Autobauer im Fokus
Dax peilt 4500 Punkte an
Der Deutsche Aktienindex Dax hat am Mittwoch Fahrt aufgenommen und ein neues Jahreshoch markiert. Gefragt waren angesichts der anhaltenden Talfahrt des Euro vor allem Aktien der vom Export abhängigen Automobilbauer.
HB FRANKFURT. Der Leitindex kletterte bis zum Mittag um 0,65 % auf 4489,74 Punkte und erreichte damit den höchsten Stand seit Sommer 2002. „Der Aktienmarkt ist stark von der Charttechnik geprägt“, begründete BW-Bank-Händler Stephan Linz den Dax-Anstieg angesichts nur weniger Unternehmensnachrichten. Heinz-Bernd Schmitz von der NordLB verwies auf die dünnen Handelsumsätze. „Derzeit traut sich niemand, Aktien zu verkaufen. Allerdings stocken auch nur sehr wenige Investoren ihren Bestand auf. Daher geht der Markt nur zögerlich nach oben.“
Auf den Einkaufslisten der Anleger standen erneut die Autowerte ganz oben. „Der Autosektor profitiert eindeutig vom nachgebenden Euro-Kurs“, sagte ein Händler. Seit der Ablehnung der EU-Verfassung durch Frankreich am Sonntag rutschte die Gemeinschaftswährung zum Dollar deutlich ab und notierte zuletzt mit 1,2233 Dollar auf dem tiefsten Stand seit Oktober 2004. An diesem Mittwoch stimmen die Niederlande über die EU-Verfassung ab. Die Aktien von BMW gewannen 1,4 %, die Titel von Daimler-Chrysler legten um ein Prozent zu. Die Anteilsscheine von Volkswagen verteuerten sich um rund zwei Prozent und führten damit die Gewinnerliste im Dax an. Börsianer verwiesen auf den Rekordabsatz der VW-Tochter Audi im Mai. „Die Zahlen von Audi sind besser als erwartet und haben den VW-Kurs angetrieben“, sagte ein Händler.
Spekulationen über eine Aktienplatzierung des Bundeslandes Bayern belasteten zeitweise den Aktienkurs des Energieriesen Eon. Das Bayerische Finanzministerium dementierte dies später. Daraufhin zogen die Eon-Titel wieder an auf ein Plus von einem Prozent auf 71 Euro.
Die Aktien der HVB setzten nach ihrem jüngsten Höhenflug ihre Kursverluste vom Vortag fort und gaben 0,9 % auf 19,85 Euro nach. „Die Übernahmefantasie ist erst einmal raus aus der Aktie“, begründete ein Börsianer den Abschlag. Die italienische Großbank Unicredito, die an einer Übernahme der zweitgrößten deutschen Bank interessiert ist, hatte am Dienstag Erwartungen an eine sehr schnelle Einigung in den Übernahmeverhandlungen gedämpft.
Im M-Dax rutschten die Aktien von EADS um 1,3 % ab. Der europäische Luft- und Raumfahrtkonzern räumte ein, dass sich die Auslieferung des neuen Großraumflugzeugs A380 um bis zu sechs Monate verzögern könne.
Gekauft wurden hingegen die Aktien des Chemiekonzerns Lanxess, der als heißer Kandidat für einen Aufstieg in den M-Dax gehandelt wird. Nach Aussage von Finanzexperten wird die geplante Ausgabe einer Euro-Benchmark-Anleihe vom Markt positiv aufgenommen. Ein Aktienhändler verwies auf die derzeit niedrigen Zinsen: „Die Gelegenheit scheint günstig, Schulden abzubauen.“ Lanxess-Aktien verteuerten sich um rund fünf Prozent auf 18,20 Euro.
Quelle: HANDELSBLATT, Mittwoch, 01. Juni 2005, 13:45 Uhr
...be invested
Der Einsame Samariter
Dax peilt 4500 Punkte an
Der Deutsche Aktienindex Dax hat am Mittwoch Fahrt aufgenommen und ein neues Jahreshoch markiert. Gefragt waren angesichts der anhaltenden Talfahrt des Euro vor allem Aktien der vom Export abhängigen Automobilbauer.
HB FRANKFURT. Der Leitindex kletterte bis zum Mittag um 0,65 % auf 4489,74 Punkte und erreichte damit den höchsten Stand seit Sommer 2002. „Der Aktienmarkt ist stark von der Charttechnik geprägt“, begründete BW-Bank-Händler Stephan Linz den Dax-Anstieg angesichts nur weniger Unternehmensnachrichten. Heinz-Bernd Schmitz von der NordLB verwies auf die dünnen Handelsumsätze. „Derzeit traut sich niemand, Aktien zu verkaufen. Allerdings stocken auch nur sehr wenige Investoren ihren Bestand auf. Daher geht der Markt nur zögerlich nach oben.“
Auf den Einkaufslisten der Anleger standen erneut die Autowerte ganz oben. „Der Autosektor profitiert eindeutig vom nachgebenden Euro-Kurs“, sagte ein Händler. Seit der Ablehnung der EU-Verfassung durch Frankreich am Sonntag rutschte die Gemeinschaftswährung zum Dollar deutlich ab und notierte zuletzt mit 1,2233 Dollar auf dem tiefsten Stand seit Oktober 2004. An diesem Mittwoch stimmen die Niederlande über die EU-Verfassung ab. Die Aktien von BMW gewannen 1,4 %, die Titel von Daimler-Chrysler legten um ein Prozent zu. Die Anteilsscheine von Volkswagen verteuerten sich um rund zwei Prozent und führten damit die Gewinnerliste im Dax an. Börsianer verwiesen auf den Rekordabsatz der VW-Tochter Audi im Mai. „Die Zahlen von Audi sind besser als erwartet und haben den VW-Kurs angetrieben“, sagte ein Händler.
Spekulationen über eine Aktienplatzierung des Bundeslandes Bayern belasteten zeitweise den Aktienkurs des Energieriesen Eon. Das Bayerische Finanzministerium dementierte dies später. Daraufhin zogen die Eon-Titel wieder an auf ein Plus von einem Prozent auf 71 Euro.
Die Aktien der HVB setzten nach ihrem jüngsten Höhenflug ihre Kursverluste vom Vortag fort und gaben 0,9 % auf 19,85 Euro nach. „Die Übernahmefantasie ist erst einmal raus aus der Aktie“, begründete ein Börsianer den Abschlag. Die italienische Großbank Unicredito, die an einer Übernahme der zweitgrößten deutschen Bank interessiert ist, hatte am Dienstag Erwartungen an eine sehr schnelle Einigung in den Übernahmeverhandlungen gedämpft.
Im M-Dax rutschten die Aktien von EADS um 1,3 % ab. Der europäische Luft- und Raumfahrtkonzern räumte ein, dass sich die Auslieferung des neuen Großraumflugzeugs A380 um bis zu sechs Monate verzögern könne.
Gekauft wurden hingegen die Aktien des Chemiekonzerns Lanxess, der als heißer Kandidat für einen Aufstieg in den M-Dax gehandelt wird. Nach Aussage von Finanzexperten wird die geplante Ausgabe einer Euro-Benchmark-Anleihe vom Markt positiv aufgenommen. Ein Aktienhändler verwies auf die derzeit niedrigen Zinsen: „Die Gelegenheit scheint günstig, Schulden abzubauen.“ Lanxess-Aktien verteuerten sich um rund fünf Prozent auf 18,20 Euro.
Quelle: HANDELSBLATT, Mittwoch, 01. Juni 2005, 13:45 Uhr
...be invested
Der Einsame Samariter