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Der USA Bären-Thread

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Der USA Bären-Thread Malko07
Malko07:

Es gibt kein Euro-Problem aber

8
10.04.11 09:57
es gab und gibt ein Anlageproblem der reichen europäischen Länder.

Wo hätten denn in der Vergangenheit die Banken, Versicherungen und Pensionsfonds aus Deutschland, Frankreich, den BeNeLux, Österreich, der Schweiz und den skandinavischen Länder ihr Geld anlegen sollen?

Sie haben es in die USA, Irland, Großbritannien, Portugal, Griechenland, Spanien, auf den Balkan und in den früheren Ostblock getragen. Dabei ist die daraus resultierende "Bankenproblematik" in manchen Ländern größer als in Deutschland. Ganz vorne liegen die Schweiz, Österreich und die Niederlande.

Im Prinzip haben sich nur die Italiener richtig verhalten. Der italienische Staat hat sich fleißig verschuldet und die Italiener haben ihm fleißig ihr Geld gegeben.  

Bei den meisten anderen Staaten gibt es entweder das Gläubigerproblem (Risiko für die eigene Finanzbranche) und das Schuldnerproblem (anstehende rigorose Sparmaßnahmen).

Tut mir Leid, ich habe bezüglich dieser Problematik hier nicht den Ansatz einer Lösung gelesen. Ich weiß die Problematik ist nicht einfach, aber etwas tiefere Gedankengänge wären nicht verwerflich.

Mir ist auch klar, dass unsere Regierung nicht auf dem optimalen Weg ist und manches unter nebulöser Propaganda und Fehlinformationen versteckt. Sie ist nicht bereit ansatzweise uns den "wahren" Wein einzuschenken. Es müssten dann nämlich sehr viele Fehler aus der Vergangenheit aufs Tablett, die letztendlich von den Politikern praktisch aller Parteien zu verantworten wären. Dazu zählen primär das Unwesen der öffentlichen Banken und die überflüssige und schädliche Deregulierung und die bis heute ausstehende neue Regulierung. Wenige europäische Regierungen haben nicht wie wir dereguliert, haben also immer noch den Stand seit der ersten Weltwirtschaftskrise und ihrem Finanzsystem geht es wesentlich besser als dem unsrigen. Der Politik fehlt sogar der Mut wieder vor den Stand von vor der Rot-Grünen-Deregulierung zurück zu kehren und den Blödsinn mit den staatlich geförderten privaten Altersabsicherungen aufzugeben.

Viele wollen den eng verzahnten Markt behalten - immerhin steht er für einen erklecklichen Anteil am Wohlstand - sind aber nicht bereit die notwendigen Konsequenzen zu tragen. Die Konsequenz heißt nämlich Abgabe größerer Teile ihrer "angeblichen" Souveränität nach Brüssel im Wege der weiteren Integration. Es ist nämlich eine absolute Illusion von uns Deutschen zu glauben die Zukunft über Regelwerke und Strafgerichte lösen zu können. Keiner ist in der Lage ewig gültige Regelwerke zu schaffen. Aus Regelwerken müssen Fehler entfernt und sie müssen den sich ändernden Gegebenheiten angepasst werden. Der Richterstaat funktioniert nicht und ist auch nicht anzustreben. Wir brauchen eben eine demokratisch gewählte Regierung in Brüssel. Und der neue Staat muss kein Transferstaat nach deutschem Muster werden. Bei der Gelegenheit könnte man sogar mit unsrem Tranferstaat aufräumen.

#79200: Die offen umlagefinanzierte Rente ist die wirklich sichere Alterssicherung. Nicht die Höhe ist garantiert, das kann keiner, aber Zahlungen entsprechend dem jeweilige wirtschaftlichem Wohlstand. Dagegen werden viele Babyboomer noch erleben wie wenig sie im Verhältnis aus der privaten Absicherung erhalten werden. Manche überhaupt nichts. Denn abnehmende Bevölkerung kann bei der umlagefinanzierten Rente Kürzungen bedeuten, am Kapitalmarkt bedeutet es den Crash.
Der USA Bären-Thread Anti Lemming
Anti Lemming:

Das Wort zum Sonntag

7
10.04.11 10:01
www.ftd.de/politik/international/...schen-traums/60019180.html
Der USA Bären-Thread 394621
Der USA Bären-Thread Malko07
Malko07:

#79199: Man muss nicht zu

7
10.04.11 10:04
jeder unsinnigen Behauptung Stellung nehmen. Die Größte ist "Der Markt hat recht".

Kurze Anmerkung dazu. Was ist hier unter Markt zu verstehen? Was ist ein Markt? Wenn man glaubt, das heftig manipulierte Märkte, und das sind unsere heutigen Finanzmärkte in einem nicht geringem Anteil, Recht haben, hat er einen tiefen naiven Glaube. Es ist ja diese Glaube, der uns dahin geführt hat wo wir uns momentan befinden. Und gegen einen derartigen Glauben will ich nicht anstinken. Werde und bleibe glücklich damit.
Der USA Bären-Thread Anti Lemming
Anti Lemming:

Anlagenotstände

8
10.04.11 12:13
"Es gibt kein Euro-Problem aber es gab und gibt ein Anlageproblem der reichen europäischen Länder. Wo hätten denn in der Vergangenheit die Banken, Versicherungen und Pensionsfonds aus Deutschland, Frankreich, den BeNeLux, Österreich, der Schweiz und den skandinavischen Länder ihr Geld anlegen sollen?"

Die Tatsache, dass es keine (gescheiten) Anlagemöglichkeiten gibt und gab - nicht mal zu vermeintlichen Boomzeiten von 2003 bis 2007, als USA notgedrungen die Housing-Blase aufpumpen und Deutschland notgedrungen die PIIGS-Blase aufpumpen musste - , zeigt, dass die Illusion ewigen Wachstums bereits mit der Dot.com-Blase (als deren finales Hurra) gestorben war. Der PC/Internet-Zyklus war der bislang letzte organische Wachstumsschub, seitdem ist - bläh-bereinigt - "tote Hose".

Wenn es zuviel Geld gibt, das die Notenbanken nun auch noch üppig nachpumpen, um zumindest pro-forma-Wachstum "vorzeigen" zu können (Gelddruck-bereinigt haben wir seit 2008 Deflation), dann stimmt "mit dem System" irgendetwas nicht. Geld hat heute einfach weniger Gegenwert als zu Zeiten, in denen es noch organisches Wachstum gab und die wachsenden Staatsverschuldungen durch äquivalentes reales BIP-Wachstum halbwegs gedeckt war (was dem immanenten Wertversprechen von Papiergeld noch Kredenz verlieh). Es ist kein Zufall, dass zu der Zeit auch Longbonds noch vernünftige reale Renditen hatten. Aber sie werden immer kleiner und tendieren nun ins Negative.


Im Grunde basieren die Kurs-  bzw. "Wert"-Steigerungen seit 1980 fast  ausschließlich auf

- ständigen graduelle Zinssenkungen, die inflationär wirkten und schöne Nominalgewinne vorgaukelten, die real jedoch um Größenordnungen niedriger ausfielen (manche sehen real sogar Rückgänge);

- zunehmenden staatlichen und privaten Bilanzschönungen: Dazu zählen die Ermittlung der AL-Rate ohne die durch den Statistik-Rost Gefallenen; Inflationsberechnung unter Ausklammerung der stark gestiegenen (da hochgezockten) Energie- und Nahrungsmittelpreise; KGV-Berechnungen auf Basis von forward-Gewinnen in 2 Jahren statt basierend auf den heutigen; durch fragwürdige Bilanzierung bei den Firmen (bis hin zur "Verlust-Ignoranz" bei Großbanken) und pushende Zockerbanken forcierte Aktienkurssteigerungen, die vor allem dazu dienen, dass sich die CEOs bzw. Führungskader über Boni und Ausübung von Aktienoptionen ihre Taschen auf Kosten (Verwässerung) der Normalanleger vollstopfen konnten und die Politiker auf eine "tolle Wirtschaftslage" (zwecks Wiederwahl) verweisen konnten.

In der Summe bietet Geld mangels realen Wachstums nicht mehr den Gegenwert, der den jeder Art von Papiergeld innewohnenden Wertversprechungen entspricht.

Wer dem System dennoch vertraut und z. B. sein Heil in Staats- und/oder Unternehmensanleihen sucht, wird beim Rollen seiner Anleihen zunehmend gewahr, dass die Realrendite ins Negative ruscht, weil die Notenbanken auch weiterhin - und inzwischen nahezu halsbrecherisch - auf Inflationierung setzen. Es bringt nichts, die Stabilität, Gesundheit und vermeintliche Selbstheilungsfähigkeit des Systems geradezu religiös runterzubeten (wie Malko) und dabei auf die tollen (gefakten) Wirtschaftszahlen zu verweisen, um damit seine eigene Anlageentscheidung (Anleihen) als weise und realistisch hinzustellen. Zu groß ist die Gefahr, dass man sich dabei in die eigene Tasche lügt.

Insofern bietet die laufende Diskussion hier die Chance für ein Korrektiv bzw. Denkanstöße. Was gestern noch gut und richtig war, kann morgen schon faul sein.
Der USA Bären-Thread KuK Hofmarschall
KuK Hofmarsc.:

malko

13
10.04.11 12:21
Zuerst zu der Diskussion rund um Rettung europ. Banken statt Haircut bei PIGS oder auch die privaten Griechen sollten - im Gegensatz zu ausl. Investoren - einen Schuldenschritt tragen:
Wenn sich die Banken unverändert keinen Schuldnerausfall "leisten" können (was ich im Übrigen im Fall Griechenland nicht glaub), sind die de facto schon vorher nicht lebensfähig. Es gab einmal eine Zeit, da wurde der Zins als Ausgleichszahlung für ein übernommenes Risiko verstanden, und nicht als eine Art Inflationsausgleich, wie es so manche fehlleitenden Banker gerne sehen.
Die Banken haben jahrlang deutlich höhere Rendite als mit bspw. dt. bunds erzielt, eben als Risikoausgeich. Und jetzt, wenn die Rechnung nicht aufgeht, solls der Steuerzahler, der private Grieche oder sonst wer begleichen? Davon abgesehen, dass es wohl nur ein Witz sein kann, einen Schuldenschnitt nach der Nation der Gläubiger auch nur anzudenken, könnten dann bitte zumindest sämtliche ausl. Investoren die Zinsaufschläge griech. Bonds der letzten 20 Jahre wieder ans griechische Volk zurückzahlen?
Diese Banken wurden für die Risikoübernahme bezahlt! Also sollten sie jetzt auch bitte ihren Teil des Geschäftes erfüllten.

Genau diese Denkweisen - das nicht verstehen des Grundsatzes jedes Bankgeschäftes - Risikoübernahme - hat letzlich zu den massiven Fehlallokationen und der endlosen Gier geführt, deren oberflächliche Folgen heute bekannt sind und deren wahre Auswirkungen wir in den nächsten jahren noch sehr deutlich zu spüren bekommen werden.

"Der Markt hat Recht" als unsinnige Behauptung?
Bevor ich jetzt für die Richtigkeit dieser Aussage überhaupt zu argumentieren anfange die Gegenfrage:
Wer sonst hat den dann Recht? Merkel, Bernanke, Barroso?
Der Markt hat immer das letzte Wort, egal was sich Politiker und Banker einbilden, egal wie sehr sich die armen europäer über die Macht der anglo-Propagandamaschine beschweren. Und wenn das nicht so nicht mehr ist, wirst du in iregndeiner Form eines totalitären Systems aufwachen.
Der USA Bären-Thread Anti Lemming
Anti Lemming:

Kuk

10
10.04.11 12:40
"Wenn sich die Banken unverändert keinen Schuldnerausfall "leisten" können (was ich im Übrigen im Fall Griechenland nicht glaub), sind die de facto schon vorher nicht lebensfähig...

Die "Rettung des Euro" bzw. das Ausbailen der PIIGS ist die europäische Variante des US-Spiels, dass verzockte Großbanken "too big to fail" sind und daher nicht pleite gehen DÜRFEN.

MMn könnten die Banken und deren Bondhalter sehr wohl zur Kasse gebeten werden (hoher Haircut), OHNE dass dadurch das System zusammenbräche. Das Argument, das System könne die Bankenpleiten nicht verkraften, ist eine bloße Schutzbehauptung der Großbanken und deren Lobbyisten, unter deren Fuchtel - hüben wie drüben - auch die Politiker stehen.

Motto: Wozu selber für die eigenen Verzockerschäden gerade stehen, wenn man sie - mit dem TBTF-Erpresser-Argument - dem Staat bzw. dem gemeinen Steuerzahler umhängen kann?

AIG-Rettung = PIIGS-Bailout = Beschiss des gemeinen Steuerzahlers zugunsten der Finanzindustrie.
Der USA Bären-Thread Malko07
Malko07:

KuK Hofmarsc., man muss über den Tag

3
10.04.11 12:57
hinaus denken. Und ein Land wie Griechenland wird sich auch nach einem Schuldenschnitt, bei bleibender Rechtslage wie jetzt, nicht selbst finanzieren können. Sie werden mindestens für einige Zeit weiterhin auf ausländische Gläubiger angewiesen sein. Wenn sie aber ausländische Anleger treffen werden, werden sie auf absehbare Zeit keinen Sous mehr aus dem Ausland bekommen. Wenn man glaubt, dass ein Schnitt bis zu einem totalen Ausfall nur für Inländer etwas besonderes wäre, kennt die deutsche Geschichte nicht.  Und nie vergessen: Ein Schuldenschnitt ändert an strukturellen Fehlentwicklungen erst mal nichts. Und ohne starke strukturelle Änderungen wird Griechenland von Pleite zu Pleite wandern.

Griechenland alleine könnten die meisten Banken verkraften. Aber hat man erst mal dieses Fass aufgemacht wird es weiter gehen. Wieso dann nicht auch Irland?

A.L (#79204), ja wo hätten sie denn das Geld anlegen sollen?
Der USA Bären-Thread Ischariot MD
Ischariot MD:

Malko, #201

4
10.04.11 13:08
mit Rubrum "Wir brauchen eben eine demokratisch gewählte Regierung in Brüssel" ...

... also, Deine Argumentation ist in Teilen richtig (also nicht ganz falsch  ;o)
aber wieso die Probleme in Europa (mit allen vorstellbaren apokalyptischen Fehlfunktionen einer europ. Zentralregierung) besser als in D zu lösen seien, wird damit nicht plausibel gemacht.

Erinnert mich etwas an den aktuellen "Gastbeitrag" von Sahra Wagenknecht im Kampfblatt "ftd" - in der Argumentation nicht ganz falsch, aber mit aus dem Kontext gerissen zitierter Pseudowissenschaft, die überhaupt nicht auf die Verhältnisse in D anwendbar sind und stilsicher verschweigend, daß die von der Lady Gaga der Kommunistischen Plattform vorgeschlagenen Lösungen 'drüben' und in aller Welt schon längst krachend gescheitert sind. Link dazu stell ich hier nicht ein, eher fault mir der Finger ab, bitte ggfls. selber googeln
__________
Zur Transferunion ... wir haben in D das Verursacherprinzip, und auf dessen Durchsetzung bestehe ich. Und erst dort, wo die verursacherbezogene Haftung an ihre Grenzen stößt (z.B. bei der benannten 500-EUR-Oma) bin ich bereit anzufangen, über den Ausgleich mit Steuermitteln nachzudenken.
Geierwilli im Goldthread würde die Konsequenzen für die Verantwortlichen in Politik und Bankwesen drastischer formulieren (mit Begriffen wie Peloton, kreative naturfarbene Krawatte, etc.), aber ich denke mir so was natürlich nur ganz still und verwerfe es gleich wieder  ;o)
Die Würde des Steuerzahlers ist unantastbar
Der USA Bären-Thread Andreano
Andreano:

QE

 
10.04.11 13:19
Der USA Bären-Thread Malko07
Malko07:

Ischariot MD (#79208):

8
10.04.11 13:24
wir haben in D das Verursacherprinzip, und auf dessen Durchsetzung bestehe ich

Beispielhaft sehe ich da die deutsche Atomenergie, die keine Haftpflichtversicherung braucht und die jüngste Rettung der deutschen Finanzindustrie durch den Steuerzahler. Die Liste könnte unendlich lang werden bis zum internen Länderfinanzausgleich.

Europäische Integration:

MMn ist es undemokratisch die europäische Wirtschaft immer stärker zu verflechten, so stark, dass nationale Regulierungen kaum noch etwas bewirken können und die Verfassung der Regeln in Brüssel unzureichend und ohne demokratische Kontrolle erfolgt. Ich behaupte nicht, dass eine Zentralregierung alles gut machen würde, aber sie könnte in vielen Fällen noch etwas tun, wo den nationalen Regierungen nur das Zuschauen bleibt. Brüssel bestimmt unser tägliches Leben heute schon stärker als Berlin. Und es fehlt  eine wirksame demokratische Kontrolle.
Der USA Bären-Thread Kicky
Kicky:

Spaniens Baumarkt am Boden

12
10.04.11 13:29
kann ich mir doch nicht verkneifen ,das Resümee vom Bankhaus Rott zur Haussituation in Spanien doch nochmal reinzugeben-schon im Hinblick auf Malkos und der Journaille ständige Rede, es werde in Spanien kein Bailout erforderlich,die werden zwar sparen müssen, aber ein Bailout oh nein.....

aber was ist denn nun mit der 1 Million leerstehender Wohnungen / Häuser ,die von den Einheimischen derzeit nicht gebraucht werden  und den banken wie ein Stein am Hals hängen ?
...."Die Nachfrage nach Neubauten ist der Marktlogik folgend gefallen wie ein Stein. Im Hinblick auf die aufgetürmten Vorräte der Jahre 1998 bis 2007 fällt es schwer, bereits an ein Ende des zugegebenermaßen beeindruckenden Einbruchs zu glauben. Allein mit der Inlandsnachfrage wird es schwer, diese Leerstände auf sinnvolle Weise loszuschlagen. Bei der aktuellen Situation geht der Trend sicher nicht zum Zweithaus. So steigen trotz dramatisch zurückgefahrener Bautätigkeit die Bestände unverkaufter Häuser starrköpfig weiter an und liegen – so die Schätzungen der Zentralbank – mittlerweile im Bereich von einer Million Einheiten....Nimmt man die Spitzenzeiten des Booms einmal zur Seite und schaut sich das langjährige Mittel fertiggestellter Behausungen an, so beläuft sich der Vorrat auf satte fünf gesamte Jahresproduktionen des Bausektors. Da natürlich der Bau seine Arbeit nicht völlig einstellt ist mit einer wesentlich längerfristigen Beeinträchtigung dieses Teils der Volkswirtschaft zu rechnen.In den nächsten zehn Jahren, oder länger, geht es in der spanischen Baubranche ums nackte Überleben. ...Die Arbeitslosigkeit ist auf ungefähr 20% gestiegen. Allein die Jugendarbeitslosigkeit soll bei rund 45% liegen....
Derzeit sind die Preise laut spanischer Zentralbank real um 15% zurückgegangen. Trotzdem sind kaum Käufer zu finden...Angesichts der Daten wären wir von einem weiteren deutlichen Preisrückgang in der Größenordnung von 30% oder mehr nicht überrascht. Die Folgen für die spanischen Banken, die die Kredite auf den Büchern haben und sich schon seit 2009 die Hütte mit unverkäuflichen Immobilien vollgeladen haben sind ein Thema für sich.
rottmeyer.de/index.php/house-of-spain/
Der USA Bären-Thread 394640
Der USA Bären-Thread Kicky
Kicky:

US-Ausgaben März 8,2 mal höher als Steuereinnahmen

13
10.04.11 13:33
www.wirtschaftsfacts.de/?p=11921

der Wahnsinn erschliesst sich schon in der Überschrift

...Wie die Daten zeigen, hat der US-Staat im März $194 Milliarden an Gesamtsteuereinnahmen verzeichnet, von denen er wiederum $65,898 Milliarden an private Bürger und Unternehmen in Form von Steuerrückerstattungen ausbezahlte. Daraus resultierten Nettosteuereinnahmen in Höhe von $128,179 Milliarden für den Monat März. Im selben Zeitraum beliefen sich die Ausgaben des US-Finanzministeriums jedoch auf $1,1187 Billionen.....
So ist es kaum verwunderlich, dass unter Berücksichtigung von Nettosteuereinnahmen in Höhe von $128,179 Milliarden im Monat März und gleichzeitigen Ausgaben in Höhe von $1,0528 Billionen die meisten Finanzmittel in Form von neu emittierten und größtenteils kurzläufigen Staatsanleihen durch die Regierung aufgenommen wurden. Wie aus dem veröffentlichten Bericht des Finanzministeriums  weiter hervorgeht, emittierten die Vereinigten Staaten allein im Monat März neue Staatsanleihen in einem Gesamtumfang von 786,5 Milliarden.

der Krug geht solange zum Brunnen bis er bricht!
Der USA Bären-Thread Anti Lemming
Anti Lemming:

# 201

6
10.04.11 13:36
"Es ist nämlich eine absolute Illusion von uns Deutschen zu glauben die Zukunft über Regelwerke und Strafgerichte lösen zu können. Keiner ist in der Lage ewig gültige Regelwerke zu schaffen."

Willst Du Rechtsbeugung (oder gar Klassenjustiz) zur finanziellen "Entlastung" der Zockerbanken?

Sollen wegen "Not kennt kein Gebot" die herkömmliche Regelwerke, die auf konservativ-nachhaltigen Rechts- und Ethik-Standards basieren, dem globalen Zockertum und dem Rechtsvakuum der Globalisierung geopfert werden?
Der USA Bären-Thread Kicky
Kicky:

Isländer stimmen gegen Rückzahlung von Schulden

7
10.04.11 13:45
www.welt.de/politik/ausland/...-Rueckzahlung-von-Schulden.html
Bei dem Referendum ging es um die Rückzahlung von rund 3,8 Milliarden Euro, die britische und niederländische Anleger bei der Pleite der isländischen Onlinebank Icesave verloren hatten. 59,1 Prozent stimmten gegen die Schuldenrückzahlung, 40,9 Prozent dafür.
Die Isländer wollen nicht die Zeche für die Pleite der Icesave-Bank zahlen...Großbritannien und die Niederlande fordern 3,5 Milliarden Euro von Island. Beide Länder hatten Bürger entschädigt, die als Sparer bei der Online-Bank Icesave Geld verloren hatten. Icesave war eine der isländischen Banken, die 2008 im Zuge der Finanzkrise zusammenbrachen. Während die Regierung in Reykjavik die isländischen Sparer für ihre Verluste entschädigte, gingen 400.000 Briten und Niederländer leer aus. Deren Heimatländer sprangen schließlich ein, verlangen nun aber das Geld von Island zurück.
www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,756091,00.html

und was wird wohl noch in Irland ,Griechenland und Portugal passieren? selbst Spanien mit 45% Jugendarbeitslosigkeit ?...
Der USA Bären-Thread Kicky
Kicky:

Lohninflation in China

5
10.04.11 14:05
www.ft.com/cms/s/0/...1e0-8ee4-00144feab49a.html#axzz1J7Y2t5xt

.....Two months ago Zhu Xinzhi, head of a lighting manufacturers’ association in the industrial city of Foshan in southern China, set off for Guangxi on a recruiting trip. Offering a monthly wage of Rmb1,600, he hoped to attract 500 workers; he got 10. Alternative opportunities, high inflation and a recent trend of rising wages made his jobs unattractive. “The workers felt the salary was relatively low and that it’s better to stay home and run their own small business or go to cities with higher pay,” he says. “The salary we offered has no advantage any more. It was a very unsatisfactory trip.” ......

as Chinese wages rise, some production will shift to lower-wage economies, keeping the global price low. Li & Fung, for example, reported in late March that it had moved some of its clothing production to Bangladesh, Vietnam, Indonesia and India. ...

aber neben den höheren Transportkosten durch Ölpreis werden sich auch die höheren Importkosten aus China inflationär auswirken,nicht nur in USA wie Clusterstock vermeldet
Der USA Bären-Thread Anti Lemming
Anti Lemming:

Manipulierbar

13
10.04.11 14:22
sind nur Märkte, die eng genug sind wie der Aktienmarkt. Sie sind "small enough to push".

Bei den Devisen und im Hausmarkt wird es wegen der deutlich höheren Volumina schon schwieriger. Trotz Billionen-schwerer QE-Maßnahmen ist es den Amis bislang nicht gelungen, die US-Hauspreise zu heben - und dies in einer Ära, in der jeder Fonds-Heini und seine Oma die "Flucht in Sachwerte" als heiligen Gral der Geldanlage predigen.

Bei Staatsverschuldungen kommen wir in eine Dimension, wo auf mittlere Sicht nicht einmal die Zentralbanken (mit ihrem "Geld-aus-dünner-Luft-schöpfen"-Privileg) mit Marktmanipulation Erfolg haben dürften. So ist z. B. der Staatsanleihenmarkt in der Eurozone viel zu groß, als dass die EZB nennenswert die Kurse manipulieren könnte ("too big to push").

Die Frage "Hat der Markt Recht?" muss daher von Markt zu Markt unterschiedlich beantwortet werden - je nachdem, wie manipulierbar der Markt aufgrund seiner schieren Größe ist.

nach Volumen und Manipulations-Grad bzw. grundsätzlicher Manipulierbarkeit unterschiedlich

Bei den mit QE/Zentralbankgeld hochgezockten Aktienmärkten hat der Markt mMn nicht Recht. Der Aktienmarkt ist klein genug und verfügt über geeignete Instrumente wie Futures, um ihn auch mit geringen Mitteln zu bewegen, vor allem wenn die Propagandaabteilungen weltweit "Erholung" schreien.

Rohstoffe sind teils noch marktenger - und die Ausschläge entsprechend noch höher (siehe z. B. Baumwolle). Auch hier gibt es teils Futures, die den Markt leicht manipulierbar machen - zur Freude der Goldmänner, die mit ihrer Absicherungs-Erpressung erffolgreich die Realwirtschaft abzocken können. Die starken Preisanstiege widerspiegeln NICHT die Nachfragerealität - auch wenn die vereinigten Goldmänner und ihre Sprachrohr Bernanke nicht müde werden dies zu behaupten.

Der Devisen- und der Hausmarkt sind ein Mittelding. Sie sind so groß, dass sie sich nur in Grenzen manipulieren lassen. Die Schwäche im Billionen-schweren US-Hausmarkt ist ein untrügliches Indiz, dass jenseits allen Inflationierungs-Zinnobers der Fed in Wahrheit Deflation herrscht - wie sie für einen Unwind nach immensen Spekulationsblasen auch typisch ist. Der ersehnte Wunsch der Fed, die herbeigezockte Assetpreis-Inflation (vor allem in Aktien und Rohstoffen) möge auf den Immobilienmarkt übergreifen, hat sich bislang in keinster Weise erfüllt. Die Hauspreise sind auf Rekordtiefs.

Der Markt für Staatsanleihen ist weder von den Zentralbanken einzelner Staaten noch von der EZB bzw. der Fed effektiv "beherrschbar". QE hat gezeigt, dass der Wunsch der Fed, durch US-Anleihenkäufe die Langfristzinsen runter zu bringen, ins Gegenteil umgeschlagen hat. In der Folge sind Hypotheken gestiegen und der US-Hausmarkt ist noch tiefer in den Schlamm gerutscht.

Ich teile daher Dreiklangs These, dass die Aussage "Der Markt hat immer Recht" im riesigen Staatsanleihenmarkt, der aufgrund seiner schieren Größe kaum manipulierbar ist, auch heute noch voll und ganz gültig ist.

Im Aktien- und Rohstoffmarkt ist die Aussage "Der Markt hat immer Recht" hingegen nicht (mehr) zutreffend, weil die Manipulation wegen des engen Volumens und des völlig aus dem Ruder gelaufenen Derivate-Gezockes sehr viel besser greifen kann.

Bei den Währungen (Dollarschwäche) ist viel Psychologie mit im Spiel, die den Dollar (auch im Zuge von Rohstoff-Carrytrades) schwächt. Ohne die stützende Abwärtspropaganda, zu der QE erheblich psychologisch (aber nicht real) beiträgt, wäre der Dollar-Verfall weit geringer.



Wie geht es weiter?

Die Märkte brechen umso eher zusammen, je weniger sie staatlich bzw. von Zentralbanken manipuliert werden können.

D.h. der schwer manipulierbare Bondmarkt wird als erster in die Knie gehen (in der Eurozone wie in USA). Die Langfristzinsen steigen infolge von Stagflation/Bondschwäche (auch in China gibt es Stagflationstendenzen, siehe # 197). Kurz darauf gehen auch Aktien und Rohstoffe auf Südkurs, weil die Stützversuche der Zocker- und Zentralbanken nicht mehr greifen bzw. im Abwärtsdruck "ersaufen".
Bei der dann folgenden synchronen Abwärtsbewegung könnte der US-Dollar infolge von Carrytrade-Rückabwicklungen kurzzeitig wieder erstarken, was aber vor allem eine technische Reaktion wäre.

In Euroland dürfte die Bondschwäche stärkere Auswirkungen haben, obwohl der US-Bondmarkt auf ähnlich schwachen Füßen steht, weil der Euro noch zu jung ist und wegen der fehlenden Wirtschaftsregierung "keine Autorität" hat. Außerdem trägt die Eigenschaft der USA als letzte Militärsupermacht noch zur Dollar-Stärke bei.
Der USA Bären-Thread Dreiklang
Dreiklang:

#72903 "Der Markt hat recht" ist Blödsinn?

7
10.04.11 14:38

Mag sein, man muss aber aufpassen, dass man da ganz schnell  das Märchen von der "Euro-Rettung" (Merkel)   oder aber die Falschdarstellung von den bösen Spekulanten (Sarkozy, Lagarde) übernimmt.

Der Markt hat insofern recht: Er "glaubt" die "Rettung" nicht. Als Spekulant kann ich mir nun überlegen, dass es "doch nicht ganz so dick kommt" , also habe ich relativ kurzlaufende Griechen und längerlaufende Iren im Depot. Ich glaube  also mehr an die "Rettung" als der Markt, aber offensichtlich weniger als Malko u.a. Bin ich nun schlauer als der Markt? Nach deiner Meinung, Malko, wohl ja.

Für die allgemeine Skepsis gibt es Gründe:
 

Und ein Land wie Griechenland wird sich auch nach einem Schuldenschnitt, bei bleibender Rechtslage wie jetzt, nicht selbst finanzieren können. Sie werden mindestens für einige Zeit weiterhin auf ausländische Gläubiger angewiesen sein. Wenn sie aber ausländische Anleger treffen werden, werden sie auf absehbare Zeit keinen Sous mehr aus dem Ausland bekommen. 

Sehr richtig. Ein Haircut im Falle GR würde den gesamten Bondmarkt der GIPS noch mal gewaltig nach unten treiben. Und für die Griechen nichts verbessern. es gäbe jedenfalls nach Haircut noch weniger Geld als jetzt auf den Bondmärkten.  

Wenn man glaubt, dass ein Schnitt bis zu einem totalen Ausfall nur für Inländer etwas besonderes wäre, kennt die deutsche Geschichte nicht.  Und nie vergessen: Ein Schuldenschnitt ändert an strukturellen Fehlentwicklungen erst mal nichts. Und ohne starke strukturelle Änderungen wird Griechenland von Pleite zu Pleite wandern.   

Wie viele Griechen halten denn griechische Staatsanleihen? Die "Reichen" bestimmt nicht. Die lassen ihr Geld aus genau diesen Gründen nicht einmal als Sichtguthaben bei den griechischen Banken.

Aber wie soll GR jemals wieder auf die Bondmärkte mit "normalen" Zinsen kommen? Das Land ist überschuldet und kommt nicht vom Fleck.

 

Der USA Bären-Thread permanent
permanent:

Wellenreiter-Kolumne vom 9. April 2011

11
10.04.11 14:40

Wellenreiter-Kolumne vom 9. April 2011
Sintflut in 2012?

Laut Altem Testament lebte Methusalem 969 Jahre. Er war der Großvater von Noah, der immerhin 950 Jahre alt wurde. Methusalem muss – wenn man die Angaben im Buch Genesis zugrunde legt - etwa zur Zeit der Sintflut gestorben sein. In biblischen Zeiten galt das Mantra der sieben fetten und sieben mageren Jahre. Methusalem hätte demnach 70 „Rezessionen“ miterlebt. Tatsächlich finden Rezessionen auch heutzutage in Abständen von 5 bis 10 Jahren statt. Ein heute 90jähriger US-Bürger hat 16 US-Rezessionen durchlebt, darunter die große Depression in den 1930ern, die Ölkrise in den 1970er Jahren sowie zuletzt die Finanzkrise. Rezessionen sind demnach nichts Besonderes. Sie gehören zum normalen Erfahrungswert jedes Menschen.

Auch Methusalem dürfte sich an diese Zyklen gewöhnt haben. Aber eine Sintflut war jenseits seines Erfahrungshorizonts. Heute weiß man, dass die Sintflut wahrscheinlich dem durch die nacheiszeitliche Gletscherschmelze geschuldeten Überlaufen des Mittelmeers in die Senke des Schwarzen Meeres zu verdanken ist. Wochen- oder monatelang  ergoss sich das Meer mit der doppelten Kraft der Niagara-Fälle über den Bosporus in die Tiefe.

Das charttechnische Gegenstück zur Sintflut wäre die Ausbildung einer Schulter-Kopf-Schulter-Formation in wichtigen Aktienindizes wie dem Dow Jones Index.

Der USA Bären-Thread 10269775

Die „Überspülung des Bosporus“ wäre dann perfekt, wenn die blaue eingezeichnete Nackenlinie im Bereich von 7.300 Punkten nach unten durchbrochen werden würde. Analysten mit Kurszielen von 1.000 Punkten (es gibt sie) kämen in diesem Fall wohl zu ihrem Recht.

Doch die moderne Welt hat ein probates Mittel gefunden, es nicht zu einem derartigen nominalen Kollaps kommen zu lassen: Die Inflation. Diese sorgt dafür, dass ein realer Fall der Aktienmärkte nominal als Seitwärtsbewegung empfunden wird. Eine solche Situation lag zuletzt in den 1970er Jahren vor. Real verlor der Dow Jones Index zwischen 1966 und 1982 etwa 70% seines Wertes (siehe Pfeil folgender Chart). Nominal lief der Index lediglich seitwärts.

Der USA Bären-Thread 10269775

Das bedeutet: Eine Entwertung der Märkte kann dann weitgehend problemlos durchgeführt werden, wenn die Zeitschiene ausreichend lang gewählt ist und die Inflation vergleichsweise hoch ist. Lassen sich die 1970er Jahre als eine Phase kontrollierter Kapital- und Schuldenvernichtung (die US-Staatsverschuldung fiel bis 1982 auf gut 30% vom BIP) bezeichnen, so bleibt die Frage, ob eine solche „Leistung“ in den kommenden Jahren wiederholt werden kann.

Es scheint so, als ob die Zeitschiene diesmal nicht mitspielt. Anders als in den 1970er Jahren fällt die Staatsverschuldung nicht, sondern steigt weiter an.

Zudem fürchtet man sich vor allen in den USA vor einer erneuten Rezession und tut alles, um diesbezügliche Ängste gar nicht erst aufkommen zu lassen. Zweimal bereits griff man zum Mittel des „Quantitative Easing“. Doch was wird es letztendlich nutzen?

Die offizielle US-Inflationsrate für den Februar – letzter verfügbarer Wert - befindet sich bei 2,1 Prozent. Im Februar befand sich der Ölpreis durchschnittlich unterhalb von 90 US-Dollar. Im März lässt sich ein Durchschnittspreis von etwas über 100 US-Dollar ansetzen, im April dürften nochmals mindestens 10 Dollar draufgepackt werden, sollte sich die Entwicklung fortsetzen. Allein aus diesem Grund wird die offizielle US-Inflationsrate in den Monaten März und April weiter steigen, konservativ gerechnet in den Bereich von 3,1 bis 3,3 Prozent.

Wie der folgende Chart zeigt, befindet sich der Realzins für 10jährige US-Anleihen im Sinkflug. Der Realzins bezeichnet den Zinsertrag, der nach Abzug der Inflationsrate übrig bleibt. Einer Rendite von 3,55% steht eine angenommene offizielle US-Inflationsrate von 3,2% für den April gegenüber. Das bedeutet: Der US-Realzins bewegt sich aktuell mit 0,35% nur noch knapp über null.

Der USA Bären-Thread 10269775

Dem Realzins kann eine Frühindikator-Wirkung für die US-Wirtschaft zugestanden werden. Auf dem nächsten Chart haben wir beide Entwicklungen mit einem Vorlauf von einem Jahr für den Realzins eingezeichnet.

 Der USA Bären-Thread 10269775

Danach bedeutet die gegenwärtige Annäherung des Realzinses an die Null-Linie eine negative Entwicklung der US-Wirtschaft im Rahmen der kommenden 12 Monate. Sollte der Realzins unter Null fallen (was bei steigenden Rohstoffpreisen - insbesondere des Ölpreises - bis zum Sommer zu erwarten wäre), so steigt die Gefahr der Entwicklung einer US-Rezession.

Es ist eine eiserne Regel für Gold- und Silber-Investments: Ein fallender oder gar negativer Realzins macht Edelmetalle attraktiv. Man beachte das Verhalten des Goldpreises bei fallenden Realzinsen u.a. in den 1970er Jahren (folgender Chart).

Der USA Bären-Thread 10269775

Unter saisonalen Gesichtspunkten ist der Silberpreis noch bis Mai unterstützt, dann allerdings ist mit einem zumindest temporären Rückgang zu rechnen.

Der USA Bären-Thread 10269775

Für Silber hatten wir im Sommer vergangenen Jahres bei einem Bruch des damaligen Widerstands von 20 US-Dollar eine Kursexplosion auf 50 US-Dollar vorhergesagt. Diese Aussage war einer sich aufbauenden Dreiecks-Ausbruchs-Situation geschuldet (siehe damalige Argumentation unter http://tinyurl.com/2vwaktq). Aktuell befindet sich der Silberpreis bei 41 US-Dollar. Im Gefolge der Gold- und Silber-Hausse 1979/80 kam es zu zwei US-Rezessionen 1980 und 1981/82.

Zeigen die Aktienmärkte – die ja als Frühwarnsystem für den Wirtschaftszyklus gelten – bereits Anzeichen einer Abkühlung? Zwei Dinge: Erstens ist das bearische Lager bei den US-Börsenbriefschreibern – gemessen durch Investors Intelligence - auf den zweitniedrigsten Stand der vergangenen 25 Jahre zusammengeschrumpft. Angst hat anscheinend niemand mehr. Zweitens fällt die merkliche Zurückhaltung des smarten Geldes auf. Unser Smart Money Flow Indikator weist eine negative Divergenz zum Dow Jones Index auf (folgender Chart).

Der USA Bären-Thread 10269775

Lediglich die gesunde Marktbreite bewahrt den Markt derzeit vor größeren Fallstricken.

Fazit: Die Anzeichen für eine US-Rezession im Jahr 2012 verdichten sich. Nur etwa drei Jahre nach einer Rezession würde das erneute Auftreten einer Rezession eine kurze Zeitspanne bedeuten. Der Spruch: „Dieses Mal ist alles anders“ war für Investoren, die bei jeder Rezession gleich an den Zusammenbruch der Welt dachten, schon häufiger eine kostspielige Angelegenheit. Andererseits: Selbst Methusalem machte in Form der Sintflut mit etwas Bekanntschaft, das anders war als alles, was er in seinen 969 Jahren erlebt hatte. Steht den Finanzmärkten im Jahr 2012 eine Sintflut bevor?

Im Nachhinein wird alles seinen Sinn gehabt haben. Der steigende Ölpreis, der fälschlicherweise noch immer mit den Ereignissen in Libyen erklärt wird; der seit der Ankündigung von QE 2 glatt verdoppelte Silberpreis (wer Geld druckt, wird Inflation ernten), der Fehlausbruch im Dollar/Yen und der fallende Außenwert des US-Dollar, der zwar die Wettbewerbssituation der USA um Arbeitskräfte verbessert, aber gleichzeitig zur Folge hat, dass Inflation importiert wird. Die Phase einer von der Fed gesteuerten Kapital- und Schuldenvernichtung – ähnlich wie in den 1970er Jahren hat begonnen. Es ist ein Experiment, vom dem man noch nicht weiß, ob es gelingen kann. Die britische Zentralbank beteiligt sich an diesem Experiment. Denn in Großbritannien ist die Inflationsrate so hoch, dass der Realzins bereits negativ ist. Einzig die EZB hat anderes im Sinn. Sie erhöht den Leitzins und lehnt sich damit gegen den „Inflationsdrachen“ auf.

Sollten die USA und Großbritannien erneut in eine Rezession rutschen, so stehen die alten Industrienationen vor einem Neuanfang, der ein tiefes politisches Eingreifen in die Selbstbestimmungsrechte der Bevölkerung erfordern dürfte. Das vermehrte Auftreten ruckartiger Bewegungen (Beispiele Euro/Yen, Silber, Ölpreis) ist kein Grund zum Jubeln. Vielmehr implizieren diese eine Destabilisierung der Finanzmärkte. Die Hoffung besteht darin, durch die aktive Inflationierung eine nominale Seitwärtsphase wie in den 1970er Jahren aufrecht erhalten zu können. Das Risiko ist das Misslingen der Steckung auf der Zeitebene, was aufgrund eines „sintflutartigen Drucks“ eine Neuordnung der Finanzmärkte bereits im Jahr 2012 zur Folge haben könnte. Zentralbanken sind – egal was sie tun – nicht in der Lage, Rezessionen zu verhindern. Ein Wirtschaftszyklus folgt einer eigenen Dynamik. Verfolgen Sie die Entwicklung der Finanzmärkte in unserer handelstäglichen Frühausgabe.

Robert Rethfeld
Wellenreiter-Invest

Der USA Bären-Thread permanent
permanent:

Geld als Massenvernichtungswaffe

12
10.04.11 14:45
Geld als Massenvernichtungswaffe

Der "Weltkrieg der Währungen" tobt

Von Thomas Badtke

Das Ringen um die globale Vorherrschaft ist in vollem Gange. Soldaten, Panzer oder Flugzeugträger sind dabei obsolet, im 21. Jahrhundert wird mit Währungen gefochten - ist das Geld die ultimative Waffe. Dollar, Yuan, Euro oder Gold, wer wird gewinnen?

Während sich die Welt nach Fukushima vor einem atomaren Super-GAU fürchtet, sollten die Menschen rund um den Globus ihre Ängste stattdessen auf die weltweiten Devisenmärkte fokussieren. Auch wenn es martialisch klingen mag: Von dort droht ein viel größeres Problem. Denn dort tobt bereits seit Jahren ein Weltkrieg - der "Weltkrieg der Währungen". Dollar, Euro, Yuan, Gold: Sie alle kämpfen um die Vorherrschaft, um den Titel der Weltleitwährung. Involviert sind Politik und Wirtschaft, Regierungen und Zentralbanken. Die Folgen bekommen wir, die Bürger, bereits zu spüren - egal ob wir Chinesen, Amerikaner, Europäer oder Deutsche sind.

Dollar, Euro, Yuan, ja selbst Gold, sind für uns Bürger harmlose Zahlungsmittel. Wir bekommen unseren Lohn darin, "tauschen" es gegen Güter oder Dienstleistungen ein. Sparen es, weil wir dessen Wertstabilität schätzen. Es ist problemlos teilbar, transportierbar und haltbar. Für die große Politik sind diese ursprünglichen Funktionen des Geldes nur Nebensache. Währungen haben für sie eine andere Funktion: Im Spiel um die weltweite Macht dient die Währung des eigenen Landes als Angriffs- und Verteidigungswaffe gleichermaßen. Galt im Kalten Krieg das atomare Schreckgespenst als ultimative Drohkulisse, ist es heutzutage die eigene Währung, mit der die Regierungen ihre Forderungen weltweit durchsetzen, ihre Machtpositionen festigen und ausbauen.

Währungen als Atombomben des 21. Jahrhunderts

Früher ging es darum, wer die meisten Soldaten, Panzer oder Flugzeugträger hatte, oder eben das größte atomare Potenzial. Heute heißt es: "Wer die Macht über Währungen hat, kann Wohlstand umverteilen." Denn "Geldpolitik ist Weltpolitik" im "Weltkrieg des 21. Jahrhunderts", dem "Weltkrieg der Währungen". Diese These vertritt der Journalist Daniel D. Eckert in seinem Buch "Weltkrieg der Währungen - Wie Euro, Gold und Yuan um das Erbe des Dollar kämpfen". Er tut dies mit martialischen Worten, schreibt von "finanziellen Massenvernichtungswaffen", von "finanziellen Atombomben". Ein Vokabular, das für Aufsehen sorgt, aber das durchaus angemessen erscheint, ob der enormen Auswirkungen von Wechselkursverschiebungen und der prekären weltwirtschaftlichen Lage.

Der Euro, einst als starke und stabile europäische Leitwährung geplant - aber von Anfang an nicht nur in Deutschland umstritten - kämpft derzeit, mit einer hausgemachten Schuldenkrise: Griechenland droht der Staatsbankrott, Portugal nun auch.

http://www.n-tv.de/leute/buecher/...ehrungen-tobt-article3056691.html

Der USA Bären-Thread Anti Lemming
Anti Lemming:

zu # 207

10
10.04.11 14:49
"A.L (#79204), ja wo hätten sie denn das Geld anlegen sollen?"

Die Finanzindustrie hätte sich schon 2003 ff. eingestehen müssen, dass der Garantiezins (Lebensversicherungen) auf dem Ponzi-Wahnsystem "ewiges Wachstum" basiert. Eine halbwegs passable Zinsrendite ließ sich bereits damals nur durch Eingehen hoher Risiken (Kauf von Griechenanleihen und/oder US-Subprime-Verbriefungen) erkaufen. Der Anlagenotstand entstand u. a. aus dem Zwang institutioneller Anleger wie Versicherungen, den Garantiezins erwirtschaften zu müssen - ein wichtiger Treiber der "privaten Hyperliquidität" bis Mitte 2007.

Mit anderen Worten: Es GAB keine seriöse Anlagealternative.

Die aktuelle US-Junkbond-Blase geht in die gleiche Richtung. Aus Anlagenotstand (solidere Anlagen bringen wegen Nullzins/QE keine Rendite mehr) werden Anleger ins Risiko getrieben. Die Fed ist dabei der Haupttreiber. So verantwortungslos hat noch nie eine Zentralbank agiert. Die Fed ist die Mutter aller Zockerbanken.

Der Unterschied ist der, dass US-Privatanleger mit ihren Junkbonds ziemlich bald Schiffbruch erleben dürften, ohne dass ihnen irgendwer (der Staat) die Zockerschulden bezahlt. Bei den TBTF-Banken soll das aber auch künftig weiter der Fall sein (siehe PIIGS-Bailout). Deren Zerschlagung wurden erfolgreich verhindert, in USA wurden Gesetzesnovellen (Volcker Rule) bis zur Unkenntlichkeit verwässert.
Der USA Bären-Thread wawidu
wawidu:

NDX 30min

8
10.04.11 16:57
Seit Anfang April ist in diesem Chart ein deutlicher Paradigmenwechsel zu erkennen: Das Aufwärtsmomentum ist "erschöpft", die Spitzen werden immer niedriger. Solche Bilder sind charakteristisch für Topbildungen.
(Verkleinert auf 90%) vergrößern
Der USA Bären-Thread 394657
Der USA Bären-Thread wawidu
wawidu:

AL # 79216

4
10.04.11 17:29
"Small enough to push" ist insbesondere der Small Cap Index Russell 2000. Eine Entwicklung wie die seit März 2009 hat es bei diesem Index zuvor auch nicht annähernd  gegeben. Die Kursentwicklung verläuft in einer sehr steilen ballistischen Parabel. Die Russell 2000-Werte sind i.d.R. sehr markteng und somit bestens für Pushing geeignet. Aber wehe, wenn der Scheitelpunkt der ballistischen Parabel erreicht ist! Dann beginnt die "Reise nach Jerusalem". Seit Jahresbeginn sind im Wochenchart deutliche negative Divergenzen von RSI und MACD zur Indexkurve festzustellen.
(Verkleinert auf 65%) vergrößern
Der USA Bären-Thread 394659
Der USA Bären-Thread maba71
maba71:

Das muss mal unbedingt von "JEMAND" verinnerlicht

22
10.04.11 18:02
werden! Statt Hubschrauber fliegen sollte dieser jemand Bücher lesen!
(Verkleinert auf 88%) vergrößern
Der USA Bären-Thread 394664
"Heute geht es uns schlechter als gestern, aber besser als morgen!"
"In Zeiten der universellen Täuschung wird das Aussprechen der Wahrheit zur revolutionären Tat!" (George Orwell)
Der USA Bären-Thread wawidu
wawidu:

perma # 79219

14
10.04.11 18:10
Im "Weltkrieg der Währungen", der eigentlich ein "Zinskrieg" ist, spielt Gold mE keine Rolle. Diese Aussage mag manche hier vielleicht verblüffen, doch ich schließe Gold als "Leitwährung" allein in Anbetracht der relativ geringen Menge absolut aus. Die Goldpreisentwicklung in Relation zu den an diesem "Krieg" beteiligten großen Währungen sehe ich lediglich als wesentliches Indiz für die Existenz eines solchen. Schon mehrfach habe ich auf den Umstand hingewiesen, dass der drastische Goldpreisanstieg in den 1970ern mit der damaligen Hyperinflation korrelierte. Seit 2002/2003 korreliert er jedoch mit einer "inneren Entwertung" aller großen Währungen (insbesondere des USD) auf Grund von "Geldmengenblähungen" ohne entsprechende Wertschöpfung. In diversen Postings hatte ich auch bereits angemerkt, dass die Verschuldungsraten der führenden Industrieländer, speziell den USA, zwischen 1970 und 1980 in Relation zu den Verschuldungsraten der folgenden Jahrzehnte noch ausgesprochen niedrig lagen.
Der USA Bären-Thread pfeifenlümmel
pfeifenlümmel:

maba, Du

6
10.04.11 20:04
denkst einfach nicht weit genug ( grins ). Wir leihen den piigs imer mehr, um selbst exportieren zu können. Dieses Argument ist ein Witz. Wir sollten uns verstärkt Exportmärke außerhalb Europas suchen, die die geliefert Ware auch bezahlen können. Die Rückzahlung der Kredite durch die piigs wid auch nicht passieren, die dortige Bevölkerung wird sich mit Aufruhr und Streiks gegen Steuerhöhungen und weitere Belastungen zur Wehr setzen. Europa ist am Ende, einige Weitaschauende wissen das noch nicht.

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