In der Folge änderte das Verhältnis von Staatsverschuldung zu BIP so ungünstig (auf jetzt 170 %), dass Japan kürzlich sein AAA-Rating verlor (Artikel unten). Das macht die Bedienung der Schulden künftig teurer. Die Zinsen am langen Ende der Zinskurve steigen ("schlechte" Inflation durch Longbonds-Verfall), so dass die Kreditaufnahme für Firmen teurer wird. Dies wiederum wirkt, wie Du zu Recht schreibst, deflationär, weil Investitionen ausbleiben. [Bei "guter Inflation" durch steigende Nachfrage würden die Firmen trotz der höheren Zinsen investieren, um die Nachfrage "bedienen" zu können.] Bei "schlechter Inflation" durch Longbonds-Verfall setzt sich die Schrumpfkur fort.
Auch in anderen hochverschuldeten AAA-Staaten gerät die Top-Bonität zunehmend ins Wanken. In USA ist es nur noch eine Frage der Zeit, bis die Abstufung kommt. Mit Pech läuft es dann (langfristig) auf eine Abwertungsspirale wie bei den Subprime-CDOs hinaus. Die wurden um insgesamt 14 Stufen von AAA auf Junk gestuft.
In Japan bunkern heimische Sparer riesige Geldmengen, so dass bei Neu-Emissionen von Staatsanleihen heimische Bieter Einiges an "Substanz" bereitstellen könnten. In USA und Japan hingegen wimmelt es von Schuldnern. Dort ist man auf ausländische Gläubiger angewiesen. Streiken die, muss man die Notenpresse anwerfen, was weitere Rating-Abstufungen nach sich zieht. Ich glaube, die Japaner werden - wie die Chinesen - künftig eher ihr eigenes Wohl im Auge haben als das der Amis.
Japan verliert AAA
Dienstag, 19. Mai 2009
Die Rating-Agentur Moody's stuft Bonität japanischer Auslandsschulden gleich um zwei Stufen herab. Spekulationen über weitere Korrekturen. Inlandsschulden aber besser. Debatte über Downgrading auch anderer Staaten. Folgen Großbritannien und die USA?
Die Ratingagentur Moody's senkte die Bonität der Auslandsschulden Japans gleich um zwei Stufen. Die Auslandsschulden Nippons verlieren ihr AAA Rating, die höchste Auszeichnung für die Bonität von Schulden. In Zukunft werden Japan-Bonds mit Aa2 bewertet, das ist auf der Moody's Skala 2 Stufen unterhalb der Top-Berwertung.
Japan muss damit für seine milliardenschweren Konjunkturprogramme demnächst höhere Zinsen in Kauf nehmen.
Beobachter gehen davon aus, dass nun die Debatte über ein Downgrading reicher Staaten intensiviert werden könnte - zuletzt gab es vor allem über Großbritannien und die USA wegen der ausufernden Defizite Spekulationen über den Verlust der Top-Schuldner-Note AAA.
Um den Schritt der Abstufung der Auslandsschulden zu "versüssen" beurteilte Moody's die Inlandsschulden Japans besser.
Hintergrund für die ungewöhnlich starke Herabstung der Boniät der Auslandsschulden ist die gewaltige Verschuldung des Landes - mit 170 Prozent des BIP steht Japan von allen Industrieländern bei weitem am stärksten in der Kreide.
Der Heimatmarkt sei allerdings in der Lage, die zusätzlichen Anleihen aufzunehmen, mit denen die Konjunkturpakete finanziert werden sollen, teilte die Ratingagentur mit. Sie verwies auf das Sparvermögen von 15 Billionen Dollar.
Anders als viele andere Industriestaaten finanziert Japan seine Staatsverschuldung vor allem über Yen-Anleihen. Das Senken des vornehmlich symbolischen Ratings der auf Fremdwährungen lautenden Schulden hatte daher kaum Einfluss auf den japanischen Yen.
Die Abstufung kommt überraschend. Denn Mittlerweile zeigen sich Anzeichen für eine Belebung der japanischen Wirtschaft. So besserte sich die Stimmung in der Industrie, wie eine Reuters-Umfrage ergab. Bei den Dienstleistern sank das Stimmungsbarometer dagegen auf ein Rekordtief. In der Krise haben die Unternehmen ihre Lager weitgehend geräumt - und das sehen die Firmen jetzt als Chance.
Die Daten zur Wirtschaftsleistung in Japan werden am Mittwoch veröffentlicht; von Reuters befragte Experten erwarten ein Minus von 4,2 Prozent. Damit wäre die Rezession noch tiefer als in Deutschland, wo das Bruttoinlandsprodukt in den ersten drei Monaten des Jahres um 3,8 Prozent eingebrochen war.
www.mmnews.de/index.php/200905192961/...dy-s-senkt-Nippon.html


