Dax unter 3.000 Punkten lässt Rückfall auf Jahrestief befürchten
19. Dezember 2002 Am Aktienmarkt werden auch zur Weihnachtszeit keine Geschenke verteilt. Dies zeigte sich am Donnerstag überdeutlich, als der Dax nach einem überaus festen Start unter die Marke von 3.000 Punkten rutschte.
Dieser Abstieg, der den Index zum Handelsschluss mit minus 2,03 Prozent zurück auf 2.961,41 Punkte führte, schlägt den Börsianern nicht nur wegen des symbolischen Gehalts dieser runden Marke auf das Gemüt, sondern auch deshalb, weil mit der Abwärtsbewegung viel charttechnisches Porzellan zerschlagen wurde.
Seit der Dax am 15. Oktober die 3.000er-Marke erst einmal wieder überwunden hatte, beendete er alle Kursverluste spätestens knapp vor Erreichen dieses Niveaus. Mit der jetzt doch vollzogenen Kapitulation scheint nun sogar der Weg frei für einen mittelfristigen Test des bisherigen Jahrestiefs. Das lag auf Schlusskursbasis immerhin bei 2.597,88 Punkten.
Charttechniker geben sich skeptisch
Klaus Tafferner, Charttechniker beim Finanzdienstleister Concord Effekten, mahnte jedenfalls bereits im Vorfeld bei einem Bruch der Unterstützung von 2.999 Punkten durch den Dax-Future vor stark nachgebenden Kursen. Da die charttechnischen Indikatoren einheitlich auf negativ gedreht hätten, bezeichnete er zudem die Chance für einen nochmaligen Anstieg auf 3.300 Punkte als nahezu null.
Auch Christoph Burkhalter, Charttechniker beim Bankhaus Vontobel, zeigt sich besorgt: „Der Dax steckt nach seinem Tief vom Mittwoch bei 3.022 Punkten in erheblichen Schwierigkeiten“, lautet sein Fazit. Als erstes Kursziel auf dem Weg nach unten hat er 2.850 Punkte ausgelotet. Charttechniker Wieland Staud von Staud Research sieht die von ihm eigentlich zunächst noch erhoffte Erholungsbewegung ebenfalls massiv gefährdet. Bei Kursen unter 2.930 Punkten will er selbst ein Unterschreiten der bisherigen Tiefs nicht mehr ausschließen.
Die Einbußen vom Donnerstag sind auch deshalb sehr negativ zu werten, weil sie in einem Umfeld zustande kommen, das ein besseres Abschneiden hätte erwarten lassen. Doch wie schlecht die Stimmung ist, zeigt sich daran, dass selbst besser als erwartet ausgefallene Quartalszahlen des zweitgrößten Software-Herstellers Oracle nicht die Kraft für mehr als nur ein Kurs-Strohfeuer haben.
Selbst die SAP-Aktie trotz Rückenwind von Oracle im Minus
Selbst Oracle-Konkurrent SAP driftete nach zunächst starken Gewinnen mit 2,40 Prozent auf 79,14 Euro ins Minus ab. Noch schlechter sah es nach dem angekündigten Rücktritt des Vorstandschefs aber bei der Allianz aus, die auch gedrückt durch negative Analystenkommentare um 4,09 Prozent auf 97,44 Euro fiel. Den Vogel schoß unter den Dax-Werten aber wieder einmal MLP ab. Der Finanzdienstleister bracht nämlich gleich um 8,96 Prozent auf 9,86 Euro ein.
Unter den wenigen Gewinnern fanden sich Eon und Infineon, doch waren diese ja schon in den vergangenen Tagen ausreichend zurechtgestutzt worden. Insgesamt sieht es aber nicht danach aus, als gäbe es für die deutschen Börsianer in diesem Jahr eine schöne Bescherung. Mit Blick auf den großen Verfallstermin am Terminmarkt am Freitag geht unter den Marktteilnehmer vielmehr die Angst vor einem bösen Erwachen um. „Jetzt kann das Geschäft durchaus in einen kurzfristigen Ausverkauf ausarten“, befürchtet etwa ein Händler.
19. Dezember 2002 Am Aktienmarkt werden auch zur Weihnachtszeit keine Geschenke verteilt. Dies zeigte sich am Donnerstag überdeutlich, als der Dax nach einem überaus festen Start unter die Marke von 3.000 Punkten rutschte.
Dieser Abstieg, der den Index zum Handelsschluss mit minus 2,03 Prozent zurück auf 2.961,41 Punkte führte, schlägt den Börsianern nicht nur wegen des symbolischen Gehalts dieser runden Marke auf das Gemüt, sondern auch deshalb, weil mit der Abwärtsbewegung viel charttechnisches Porzellan zerschlagen wurde.
Seit der Dax am 15. Oktober die 3.000er-Marke erst einmal wieder überwunden hatte, beendete er alle Kursverluste spätestens knapp vor Erreichen dieses Niveaus. Mit der jetzt doch vollzogenen Kapitulation scheint nun sogar der Weg frei für einen mittelfristigen Test des bisherigen Jahrestiefs. Das lag auf Schlusskursbasis immerhin bei 2.597,88 Punkten.
Charttechniker geben sich skeptisch
Klaus Tafferner, Charttechniker beim Finanzdienstleister Concord Effekten, mahnte jedenfalls bereits im Vorfeld bei einem Bruch der Unterstützung von 2.999 Punkten durch den Dax-Future vor stark nachgebenden Kursen. Da die charttechnischen Indikatoren einheitlich auf negativ gedreht hätten, bezeichnete er zudem die Chance für einen nochmaligen Anstieg auf 3.300 Punkte als nahezu null.
Auch Christoph Burkhalter, Charttechniker beim Bankhaus Vontobel, zeigt sich besorgt: „Der Dax steckt nach seinem Tief vom Mittwoch bei 3.022 Punkten in erheblichen Schwierigkeiten“, lautet sein Fazit. Als erstes Kursziel auf dem Weg nach unten hat er 2.850 Punkte ausgelotet. Charttechniker Wieland Staud von Staud Research sieht die von ihm eigentlich zunächst noch erhoffte Erholungsbewegung ebenfalls massiv gefährdet. Bei Kursen unter 2.930 Punkten will er selbst ein Unterschreiten der bisherigen Tiefs nicht mehr ausschließen.
Die Einbußen vom Donnerstag sind auch deshalb sehr negativ zu werten, weil sie in einem Umfeld zustande kommen, das ein besseres Abschneiden hätte erwarten lassen. Doch wie schlecht die Stimmung ist, zeigt sich daran, dass selbst besser als erwartet ausgefallene Quartalszahlen des zweitgrößten Software-Herstellers Oracle nicht die Kraft für mehr als nur ein Kurs-Strohfeuer haben.
Selbst die SAP-Aktie trotz Rückenwind von Oracle im Minus
Selbst Oracle-Konkurrent SAP driftete nach zunächst starken Gewinnen mit 2,40 Prozent auf 79,14 Euro ins Minus ab. Noch schlechter sah es nach dem angekündigten Rücktritt des Vorstandschefs aber bei der Allianz aus, die auch gedrückt durch negative Analystenkommentare um 4,09 Prozent auf 97,44 Euro fiel. Den Vogel schoß unter den Dax-Werten aber wieder einmal MLP ab. Der Finanzdienstleister bracht nämlich gleich um 8,96 Prozent auf 9,86 Euro ein.
Unter den wenigen Gewinnern fanden sich Eon und Infineon, doch waren diese ja schon in den vergangenen Tagen ausreichend zurechtgestutzt worden. Insgesamt sieht es aber nicht danach aus, als gäbe es für die deutschen Börsianer in diesem Jahr eine schöne Bescherung. Mit Blick auf den großen Verfallstermin am Terminmarkt am Freitag geht unter den Marktteilnehmer vielmehr die Angst vor einem bösen Erwachen um. „Jetzt kann das Geschäft durchaus in einen kurzfristigen Ausverkauf ausarten“, befürchtet etwa ein Händler.