Der 29. Oktober


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jungchen:

Der 29. Oktober

 
29.10.04 10:58
Der Börsencrash am 29. Oktober 1929 - von Mag. Gregor Wimmer (Sparkasse OÖ)

Am Donnerstag, dem 24. Oktober 1929, wurde an der New Yorker Börse bereits in der ersten halben Stunde nach Handelsbeginn mehr als 1,5 Millionen Aktien verkauft. Zunächst war noch unklar, wohin die Reise gehen würde, nach kurzer Zeit setzte dann aber eine hektische Verkaufswelle ein.

Die Broker wurden untereinander handgreiflich, um die Papiere, auf denen sie selbst saßen, noch möglichst gut zu verkaufen. Zwischen 10 Uhr und 13 Uhr summierten sich die gesamten Kursverluste bereits auf über 11 Mrd. USD. Nachmittags versuchten die Banken und die wenigen damals existierenden institutionellen Anleger, die Preise durch Aufkäufe zu stabilisieren. Der folgende Freitag verlief ruhig, allerdings setzte sich die Talfahrt am folgenden Montag fort: Die Kursverluste summierten sich an diesem Tag auf über 13 Mrd. USD. Der darauf folgende Dienstag, der 29. Oktober 1929, sollte dann als schwarzer Dienstag - es handelte sich nicht, wie allgemein angenommen wird, um einen Freitag - in die Börsengeschichte eingehen: In den ersten beiden Handelsstunden wurden über 7 Millionen Aktien abgestoßen und die Kurse fielen ins Bodenlose. Bis zum Mittag waren 8.350.000 Aktien abgestoßen worden.
Dies war die Initialzündung für die Weltwirtschaftkrise der 30er Jahre. Der Grund dafür lag in der wirtschaftlichen Entwicklung der USA im Vorfeld der Krise: Zwischen 1919 und 1929 hatte die industrielle Produktion um 48 Prozent zugenommen.

Neue Verkehrswege, die zunehmende Elektrifizierung, die Massenproduktion von PKW’s und die mit der Aufgabe der Monroe-Doktrin verbundene Öffnung der USA gegenüber Europa hatten ein robustes und intensives Wirtschaftswachstum erzeugt.

Im Sommer 1921 begann eine Börsenhausse, die sich - von einigen kleineren Unterbrechungen abgesehen - bis ins Jahr 1929 fortsetzte. Auch die Notenbank stellte im Vertrauen auf die Nachhaltigkeit der Börsenentwicklung Liquidität bereit. Erst gegen Ende des Jahres 1928 hob sie die Refinanzierungszinsen merklich an.

Gleichzeitig mit dieser Zinserhöhung zeigten sich erste rezessive Tendenzen, und die Aktienkurse, die bis dahin nur eine Richtung kannten, wurden zusehends volatiler.

Ende März 1929 brachen die Kurse erstmals stark ein. Das Gebot der Stunde war es, gute Stimmung zu verbreiten: Politiker, Unternehmer, Bankiers und Anleger - sie alle versuchten, ihre „bullishness“ zu demonstrieren. Diese Haltung setzte sich zunächst durch, und so erreichte der Dow-Jones-Index am 3. September 1929 seinen bis dahin absoluten Höchststand. Drei Tage später meldete sich in der New York Times ein Hellseher zu Wort. Er sagte den Börsecrash und all seine Nachwehen minutiös voraus. In dem bestehenden Klima des Zweckoptimismus fielen die Zweifel, die er säte, auf fruchtbaren Boden, und seine Prophezeiung erfüllte sich selbst:

Verunsichert begannen die Menschen, ihre Aktien abzustoßen. Erst Mitte November 1929 beruhigten sich die Kurse wieder. Zu diesem Zeitpunkt haben die Kursstürze ein Vermögen von ca. 45 Mrd. USD verpulverisiert.
Zunächst schien sich die negative Entwicklung auf die Börse zu beschränken. Allerdings wurde mit der Zeit immer deutlicher, dass sich die USA auf dem Weg in eine nachhaltige Rezession befanden: Ein Großteil der Ersparnisse war vernichtet worden.

Damit stand die Altervorsorge vieler Menschen in Frage und auch die Konsumwünsche konnten kaum mehr befriedigt werden: Die Nachfrage nach Gütern nahm ab, und obwohl die Unternehmen ihre Preise senkten, konnten sie ihre Lager nicht räumen.

Immer mehr Menschen wurden arbeitslos. Die Rohstoffpreise fielen und viele Farmer, die ihre Kredite nicht zurückbezahlen konnten, gingen in Konkurs. Armenküchen und Übernachtungshäuser für die Verarmten schossen wie Pilze aus dem Boden. Nach und nach griff die Krise auf die gesamte Weltwirtschaft über. In Großbritannien stieg die Zahl der Arbeitslosen auf 2 Millionen, in Deutschland auf über 6 Millionen.

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Depothalbierer:

Heute kann so etwas nie mehr passieren.

 
29.10.04 11:11
Sobald die Börse unter bestimmte Marken fällt, kauft Alan wieder massiv mit frisch gedruckten Dollars hoch.

Ist doch ganz einfach, damals waren die noch zu blöd dazu.
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MaxGreen:

Bitte einen Grünen Stern für Pos.2

 
29.10.04 11:32

Der 29. Oktober 1691137messenger.msn.com/Resource/emoticons/77_77.gif" style="max-width:560px" >

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Guido:

@Depothalbierer

 
29.10.04 11:43
im Großen und Ganzen gebe ich Dir recht, aber es lag vo allem daran, daß es damals noch den Goldstandard gab und nicht so ohne weiteres Dollars gedruckt werden konnten...
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lehna:

#2,falschgetippt...

 
29.10.04 13:49
Der Dow brach Ende der 20ger knapp 90% ein.
Der Neue Markt stürzte ab Anfang 2000 über 95% ab.
Die Gier verdrängt öfters das Hirn und das kann dann letztlich auch kein Notenbankpräsidet richten...
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