... sagt die SZ heute.
Ich war mir unschlüssig, ob ich den Artikel bei AL's Bärenthread [Wasser auf die Blasenmühle] oder hier bei Metros Anti- und Prozyklikern [Motto: Wer zu spät kommt, den bestraft ...] aufgehoben sehe. Egal, ich glaube, er ist für beide nicht uninteressant [zum Nachdenken oder Meinung-Verfestigen] ...
Quelle: www.sueddeutsche.de/,tt2m1/finanzen/798/491168/text/
Die Trottel tanzen, die größeren Trottel schauen zu
Euphorie an den Börsen
15.10.2009, 17:11
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Die Trottel tanzen, die größeren Trottel schauen zu
Wenn Gier Dummheit trifft
Von Catherine Hoffmann
Die Hemmungslosigkeit der Spekulanten kennt keine Grenzen: Nur ein gutes Jahr nach dem Lehman-Crash knackt der Dow Jones die 10.000-Punkte-Marke, weil Banker kräftig investieren - obwohl die Rezession noch gar nicht ausgestanden ist. Platzt schon bald die nächste Blase?
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Billiges Geld? Kein Problem
Pumpen die Börsianer schon wieder neue Blasen auf? Es sieht ganz so aus. Auf Teufel komm raus wird Geld gedruckt, damit das Finanzsystem nicht kollabiert und dem beängstigenden Kursabsturz keine Neuauflage der Großen Depression folgt. ... Wie es aussieht, ist der Versuch geglückt.
Allerdings hat die Rettung ihren Preis: Der Aufschwung an den Börsen ist nur geliehen. Er lebt vom vielen Geld, das in die Wirtschaft geschaufelt wird. Doch er kann nicht von Dauer sein, solange Unternehmen nicht investieren, Haushalte nicht konsumieren und Banken kaum Kredite vergeben.
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Es gibt aber noch eine dritte Quelle für Übertreibungen an der Börse: Blasen platzen, weil Anleger der schlichten Logik von Finanzmärkten gehorchen. Solange die Musik spielt, muss getanzt werden. Mit anderen Worten: Solange die Notenbanken für viel billiges Geld sorgen, geht die Party an den Börsen weiter. Es handelt sich also um eine Art rationalen Überschwang, wenn der Dow über 10.000 Punkte steigt. Die Anleger wetten auf steigende Kurse, weil es auch andere tun, wohl wissend, dass die Rally nicht durch die ökonomische Realität gedeckt ist. Barton Biggs, der große US-Investor, hat das einmal so formuliert: "Nur Trottel tanzen, die noch größeren Trottel aber sehen dabei zu."
Und so könnte die Party noch eine Weile weitergehen, auch wenn die Preise von Aktien, Anleihen und Gold schon kräftig gestiegen sind. Gefährlich wird es erst, wenn die Musik stoppt: Wenn die Notenbanken bremsen und den Staaten das Geld für weitere Wohltaten ausgeht, gilt es schnell einen sicheren Platz zu ergattern - bevor die Blase platzt.