Aus dem aktuellen Artikel von Thomas Göhler „Kalter Ölkrieg“
…..Die Abkehr vom Dollar ist die größte Gefahr für diesen, bindet doch der Petrodollar die riesigen Geldmengen im Ölhandel der Welt. Alle Länder sind gezwungen große Dollarreserven für die Sicherstellung Ihrer Energie zu halten. Das aber kollabiert jetzt zusätzlich. Konnte man den Irak wegen dieser Abtrünnigkeit noch mit einen inszeniertem Krieg bestrafen, so klappt das weder mit dem Iran, den Emiraten und gleich recht nicht mit Russland. Also muss die kalte Ölwaffe her.
Die Preise für Gold, Rohstoffe, den Dollar und auch Öl werden in London gemacht und wie man solche beeinflussen kann, zeigen z.B. die Goldpreismanipulationen oder das Plunge Protection Team beim Dow Jones. Da kommt der Zusammenbruch der Wirtschaft zur Begründung gerade recht. Wäre der Ölpreis dadurch marktgerecht wohl nur auf 80 $ gesackt kann man den Weg nach unten nun gleich noch weiter treiben. Und siehe da, es klappt.
Noch!
Iran will Euro für Öl und parkt so auch noch eigene Gewinne daraus in Gold. Das kann sich die USA nicht bieten lassen.
So ist natürlich durch die weltweite Krise auch Russland stark angeschlagen. Nun braucht das Land Liquidität was sie bei respektablen Ölpreisen locker bezahlen könnten. Jetzt nicht mehr, was ihnen eben ein schlechteres Rating einbrachte. S&P senkte z.B. auch die Prognose für Lukoil von „positiv“ auf „stabil“.
Aber auch die Investoren in Dubai kommen nun ins Schlingern. Was passiert bei einem Kredit, wenn die hinterlegten Sicherheiten abschmelzen? Er wird im schlimmsten Fall gekündigt und die Sicherheit ggf. zwangsvollstreckt. Man stelle sich nun dieses Szenario nur mal auf ein kleines Land wie Dubai vor. Deren Sicherheit sind Ölfelder! So könnten die Banken doch gleich ein ganzes reiches Land günstig „erwerben“. Es sei denn, man ändert die Kreditbedingungen unter der Vorraussetzung vom Golddinar zu lassen. Ähnlich kann man mit den anderen Abtrünnigen verfahren.
Es ist allerdings fraglich, wie lange dieser Kurs derzeit überhaupt durchgehalten werden kann. Die USA hat nicht mehr die Stärke der letzten Jahrzehnte und die vom Verfall des Preises betroffenen Ölstaaten in Asien beginnen eine Koalition zu schmieden, einen gemeinsamen Wirtschaftsblock, eine Zollunion mit Einheitswährung, wo sie in Zukunft bis 80 % des Ölmarktes beeinflussen könnten. Das würde das Aus des Petrodollars beschleunigen.
Andererseits wird sich der extrem tiefe Ölpreis in naher Zukunft sehr stark nach oben bewegen, denn die Investitionen in neue Ölvorkommen werden gerade eingefroren, andere komplett gecancelt. Das wird in der Zukunft, also in 5 bis 10 Jahren spürbar sein, da die Vorlaufzeit für Rentabilität eben sehr lang ist.
Auch wenn der Ölverbrauch durch die langjährig vor uns stehende Krise mit Sicherheit stark zurück gehen wird, wird er nach ihr umso stärker steigen. Allerdings wird der Preis des Öls nur noch einige Monate in diesen Tiefen dümpeln. Sobald die Geldmengen der letzten und kommenden Monate den Dollar wieder fallen lassen, die Anleger aus dem scheinbar sicheren Hafen Staatsanleihen oder gar einer neuen FED-Anleihe flüchten, erste Trends im Ölchart nach oben weisen, dann springen zuerst die Spekulanten bei diesen tollen Einkaufspreisen auf, danach die Anleger und die Rallye könnte genau so schnell nach oben gehen, wie sie fiel.
Dies ist schon ab Sommer 2009 möglich. Es geht also primär wie immer um die Verteidigung des Dollars als Weltleitwährung und da sind alle Mittel recht. Um mit Karl Marx zu sprechen, gibt es dann auch kein Verbrechen, was das Kapital nicht riskiert, selbst auf die Gefahr des eigenen Unterganges hin.
http://www.mmnews.de/index.php/200812121744/...-Olkrieg.html#comments "Wenn Sie nicht wissen, wer Sie sind, ist die Börse ein verdammt kostspieliger Ort, es herauszufinden." (David Dreman)