Dax schließt klar im Plus

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Dax schließt klar im Plus Hungerhahn

Dax schließt klar im Plus

 
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Donnerstag, 25. November 2010
Euro-Sorgen, Stahl und Banken
Dax schließt klar im Plus
"Thanksgiving" beschert den Anlegern am deutschen Aktienmarkt einen ruhigen Handelstag. Frei von Impulsen aus New York konzentrieren sich die Europäer ganz auf ihre eigenen Schwächen und Stärken. Vor allem Stahl scheint die Investoren magnetisch anzuziehen.

Sah wild aus, blieb aber in einer engen Spanne: Der Dax am Donnerstag. Nicht im Bild: Der steile Anstieg nach der Weber-Rede.
(Foto: REUTERS)

Dank nachlassender Sorgen über die europäische Schuldenkrise hat der deutsche Aktienmarkt am Donnerstag in einem weiter freundlichen Börsenumfeld Gewinne eingefahren. Börsianer sprachen von einem ruhigen und eher impulslosen Handel. In den USA blieben die Börsen wegen des Feiertages "Thanksgiving" geschlossen. Der Dax stieg um 0,82 Prozent auf 6879,66 Punkte, nachdem er bereits am Vortag ein sattes Plus von 1,77 Prozent verbucht hatte. Der MDax legte sogar um 1,36 Prozent auf 9484,02 Punkte zu. Der TecDax gewann 0,41 Prozent auf 789,60 Punkte.

Bundesbank-Präsident Axel Weber hatte für den äußersten Notfall eine Aufstockung des milliardenschweren Rettungsschirms für finanzschwache Euro-Länder in Aussicht gestellt. "Das hat den Markt beruhigt", meinte ein Händler. Notfalls könne damit sogar Spanien darunterschlüpfen. Gespräche über eine Ausdehnung des Rettungsschirms wurden in Brüssel allerdings umgehend dementiert.
Dax 6.879,66
[Dax]

Dennoch trauten sich viele Investoren weiter nicht aus der Deckung. "In den Hinterköpfen spukt natürlich auch weiter die Schuldenkrise in der Euro-Zone herum", sagte ein Händler. Solange sich die Lage in Irland nicht geklärt habe und mit Portugal schon das nächste Land am Kapitalmarkt deutlich höhere Zinsen als bislang zahlen muss, dürften viele Anleger auf der Hut bleiben. "In Griechenland und Irland hieß es auch 'wir brauchen keine Hilfe', und dann musste Europa doch helfen", sagte ein Händler.
MDax 9.484,02
[MDax]

Der portugiesische Leitindex PSI20 fiel um 0,4 Prozent, der spanische Ibex35 um 0,2 Prozent. An der Madrider Börse wurden unter anderem Aktien von hoch verschuldeten Unternehmen verkauft. "Das wird vor allem von der Aussicht auf höhere Kosten für die Schuldentilgung und einen weiteren wirtschaftlichen Abschwung hervorgerufen", sagte ein Analyst in Madrid. Die Aktien des Autobahnbetreibers Abertis und des Gasversorgers Gas Natural büßten 1,5 beziehungsweise 1,6 Prozent ein. Die Verbindlichkeiten von Abertis belaufen sich auf 14 Mrd. Euro, Gas Natural steht mit 17 Mrd. Euro in der Kreide.
Blick nach Frankfurt
TecDax 789,60
[TecDax]

Thomas Körfgen, Geschäftsführer von SEB Asset Management, verwies darauf, dass Anleger am deutschen Aktienmarkt auf eine Jahresend-Rally und eine gute Entwicklung im Januar hofften und daher einstiegen. Und Händler Fidel Helmer von der Privatbank Hauck & Aufhäuser betonte, dass es derzeit für Anleger kaum eine Alternative zu deutschen Aktien gebe. Erneut hätten Investoren Anleihen verkauft und bei Dividendentiteln zugegriffen.

Gefragt waren insbesondere die Stahlwerte. Im Dax kletterten die Aktien von ThyssenKrupp mit plus 4,06 Prozent auf 30,150 Euro an die Spitze. "Wir gehen davon aus, dass Thyssen seine Mitbewerber weiter überflügeln wird", schrieben die Analysten der UBS, die ihr Kursziel um fünf auf 33 Euro erhöhten. Im Index mittelgroßer Werte stiegen die Papiere von Klöckner & Co (KlöCo) um 7,35 Prozent auf 19,64 Euro und die von Salzgitter um 3,11 Prozent auf 51,67 Euro. Börsianer verwiesen auf die in der kommenden Woche anstehenden Zahlen des deutschen Branchenprimus ThyssenKrupp sowie auf mehrere positive Analystenkommentare.

Ebenfalls mit deutlichen Aufschlägen gingen die Aktien von Infineon aus dem Handel, sie verteuerten sich um 3,11 Prozent auf 6,76 Euro. Der Halbleiter-Spezialist will im kommenden Jahr wieder Zukäufe in den Blick nehmen und so neue Märkte schnell erschließen, wie Vorstandschef Peter Bauer sagte. Metro-Aktien gewannen 2,84 Prozent auf 57,230 Euro. Experten rechnen mit einem starken Weihnachtsgeschäft bei der Elektro-Handelstochter Media Markt Saturn.
Nur vier Dax-Mitglieder im Minus

Die Titel der Commerzbank gaben dagegen um 0,20 Prozent auf 5,910 Euro nach und gehörten damit zu den wenigen Verlierern im Dax. Einem Bericht der "Börsen-Zeitung" zufolge könnten frühere Geschäfte mit dem Iran teuer für das Finanzinstitut werden. Mit Blick auf Strafen, die andere Institute bereits wegen Verletzungen der US-Sanktionen gegen den Iran gezahlt hätten, seien Kosten im dreistelligen Millionenbereich denkbar, schrieb Analyst Michael Rohr von Silvia Quandt Research.

Schlusslicht im Dax waren erneut die Aktien der Deutschen Post mit einem Abschlag von 1,1 Prozent. Die Aktien des Logistikers sind seit Veröffentlichung eines mit Enttäuschung aufgenommenen Ausblicks am Dienstag auf Talfahrt. Die Papiere der Tochter Postbank, die der Bonner Konzern an die Deutsche Bank verkaufen will, gerieten im MDax nach Auslaufen des Angebots der Frankfurter für die freien Aktionäre unter Druck. Die Titel verloren 3,7 Prozent auf 24,03 Euro und lagen damit unter dem Angebotspreis der Deutschen Bank von 25 Euro.

Im TecDax kam den Papieren von Centrotherm ein positiver Analystenkommentar zugute, sie schnellten um 6,65 Prozent auf 27,040 Euro in die Höhe. Der gestiegene und qualitativ bessere Auftragsbestand führe zu komfortablen Aussichten für den Solaranlagenbauer, lobte UBS-Analyst Karsten Iltgen.

In Wien büßten die Aktien des Versorgers Verbund nach Abschluss der Kapitalerhöhung 1,2 Prozent auf 25,35 Euro ein. "40 Millionen mehr Aktien verwässern den Gewinn je Aktie um über zehn Prozent", sagte ein Börsianer. Die neuen Papiere wurden zu einem Kurs von 25,50 Euro begeben.

Der Eurostoxx50 gewann 0,25 Prozent auf 2765,05 Punkte. Auch die Leitindizes in Paris sowie London schlossen mit Gewinnen. Am Rentenmarkt stieg die durchschnittliche Rendite der börsennotierten Bundeswertpapiere auf 2,36 (Mittwoch: 2,26) Prozent. Der Rentenindex Rex fiel um 0,35 Prozent auf 126,53 Punkte.

Der Bund Future sank um 0,33 Prozent auf 127,30 Punkte. Der Kurs des Euro erholte sich im spätem Handel wieder etwas. Zuletzt notierte die Gemeinschaftswährung bei 1,3370 US-Dollar. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs auf 1,3321 (1,3339) Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete damit 0,7507 (0,7497) Euro.
Wichtig ist nicht das Posting an sich, sondern der ultraweise "ceterum censeo"-Spruch, der als Signatur am Ende steht.


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