der US-Bankenkrise, weil die Summe so ungeheuer groß ist. Paulson suggeriert (u. a. den Demokraten, die ja noch abnicken müssen): Wir dürfen nicht kleckern, sondern müssen klotzen. Wir brauchen eine umfassende Lösung, um ein für alle mal reinen Tisch zu machen und uns von diesem Fluch zu befreien. Damit unser Land wieder frei wird und unsere Kinder eine Zukunft haben!
***Ergriffenes Schweigen im Kongress. Tränenwischen mit Tempotaschentüchern.***
Wie geht das Rührstück weiter?
Wenn man Eines gelernt hat aus dieser Finanzkrise, dann ist es, dass Alles immer viel größer, teurer, schlimmer wird "als erwartet".
Das hat schon fast Methode. Bei der IKB war ja auch erst erst von 1 Milliarde Verlust die Rede, dann von 2, dann von 4, 8, 16, 32, 64... (geometrische Reihe). Genauso lief es bei Citi, Bear Stearn, Lehman, Fannie, Freddie, Washington Mutual, AIG, Countrywide, Indymac, UBS, Northern Rock....
Denn ohne die "Verkleinerungslüge" hätte die IKB den ersten Bailout gar nicht erst bekommen. Hätte sie gleich die vollen 50 Mrd. zugegeben, hätte der Staat dankend abgewunken. So aber folgten der ersten Milliarde zwei weitere (nun aber "finale"), dann noch mal fünf (jetzt aber wirklich "finale") - und wenn erst mal 8 Milliarden gezahlt sind, dann fallen die letzten 42 Milliarden auch nicht mehr so schwer (sonst würde der Staat ja die ersten 8 Mrd. verlieren...)
Ganz so schlimm wird es beim US-Staats-Bailout vermutlich nicht kommen. Doch wenn die 700 Miliarden erstmal bewilligt sind, geht die Lawine mMn erst richtig ab. Dann werden viele Banken ihren Schund im Eiltempo in dieses Staats-Klo abladen - je mehr und je früher, desto besser (die Letzten beißen die Hunde).
Und danach werden sie sich auch trauen, diejenigen Leichen aus dem Keller zu holen, die sie bislang aus Angst, sonst sofort Pleite zu gehen, versteckt hatten.
Mich würde daher nicht wundern, wenn schon bald nach der Wahl ein "Nachtragshaushalt" für den Bailout fällig wird - mit weiteren 500 Milliarden - nun aber "ganz bestimmt endgültig".
Das große Problem bei Staats-Bailouts ist, dass es im Prinzip keine natürliche Obergrenze gibt, wo ein Schlussstrich gezogen werden muss. Rentabilitätsaspekte fallen ja unter den Tisch. Die Zeche zahlen, über den absackenden Dollar, die US-Gläubiger. USA woll(t)en diese Schulden ohnehin "für lau" loswerden. Mit der Housing-Krise haben sie nun einen wunderschönen "Sachzwang" geschaffen, der sie legitimiert, "in der Stunde der Not" - aus der wohl in Wahrheit ein volles Jahrzehnt wird - ohne Ende Dollars und Staatsanleihen zu drucken.
Dann kommt tatsächlich Klarheit in die Bilanzen. Dem Staat wird klar, dass "die bisherigen Rettungsmaßnahmen wider Erwarten leider nicht ausreichten."
Die Einzigen, die diesem Treiben einen Riegel vorschieben könnten, wären Araber und Chinesen/Japaner/Asiaten. Sie könnten drohen, bei weiteren Pseudo-Bailouts den Kauf neuer US-Staatsanleihen einzustellen. Bei einem Stopp käme die Verschuldungsmaschinerie ("Asien-ATM") zum Stillstand, und die US-Wirtschaft würde vollends kollabieren.
Mit anderen Worten: Die "Ausländer" haben mehr Macht, als es USA lieb ist.
Die Amis mögen zwar die stärkste Militärmacht sein. Wirtschaftlich hingegen sind sie längst Spielball ihrer Gläubiger . Könnte daher gut sein, dass diese ihre Machtposition bald stärker nutzen werden als bislang.
Wäre sogar fast zu wünschen. Es ist entsetzlich, wie USA zurzeit "am Ami-Wesen die Welt verwesen" lässt.