Das dicke Ende kommt noch"
Alljährlich berechnet die Deutsche Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) die mittel- und langfristige Kursentwicklung von Standardtiteln und Neuer Markt-Aktien, um herauszufinden, wer das Kapital der Investoren vermehrt und wer es vernichtet hat. Nach zweijährigen Kursrückgängen ist die Liste der Kapitalvernichter naturgemäß sehr lang. Besonders negativ falle auf der sogenannten "Watchlist 2002" der Neue Markt auf, so die DSW.
Für die Rangliste wird die Performance der Aktien über verschiedene Zeiträume ermittelt und ein gewichteter Durchschnitt gebildet. Dabei legt die DSW den Schwerpunkt auf die langfristige Wertentwicklung. Bei Standardtiteln ist der Fokus auf die Fünfjahres- , am Neuen Markt auf die Zweijahresentwicklung gerichtet. Mehr als 500 Aktien haben die Anlegerschützer unter die Lupe genommen.
Am Neuen Markt bescherten demnach 90 Prozent der 178 untersuchten Unternehmen den Anteilseignern in den vergangenen zwei Jahren Kursverluste. Die größten Kapitalvernichter waren Brokat [ Kurs/Chart ] (durchschnittlich -96,1 Prozent jährliche (!) Performance) vor Kinowelt [ Kurs/Chart ] (- 94,1)und Micrologica [ Kurs/Chart ] (- 92,9).
Es wird noch schlimmer
Das dicke Ende kommt erst noch", warnt DSW-Hauptgeschäftsführer Ulrich Hocker die Anleger bei der Präsentation der Daten. In 2002 dürfte die Zahl der Unternehmenspleiten am Neuen Markt noch steigen. Schuld an dem Fiasko tragen auch die Banken, so Hocker. Bei Anlageberatern sei manchmal erschreckende Unkenntnis festzustellen. Die Institute hätten an den Provisionen für die Börsengänge gut verdient und deshalb auch nicht börsenreifen Firmen aufs Parkett geholfen.
Aber auch mit vermeintlich soliden Standardtiteln und Nebenwerten ist der Privatanleger nicht immer auf der sicheren Seite. Vor allem kleinere Unternehmen fallen mit dauerhafter Underperformance auf. Kaufring erreicht eine atemberaubende Durchschnittsperformance von - 56,0 Prozent jährlich über die vergangenen fünf Jahre. Das Trauerspiel wird wahrscheinlich demnächst in der Insolvenz enden. Der Gerüstbauer Plettac und Büroartikelhersteller Herlitz folgen dichtauf in der Schreckensbilanz der Standardaktien.
Auf die Mitglieder des DAX 30 ist deutlich mehr Verlass. Unter den 50 größten Kapitalvernichtern finden sich einige Mitglieder aus SDAX und MDAX, aber kein einziger DAX-Wert. Bei den Blue Chips entwickelte sich nach Angaben der DSW die Commerzbank [ Kurs/Chart ] mit -2,3 Prozent p.a. am schlechtesten.
© 14.02.2002 www.stock-world.de
In diesem Sinne: Gute Nacht!
Kostolmoney
Alljährlich berechnet die Deutsche Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) die mittel- und langfristige Kursentwicklung von Standardtiteln und Neuer Markt-Aktien, um herauszufinden, wer das Kapital der Investoren vermehrt und wer es vernichtet hat. Nach zweijährigen Kursrückgängen ist die Liste der Kapitalvernichter naturgemäß sehr lang. Besonders negativ falle auf der sogenannten "Watchlist 2002" der Neue Markt auf, so die DSW.
Für die Rangliste wird die Performance der Aktien über verschiedene Zeiträume ermittelt und ein gewichteter Durchschnitt gebildet. Dabei legt die DSW den Schwerpunkt auf die langfristige Wertentwicklung. Bei Standardtiteln ist der Fokus auf die Fünfjahres- , am Neuen Markt auf die Zweijahresentwicklung gerichtet. Mehr als 500 Aktien haben die Anlegerschützer unter die Lupe genommen.
Am Neuen Markt bescherten demnach 90 Prozent der 178 untersuchten Unternehmen den Anteilseignern in den vergangenen zwei Jahren Kursverluste. Die größten Kapitalvernichter waren Brokat [ Kurs/Chart ] (durchschnittlich -96,1 Prozent jährliche (!) Performance) vor Kinowelt [ Kurs/Chart ] (- 94,1)und Micrologica [ Kurs/Chart ] (- 92,9).
Es wird noch schlimmer
Das dicke Ende kommt erst noch", warnt DSW-Hauptgeschäftsführer Ulrich Hocker die Anleger bei der Präsentation der Daten. In 2002 dürfte die Zahl der Unternehmenspleiten am Neuen Markt noch steigen. Schuld an dem Fiasko tragen auch die Banken, so Hocker. Bei Anlageberatern sei manchmal erschreckende Unkenntnis festzustellen. Die Institute hätten an den Provisionen für die Börsengänge gut verdient und deshalb auch nicht börsenreifen Firmen aufs Parkett geholfen.
Aber auch mit vermeintlich soliden Standardtiteln und Nebenwerten ist der Privatanleger nicht immer auf der sicheren Seite. Vor allem kleinere Unternehmen fallen mit dauerhafter Underperformance auf. Kaufring erreicht eine atemberaubende Durchschnittsperformance von - 56,0 Prozent jährlich über die vergangenen fünf Jahre. Das Trauerspiel wird wahrscheinlich demnächst in der Insolvenz enden. Der Gerüstbauer Plettac und Büroartikelhersteller Herlitz folgen dichtauf in der Schreckensbilanz der Standardaktien.
Auf die Mitglieder des DAX 30 ist deutlich mehr Verlass. Unter den 50 größten Kapitalvernichtern finden sich einige Mitglieder aus SDAX und MDAX, aber kein einziger DAX-Wert. Bei den Blue Chips entwickelte sich nach Angaben der DSW die Commerzbank [ Kurs/Chart ] mit -2,3 Prozent p.a. am schlechtesten.
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In diesem Sinne: Gute Nacht!
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