Ericsson
Der Abstieg vom Gipfel ist lang und beschwerlich für die Technologieunternehmen. Ericsson brach nach der Umsatzwarnung um elf Prozent ein - und das nach einem vorangegangenen Kursverlust von 53 Prozent in diesem Jahr.
Der Marktführer bei Mobilfunknetzen erwartet für 2002 kein Wachstum in dem Markt, auf dem er 80 Prozent seiner Umsätze erzielt und zuletzt gerade noch profitabel gearbeitet hat. Zuvor hielten die Schweden noch ein Plus von fünf Prozent für möglich. Dieser Gewinnwarnung werden sich auf längere Sicht auch die anderen Ausrüster nicht entziehen können - auch wenn der unerwartet starke US-Einkaufsmanagerindex Ericssons schlechte Botschaft verdrängte.
Was die Netzwerkausrüster umsetzen wollen, müssen die Telekombetreiber investieren. Und dass die auf Grund ihrer hohen Schulden in diesem und im nächsten Jahr damit knausern, ist ja nicht so neu. Die flächendeckende Einführung von UMTS wird immer weiter verschoben, in Europa ist sie nicht vor Mitte 2003 zu erwarten. Ericsson hofft jetzt, ab 2003 oder 2004 wieder Umsatzzuwächse von 20 Prozent und eine operative Marge von zehn Prozent zu erreichen. Aber auch das bleibt optimistisch. Auf längere Sicht werden die Investitionen der Telekoms eher langsamer als deren Umsätze zulegen. Der Markt der Ausrüster dürfte nach 2003 für ein paar Jahre allenfalls mit Raten um die zehn Prozent wachsen.
Hinter Ericsson folgen Nokia, Nortel, Motorola und Siemens. Relativ betrachtet stehen jene am besten da, die mit den Top-Telekoms Geschäfte machen. Neben den Schweden ist das vor allem Nokia. Schlechter sieht es für die aus, die an der zweiten und dritten Reihe der Telekombetreiber hängen, denen das Wasser bis zum Hals steht. Bei diesen Ausrüstern sind aber auch schon mehr negative Nachrichten im Kurs enthalten.
Die Schweden kosten hingegen immer noch das 1,4fache des laufenden Umsatzes. Nokia erhält für ihre Spitzenposition bei den Handys und die nach wie vor fetten Gewinne eine enorme Prämie und ist der Börse das 2,5fache des Umsatzes wert. Aber abgesehen von den eingetrübten langfristigen Wachstumsaussichten: Als Konsumartikler, der Nokia letztlich vor allem ist, werden die Finnen selbst die auf 15 Prozent verringerte operative Marge nicht halten können. Am realistischen dürfte noch der Kurs von Alcatel sein, die das 0,8fache des Umsatzes kosten.
© 2001 Financial Times Deutschland
Der Abstieg vom Gipfel ist lang und beschwerlich für die Technologieunternehmen. Ericsson brach nach der Umsatzwarnung um elf Prozent ein - und das nach einem vorangegangenen Kursverlust von 53 Prozent in diesem Jahr.
Der Marktführer bei Mobilfunknetzen erwartet für 2002 kein Wachstum in dem Markt, auf dem er 80 Prozent seiner Umsätze erzielt und zuletzt gerade noch profitabel gearbeitet hat. Zuvor hielten die Schweden noch ein Plus von fünf Prozent für möglich. Dieser Gewinnwarnung werden sich auf längere Sicht auch die anderen Ausrüster nicht entziehen können - auch wenn der unerwartet starke US-Einkaufsmanagerindex Ericssons schlechte Botschaft verdrängte.
Was die Netzwerkausrüster umsetzen wollen, müssen die Telekombetreiber investieren. Und dass die auf Grund ihrer hohen Schulden in diesem und im nächsten Jahr damit knausern, ist ja nicht so neu. Die flächendeckende Einführung von UMTS wird immer weiter verschoben, in Europa ist sie nicht vor Mitte 2003 zu erwarten. Ericsson hofft jetzt, ab 2003 oder 2004 wieder Umsatzzuwächse von 20 Prozent und eine operative Marge von zehn Prozent zu erreichen. Aber auch das bleibt optimistisch. Auf längere Sicht werden die Investitionen der Telekoms eher langsamer als deren Umsätze zulegen. Der Markt der Ausrüster dürfte nach 2003 für ein paar Jahre allenfalls mit Raten um die zehn Prozent wachsen.
Hinter Ericsson folgen Nokia, Nortel, Motorola und Siemens. Relativ betrachtet stehen jene am besten da, die mit den Top-Telekoms Geschäfte machen. Neben den Schweden ist das vor allem Nokia. Schlechter sieht es für die aus, die an der zweiten und dritten Reihe der Telekombetreiber hängen, denen das Wasser bis zum Hals steht. Bei diesen Ausrüstern sind aber auch schon mehr negative Nachrichten im Kurs enthalten.
Die Schweden kosten hingegen immer noch das 1,4fache des laufenden Umsatzes. Nokia erhält für ihre Spitzenposition bei den Handys und die nach wie vor fetten Gewinne eine enorme Prämie und ist der Börse das 2,5fache des Umsatzes wert. Aber abgesehen von den eingetrübten langfristigen Wachstumsaussichten: Als Konsumartikler, der Nokia letztlich vor allem ist, werden die Finnen selbst die auf 15 Prozent verringerte operative Marge nicht halten können. Am realistischen dürfte noch der Kurs von Alcatel sein, die das 0,8fache des Umsatzes kosten.
© 2001 Financial Times Deutschland