Kurzfristige Betrachtung:
Im Verlauf der letzten Handelswoche ist der Deutsche Aktienindex in eine technische Reaktion übergegangen. Nachdem am vergangenen Dienstag noch die aktuellen Highs bei rund 3600 Punkten in Angriff genommen wurden, kam es zum Wochenende hin zu Kursverlusten.
Wie sind diese Kursverluste im aktuellen Umfeld zu bewerten?
Nach einem Anstieg von rund 400 Indexpunkten seit Anfang Oktober ist eine technische Gegenbewegung nichts Ungewöhnliches.
Es gilt jedoch das Ausmaß der Reaktion genau im Auge zu behalten. Sollte die Reaktion zu groß ausfallen, so muss die Kraft der vorausgegangenen Aufwärtsbewegung als zu gering eingestuft werden, um auf eine Fortsetzung dieser Aufwärtsbewegung zu spekulieren. Als Bewertungsmaßstab dienen hier die Fibonacci-Retracements. Geringfügige Reaktionen deuten auf einen stabilen Aufwärtstrend hin, wogegen größer ausfallende Gegenbewegungen Zweifel am Bestand des Aufwärtstrends aufkommen lassen.
Betrachtet man die Retracements des vorangegangenen Aufwärtstrends, so stellt man fest, dass der DAX sein minimales Reaktionspotenzial (38,2%-Retracement) bereits vollständig ausgeschöpft hat. Sollte es dabei bleiben und die aktuellen Reaktionstiefs nicht mehr unterschritten werden, so wäre diese Korrektur für den Markt als durchaus gesund einzustufen. Je mehr der Kurs jedoch korrigiert, desto geringer wird die Wahrscheinlichkeit, dass die Highs bei 3600 Punkten in naher Zukunft überschritten werden. Es gilt also die Kursbereiche um 3398 sowie 3351 Punkte im Auge zu behalten, da sich hier die 50%- bzw. 61,8%-Retracement befinden.
Charttechnische Unterstützung findet der DAX zurzeit bei 3423 bzw. 3439 Indexpunkten. Es handelt sich hierbei um die Lows vom vergangenen Donnerstag und Freitag.
Generell lässt sich sagen, dass der Deutsche Aktienindex kurzfristig als neutral eingestuft werden kann. Dies ist solange der Fall, bis die aktuellen Lows bzw. Highs unter- bzw. überschritten werden. Sollte es zu einer Unterschreitung der Lows kommen, sinken die Chancen auf kurzfristige Erholung allerdings deutlich.
Die markttechnische Betrachtung des aktuellen Umfeldes bestätigt den Beginn der technischen Gegenbewegung. Der RSI-Indikator befindet sich im Abschwung und zudem unterhalb von 50 Punkten.
Der MACD steht ebenfalls kurz vor der Generierung eines Short-Signals. Dieses Signal sollte jedoch mit Vorsicht betrachtet werden. Der Indikator ist nämlich relativ träge. Sollte die technische Reaktion des DAX tatsächlich am 38,2%-Retracement halt machen, besteht die Gefahr, dass der Indikator ein klassisches Fehlsignal liefert.
Als Fazit der markttechnischen Interpretation lässt sich somit festhalten, dass diese zum aktuellen Zeitpunkt keine Entscheidungshilfen liefern. Somit sollte sich der Positions-Trader verstärkt auf den eigentlichen Kursverlauf konzentrieren.
FAZIT:
Der Deutsche Aktienindex ist in eine Korrektur übergegangen. Zum aktuellen Zeitpunkt hält sich das Ausmaß dieser Gegenbewegung noch in Grenzen. Sollte es dabei bleiben, so kann für die nahe Zukunft weiteres Kurspotenzial erwartet werden. Eine Fortsetzung der Korrektur würde das Bild dagegen merklich eintrüben.
Quelle: Technical-Investor
Autor: Andreas Vester
