
Greenspan und Co. rechnen mit weltweitem
Aufschwung
Die Notenbanken der Länder der Zehnergruppe (G10) beurteilen die laufende Konjunkturentwicklung in Europa und den USA positiv. Europas Wirtschaft wird nach Ansicht der Währungshüter im laufenden Jahr um 2,5 Prozent wachsen.
Basel - Inflationsprobleme seien nicht zu erkennen, hieß es am Montag im Anschluss an die monatliche Routinesitzung der Zentralbankvertreter bei der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) in Basel.
Der britische Notenbankchef Sir Edward George, der Vorsitzende des Notenbanken-Gremium, sagte weiter, es gebe klare Anzeichen dafür, dass die Konjunktur in den USA und in Europa an Fahrt gewinne.
Das Wirtschaftswachstum in der Eurozone sollte sich gegen Jahresende auf 2,5 Prozent beschleunigen und in den Jahren 2003 und 2004 weiter zunehmen. Auch Japan sollte in diesem und im nächsten Jahr ein Wirtschaftswachstum realisieren können. Die Teilnehmer der Sitzung, zu denen auch Alan Greenspan, der Gouverneur der US-Notenbank Fed, und Wim Duisenberg, der Chef der Europäischen Zentralbank (EZB) zählten, seien sich einig gewesen, dass die Inflation derzeit kein Problem darstelle, so George weiter. Die Inflation in der Eurozone dürfte dieses und im nächsten Jahr um die zwei Prozent liegen. Die Ursache dafür dürfte zum Teil in der Ölpreisentwicklung liegen. Ein steigender Euro könne einen dämpfenden Effekt auf die Preise haben, sagte der britische Notenbanker weiter.
Die Notenbanker seien sich einig, dass nicht allein die USA, sondern auch Europa die konjunkturelle Talsohle hinter sich gelassen habe, sagte George weiter. Die Talsohle sei in den USA wahrscheinlich im Verlaufe des vierten Quartals und in Europa gegen Jahresende erreicht worden. Die Erholung in den USA dürfte auf zyklische Faktoren wie etwa die Lagerbildung zurückzuführen sein. Ein fundierter und substanzieller Aufschwung hänge nun von den Investitionen ab.
Im Grundsatz seien die Investitionsaussichten in den USA positiv, Unsicherheit bestehe noch im Hinblick auf den Zeitpunkt, zu dem mit einer steigenden Investitionsnachfrage und in der Folge auch einer steigenden Gesamtnachfrage zu rechnen sei.