US-Notenbanksitzung
von Henrik Voigt
gestern gab es nicht viele Wirtschaftsdaten, aber die wenigen fielen nicht besonders positiv aus. Der NAHB-Index zur Stimmung am US-Immobilienmarkt ist im September auf 13 Punkte verblieben (Erwartung: 14 Punkte). Dies entspricht dem niedrigsten Niveau seit Beginn der Erholung an den Börsen im März 2009. Indexstände von unter 50 indizieren einen Überhang der Pessimisten gegenüber den Optimisten. Der Indikator stand das letzte Mal im April 2006 oberhalb von 50 Punkten. Demnach hat sich am amerikanischen Immobilienmarkt trotz der massiven Subventionen und Markteingriffe unter dem Strich nichts geändert. Wir erinnern uns: die Blase in diesem Sektor hat die Finanzkrise erst möglich gemacht. Sie ist immer noch nicht endgültig geplatzt, sonst würde sich eine Trendwende abzeichnen. Die Bedrohung für die Konjunktur bleibt bestehen.
Heute Abend tagt die US-Notenbank. Zinsänderungen werden nicht erwartet. Allerdings spekuliert der Markt seit Wochen auf weitere geldpolitische Lockerungen. Wenn sich schon die Wirtschaft nicht nachhaltig erholt - und da hilft offenbar auch keine zusätzliche Liquidität mehr - dann sollen wenigstens die Aktienkurse weiter steigen, so die verbreitete Hoffnung. Auch wenn die Kaufkraft dieser zusätzlichen Kursgewinne dann gegen Null gehen dürfte, weil ein weiteres „quantitative easing" den Außenwert der US-Währung zerstören dürfte.
Wenn die Fed also noch einen letzten Rest ihrer Glaubwürdigkeit als Hüterin der Währungsstabilität behalten will, dann wird sie solchen kurzsichtigen Wünschen heute nicht nachgeben und lieber eine enttäuschte Reaktion am Aktienmarkt in Kauf nehmen. Aber das werden Sie sehen. Um 20:15 Uhr ist es soweit (die deutsche Börse wird erst morgen darauf reagieren können). Volatile Marktbewegungen wird es heute auf alle Fälle geben. Wie so oft im unmittelbaren Umfeld einer Notenbanksitzung.
Inside Day
von Henrik Voigt
Abverkauf am Freitag, Anstieg am Montag - typische Kursmuster der letzten Monate. Der DAX befindet sich weiterhin nahe einer wichtigen Widerstandszone, von der aus ein tiefer Rücksetzer starten kann. Allerdings haben wir bislang lediglich einen Korrekturversuch (am Freitag) gesehen, mehr nicht. Auch ernstzunehmende Verkaufssignale der Indikatoren fehlen bislang.
Bleiben als Argumente für die Bären die traditionell schlechte Performance von Aktien in der Woche nach einem September-Verfallstermin, die sehr optimistische Stimmung an den Börsen und der insgesamt sonst eher schlechte Börsenmonat September, der sich in diesem jahr so gar nicht in seine traditionelle Rolle fügen will. Aber noch ist er ja nicht um. Abgerechnet wird immer am Monatsende.
DAX im Tageschart
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Nächste Widerstände: 6600, 6350/6450 Punkte
Nächste Unterstützungen: 6250, 6080, 5800, 5430, 5320, 5170 Punkte
Herzliche Grüße und viel Erfolg,
Ihr Henrik Voigt.