Der Euro ist nicht Europa


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Der Euro ist nicht Europa

 
20.11.03 09:59
Kommentar

Der Euro ist nicht Europa


Warum der Höhenflug der Gemeinschaftswährung mehr über die USA aussagt als über die EU.
Von Marc Beise

Der Euro ist nicht Europa 1271588

(SZ vom 20.11.2003) — Die europäische Gemeinschaftswährung wird stärker und stärker – und also auch der Zustand der europäischen Wirtschaft?

Entkräftet der Aufstieg des Euro, der mit knapp 1,20 Dollar in dieser Woche seinen bislang höchsten Stand gegenüber dem Dollar erreicht hat und fast 50 Prozent über dem Tiefstand von vor drei Jahren liegt, die Kritik der unabhängigen Experten im In- und Ausland am Zustand wichtiger EU-Staaten? Wenn es nur so einfach wäre.

Bei genauerem Hinschauen sagt der Höhenflug des Euro wenig über Europa aus und viel über die USA. Er weist auf gravierende Probleme dort hin, denen sich die mächtigste Nation der Welt partout nicht stellen will. Man freut sich über ein bemerkenswert kräftiges Wirtschaftswachstum, tut aber nichts für einen Abbau des enormen Leistungsbilanzdefizits.

Sichere Ecke gesucht

Der sich derzeit entwickelnde US-Aufschwung ist gefährlich, weil er allein vom Staat angetrieben wird – etwa durch Militärausgaben und die Kosten des aus dem Ruder laufenden Engagements im Irak.

Auch aus Sorge vor weiteren Terroranschlägen wird die Lage den weltweiten Anlegern langsam unheimlich. Die Nervosität wächst, die Bereitschaft nimmt ab, Ersparnisse nach Amerika zu pumpen. Das Kapital sucht sichere Häfen: Gefragt sind europäische Staatsanleihen – und Gold.

Sträflicherweise tut die US-Regierung derzeit alles, die Situation weiter anzuheizen. In schlechter Tradition will Washington Textilimporte aus China begrenzen, um die heimische Industrie zu schützen – obwohl die Schädlichkeit solcher Maßnahmen auch für die eigene Wirtschaft längst erwiesen ist.

Leider handelt es sich um keinen Einzelfall, sondern er passt in eine Reihe mit anderen Handelskonflikten und zur aktuellen Schwäche der Welthandelsorganisation (WTO).

Das Monster Protektionismus erhebt wieder sein Haupt, wichtige Errungenschaften des Freihandels, der über Jahrzehnte in vielen Ländern für mehr Wohlstand gesorgt hat, geraten in Gefahr.

Das weltwirtschaftliche Klima wird rauer, und Europa ist dafür nicht fit genug. Wichtige Strukturreformen stehen weiter aus – nicht nur, aber auch in Deutschland.

Das einigende Band, der europäische Stabilitätspakt, wird von den Regierungen wichtiger EU-Staaten systematisch demontiert. Damit fehlt ein Disziplinierungsinstrument. Das kann sich rächen, denn die europäischen Probleme werden durch den Höhenflug des Euro nicht kleiner, sondern größer.

So belastet der teure Euro zunehmend die deutsche Exportwirtschaft. Viel
ist derzeit die Rede von schmalen Entlastungen bei den Lohnzusatzkosten durch Senkung der Sozialversicherungsabgaben.

Allein durch die Aufwertung des Euro aber sind die Kosten in den vergangenen Wochen um mehr als fünf Prozent gestiegen. So sollte die aktuelle Entwicklung des Eurokurses die politischen Akteuren nicht beruhigen, sondern sie mahnen, die Strukturreformen so schnell wie möglich voranzutreiben. Der lange erhoffte Aufschwung kommt nicht von selbst.

Ist der € zu niedrig, wird gejammert und es kann nur aufwärts mit ihm gehen, wenn endlich die Strukturprobleme gelöst sind. Ist der € zu hoch, wird gejammert .......

Hauptsache wir können jammern über die ausstehenden Strukturreformen und über die angegangenen Strükturreformen. Wir brauchen radikale Reformen - es darf sich aber nichts ändern!!!

Dabei ist es so einfach. Auch Währungskurse entstehen durch Angebot und Nachfrage und durch sonst nichts - auch nicht durch Strukturen ...
Ein Prosit aub die kommenden 1,30.



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