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um den Faktor 8760 (nach meiner Brechnung)
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12. März 2011, 12:47 Uhr
GAU in japanischem AKW
Reaktorkern im Unglücksmeiler schmilzt
Der GAU ist eingetreten: Die japanische Regierung geht jetzt offiziell von einer Kernschmelze im zerstörten Atomkraftwerk Fukushima 1 aus. Sie spricht von einer "nie dagewesenen Katastrophe". Die Evakuierungszone wurde ausgeweitet, die Menschen fliehen.
Tokio - In Japan überschlagen sich die Ereignisse: Im beschädigten Atomkraftwerk in Fukushima 1 hat es eine Explosion gegeben. Die Außenhülle des Reaktors scheint abgesprengt worden zu sein, berichtet der Fernsehsender NHK. Die Betreiberfirma des AKW, Tokyo Electric Power Company, bestätigte die Explosion....
Fernsehbilder deuten darauf hin, dass die Explosion sehr heftig war, eine Rauchwolke stieg in den Himmel. Teile der Gebäudehülle des Reaktors wurden weggesprengt. Den Berichten zufolge war der Grad der in der Anlage gemessenen Radioaktivität zudem 20-mal so hoch wie normal.
...NHK sendet Notfallinformationen und bittet die Menschen, sich feuchte Tücher vor das Gesicht zu halten. Der Sprecher der Atomenergiebehörde empfahl den Menschen, in Innenräumen zu bleiben, Fenster zu schließen, Klimaanlagen abzustellen. Im Freien solle man eine Maske tragen. Es gelte, Hautkontakt mit der Luft so weit wie möglich zu vermeiden. Wer draußen war, solle sofort duschen und seine Kleider ablegen. Die Regierung bereitet sich darauf vor, die Bevölkerung mit Jod zu versorgen.
....Die Betreiberfirma Tokyo Electric Power Company (TEPCO) ist schon in der Vergangenheit durch zahlreiche Pannen aufgefallen. 2002 musste der Chef abdanken, weil er unter Verdacht stand, Aufzeichnungen über die Sicherheit eines AKWs gefälscht zu haben. In 29 Fällen sollen Reparaturnachweise verändert worden sein. Fünf Reaktoren mussten daraufhin für Sicherheitschecks vom Netz genommen werden.
Schon vor der Explosion war aus dem AKW Cäsium ausgetreten. Natürliches Cäsium 133 ist ein goldglänzendes, sehr weiches Metall und kommt in winzigen Spuren in den Gesteinen der Erdkruste vor. Sein radioaktiver Verwandter, das gefährliche Cäsium 137, entsteht bei der Kernspaltung. Bei der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl 1986 waren große Mengen davon entwichen. Das Sperrgebiet um den Reaktor hat bis heute einen Radius von 30 Kilometern.
Es kann über die Abluft oder das Abwasser aus Atomanlagen gelangen und wird direkt oder über die Wurzeln von Pflanzen aufgenommen. Über diesen Umweg kommt es auch in Milch, Fleisch und Fisch. Pilze waren nach der Katastrophe von Tschernobyl besonders belastet. Hohe Konzentrationen können Muskelgewebe und Nieren des Menschen schädigen. Es verteilt sich gleichmäßig im Körper, so dass seine Strahlung den ganzen Organismus trifft.
han/boj/Reuters/dpa/AFP
www.spiegel.de/wissenschaft/technik/0,1518,750479,00.html
Das Ende der Atom-Illusion
Die Kühlsystene fallen aus, Anwohner werden evakuiert, es explodiert, es droht eine Kernschmelze. Die Lage im Kernkraftwerk Fukushima nach dem Mega-Erdbeben in Japan sind dramatisch. Noch sind Ursachen und Folgen nicht in all ihrer Tragweite absehbar. Eines ist aber schon jetzt klar: Die Katastrophe wird die Zukunft der Kernenergie nachhaltig beeinflussen. Ein Kommentar.
Natürlich war das Erdbeben in Japan ein Naturkatastrophe, die in ihrer Heftigkeit nur wenig vergleichbares kennt. Und natürlich sind solche Erdbeben in anderen Regionen der Welt auszuschließen, insbesondere in Deutschland.
Die Katastrophe von Fukushima nimmt der Atombranche aber eine Illusion: Die, dass die Technologie, die solch großen Schaden für Mensch und Natur anrichten kann, in weitest gehendem Maße beherrschbar ist. Die Atomlobby hat nie behauptet, dass der Betrieb von Kernkraftwerken fehlerfrei sei. Im Gegenteil, sie hat Fehler und Probleme immer einkalkuliert. Sie müssten nur beherrschbar sein, lautete die Argumentation. Mit doppelt und dreifachen Sicherheitssystemen sollten Probleme aufgefangen werden. Ein GAU sei so auszuschließen.
Das Erdbeben in Japan und der Tsunami haben das Gegenteil bewiesen. Die Natur ist stärker als das Know-how der Menschen. Der Betreiber konnte die Folgen nicht mehr beherrschen, die Sicherheitssysteme brachen in einem nicht kalkulierten Maße zusammen, über Stunden hinweg gelang es den Mitarbeitern nicht sie wieder ans Laufen zu bringen - und letztlich müssen sie hilflos zusehen, wie sich die gewaltige Energie der Kernbrennstoffe ihren Weg bahnen.
Dabei liegt das Kernkraftwerk nicht in einem Entwicklungs- oder Schwellenland mit vielleicht fragwürdigen Sicherheitsstandards, sondern in Japan. Einem Staat mit größtem technischen Know-how. Hier sitzen einige der wenigen Konzerne, die überhaupt Kernkraftwerke bauen. Und auch das Risiko von Erdbeben war in dieser gefährdeten Region bewusst eingeplant. Aber eben offenbar nicht nicht groß genug.
Die Kritiker, die immer davor gewarnt haben, dass sich die Kernenergie nicht beherrschen lässt, haben recht gehabt - und die Befürworter sind einer Illussion beraubt.
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