Betrachtung der Fakten.

Dabei gilt es eine slektive Wahrnehmung unter allen Umständen zu vermeiden. Weder postive noch negative Argumente die nicht in die eigene Vorstellung passen sollten ohne Kontrolle fallen gelassen werden.
Wer nur seine Meinung sieht und Bestätigung für diese sucht wird scheitern.

Permanent

Antworten
Malko07:

Wenn China bei seinem Immobilienmarkt

4
29.01.12 12:58
auf die Bremse tritt, betrifft das sehr wohl einen großen Teil Hauptfrachtgütern (im Besonderen Eisenerz für Baustahl) stark, hat aber überhaupt nichts mit den Handelsbeziehungen zu den industrialisierten Staaten zu tun. Der Transport dieser Güter wird nicht vom BDI erfasst. Dass momentan das weltweite Wachstum etwas lahmt ist unbestritten, aber es wächst noch immer. Wenn jetzt weniger Weizen transportiert wird, kann woanders eventuell die Ernte besser gewesen sein oder in armen Staaten ist der Hunger eventuell etwas höher. Hilft uns auch nicht wirklich. Die Stahlproduktion ist etwas rückläufig (schon länger - seit über einem Jahr) und damit auch der Bedarf an Kohle und Eisenerz. Trotzdem wurden gleichzeitig neue weltweite Rekorde bei der Automobilproduktion hingelegt. Und wie schon gesagt: Wie haben sich die Transportkapazitäten entwickelt? Viele Reeder kommen schon länger auf dem Zahnfleisch daher und viele nicht ganz dichte Investoren haben fleißig in Schiffe investiert. Ist momentan nicht mehr so, aber so ein Schiff baut man nicht in einigen Monaten. Es braucht keine großen Ungleichgewichte in derartigen Märkten, wenn die Betreiber kein Fleisch mehr auf den Rippen haben und kaum noch an Kredite kommen, um die Preise abstürzen zu lassen.
Antworten
Anti Lemming:

Der Rückgang des Baltic Dry

 
29.01.12 13:12
zeigt nicht nur Rezessionen an wie die drei grau hervorgehobenen Bereiche im Chart in # 823 (wobei starke Veränderungen im BDI nach unten sehr wohl ein Vorlaufindikator waren, siehe 2001), sondern auch Krisen wie die LTCM/Russland-Krise in 1998, als der BDI (laut obiger Tabelle) um -35 % einbrach. Aktienindizes verloren im Herbst 1998 ebenfalls bis zu -25 %. Doch dann pumpte Greenspan frisches Geld und alles wurde gut (jedenfalls für 2 J., danach platzte die Dot.com-Blase).

D.h.: Egal ob Rezession oder schwerer Wirtschafts-Schock [außerhalb der Rezessionsphasen] wie 1998 der Zusammenbruch des mit 120 Mrd. Underlying verhobenen LTCM-Hedgefonds - die Wirtschaft reagiert und fährt Aufträge zurück. Da Frachter hohe Fixkosten haben und auf Halde viel Geld kosten, nehmen die Reedereien in Krisen lieber Tiefpreise in Kauf als überhaupt keine Einnahmen zu generieren. So kommt es beim BDI teils zu extremen Ausschlägen nach unten.

Der aktuelle Wirtschaftsschock, der den BDI drückt, dürfte die Eurozonen-Krise sein. Warum wohl ist in der Eurzone der Interbankenhandel fast völlig zusammengebrochen? Das letzte Mal geschah dies 2008 - und damals ebenfalls aus gutem Grund.

Und auch wenn die Eurozonen-Krise zurzeit noch mit Garantien, Schirmen und Billiggeld der EZB halbwegs zugepflastert werden kann, so ist doch zumindest in ihren Weichteilen - genITALIEN - durchaus mit einer Rezession im Gefolge der Euro-Finanzkrise zu rechnen. Selbst für D. wird eine R. in 2012 nicht ausgeschlossen.
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