Der Euro gibt im Verlauf des Mittwoch nach und fällt bis zum Mittag wieder unter die Marke von 1,30 Dollar. Belastend wirkt dabei vor allem die Hängepartie um den Schuldenschnitt für Athen. Die jüngsten Nachrichten deuten darauf hin, dass die Privaten Gläubiger zunehmend die Europäische Zentralbank kritisieren, die auf einer vollständigen Rückzahlung ihrer griechischen Staatsanleihen besteht, während die Privaten Investoren auf mindestens 50 Prozent ihrer Forderungen verzichten sollen.
Der besser als die Konsensprognose ausgefallene ifo-Geschäftsklimaindex stützt den Euro hingegen leider nicht. Im Januar stieg der wichtigste Frühindikator für die deutsche Wirtschaft auf 108,3 von 107,3 Punkten im Vormonat. Mann muss dabei bedenken ,dies war die dritte monatliche Zunahme in Folge. Ökonomen hatten zwar lediglich mit 107,6 Punkten gerechnet, nachdem der Dreijahrestender der Europäischen Zentralbank das Kollapsrisiko für die europäischen Banken aber bereits deutlich gesenkt hatte, überraschte die kräftige Stimmungsaufhellung nicht mehr sonderlich.
Heute Abend wird noch die US-Notenbank das Ergebnis ihrer zweitägigen geldpolitischen Beratungen veröffentlichen. Allerdings gilt es als ausgemacht, dass die Währungshüter um Bernanke den Leitzinskorridor von 0,00 bis 0,25 Prozent unverändert lassen werden. Auch die Operation "Twist", in deren Rahmen kürzer laufende Staatsanleihen aus dem Portfolio der FED im Volumen von 400 Milliarden Dollar in Staatsanleihen mit längeren Laufzeiten getauscht werden sollen, dürfte planmäßig bis Mitte des Jahres fortgesetzt werden. Leute, wer dagegen eine dritte Runde quantitativer Lockerungen erwartet, dürfte angesichts der zuletzt ordentlichen Makrodaten aus den USA jedoch enttäuscht werden.
Eine Neuerung wird es allerdings geben: Denn die US-Notenbank wird erstmals in ihrer Geschichte anonymisiert die individuellen Schätzungen der Mitglieder des Offenmarktausschusses für die Leitzinsniveaus am Ende der Jahre 2012 bis 2014 vorlegen. Das soll es den Kapitalmärkten einfacher machen, die Zinsentscheidungen der FED zu antizipieren. So will die US-Notenbank die Renditen am langen Ende niedrig halten.
Mittelfristig läuft die FED aber Gefahr, dass sich die Mitglieder des Offenmarktausschusses als nicht wirklich gut darin erweisen könnten, die eigene Leitzinsentwicklung zu prognostizieren. Das könnte sich dann zu einem Glaubwürdigkeitsproblem auswachsen und den Dollar belasten.