Dax nächste Woche im Zeichen des 11.Sept.?


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Dax nächste Woche im Zeichen des 11.Sept.?

 
07.09.02 11:13




Freitag 6. September 2002, 16:39 Uhr  
Händler - Dax steht nächste Woche im Zeichen des 11.September


Analysten - Research im Original

Frankfurt, 06. Sep (Reuters) - Der Deutsche Aktienindex (Dax (Xetra: ^GDAXI - Nachrichten) ) wird in der kommenden Woche nach Einschätzung von Marktteilnehmern im Zeichen des Jahrestags der Anschläge in den USA vom 11. September 2001 stehen.
Aus Sorge, Sympathisanten der Attentäter könnten am Jahrestag einen Anschlag verüben, herrscht an den Märkten seit Tagen eine angespannte ANZEIGE
 
Stimmung. Zwar liege die Wahrscheinlichkeit dafür vielleicht bei fünf Prozent, trotzdem dürften sich die Anleger in den kommenden Tagen sicher zurückhalten, sagte Guiseppe Amato, Aktienstratege beim Broker Lang & Schwarz. Sollte es aber entgegen der Erwartung doch zu einem Anschlag kommen, werde der Markt heftig reagieren. "Dann sind wir im Dax ganz schnell bei 2800 Stellen und tiefer", sagte er.

Daneben trübten auch andere Faktoren wie die schwache Konjunktur und ein möglicher Militärschlag der USA gegen den Irak die Stimmung, so dass auch nach einem ruhig verlaufenden Jahrestag nicht mit deutlichen Kurssteigerungen zu rechnen sei. "Wir haben strukturelle Probleme. Wenn es ruhig bleibt, wird sich der Blick auf einen möglichen Krieg im Irak und auf die konjunkturellen Sorgen in den USA richten. Vielleicht geht es etwas hoch, aber ich kann nicht glauben, dass sich der Abwärtstrend dann plötzlich in Nichts auflöst", fügte er hinzu.

Insgesamt erwarten Börsianer, dass sich der deutsche Markt angesichts fehlender deutscher Unternehmensnachrichten weitgehend auf die Vorgaben der US-Leitbörsen reagieren wird. "Die Volatilität ist so hoch, und das ist nicht gesund. Ich würde nicht ausschließen, das der Markt die Tiefstände noch einmal testet", sagte der Aktienstratege Klaus Schlote von Dresdner Kleinwort Wasserstein.

Der Deutsche Aktienindex (Dax) hatte Anfang August bei 3235 Punkten den tiefsten Stand seit mehr als fünf Jahren erreicht. In der nun zu Ende gehenden Woche hat der Dax per saldo rund neun Prozent auf aktuell 3375 Punkte verloren. Damit gingen 49 Milliarden Euro der Dax-Marktkapitalisierung verloren - in etwa das doppelte Bruttoinlandsprodukt von Costa Rica. TECHNOLOGIEWERTE VERMUTLICH WEITER UNTER DRUCK Nach Einschätzung von Analysten werden die Aktien der Technologiefirmen SAP, Infineon (Xetra: 623100.DE - Nachrichten - Forum) und Epcos wegen des Bemühens der Anleger, ihr Risiko zu minimieren, weiter unter Druck stehen. Die High Tech-Werte gehören zu den schwankungsanfälligsten Aktien, was in fallenden Märkten stets zu überproportionalen Kursverlusten führt. Die vom VDax gemessene Schwankungsanfälligkeit des Dax tendiert derzeit immer noch auf dem Niveau von Mitte September 2001, als es an den Börsen in Folge der Anschläge auf New York und Washington zu massiven Kursbewegungen kam. Analysten sagten, angesichts der Belastungsfaktoren für den Markt werde die Achterbahnfahrt der Kurse anhalten.

Ein Analyst ergänzte, die Kursentwicklung der Technologiewerte dürfte zudem von Geschäftszahlen ausländischer Konzerne wie Nokia (Helsinki: Nachrichten) , Oracle (NASDAQ: ORCL - Nachrichten) und Adobe Systems beeinflusst werden.


MARKT ERWARTET KEINE ZINSSENKUNG DER EZB Am Donnerstag dürften sich die Augen der Anleger auf die Europäische Zentralbank (EZB) richten. Allerdings sei nicht mit einem Zinsschritt zu rechnen, sagten Händler übereinstimmend. Unter anderem habe der zuletzt stark gestiegene Ölpreis wieder Inflationssorgen geschürt und damit die Spielräume der Notenbank eingeengt. "Der Markt preist zurzeit ein, dass die EZB sich vor dem Ende des Jahres nicht mehr bewegen wird", sagte Alfred Kaiser, Analyst bei der Privatbank Nols. Diesem Urteil schließt sich auch die Mehrheit der von Reuters befragten Volkswirte an.

Auf Seite der Unternehmen dürften allein die August-Verkehrszahlen der Lufthansa (Xetra: 823212.DE - Nachrichten - Forum) und des Frankfurter Flughafenbetreibers Fraport Interesse hervorrufen. Die Lufthansa hatte die Anleger zuletzt mit überraschend guten Quartalszahlen entzückt. Die Fluglinie wird voraussichtlich am Dienstag und Fraport (Xetra: 577330.DE - Nachrichten - Forum) am Freitag die jüngsten Statistiken vorlegen.

chk/ben/ban



           
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